Das Leben des Jan R. - Geschichte einer Rebellion

vor 10 Mon.
Wenn dein Leben dich durch die Hölle schickt, kämpfst du oder gibst du auf? Der sechsjährige Jan durchlebt in seinem Elternhaus ein wahres Martyrium, doch erst nach Jahren findet er die Kraft, sich zu wehren. Ob damit alles überstanden ist? [Trigger-Warnung: Diese Geschichte enthält Szenen häuslicher Gewalt sowie physischen und psychischen..
Fiktive Biographien Drama P18 Tragödie/Leid Beendet

Vorwort

Jeder kennt den Begriff der Rebellion, hat ihn schon einmal gehört oder sogar gebraucht. Aber was bedeutet er eigentlich?
Rebellion, die; Substantiv: 1. Aufstand, offene Auflehnung einer kleineren Gruppe. 2. Aufbegehren, das Sichwidersetzen. So steht es im Duden. Doch auch wenn sicherlich jeder diese oder eine ähnliche Formulierung wählen würde, wenn er erklären sollte, was er unter dem Begriff „Rebellion“ versteht, erfassen jene Worte die wahre Bedeutung nicht wirklich. Schließlich sprechen sie nicht von den Opfern, die jeder Widerstand mit sich bringt, nicht von den inneren Kämpfen und der temporären Verzweiflung der Rebellierenden.
Um tatsächlich erfassen zu können, was es bedeutet zu rebellieren, sich jeder Hoffnung zum Trotz gegen etwas aufzulehnen, muss man es selbst erlebt haben. Nur wer weiß, was es heißt für seine Überzeugungen zu kämpfen, kann den Begriff „Rebellion“ wirklich in seiner Ganzheit begreifen und verstehen.
Ich persönlich kenne die Bedeutung dieses Wortes nur zu genau, denn ich bin ein Rebell. Hineingeworfen in eine Welt voller Zwänge und äußerem Druck blieb mir nie eine andere Wahl als aufzubegehren oder mein innerstes Wesen zu verleugnen.
Doch ich schreibe meine Geschichte nicht auf, um mich selbst zu bemitleiden und zu jammern, dass ich Opfer eines grausamen Schicksals sei. Denn das bin ich nicht. Mein Leben hatte seine Höhen und Tiefen wie jedes andere auch. Und ich bin mir ebenfalls darüber im Klaren, dass jeder Mensch seine persönlichen Kämpfe auszufechten hat. Niemand ist mit dem Glück gesegnet, dass wirklich immer alles genauso wie gewünscht läuft.
Der einzige Grund für meine Aufzeichnungen liegt darin begründet, dass ich anderen Mut machen möchte. Ich möchte zeigen, dass es sich immer lohnt, für seine Überzeugungen einzustehen und gegen die einengenden Zwänge in unserem Leben anzukämpfen – egal wie aussichtslos die Situation auch erscheinen mag.
In diesem Sinne heiße ich jeden Leser herzlich Willkommen auf dieser kleinen Reise durch meine Vergangenheit. Dies ist die Geschichte meiner ganz persönlichen Rebellion.

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Suzette_Godault 11. Mar 2018

... oh, das ist so süß, wie Dirk Jan aufbaut. Und was mir aufgefallen ist: die beiden wirken sehr, sehr reif für ihr Alter. Wirklich. So, wie sie denke und sprechen, denken und sprechen sonst nur ältere Menschen. Aber irgendwie passt das zzu den beiden. ;-)

"Obwohl ich mir selbst dadurch unglaublich wehgetan hatte, hatte ich einfach nicht damit aufhören können. Es war ein regelrechter Zwang gewesen, in dieser frisch gerissenen Wunde herumzustochern und sie aller Vernunft zum Trotz sogar noch zu vertiefen."

Das ist selbstverletzendes Verhalten, wohl hervorgerufen durch einen Mangel an Zuwendung, den psychischen Druck des Stiefvaters, den er aushaltenmuss, und den Verlust der Omma.

Wenn ich das so sagen darf: Jan und "meine" Sascha sind sich da sehr ähnlich - nur ist bei jan klar, woher es kommt.

LG

Labrynna 12. Mar 2018
Auch hier wieder: Vielen lieben Dank für deinen Kommentar. Ich weiß das wirklich sehr zu schätzen. :) Hehe, stimmt, die Beiden wirken verdammt reif für ihr Alter - das ist mir auch mal aufgefallen, als ich nach längerer Zeit mal wieder reingelesen habe. Bei Dirk ist das zu, Teil durchaus Absicht - er soll ein Mensch der Marke "mit 35 auf die Welt gekommen und seitdem keinen Tag jünger geworden" sein: sehr rational, ruhig, eher zurückhaltend, sehr kontrolliert, was Emotionen angeht. Aber bei Jan war das an sich gar nicht so geplant und wohl meiner Unfähigkeit, mich in die Gedankenwelt junger Kinder hineinzuversetzen, geschuldet. Ich hoffe, das kann man der Geschichte verzeihen (Sie bleiben ja keine Kinder, später fällt's dann also nicht mehr so auf...) Ja, Jan und Sascha sind sich gar nicht so unähnlich, zumindest am Anfang der Geschichte. Jan macht recht viele Wandlungen durch - immer in der Hoffnung, sich aus dem Morast seiner Familie heraus zu kämpfen und dabei stetig von Rückfällen bedroht. (Was mich daran erinnert, dass ich dringen an der Fortsetzung weiterschreiben muss.) Ich bin gespannt, ob es bei deiner Sascha eine geschichtsinterne Erklärung geben wird, warum sie so unsicher und selbst-negativ ist. Werde auf jeden Fall demnächst weiterlesen.
Suzette_Godault 11. Mar 2018

... oh nein, diesder Scheißkerl hat es geschafft, hat den Kleinen gebrochen. Ich will nicht wissen, was der noch alles mit ihm anstellt. Seine zwei Spießgesellen sind mir jedenfalls auch nicht geheuer. Die würden, wenn sie könnten. Und da dieser Heinzden Kleinen hasst ... na ja ... Ich hoffe, dass Jan bald die Kraft finden wird, um sich aus diesem Psycho-Loch zu befreien.

Labrynna 12. Mar 2018
Uh, wow, noch mehr Kommentare! Bei dem Tempo komm ich ja mit dem Antworten gar nicht hinterher. :D (Was nicht heißt, dass du aufhören sollst... ^^) Ich fürchte, das wird eine sehr lange Zeit dauern, bis Jan anfangen wird, sich zu wehren. Kinder sind (nicht nur in der Hinsicht) leider sehr leicht zu manipulieren und deswegen auch zu kontrollieren. Die Bekannten von Heinz werden allerdings keine Rolle mehr spielen - es ist tatsächlich ein reines Familiendrama, ohne noch verschlimmernde Einflüsse von außen.
Suzette_Godault 11. Mar 2018

Huhu,

ich finde keine Worte dafür, was Jan durchleben muss - dieser kleine Junge, aus dessen Sicht du so überzeugend erzähltst, dass der Leser glauben könnte, dass diese Geschichte real ist. Leider schreibt das Leben solche Geschichten nur allzu oft.

Biba

S.

Labrynna 11. Mar 2018
Hey, erneut lieben Dank für deinen Kommentar. :) Ja, da hast du wohl Recht - solche Geschichten sind leider nicht rein fiktiv, sondern basieren auf einem Gräuel, das tatsächlich täglich irgendwo um uns herum passiert, oft ohne, dass wir etwas davon ahnen. Das ist einer der Gründe, die mich damals dazu bewogen haben, diese Geschichte überhaupt zu schreiben: Ich wollte Betroffenen Mut machen und sie ermutigen, das Schweigen zu brechen. Keine Ahnung, ob ich das tatsächlich erreicht habe, aber wenn die Geschichte auch nur zum Nachdenken anregt, hat sie ihren Sinn irgendwo schon erfüllt.