Wolf im Schnee

vor 2 Mon.
"Mitten in Nacht wurde Stiles wach von einem Ruf aus der Ferne, der ihn bis ins Mark erschütterte und seinen gesamten Körper mit einer Gänsehaut überzog. Es war das Klagen eines einsamen Wolfes, so durchdringend und tragisch, dass es Stiles die Tränen in die Augen trieb!" Sein Leben lag in Scherben und nur deshalb war Stiles nun h..
Teen Wolf Abenteuer P12-M+M Romanze Beendet

Begegnungen Teil 2

Obwohl der Sheriff heute eigentlich seinen freien Tag hatte, war er nach dem Gespräch mit seinem Sohn und dessen neuem Lebensgefährten, dem WERWOLF; etwas dass er immer noch nicht so ganz fassen konnte, sofort auf´s Revier gefahren. Dort saß er nun im Archiv und hatte sämtliche Akten mit ungeklärten Mordfällen der letzten zehn Jahre vor sich liegen.
Eine davon würde er mit ein bisschen Glück vielleicht schon sehr bald endlich schließen können, nämlich jene der Familie Hale. Er hatte sich von Derek heute alles über die Brandstiftung durch Kate und Gerard Argent berichten lassen und nun musste der Sheriff sehen, ob sich irgendetwas davon beweisen ließ.

Für all die übrigen Todesfälle hatte Derek sich als inoffizieller Berater für das Übernatürliche angeboten, sobald der Sheriff Fragen hätte. Und die würde John mit Sicherheit haben!
Da war jedoch eine Frage, die er sich nur selbst beantworten konnte, nämlich jene danach, was er mit seinen neugewonnen Erkenntnissen anfangen sollte? Schließlich konnte er dem Haftrichter wohl schlecht so etwas erzählen wie: `Vampire haben diese jungen Leute ermordet!´ oder `Diese Verletzungen stammen eindeutig von einem Werwolf!´ So etwas würde ihm mit Sicherheit binnen kurzem einen Kuraufenthalt im idyllischen `Eichen-House´ einbringen und das wollte er mit Sicherheit nicht riskieren!
Doch das Wissen, was den Opfern in Wirklichkeit geschehen war, würde ihm als Sheriff zumindest ein wenig inneren Frieden verschaffen.
Und er würde möglicherweise lernen, welche Gegenmaßnahmen er treffen musste, um seine eigenen Leute und die Menschen in Beacon Hills effektiver zu schützen und um Ähnliches in der Zukunft zu verhindern.


„Du willst Dr. Deaton besuchen?“ stellte Derek überrascht fest, als Stiles den Jeep vor der Tierarztpraxis zum Stehen brachte. Stiles hatte ihm nämlich nicht verraten, wo es als nächstes hinging, sondern lediglich, dass er nun jemanden treffen würde, der etwas ganz Besonderes für Stiles sei.

„Du kennst Deaton?“ fragte Stiles überrascht.

Derek nickte und erklärte:
„Er war ein guter Freund meiner Mutter. Ich kenne ihn gut. Er ist ein Druide. “

„Ein was?“ fragte Stiles ratlos: „Nein, er ist ein Tierarzt.“

„Und ein Druide!“ beharrte Derek: „Er hilft den Werwölfen und weiß über das Übernatürliche Bescheid. Warum besuchen wir ihn?“

„Das tun wir gar nicht, denn Dr. Deaton hat sich bereits vor ein paar Jahren zur Ruhe gesetzt und seine Praxis meinem besten Freund Scott überlassen. Ich hatte keine Ahnung, dass er ein...ein was...? Ein Druide gewesen ist? Ich fand immer nur, dass er irgendwie mysteriös gewesen ist.“

Sie entstiegen dem Jeep und gingen nach drinnen, wo Scott gerade damit beschäftigt war, das überfütterte Chinchilla eines kleinen Mädchens zu untersuchen und ihr geduldig zu erklären, dass sie dieses in Zukunft nicht mehr mit Gummibärchen mästen dürfe, weil es sonst sehr, sehr krank werden würde und am Ende vielleicht sogar daran sterben könnte. Das Kind blickte den Mann in dem weißen Kittel mit großen Augen an und nickte schuldbewusst.
Nun wandte der junge Tierarzt sich um, um zu sehen, wer da gekommen wäre. Als er seinen besten Freund erblickte, schlich sich ein Lächeln auf sein müde wirkendes Gesicht. Er bedeute Stiles und seinem Begleiter, nebenan bei den Tierkäfigen auf ihn zu warten, bis er hier fertig sei.

Nebenan wartete allerdings auch schon jemand anders und zwar Scotts zweijähriger Sohn Liam, welcher gerade einem Wurf Welpen plappernd aus seinem Bilderbuch `vorlas´. Er hob das Köpfchen, als die beiden Männer eintraten und kreischte dann begeistert:
„Onkie Ssssiiiles!“

„Hey, mein Großer? Was machst du denn hier, hm?“ fragte Stiles, beugte sich hinab und öffnete die Arme, in welche sich das Kind sogleich stürzte:

„Mommy nich hause! Erica trank! Snupfen!“ berichte Liam.
Erica war das Mädchen, welches im Hause Argent/McCall manchmal babysittete, wie Stiles wusste.

„Ach so ist das. Also musst du mit Daddy arbeiten gehen, richtig?“ stellte Stiles fest.

Das Kind nickte heftig und bestätigte:
„Liam helft mit! Liam droß! Passt auf Babyhunde!“

„Verstehe!“ erwiderte Stiles lächelnd und wollte nun mit dem Kleinen das Buch weiterlesen, doch da hatte dieser gerade den großen, finsteren Mann in Stiles Gefolge wahrgenommen und fragte skeptisch:

„Wer du denn?“

Ehe der Werwolf antworten konnte, erklärte Stiles:
„Das ist mein lieber, guter Freund Derek.“

Das Kind schüttelte heftig den Kopf und stellte klar:
„Onkie Ssiles Freund Daddy!“

Stiles lachte und versicherte:
„Das stimmt, Süßer und das auch wird für immer so blieben, also hab keine Sorge.“

Liam nickte und verschränkte zufrieden die Arme vor der Brust, mit einem Ausdruck der besagte, `Das habe ich ja gerade noch mal gerettet!´

Die Behandlung des überzuckerten Chinchillas nebenan schien mittlerweile abgeschlossen zu sein, denn nun trat Scott zu ihnen, schnappte sich Stiles und drückte ihn fest an sich:
„Was machst du denn bloß, Alter? Dich kann man echt keine fünf Minuten allein lassen! Ein Feuer? Dein Dad und ich haben uns solche Sorgen um dich gemacht, weißt du das eigentlich?“

„Ist ja gut, MUM!“ lachte Stiles gegen den Hals seines besten Freundes und versicherte: „Mir geht’s prima! Ich bin wieder zuhause und bin auch schon fast wieder in Ordnung.“

Sie lösten ihre Umarmung und Scott erklärte:
„Darüber bin ich auch echt heilfroh! Du hast mir echt einen tüchtigen Schrecken eingejagt!“
Dann fragte er mit Blick auf Derek: „Sag´ mal, wen hast du mir denn da eigentlich mitgebracht?“

Stiles lächelte schüchtern und erklärte:
„Ihr kennt euch bereits, Scott. Es ist bloß echt lange her. Dies hier ist Derek Hale! Er und ich sind uns in Alaska wieder begegnet.“
Nach einigem Nachdenken griff er nach Dereks Hand und fügte unsicher hinzu:
„Er und ich sind jetzt irgendwie... zusammen, verstehst du? Was... was sagst du dazu, Scotty?“

Einen kurzen Moment lang herrschte Schweigen zwischen den Freunden. Stiles wurde ein wenig nervös denn er konnte den Gesichtsausdruck seines besten Freundes in diesem Augenblick beim besten Willen nicht deuten und hatte bereits die schlimmsten Befürchtungen, doch schließlich schenkte Scott ihm sein sonnigstes Grinsen und sagte:
„Na dann... Glückwunsch, Bro! Du bist also endlich über Lydia hinweg! Ich freue mich das zu hören!“ Nicht mal ein kurzes Wimpernzucken darüber, dass Stiles neue Liebe ein Mann war. Stattdessen schüttelte Scott Derek die Hand, begrüßte ihn herzlich und verlangte zu erfahren, wie genau die beiden Männer sich kennengelernt hätten.

Stiles kam gerade noch dazu zu sagen, dass dies eine lange und komplizierte Geschichte sei, als die Glocke an der Tür signalisierte, dass Dr. McCall einen neuen Patienten hatte und so schlug Stiles vor:
„Warum nehmen Derek und ich nicht Liam mit und gehen auf den Spielplatz oder so und du kommst heute Abend zu uns? Dann koche ich Dinner für uns alle.“

„Das klingt toll! Der Kleine langweilt sich hier total und ich kann mich nicht richtig um ihn kümmern, aber Allison ist immer noch nicht zurück.“ Scott wirkte besorgt, doch er rang sich dennoch ein Lächeln ab: „Also gut, dann freue ich mich auf heute Abend und es tut mir leid, dass ich jetzt nicht mehr Zeit für euch habe!“
Bevor sie gingen, schärfte Scott seinem Sohn noch ein, dass er lieb zu seinem Patenonkel Stiles und seinem Freund sein müsse und versprach, dass sie sich am Abend wiedersehen sehen würden, ehe er seinem neuen Patienten, einem Riesenschnauzer mit Zahnschmerzen seine ganze Aufmerksamkeit widmete .

Stiles baute den Kindersitz aus Scotts Auto hinten in seinen Jeep ein und dann konnte es auch schon losgehen in Richtung Spielplatz.

Der Biologe hatte ein wenig Bedenken, ob sein neuer Freund wohl Kleinkind-kompatibel sei, doch es sollte sich schnell zeigen, dass seine Sorge vollkommen unberechtigt war, denn Derek und der kleine Liam verstanden sich auf Anhieb wunderbar. Sie bauten eine riesige Sandburg und als Liam erklärte, dass er ein Wolf sei, genau wie die von Onkel Stiles, gab es für die beiden schließlich kein Halten mehr. Sie tobten auf allen Vieren durch den Sand, kläfften und jagten sich gegenseitig und Stiles war abgeschrieben.
Der Biologe nahm am Sandkistenrand Platz und beobachtete die beiden mit einem gutmütigen Lächeln.
Seit ihrer Ankunft in Beacon Hills hatte er Derek noch nicht so gelöst und glücklich gesehen und Stiles spürte, wie er sich noch ein klein wenig mehr in ihn verliebte.

Die Dämmerung kam früh um diese Jahreszeit und so rief Stiles gegen kurz nach vier zum Aufbruch, denn sie mussten ja noch in den Supermarkt; zum einen um die Zutaten für das Abendessen einzukaufen, welches Scott versprochen worden war, aber auch um endlich die Vorräte in Stiles Speisekammer wieder aufzustocken.
Schweren Herzens rissen sich die beiden Spielgefährten los und folgten dem Biologen brav zum Auto.

Im Supermarkt wurde Liam unter Protest in den Kindersitz des Einkaufswagens gesetzt, damit sie nicht die ganze Zeit hinter ihm herjagen müssten, denn der Kleine war verteufelt schnell für sein Alter und so ein Supermarkt war ein wahres Wunderland für einen energiegeladenen, aufgeweckten Zweijährigen.

Nachdem Derek die riesige Fleischabteilung des Supermarktes entdeckt hatte verkündete er, er müsse sich hier jetzt erst einmal gründlich umschauen. Der Wolf sah aus, als sei er im Himmel, als er damit begann, die Kühltruhen zu durchforsten.
Stiles grinste, ließ seinen Freund machen und schob derweil den Einkaufswagen weiter.

Gerade als er im Gang für Süßigkeiten mit Liam eine Diskussion darüber führte, warum dieser sich hier bloß eine einzige Sache aussuchen dürfe, anstatt einfach alles aus den Regalen zu ziehen und in den Wagen zu werfen, was er mit seinen gierigen Fingerchen erreichen konnte, traf den Biologen beinahe der Schlag, denn in diesem Augenblick kamen ausgerechnet Lydia und Jackson auf ihn zu. Die Zwei waren vermutlich die beiden letzten Menschen, die er gerade sehen wollte, doch just, als Stiles daran dachte, sich irgendwo zu verstecken, wie ein erbärmlicher Feigling, hatten sie ihn auch schon entdeckt:

„Stilinski!“ rief Jackson ihm zu und er hatte diesen, für ihn typische spöttische Zug um seine Mundwinkel: „Schon wieder im Lande? Und jetzt spielst du hier den Babysitter für Scott, oder wie?“

„So ist es!“ bestätigte Stiles knapp.

Lydia begrüßte Stiles herzlich und fragte dann mitfühlend:
„Und? Wie geht es dir denn jetzt“

Stiles war sonnenklar, was sie meinte: `Wie geht es dir OHNE MICH?´.
Der Biologe spürte Ärger in sich aufkommen, denn dieses herablassende Mitleid war wirklich das Letzte, was er wollte und ertragen konnte und schon gar nicht wollte er es von Lydia!

„Es geht mir gut. Es geht mir sogar sehr gut!“ erwiderte er daher mit einem Anflug von Giftigkeit.

Das traurig-anteilnehmende Lächeln, welches Lydia ihm daraufhin schenkte machte ihn erst recht sauer, denn es zeigte ihm übereutich, was seine Ex-Frau sich in diesem Moment dachte. Sie dachte: `Der arme, einsame Stiles versucht ein tapferes Gesicht zu machen!´
Stiles hasste es!

Doch glücklicherweise war ein Engel bereits auf dem Weg zu seiner Rettung: Derek hatte sich lautlos von hinten genähert, verfrachtete zunächst seine Beute, welche er aus der Fleischabteilung mitgebracht hatte im Einkaufswagen und sagte schnurrend zu Stiles, ohne die beiden Fremden auch nur eines Blickes zu würdigen:
„Da bist du ja, Baby! Ich habe dich schon gesucht!“
Dann schlang der Werwolf besitzergreifend von hinten die Arme um Stiles und küsste ihm derart hingebungsvoll seinen Nacken und Hals, als wolle er ihn ein für alle Mal als Seins markieren und schickte dabei eine wohlige Schauer über dessen ganzen Körper.

Lydia und Jackson fiel gleichermaßen die Kinnlade herunter: Der arme, kümmerliche, blasse Stiles in den Armen des schönsten Mannes unter der Sonne? Und dieser konnte überdies scheinbar gar nicht genug von ihm bekommen?
Genau das dachten diese Zwei doch mit Sicherheit gerade!

„Du hast mich gefunden, Liebling!“ erwiderte Stiles, versuchte dabei nicht allzu selbstzufrieden zu klingen, drehte sich in der Umarmung herum und küsste Derek innig. Dann wandte er sich wieder an Lydia und wiederholte:
„Wie gesagt: Es geht mir wirklich gut!“

Stiles erinnerte sich an die Frage, die sein Vater ihm heute Morgen gestellt hatte: Nein, er war natürlich nicht deswegen mit Derek zusammen, weil er sich an Lydia zu rächen wollte, aber es war dennoch eine, beinahe schon ans Obszöne grenzende Genugtuung, es ihr heute so plastisch unter die Nase zu reiben!

„So, wir müssen dann auch mal weiter! Macht es gut, ihr Zwei!“ sagte er zum Abschied zu Lydia und Jackson, ehe er sich auf dem Absatz umdrehte und die beiden verdutzt stehen ließ.

Später im Auto jedoch war Stiles diese ganze Szene plötzlich wahnsinnig peinlich.
Er hatte sich ja aufgeführt, wie so eine blöde Highschool-Zicke! Und dann hatte er auch noch Derek dafür benutzt, seine Wiedergutmachung zu inszenieren.
Er war wirklich das Letzte!
„Das eben war meine Ex-Frau Lydia.“ beichtete er also kleinlaut: „Und was ich da eben gemacht habe, war wirklich schäbig. Es tut mir leid, Derek!“

Der Werwolf legte herzhaft lachend den Kopf in den Nacken und erwiderte:
„Ich weiß, wer sie war, Stiles. Darum bin ich doch zu dir gekommen. Es war richtig lustig, wie sie geguckt hat. Sie darf dir nie wieder wehtun, hörst du?“

Einen Augenblick lang sah Stiles aus, wie vom Donner gerührt. Derek hatte also verstanden, was da gerade vorgefallen war?
Und er hatte ihn wieder einmal gerettet, weil es eben das war, was Derek tat: Ihn retten!
Stiles beugte sich zu Derek hinüber, schlang die Arme um dessen Nacken und flüsterte:
„Danke! Vielen Dank! Ich liebe dich!“

Derek strahlte überglücklich:
„Du hast es endlich gesagt!“ erwiderte er leise

Stiles stutzte:
„Was gesagt? Dass ich dich liebe etwa? Aber das war doch nicht das erste Mal.“

Dereks Blick war irgendwie scheu und unsicher als er widersprach:
„Doch, das war es. Du sagst zwar zu anderen `Ich liebe ihn!´, doch zu mir hast du hast es noch nie gesagt!“

„Aber... das tue ich doch!“ erwiderte Stiles betroffen.
Er konnte gar nicht glauben, dass er die wichtigen drei Worte wirklich noch nie so deutlich ausgesprochen haben sollte, aber wenn es wirklich so war, dann wurde es nun höchste Zeit, das nachzuholen: „Ich liebe dich, Derek! Ich liebe dich, ich liebe dich, ich liebe dich!“

Der Werwolf beugte sich zu seinem Gefährten hinüber, schlang die Arme um ihn und versicherte:
„Ich liebe dich auch, Stiles!“

Nun meldete sich Liam mit seinem unvergleichbaren Gefühl für Timing von der Rückbank zu Wort, indem er krähte:
„Kacka, Onkie Ssiles!“

Die beiden Männer lachten und Stiles fuhr auf schnellstem Weg zurück in ihr Apartment, damit er seinem Patensohn die Windel wechseln konnte.


Da Derek diese Unmengen Fleisch gekauft hatte, beschloss Stiles, dass sie heute grillen würden. Er bereite einen grünen und einen Kartoffelsalat als Beilage zu, während die Steaks auf dem Elektrogrill garten. Und weil es daraufhin in der Küche bereits so lecker roch, während das Essen aber noch ein wenig brauchen würde, wurden sowohl Liam als auch Derek ein wenig ungeduldig. Daher wurden sie von Stiles mit einem kleinen Interims-Knackwürstchen bei Laune gehalten, bis Scott endlich auch zu ihnen stieß und sie essen konnten.

Stiles entging nicht, dass sein bester Freund in tiefer Sorge war und so erkundigte er sich nach dem Essen:
„Es ist wegen Allison, richtig? Darum machst du so ein Gesicht?“

Derek spielte mit Liam, so dass der Kleine in diesem Moment abgelenkt war und sie offen sprechen konnten.
Scott nickte und erwiderte leise:
„Sie ist schon so lange weg und wenn ich sie am Telefon frage, was los ist, dann antwortet sie so ausweichend. Und manchmal geht sie gar nicht erst an das Handy. Das ist ganz untypisch für sie! Denkst du...?“ er schluckte: „... denkst du, sie hat vielleicht eine Affäre, oder so?“

Stiles schüttelte energisch den Kopf und erwiderte entschlossen:
„Nein, auf gar keinen Fall!“
Er zögerte kurz, doch dann erklärte er:
„Ich verrate dir jetzt etwas, aber du musst versprechen, mir bis zum Ende anzuhören und es einfach so hinzunehmen, ohne weitere Fragen zu stellen, ja? Ich denke, Allison wird dir dann alles weitere erklären, sobald sie wieder da ist.“
Scott schenkte ihm einen skeptischen Blick und so fragte Stiles noch einmal:
„Versprichst du es?“

„Ich verspreche es! Und nun rück´ schon raus mit der Sprache!“ murrte Scott unwillig.

Und so berichtete Stiles, ließ jedoch trotzdem entscheidende Teile in seiner Geschichte aus, weil er fand, ein Werwolf-Outing am Tag sei mehr als genug für Derek.
Er erzählte stattdessen, dass es Allisons Tante und Großvater gewesen seien, welche das Feuer auf dem Hale-Anwesen gelegt hatten und dass sie seither Jagd auf Derek gemacht machten, weil dieser als Einziger überlebt hatte. Und Kate Argent sei es auch gewesen, welche den Brand in der Forschungsstation gelegt habe, der Stiles um ein Haar getötet hätte.
Was es die Umstände des Todes von Kate betraf, drückte er sich allerdings vage aus und berichtete lediglich, dass diese dabei zu Tode gekommen sei, denn er wollte Allison nichts vorweg nehmen und hatte keine Ahnung, ob sie ihrem Mann wohl die Wahrheit darüber sagen würde, dass sie es gewesen war, die ihre Tante für ihre Taten gerichtet hatte. Er erklärte lediglich, dass Allison und ihr Vater nun hinter Gerard Argent her seien, damit dieser sein Werk an Derek nicht vollenden konnte.

Scott blickte seinen besten Freund ungläubig an und fragte:
„Du erwartest also wirklich, dass ich diese unfassbare Geschichte einfach so hinnehme und nicht eine einzige Frage dazu stelle?“

Stiles nickte ungerührt und bestätigte:
„Ja, genau das erwarte ich! Und außerdem solltest du am Besten auch mit meinem Dad nicht darüber sprechen, denn die Polizei in Alaska weiß nichts von der Beteiligung von Allison und Chris an dieser Sache und es wäre sicher klüger, wenn das auch so bliebe.“

„Aber eine Sache muss ich dennoch wissen!“ erwiderte Scott ernst: „WARUM haben Kate und Gerard den Hales so etwa Furchtbares angetan? Bei diesem Feuer sind doch auch unschuldige Kinder ums Leben gekommen? Wie kann man so etwas denn nur tun?“

Stiles zuckte traurig mit den Schultern:
„Tja, warum tun Menschen so etwas? Wie soll ich das wissen? Dahinter steckt wohl so etwas, wie eine Vendetta und ich bin froh, dass deine Frau und ihr Vater an dieser nicht beteiligt sind.“

„Ja, das bin ich auch!“ bestätigte Scott. Dann fragte er vorsichtig: „Wie Kommt dein Freund denn überhaupt mit dieser ganzen Sache zurecht? Das Ganze muss doch furchtbar für ihn sein?“

„Es war nicht ganz leicht für ihn, wieder nach Beacon Hills zurück zu kommen. Ich helfe ihm, so gut ich kann, aber dauert gewiss noch eine Weile, bis er es einigermaßen verarbeitet hat.“ erwiderte Stiles.

„Denkst du, er hegt einen Groll gegen Allison und Chris?“ wollte Scott wissen:

Stiles schüttelte den Kopf und erwiderte:
„Nein, das denke ich nicht, denn die beiden haben schließlich klar Position bezogen und Allison hat Derek sogar das Leben gerettet, indem sie erste Hilfe geleistet haben.“

Liam begann müde und quengelig zu werden, so dass Scott schließlich beschloss aufzubrechen, doch ehrlicherweise war ihm das auch nicht ganz Unrecht, denn die Informationen, welche er heute von Stiles erhalten hatte, musste er erst einmal verarbeiten.
Bei der Verabschiedung versprachen Derek und Stiles, dass sie Liam nun tagsüber hüten würden, bis Allison wieder da wäre. Das war ein Angebot, welches Scott sehr gern annahm.


Als Derek und Stiles wieder allein waren, räumten sie zunächst einmal die Küche auf, schauten danach ein wenig fern und gingen früh zu Bett, wobei sie beide im Grunde überhaupt noch nicht wirklich müde waren. Vielmehr verspürten sie wieder die gleiche nervöse Unruhe und jenes unerfüllte Sehnen, welches sie bereits in der Nacht zuvor gequält hatte und schließlich begannen sie damit, sich zu küssen und sich gegenseitig auszuziehen.


Kein Zweifel, Gerard Argents Stundenglas lief aus und er wusste es. Es mussten sich mittlerweile Metastasen in der Lunge gebildet haben, so wie er neuerdings hustete. Er warf achtlos ein weiteres Taschentuch mit blutigem Auswurf in den Fußraum des Beifahrersitzes seines Leihwagens und tröstete sich mit dem Gedanken, dass er immerhin seinen einfältigen, verweichlichten, nichtsnutzigen Sohn und seine weinerliche Enkelin in die Irre geführt hatte. Die beiden suchten ihn schließlich immer noch in Oregon, dabei war er schon längst wieder auf kalifornischen Landstraßen unterwegs. Eineinhalb Tage noch bis Beacon Hills; vielleicht zwei, wenn er sich noch ein bisschen Schlaf gönnte.

Er würde diesen verdammten Wolf erwischen, bevor der Tod ihn in seine Knochenfinger bekam und wenn es das Letzte wäre, was er tat!

Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
joerg67 29. Dec 2017

Hallo GingerSnaps,
ich habe deinen Text weiter verfolgt.
Dein Still ist weiterhin einfach - was nicht negativ sein muss, deine Wortwahl ausgewogen.
Es fehlt mir nur Gefühl. Ich kann mich gedanklich in deine Geschichte hinein versetzten, aber ich spüre die Einsamkeit und Kälte nicht.
Zu deine letzten beiden Kapiteln:
Die Kapitel kommen mir vor, als stünden zwei Menschen in der Einsamkeit der Wildnis und spielten Ping-Pong.
Spielten Ping-Pong mit Worten!

>>
Danny tätschelte ihm mitfühlend den Arm und versicherte:
„Tut mir echt leid! Ich wollte keine Wunden aufreißen. Willst du vielleicht darüber reden?“

Stiles schüttelte den Kopf und stellte die leeren Teller zusammen:
„Nein, ich möchte an diese Sache am liebsten gar nicht mehr denken! Wie wär´s, wenn wir einen Film anschauen, oder so? Magst du Monty Python?“

Danny grinste breit:
„Darauf kannst du wetten!“
<<

kurz zum Überlegen, was ich meine
>>
Dannys [zitternde] Finger glitten über Stiles [ausgemergelten] Arm.
„Tut mir echt leid! Ich wollte keine Wunden aufreißen. Willst du vielleicht darüber reden?“
Stiles verstand seine Worte, wollte sie nicht wahrhaben. Er stellte nachdenklich die leeren Teller zusammen, als könnte er damit seine Vergangenheit beiseite räumen.
„Nein, ich möchte an diese Sache am liebsten gar nicht mehr denken! Wie wär´s, wenn wir einen Film anschauen, oder so? Magst du Monty Python?“
Er sah zu Danny, der seinen Mund zu einem Grinsen verzog.
„Darauf kannst du wetten!“
<<

Denk einmal nach!

GingerSnaps 30. Dec 2017
Hallo Jörg, ja ich denke, ich verstehe zwar was Du meinst, aber für mich war das zwischen Danny gar nicht SO eine Situation. Mit Danny wollte ich eher einen unsentimentalen Charakter einführen. Er ist zwar freundlich und zugewandt, aber er nimmt das Leben auch leicht und hat es nicht so mit der Nabelschau. Dennoch verstehe ich den Hinweis, dass Du Kälte und Einsamkeit nicht fühlst, denn das habe ich beim letzten Kapitel selbst auch so empfunden. Ich will mal sehen, wie ich das ändern kann. Zum Thema "einfache Sprache": Meine Leser sind zumeist sehr jung. Ich möchte, das meine Sprache jugendlich ist und ich finde, dass es zu meinen Geschichten passt, dass ich gelegentlich Umgangssprache und Humor verwende. Ich könnte vielleicht auch anders, doch das käme mir unnatürlich, bzw. unorganisch vor. Und auch jetzt bekomme ich von meinen Lesern hin und wieder die Frage, was dieses oder jenes Wort bedeutet. Danke für Deinen Kommentar und liebe Grüße, Ginger
joerg67 01. Dec 2017

Hey-Wow-Toll. Dein Text ist Rund und ich harre schon dem Fortgang entgegen.
Nur Bitte, schalt bei der wörtlichen Rede ein Gang runter, sie passt nicht zu deiner Sprache. Du kannst die Einfachheit der Menschen, ohne 'Gossen-Slang' darstellen. Entweder du wählst einen herben Wortschatz mit korrekter Grammatik oder falsche Grammatik mit einem 'normalen' Wortschatz- denk dabei an Autoren wie Jack London, Mark Twain oder Ernest Hamingway.

GingerSnaps 03. Dec 2017
Hallo Joerg, schön, dass es Dir gefallen hat und danke für Deinen Kommentar. Fortgang ist gerade erfolgt! Zu Deinem Hinweis bezüglich der wörtlichen Rede: Wenn ich deinem Vorschlag folge fürchte ich, dass es hölzern und komisch wird. Ich finde, wörtliche Rede ist sowieso immer so ein Problem, denn Menschen reden nun einmal nicht so furchtbar geschliffen. Ich bemühe mich immer darum, dass es noch einigermaßen natürlich klingt, aber möglicherweise habe ich mich bei Barney tatsächlich ein wenig hinreißen lassen. Aber bei den von Dir aufgezählten Autoren darfst Du nicht vergessen, dass die teilweise vor über hundert Jahren gelebt und geschrieben haben, als Sprache und Literatur sowieso noch ganz anders waren. Ich hoffe, das neue Kapitel gefällt? Liebe Grüße, Ginger