Restore our honour

vor 11 Mon.
"Schon wieder hat ein Medium die Stadt verlassen!" - " Du meinst doch nicht Braska? Er ist ein Ketzter! Du glaubst doch selbst nicht, dass er und seine Garde aus Ausgestoßenen es zu etwas bringen?" - "Glaubst du? Ich glaube, dass er den Frieden bringen kann..."
Final Fantasy Abenteuer P16 Drama In Arbeit
Inhaltsverzeichnis

Der Aufbruch

Kapitel 1
Der Aufbruch


„Was nimmst du jetzt schon wieder auf?“ Ich raunte Jekkt, wie sonst, schroff an und fragte mich dabei, wie seit Tagen, was genau Braska an ihm gefunden hat. Er war vorlaut, überheblich, ein Frauenheld und hatte höchstwahrscheinlich zu viel von Sins Gift erwischt. Aus Zanarkand bekräftigte er immer wieder. Welches Zanarkand? Das, das ich kenne, ist zerstört. Eine Geisterstadt. Es fiel mir äußerst schwer ein genervtes Seufzen zu unterdrücken. Braska hatte ihn aus seinem dunklen Kerker in Bevelle befreit, nachdem sie ihn festgenommen hatten, weil Jekkt sich nicht nur in der Stadt heillos betrunken hatte, sondern auch noch jedem von seinem nicht existenten, von Maschina betriebenen Zanarkand erzählt hatte. Die Priester hatten ihn dafür für verrückt erklärt und ihn darauf in einer Bar, wo er sturzbetrunken herumgelungert ist, verhaftet.

Braska blieb stehen und sah sich gut gelaunt zu mir um. Sein Blick traf direkt den meinen, was mich ein jeden mal wieder erschaudern ließ. In seinen Augen lag so viel Kraft, die ich nicht beschreiben konnte. „Seid doch nicht so, Auron.“ Darauf glitt sein Blick zu Jekkt. „Lass ihn doch aufnehmen Warum machst du das?“ Interessiert betrachtete er ihn und stellte er seinen über den Kopf hinausreichenden Stab mit einem Klicken auf den Boden, um sich, wie gewohnt, daran anzulehnen.

Jekkt nahm den blauen Sphäroiden herab und grinste Braska, wie ein kleines Kind an: „Für meine Frau und meinen Sohn. Ich will ihnen zeigen, was ich erlebe.“ Als er zu dem Sphäroiden herabblickte, lag in seinem Blick kurz etwas, das wie Wehmut aussah, der Eindruck verflog aber so schnell wieder, wie er gekommen war.

Ich stellte mein Schwert laut auf den Boden und schenkte dem Mann aus Zanarkand einen vorwurfsvollen Blick. Ich spürte, wie sich meine Gesichtszüge vor Wut verhärteten „Du kannst froh sein, dass du überhaupt hier mitgehen kannst.“ Meine Stimme wurde scharf und mein bisschen Mitleid mit ihm verpuffte so schnell wie es gekommen war. Diesem Mann war nicht bewusst, was Braska auf dieser Reise erwarten wird. Das hier war nicht nur einfach ein Spaziergang durch die Spira. Das hier würde mit dem Tod von Braska enden.

„Mit dir allein würde ich auch nicht aufbrechen wollen, Auron!“ Jekkt sah mich mit einem äußerst sarkastischen Blick an. Sein Ton war trocken geworden.Ich seufzte, dann packte ich mein Schwert und schwang es mir über die Schulter. „Und wäre ich Braska, hätte ich dich niemals mitgenommen“, konterte ich.

Braska seufzte laut auf und nahm seinen Stab wieder in die Hand. Dabei läuteten die kleinen Glöckchen, die ihm seine Tochter als Armband geschenkt hatte, leise. „Ich denke langsam darüber nach euch beiden einfach einmal eine Lektion zu erteilen. Es kann doch nicht sein, dass ihr zwei euch nur streitet.“ „Entschuldigt Lord Braska.“ Ich neigte andächtig meinen Kopf.

Jekkt sprang lachend an mir Vorbei und ging an Braska heran. „Ich würde gerne sehen, wie diese Lektion aussieht.“

Ich hätte platzten können wegen Jekkts Dreistigkeit, doch Braska schien sichtlich amüsiert. „Wenn ich euch beiden das jetzt sage, ist es doch keine Lektion mehr.“ Seit wann sprüht Braska wieder so voller Lebensfreude? Er vor wenigen Stunden seiner Tochter für immer Lebewohl gesagt, nachdem er seine Frau auf tragische Weise verloren hatte. Ein anderer Mensch wäre dran zerbrochen. Doch war der Überfall von Sin auf das Flugschiff der AlBhed, auf dem sich seine Frau befunden hatte, der Grund, warum er sich dieser Bestie stellen wollte? Erst jetzt kam mir, dass ich nichts von Braskas Entscheidung warum er die Pilgerreise ging wusste. Wir kannten uns zwar schon länger, aber der Kontakt war nur flüchtig gewesen, bis man mich vor kurzem seiner Pilgerreise zugewiesen hatte. Seufzend setzte ich meinen Weg fort. Wir drei, dieser komische Vogel Jekkt, Braska und ich würden nun wohl eine lange Reise vor uns haben. Irgendwo, tief in mir, kamen Sorgen hoch. Was würde uns erwarten? Werden wir es schaffen die Stille Zeit über Spira zu bringen?

Ich folgte dem Boden, während wir unseren Weg aus Bevelle fortsetzten. Hinter uns lag die größte Stadt Spiras, eine Stadt, die komplett auf einem Berg, der aus dem Wasser ragte, errichtet wurde. Von dem Berg war heute nichts mehr zu sehen, stattdessen waren Plateaus zum Wasser hin errichtet worden, auf denen der Handel nur so florierte. Wenn man sich dort aufhielt, konnte man die Möwen kreischen hören und die Luft des Meeres riechen. Jeden Tag legten hunderte Schiffe im riesigen Hafen an und ab, die von ganz Spira kamen und sich wieder in ganz Spira verteilen. In der Spitze des Berges war der Yevon Tempel errichtet worden. Ein riesiger Glaubenskomplex mit vielen verworrenen Gängen. Mehr als die Hälfte der in Bevelle lebenden Menschen arbeiteten dort, ein großer Teil von ihnen lebte auch in diesen Anlagen. Sie waren, so wie ich einst, Krieger Yevons, Mönche, Priester oder Verwalter. Doch jetzt ließ ich diese wundervolle und einzigartige Stadt hinter mir und reiste mehr oder weniger freiwillig in die große Welt. Ich hatte im Gehen begonnen den Marmorboden genauer zu betrachten, er war aus schwarzem Stein und glänzte im Mondlicht so, als würden tausend Kristalle darin verarbeitet sein.
Nach einiger Zeit sah ich wieder vom Boden auf und zu Braska, der vor mir ging, an. Es fühlte sich an, als würde mir jemand einen Schlag in die Magengrube versetzten. In der kurzen Zeit, in der ich Braska näher kennen gelernt habe, schätze ich ihn irgendwie. Sein Mut und Neugierde beeindruckten mich jedes mal aufs neue mehr. Bevor ich ihn kannte, hätte ich niemals von mir gedacht, dass ich jemals auf eine solche Reise gehen werde. Dennoch er hat mich dazu gebracht, mich für diesen Weg aufzuraffen. Zuerst hatte ich ich, nachdem mich die Prieser seiner Reise zugeteilt haben, gewehrt, doch was blieb mir, als jemand, der in Ungnade gefallen war, nichts anderes übrig. Ich hatte keine andere Wahl, da ich die Hand der Tocher des Primas ausgeschlagen hatte. Ich könnte zwar in einem versteckten Winkel Sprias mein Leben einfach fristen, doch war das nicht das, was ich mit geplant hatte. Ich hatte mich zuvor trotzdem niemals mit dem Gedanken beschäftigt ein Medium zu begleiten, um meine Ehre wiederherzustellen. Doch bis jetzt ist niemand von einer solchen Reise je zurückgekehrt. Warum? Das machte mir Sorgen. Werde ich sterben müssen? Das wollte ich nicht. Als sie mich halbherzig und mit einem gehässigen Lachen Braska als Garde zugewiesen hatten, war ich entrüstet und hatte meine Wut auch nicht wenig an dem Medium ausgelassen. Doch in den letzten Tagen konnte mich dieser Mann halbwegs überzeugen, ihn aus freien Stücken zu begleiten. Meine Ehre war ohnehin dahin. Immerhin würde ich ehrenvoll sterben, ob nun mit oder ohne der Vernichtung Sins.

Hier waren wir nun. Drei Ausgestoßene von Yevon ohne Heimat. Diese Reise würde eine Willenprobe für uns werden.

„Lord Braska.“ Die Garde Yevons lachte herablassend. Ich konnte seine amüsierten Augen durch den Schlitz seines Helmes erkennen. „Ihr werdet gehen? Ich glaube kaum, dass wir uns wieder sehen werden. Ich wünsche ihnen und ihren beiden Begleitern eine angenehme Reise ohne Wiederkehr.“ Er wies den anderen Wachen an das Tor zu öffnen. Bebend begannen sich die Torflügeln müßig zu bewegen. Das Tor war mehr als drei Mann noch und so breit, dass im geöffneten Zustand ungefähr zehn Mann nebeneinander eintreten konnten. Das Tor selbst bestand aus Metall mit darin eingelassenen Rubinen. Es war eines der Schmuckstücke von Bevelle. Dahinter erstreckte sich die heilige Brücke, die direkt in den Macalania Wald führte. Sobald das Tor sich hinter einem geschlossen hatte, konnte man nicht mehr ohne der Zustimmung der Wachen nach Bevelle zurückkehren. Als das Tor so weit geöffnet war, dass wir drei nebeneinander hindurchtreten konnten, stoppten die Wachen den Öffnungsprozess. Die Wache wies uns spottend hindurch. Ruhig sah Braska ihn an. „Ich hoffe für Euch, dass ihr eines Tages Eure Meinung überdenkt.“ Ohne diesen Mann noch eines weiteren Blickes zu würdigen zog er an ihm vorbei. Ich hätte am liebsten diesem eingebildeten und aufgeblasenen Pinkel eine eingeschenkt. Aber was konnte ich tun? Es wäre nur zu Gunsten Yevons ausgegangen, auch wenn ich gelacht hätte, wenn sie mich im Nachhinein gehängt hätten. Doch Jekkt hatte sich, wie schon des Öfteren, nicht unter Kontrolle und er fuhr den Tempelkrieger an. „Was sagst du da? Wir werden es dir zeigen, mit dem Tag, wo Lord Braska wieder zurückkehren wird!“ Ich sah zu ihm und mir stand der Mund offen. Er schien wirklich nichts zu wissen.

Braska war stehen geblieben, drehte sich aber nicht um. Er würdigte den Soldaten keines Blickes. „Komm Jekkt, er ist es nicht wert.“ Dann wandte er sich doch um und musterte den Tempelkrieger ein letztes Mal, bevor er ging. Ich bewunderte Braska für seine stoische Ruhe und Gelassenheit. Hinter uns schloss sich das Tor wieder mit einem dumpfen Knall.

Auf der geweihten Brücke sahen wir uns noch einmal an. „Lasst uns gehen!“, frönte Jekkt vergnügt. „Das wird eine schöne Reise!“

„Es ist keine Reise“; sagte ich ernst und hielt seinen Arm fest. Innerlich bebte sich. Ist er so dumm oder tut er nur so?

Jekkt blieb stehen und runzelte vorwurfsvoll die Stirn. „Wetten sie wird lustig und abenteuerreich?“„Wetten ich schlage dir währenddessen noch den Kopf ab?“, raunte ich zurück und ließ ihn wieder los. Dieser Mann konnte mir die Nerven rauben.

Vor uns die Welt mit all ihren Geheimnissen.

Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Es wurden noch keine Kommentare geschrieben.