Fast car

vor 8 Tagen
Die 21 jährige Riley Hawsins lebt mit ihrem Vater in einer kleinen zwei Zimmerhütte am Rande der Insel Moloka´i. Als sie ihren Job in dem kleinen Resteraunt in ihrem Viertel verliert, stellt sie das vor eine fast unlösbare Herausforderung: Sie braucht einen neuen Job, um die Bleibe für sich und ihren Vater zu finanzieren. Ein Job in einer St..
Liebe/Romantik P18 Beendet
Inhaltsverzeichnis
Bemerkung des Authors: Songtipp: Eminem - River ft. Ed Sheeran - Conor Maynard - Cover

Kapitel 25 - Ist nichts Neues.

Mein Blick wanderte verlegen zu Ace, als er die Tür hinter sich ins Schloss knallen ließ und sein Auto mit einem beinahe lautlosen Klacken abschloss. Nervös sog ich die sommerliche Nachmittagssonne tief in meine Lungen, ließ meinen Blick für einen kurzen Augenblick zu diesem tiefblauen Himmel streifen, er war wunderschön. Einfach perfekt, sah aus, wie frisch angestrichen. Nur vereinzelt trauten sich ein paar Wolken die Sicht der Sonne zu hemmen. Ein leichter Windhauch wehte mir die Haare ins Gesicht, ließ das Salz des Meeres auf meiner Haut prickeln. Dies war einer jener perfekten Sommertrage, von denen man den ganzen Winter über zehren würde. Und doch genoss ich diesen Sommer in vollen Zügen und er hatte gerade erst begonnen. Man merkte, wie die Tage länger wurden, die Sonne strahlender, der Himmel blauer.
„Was sagen wir denn jetzt zu Piet?“, unterbrach ich die plötzliche Stille zwischen uns, als wir den Schotterweg zum Swixx hinaufliefen.
Aus dem Augenwinkel sah ich, wie Ace mit den Schultern zuckte: „Gar nichts. Ihn geht es schließlich nichts an. Er kann sich seinen Teil ruhig denken.“
Das Swixx lag nur noch ein paar Meter von uns entfernt, man hörte bereits die sanften Klänge der Musik und einzelne Menschen laut lachen.
„Okay…“, ich konnte nicht verhindern, dass meine Stimme niedergeschlagen klang. Was hatte ich auch gedacht, was Ace sagen würde? Was hatte ich von ihm erwartet? Schließlich lernten wir das zwischen uns gerade erst kennen…
Ace stupste mir sachte in die Seite, als er die Tür des Swixx aufriss und an der Halterung befestigte: „Hast du nach der Arbeit schon etwas vor?“, seine Stimme klang warm und ich musste augenblicklich lächeln.
„Nein.“, ich sah ihn mit warmen Wangen an.
„Gut.“, er grinste schief und marschierte in die Kneipe, schien mit meiner Antwort mehr als zufrieden.
„Riley…“, Eddy nickte mir zu, als ich nach Ace an den Tresen trat. Im Vergleich zu mir verschwand er direkt hinter der Bühne und ließ mich mit Eddy alleine zurück.
Als meine Augen auf Eddy fielen, seufzte ich leise, drehte mich zu ihm um.
„Es tut mir leid. Eigentlich sollte ich meinen Job gar nicht mehr haben.“
Für einen kurzen Moment musterte er mich, sagte keinen Ton.
„Schon gut, Riley. Mach es einfach nicht nochmal.“, er zwinkerte mir locker zu und verschwand hinten im Lager.
Erleichtert blies ich die Luft aus meinen Lungen, hob meinen Blick an, schaute direkt in die Augen von Piet, dessen Blick ich die ganze Zeit über auf mir gespürt hatte.
Ich schenkte ihm ein zartes Lächeln, sah die tiefen Augenringe, die sein so zartes Gesicht zierten. Er sah abgekämpft aus, müde. Die letzten Tage schienen viel für ihn gewesen zu sein.
„Ist alles okay bei dir, Piet?“, ich sah ihn nachdenklich an, musste nachhaken, konnte es nicht einfach so stehen lassen.
„Klar.“, brachte er ohne mich eines weiteren Blickes zu würdigen hervor, konzentrierte sich stattdessen auf das Zapfen von Bier. Ein sanftes Lächeln lag auf seinen Lippen, es war dieses Lächeln, was den Gegenüber besänftigen sollte und doch kannte ich es viel zu gut. Er log. Da war ich mir mehr, als sicher. Er wollte sich gerade von mir abwänden, als ich ihn an dem Arm fasste.
„Piet, wenn es wegen gestern ist und du wegen uns länger bleiben musstest…“, ich stoppte: "Ich kann eine Stunde von dir übernehmen. Ich kann auch heute gerne länger machen.“, schlug ich vor, doch Piet schüttelte bereits seinen Kopf, wollte sich von mir losreißen und machte einen Satz nach hinten.
„Es geht nicht, um gestern, Riley. Nerv mich jetzt nicht.“, brachte er beißend hervor und schob mir ein Tablet mit Bier entgegen: „Mach lieber deine Arbeit, wenn du schon mal hier bist.“ Seine Stimme war giftig und ich sah die Wut in seinen Augen, als er sich bereits von mir abwand, nicht mal auf eine Antwort wartete.
Seufzend ließ ich meine Tasche zu Boden sinken, versteckte sie hinter dem Tresen und nahm das Tablett entgegen. Lächelnd sah ich Anu, die mir zur Begrüßung zu nickte.
„Wer bekommt die Bier?“
Piet schien meine Frage zu ignorieren, also schaltete Anu sich ein: „Tisch 12. Die Runde von Jungs.“, sie deutete auf vier Männer, die sich gespannt unterhielten und immer wieder lachten.
„Danke, Anu.“, ich schenkte ihr ein Lächeln und wand mich zum Gehen ab. Die Arbeit war an diesem späten Nachmittag die absolute Hölle. Es war nicht nur randvoll und man kam mit der Arbeit kaum hinterher, sondern zum allen Überfluss schien mich Piet auch noch, wie Luft zu behandeln. Und wenn er mit mir redete, dann konnte ich mir Spitzen anhören, die er immer wieder austeilte.
Ich war gerade dabei die Tür abzuschließen, als ich Aces Stimme durch das Swixx dringen hörte: „Verarschen kann ich mich alleine. Was ist los, Bruder?“
Piet schien unter Strom, er schien völlig neben sich zu stehen und in diesem Moment war ich glücklich, dass weder Anu noch Eddy diesen Aufstand hier mitbekamen. Glücklicherweise waren sie bereits gegangen.
„Nur, weil wir gestern früher abgehauen sind?“, Ace verdrehte nun ebenfalls genervt die Augen, als er keine Antwort von seinem besten Freund bekam.
Piet schien vor Wut zu beben, erschrocken blieb ich an der Tür stehen, wollte nicht zwischen die Fronten geraten.
„Es geht nicht um euer scheiß Schwänzen, Ace!“
„Sondern?“
„Du verstehst es eh nicht.“, brachte Piet im schimpfenden Tonfall hervor, den Ace nun ebenfalls zur Weißglut brachte.
„Dann erklär es mir doch, man!“
Piet lachte bitter auf, schmiss die Spülmaschine scheppernd zu: „Du bist mein scheiß Problem! Ständig tauchst du hier mit irgendwelchen Weibern auf, reißt sie auf und dir ist es egal, wie es deinen Mitmenschen geht. Fuck…“; er fuhr sich durch die Haare: „Und jetzt nimmst du Riley. Und wir sind alle froh, dass sie in unserem Team ist und du machst es kaputt!“
Ace trat unbeholfen von einem Fuß auf den anderen: „Ich…äh…“
„Nichts äh!“, brachte Piet wütend hervor: „Bei dir hält nie eine Beziehung. Und du wirst Riley verletzen und dann wird sie kündigen und wir sitzen hier wieder mit irgendeiner, dummen Aushilfe!“, er stöhnte: „Du bist mein bester Kumpel, ehrlich. Aber manchmal kotzt mich deine Art Beziehungen zu führen herbe an!“
Ace grinste schief: „Du bist eifersüchtig!“, brachte er lachend hervor.
Nun schien Piet völlig seine Kontrolle zu verlieren: „Scheiße, was für eifersüchtig?“, brüllte er und wurde rot im Gesicht. Der Ausdruck auf seinem Gesicht erinnerte mich an einen kleinen Jungen, dem gerade sein Spielzeug weggenommen wurde.
Auch auf meinen Lippen breitete sich jetzt ein Lächeln aus, weil der Anblick irgendwie lustig ist und der Gedanke, dass Piet mich toll finden könnte, mehr als abwegig.
„Du fährst auf sie ab und weil du uns im Auto erwischt hast, bist du jetzt völlig neben dir.“, brachte Ace hervor und spannte damit den Bogen über.
„Du bist so ein Wichser, Ace.“, knurrte Piet.
Und nun war es mir zu viel, ich überquerte die paar Meter zwischen uns und riss die beiden aus ihrem Streit. Sie schienen meine Anwesenheit völlig vergessen zu haben.
„Das ist nichts Neues für mich.“, brummte Ace und legte demonstrativ einen Arm, um meine Hüfte. Ich schwieg und konnte sehen, wie Piets Worte ihm dennoch weh taten. Mein Blick wanderte zu Piet, dessen Miene sich verfinsterte. Vorsichtig befreite ich mich aus Ace Umarmung, spürte wie dieser sich hinter mir versteifte, als ich locker mit Piet redete.
Ich merkte, wie die Wut in ihm abschwächte und er sich beruhigte, als ich, wie beiläufig ein Gespräch mit ihm anfing, als hätte ich den ganzen Streit der beiden Jungs gar nicht mitbekommen. Piet schien erleichtert über die Möglichkeit dem Streit zu entkommen und legte sanft eine Hand auf meine Schulter.
„Wir müssen unbedingt mal wieder was machen, Riley.“, er lächelte und strich mir leicht mit dem Daumen über die Haut.
Rasch nickte ich: „Klar. Lass uns morgen reden, okay?“, ich schenkte ihm ein sanftes Lächeln. Doch in mir brodelte es, musste daran denken, wie perfekt alles sein könnte.

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Purzelstern 13. Jun 2018

Huhu littleblackbird :)
Und plötzlich ist das Ende da - irgendwie seltsam, das letzte Kapitel nach so langer Zeit, die wir mit den Charakteren von fast car verbunden waren... Aber Hut ab: eine Story innerhalb weniger Monate zu Ende zu bringen - das ist schon eine Leistung! Ich brauch meistens mindestens ein Jahr, oder auch mehrere ;)
Beim letzten Kapitel dachte ich die ganze Zeit nur "bitte bitte lass Ace nicht sterben!" Und als dann der Epilog kam und einige Absätze lang wirklich nicht klar war, was mit Ace passiert war, stellte ich mich schon aufs Schlimmste ein - aber dann, die bekannte Stimme von der Bühne - du glaubst nicht wie froh ich war - Ace und Riley haben es doch geschafft :) Und schön, dass Puck auch noch dabei ist und die anderen CitoRats - wieder auf der rechten Bahn ;) Passt ja alles, so kann man beruhigt schlafen ;)
Du hast es wirklich gut geschafft uns bis zum Schluss im Unklaren zu lassen, was Ace angeht. Ich fand die Idee schön, dass er sich mit seiner Mutter versöhnt - auf der anderen Seite wäre das die ideale Voraussetzung um zu sterben (wenn es dafür die ideale Voraussetzung je geben kann...) - also hab ich deswegen noch mehr gezittert ;)
Mir sind deine Charaktere schon ans Herz gewachsen und darum freut es mich besonders, dass sie alle so ein wunderbares Happy End erleben dürfen :) nicht zu vergessen Rileys Vater!
VIelen Dank für diese schöne, mitreißende Story, das wunderbare Setting (hmmm Hawai ;)) und die gut durchdachten Charaktere.
Ich hab es wirklich sehr genossen, hier lesen zu dürfen :)
Solltest du noch eine Geschichte schreiben, ich bin wieder dabei!
Ganz liebe Grüße,
Purzelstern

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