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vor 11 Tagen
// Spielt zeitlich nach Witcher 3 // P18 vorsorglich wegen Gewalt, Sprache // HexerxOC // Dem Monsterjäger war ja schon einiges untergekommen. Zänkische Dorfälteste, die seinen Lohn nicht zahlen wollten; angeblich entlaufene 'Schoßhündchen', die sich als Berserker entpuppten oder auch Ehemänner, die der Meinung waren, er hätte ihren Frauen..
The Witcher Fantasy P18 In Arbeit
Bemerkung des Authors: // Spielt zeitlich nach Witcher 3 // P18 vorsorglich wegen Gewalt, Sprache // HexerxOC // Dem Monsterjäger war ja schon einiges untergekommen. Zänkische Dorfälteste, die seinen Lohn nicht zahlen wollten; angeblich entlaufene \'Schoßhündchen\', die sich als Berserker entpuppten oder auch Ehemänner, die der Meinung waren, er hätte ihren Frauen nachgestellt. Idioten, allesamt. Aber ein explodierender Zaubertrank und die verheerenden Folgen, sprengten nun wirklich alle Grenzen seiner Vorstellungskraft. Denn nun muss der mürrischste Hexer der Wolfsschule gemeinsame Sache machen mit einem nervtötenden Gör und einem noch anstrengenderen Weibsbild. Aber was bleibt einem anderes übrig, als sich auf die Suche nach einem Gegengift zu machen, wenn man im falschen Körper steckt... und dieser falsche Körper noch nicht einmal ordentliche weibliche Kurven vorzuweisen hat?

Prolog: hübsches Mädchen

„Du bist wunderschön.“
Elena spürte, wie ihre Wangen erröteten und die Hitze über das gesamte Gesicht strahlte. Sie musste ihren Kopf senken und beobachtete das nervöse Spiel ihrer Finger, die gerade ihr Taschentuch malträtierten. Sie hatte so lange gewartet – so unendlich lang! – das ein Junge so etwas zu ihr sagt. In ihrer Kindheit ist sie pummelig gewesen, mit aufgedunsenen Gesicht und fettigen Haaren. Doch die langen Jahre als Backfisch sind trotz all des Spotts vorübergegangen und dank eines wahren Wachstumsschubs und der Verschiebung der Fettmassen von ihrem Bauch an die zwei richtigen Stellen im Brustbereich, hat sie sich zu einer ansehnlichen, jungen Frau entwickelt. Und endlich war das auch den jungen Männern aufgefallen, die sie so lange aus dem dunkeln Haus ihrer Familie heraus beobachtet hatte.
„Wie schön?“, verlangte sie nun zu wissen, um sich noch ein wenig umgarnen zu lassen. Sie brauchte mehr, nur noch ein bisschen mehr. Immerhin hat sie lang genug darauf warten müssen! Da konnte sie es sich in ihren Augen erlauben, den Moment zur vollen Gänze auszuschöpfen und zu genießen.
Jero strich eine Strähne aus ihrem Gesicht und wickelte sie um seinen schmalen Finger. „Schöner als ich es je mit Worten ausdrücken könnte.“ Sie kicherte nervös. Er ließ ihr Haar los und legte den Finger unter ihr Kinn, gebot ihr, ihn wieder anzusehen. Und sie sah ihn so gerne an. Von allen Jungen, die sie früher wegen ihrer Figur gehänselt hatten, war er mit Abstand der Schönste.
Er überragte sie um etwa einen Kopf, obwohl er bestimmt noch weiter wachsen würde. Er hatte jetzt schon breite Schultern, die sich aber zu einer schmalen Hüfte hin verjüngten und in seinem Gesicht sprossen die Bartstoppel schon derart, dass er einen verwegenen Drei-Tage-Bart tragen konnte ohne das er monatelang darauf waren musste. Seine langen, tiefschwarzen Locken umrahmten sein kantiges, männliches Gesicht und betonten – zusätzlich zu seinem dunkeln Teint – seine geradezu blitzenden, eisblauen Augen.
Er war der Junge – Mann!, verbesserte sich Elena in Gedanken – mit dem jedes Mädchen im Dorf zusammen sein wollte. Und sei es auch nur für ein paar Stunden in der Heuscheune von Bauer Wilner. Elena wusste von Gerti, dass sowohl Kalnara als auch Peronia das Vergnügen gehabt hatten, mit Jero allein gewesen zu sein – und auch das die beiden so dumm gewesen waren, Jero ihre 'Geheimnisse der Nacht' anzuvertrauen. Das würde Elena natürlich nicht passieren, alleine schon um ihren armen Papa nicht zu enttäuschen.
Sie würde ihm einen Kuss geben, das auf jeden Fall! Und wenn er nett war, durfte er auch ihren Busen berühren. Und wenn er besonders nett war, würde sie ihm vielleicht sogar erlauben, sie anzuschauen … also, da unten. Gerti hatte ihr mehr als nur einmal versichert, dass man davon nicht schwanger werden konnte; also war es nur etwas, dass sie mit ihrem Stolz und ihrer Scheu vereinbaren musste. Und diese beiden Gefühle schmolzen dahin, wie der letzte Schnee im ersten Licht der Frühlingssonne, angesichts seines schelmischen, wissenden Schmunzeln.
„Wo hast du dich nur die ganze Zeit über versteckt, hm?“, raunte er ihr zu. Er war ihr schon so nah, dass seine gerade, schmale Nase mit der ihren zusammenstieß und ihr wurde schwindelig, als sie seinen Atem auf ihren Lippen spürte. Melitele-sei-dank lehnt sie an einen Baum, der sie noch aufrecht hielt, sonst wäre sie spätestens jetzt vor ihm auf die Knie gesunken.
Ein Rascheln einige Dutzend Meter neben ihnen ließen Elena hochfahren und unterbrachen Jeros Versuch, ihr den ersten Kuss zu schenken. „Hast du das gehört?“, wisperte sie, den Blick immer noch auf die Stelle geheftet, aus der sie das Geräusch vernommen hatte.
„Sicher nur ein umherziehender Dachs oder Fuchs. Keine Sorge, ich kann so etwas gut einschätzen“, beruhigte er sie und zog ihr Gesicht wieder zurück in seine Richtung. „Immerhin bin ich jetzt Jungjäger. Dir wird also nichts passieren, meine Schöne. Ich passe auf dich auf.“
Das stimmte und machte einen weiteren Reiz aus. Jeder wusste, wie geschickt Jero mit Pfeil und Bogen war und das er sowohl das Fallenlegen, als auch das Spurenlesen meisterlich beherrschte. Im letzteren hatte er sogar schon seinen Meister – den Jäger Savik – übertrumpft. Und auch nur weil Jero so versiert als Jäger war, hatte Elena zugesagt, ihn im Wald zu treffen.
Letzten Monat hatte man den alten Bowen gefunden, gar nicht weit von hier. Gerissen und fast bis zur Unkenntlichkeit aufgefressen. Man hatte ihn anhand des gravierten Waidmesser identifiziert, das der alte Fischer immer bei sich getragen hatte. Wölfe, meinten die einen. Ein Monster, unkten die anderen. Beides, prophezeite der Dorfälteste unheilvoll.
Aber Jero hatte Elena mit süßen Worten versprochen, dass ihnen nichts passieren würde. Und wenn sie endlich aufhörte, wie ein junges Reh zu scheuen, dann könnte sie es auch endlich genießen, sich von dem Burschen küssen zu lassen, der sie früher immer an den Haaren gezogen und sie 'Dickerchen' genannt hatte.
Sie fuhr mit ihrer Zunge über ihre Unterlippe, schluckte ihre Spucke herunter und schob ihr Gesicht Jero entgegen, ganz genau so, wie sie es mit Gerti Zuhause geübt hatte. Sie hielt ihre Augen noch so lange offen, bis sie endlich seine warmen, erlösenden Lippen auf ihren spüren konnte. Zuerst war er ganz sanft, dann härter und schließlich drängte sich seine Zunge gegen ihre Zähne. Elena, der das Blut in den Ohren rauschte und der Kopf drehte aufgrund dieser neuen Erfahrungen und Empfindungen, brauchte einen Moment um Jeros stummer Bitte nachzukommen und ihren Mund weiter für ihn zu öffnen. Gerade, als seine Zunge ihre ertastete, ging ein heftiger Ruck durch sie. Jero hatte sich von ihr gelöst und gab einen sanften, kehligen Laut von sich.
Elena – immer noch mit geschlossenen Augen und Ohrensausen – dachte zuerst, das es an dem Kuss lag, der so viele ihrer Sinne beanspruchte. Aber als seine stechenden Bartstoppel nicht mehr an ihre erhitzten Wangen zurückkehrten und seine Lippen ihre nicht weiter eroberten, wurde sie unruhig.
Sie hatte Angst.
Würde er nun mit einem feisten Grienen vor ihr stehen und ihr verkünden, wie dumm sie war? Was ihr überhaupt einfiele, ihn so abzuknutschen? Ob sie wirklich gedacht hatte, dass er sie mochte, geschweige denn liebte? Sie, das Pummelchen von Heddel?
Das kleine Mädchen, das so oft gehänselt worden war, fürchtete sich sehr davor. Aber die junge Frau in ihr wollte die Wahrheit erfahren. Also schob sie langsam, aber endgültig ihre Lider nach oben.
Und erstarrte, als sie in Jeros leblosen Augen blickten; aus seinem Mundwinkel bahnt sich ein dünnes, blutiges Rinnsal seinen Weg von den rot geküssten Lippen zu seinem Kinn. Gebannt verfolgte Elena den Blutstropfen, der sich langsam löste, hinunterfiel und auf etwas traf, das Elena an eine Klaue erinnerte. Eine Klaue aus kurzen, dicken Ästen, moosbewachsen. Und blutverschmiert, da sich die spitzen Zweige durch den Bauch des Mannes vor ihr gebohrt hatten. Elena, die sich nun in einen schlimmen, äußerst wirren Albtraum gefangen wähnte, hob den Blick um über Jeros Gestalt hinauszuschauen. Dort starrte sie das augenlose Gesicht eines Totenschädels an.
Elena versuchte zu schreien – aber ihr Laut verlor sich, als das Monster mit seiner anderen Klaue nach ihr schlug.

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Anerya 05. Mar 2018

Hallo Kaepsele,

Tolle Geschichte! Wenn man die Welt von the Witcher kennt, kann man sich richtig hinein versetzten. Du hast gute, ausgereifte Charaktere, eine gute Storyline und einen sehr angenehmen Schreibstil.

An einem muss ich aber herum kritteln: ich mochte den vorherigen Titel wesentlich mehr, der klang geheimnisvoller und passte irgendwie mehr zum Fandom.

Gruß Anerya

Kaepsele 08. Mar 2018
N'Abend ^^ Ha, freut mich ja immer wieder, wenn ich einen Moderator von der vielen Arbeit hier auf der Seite für einen kurzen Moment mit meinen Geschichten ablenken kann ;D Und es freut mich unglaublich, dass du so viel Positives zu sagen hast, denn du führst genau die Elemente an, auf die ich persönlich auch besonderen Wert lege. Vielen lieben Dank dafür! Was den geänderten Titel angeht – nun, da möchte ich dir nicht unbedingt widersprechen. 'Vicissitude' hatte ich nicht umsonst als erstes ausgesucht. Allerdings habe ich den Verdacht, dass sich viele nichts darunter vorstellen konnten und der englisch Begriff zu schwer war, da er einfach nicht umgangssprachlich ist (ich bin auch mehr aus Zufall drüber gestolpert und kannte ihn vorher auch nicht). Deswegen habe ich ihn in etwas Zugänglicheres geändert. Zwar sollte der Titel immer auch die Seele des Textes widerspiegeln – aber er muss eben auch den Spagat schaffen und möglichst viele ansprechen. Ich hoffe diese Erklärung hilft und dass du die Gründe für meine Entscheidung nun besser nachvollziehen kannst. Also: vielen lieben Dank für deine Worte – das war sehr nett und bereitet sowohl gute Laune, als auch Nachdenklichkeit! Grüßchen, kaepsele