Last sundown

vor 5 Tagen
Ville und Chris verlieren sich aus den Augen, dabei fühlt sich Ville immer mehr zu seinem Gitarristen hingezogen. Sie touren zusammen, bis Villes Krankheit Überhand nimmt und er erneut in die Klinik muss. Monate später erreicht ihn aus Peru eine völlig unerwartete, erschreckende Nachricht von Chris... Dies ist die Fortsetzung von "L..
HIM Drama P18-M+M Tragödie/Leid In Arbeit

Back in your arms

Glasgow, Schottland

Sichtlich übermüdet verließ Ville den weitläufigen, völlig überfüllten wie auch lauten Flughafen in Glasgow. Er fühlte sich wie erschlagen, und ziemlich zittrig auf den Beinen, da er in den letzten 24 Stunden weder geschlafen noch etwas gegessen hatte. Und doch machte sich tief in seinem Inneren ein leises Gefühl der Hoffnung breit. Die Tour lag vor ihnen, und er würde genug Zeit haben, um sich von Chris abzulenken.
Dennoch. Ein fahler, fast schon bitterer Nachgeschmack blieb. Denn nun wusste er, dass er Chris so gut wie verloren hatte und auch, dass er sich in ihm wie auch seinen Gefühlen getäuscht hatte.
Draußen steckte sich der dunkelhaarige Musiker eine Zigarette an, schulterte sein weniges Gepäck, dann hielt er auf den Vorplatz zu um sich ein Taxi zu rufen, als auf einmal jemand hinter ihm seinen Namen rief und Ville verwundert den Kopf umwandte.
„Ville… hey…“
Völlig verdutzt blickte er in Lindes blaue Augen, dann huschte ein sichtlich verlegenes Lächeln über seine müden Züge. „Linde! Ich dachte ihr wärt auf dem Weg nach Edinburgh?“
Der blonde Mann kicherte nun ebenfalls und rieb sich das Kinn, auch er wirkte schüchtern und unsicher, obwohl er kaum eine Sekunde lang den Blick von seinem Frontmann nehmen konnte.
„Das dachte ich eigentlich auch… aber als du anriefst… ich… bin einfach zurück gefahren.“
Ville schüttelte rauchend wie auch lachend den Kopf, „Linde,“ sagte er mit seiner tiefen Stimme und in seinem so typischen Dialekt, den er nie ganz hatte ablegen können, „Du bist einfach nur verrückt. Uhh… was ist gehen wir was trinken?“
„Sicher!“
Beide liefen nebeneinander über den weitläufigen Vorplatz, dann folgten sie dem Strom aus Menschen, der sich jedoch mehr und mehr in der Nacht verlor, bis sie nahe dem Kneipenviertel zum stehen kamen und sich zunächst noch verstohlen wie auch deutlich unsicher ansahen. Bis Linde plötzlich die Hand nach ihm ausstreckte und ihn zärtlich am Kinn und dann an der Wange berührte. Ville holte keuchend Luft. Er konnte gar nicht sagen, wie sehr er sich nach Linde und dessen Berührungen gesehnt hatte. Wieder streifte ihn dieser vertraute wie auch vielsagende Blick.
„Was ist?“
Der Ältere seufzte ebenfalls auf. „Ich bin einfach nur froh, dass du hier bist, Vil, das ist alles. Wir sind allein… und…“
Der Fronter kicherte, während er an seiner Kippe zog. Der Wind fuhr ihm durch die offenen, gelockten Haare und blies sie ihm immer wieder in die grünen, leicht zusammen gekniffenen Augen, während er zu Linde aufsah, der ein wenig größer war wie er.
„Ja das sind wir wohl. Und was hast du jetzt vor, Linde Lindström?“
„Dein Blick verrät dich, Vil.“
„Ach ja?“
Linde prustete los, „Ja verdammt. Und deine Augen. Ich weiß was in dir vorgeht.“
„Bist du denn… abgeneigt?“, fragte Ville auf einmal zaghaft, ehe er seine Zigarette auf dem grauen Asphalt austrat.
Lindes Augen wurden groß. „Himmel, Ville! Du weißt, wie sehr ich dich begehre. Denkst du allen ernstes, dass ich den ganzen Weg hier her kommen würde, wenn es mir nicht wichtig wäre oder mit dir allein sein wollte? Hör mir zu, Ville, bitte. Ich wollte wissen wie es dir geht, ich will bei dir sein und mir ist es gleich was zwischen euch gelaufen ist oder ob du ihm noch nachtrauerst. Ich will einfach für dich da sein.“
Ville ergriff so impulsiv seine Hand, dass er selbst ein wenig zusammen fuhr, dann trafen sich erneut ihre Blicke und er spürte wie sein Herz zu rasen begann. Alles in ihm schien mit einem Mal heftig zu pochen und sich nur noch nach Linde zu sehnen. Zärtlich tastete er nach seiner warmen, vertrauten Handinnenfläche, ehe er den Gitarristen näher an sich zog um ihn gierig zu küssen. Ihre Lippen trafen sich zu einem innigen, heißen Tanz, sodass beide Männer auf keuchten und sich enger aneinander schmiegten, bis Linde ihm beide Arme um die Schultern legte, ehe er kurz sein Gesicht und seinen Nacken streichelte.
Lange Minuten verharrten sie beieinander, erst dann lösten sie sich wieder voneinander. Ville grinste und kramte erneut nach seinen Kippen, bis ihm Linde sein Päckchen reichte und nach seiner Hand griff.
Ville fühlte sich auf einmal wie beflügelt, er bekam vor lauter Aufregung kaum Luft und sah immer wieder verstohlen zu ihm hinüber. „Ich bin froh, dass du gekommen bist. Das mit Chris… es ist vorbei. Es tut mir leid, dass du zurück stecken musstest und dir die ganze Zeit über nicht sicher sein konntest. Ich habe mich in ihm getäuscht.“
„Das gehört dazu, mm? Ich meine, wie hättest du es auch vorher wissen sollen?“ Linde klang so ruhig wie immer, nur seine Augen verrieten seinen inneren Aufruhr und auch seine Gefühle, die er für Ville noch immer hegte.
Der Fronter presste erneut die Lippen aufeinander. „Es war dir gegenüber nicht fair.“
„Hör auf damit und vergiss es einfach.“
Beide blieben vor einer kleinen irischen Kneipe stehen, es war dunkel und windig geworden, Ville tastete erneut nach ihm, seiner Nähe und Wärme, ehe er an seiner Kippe zog. Der Feuerschein erhellte kurz sein Gesicht und seine grünen, fragenden Augen.
„Ich bin mir verdammt sicher, Vil. Und du bist es im Grunde auch. Du brauchtest halt nur etwas länger um es zu erkennen, mm? Ich…“, er holte neben ihm hörbar Luft, „Kenne dich länger als du glaubst, mein lieber Ville und ich weiß wie du tickst, wie du denkst und fühlst. Glaub mir, ich kenne dich wirklich. Und ich verstehe dich und das was du tust.“
Gerührt sah der andere ihn an. „Uhh Linde… Mein ganzes Leben schon habe ich mich so hin und her gerissen gefühlt, aber jetzt… ja ich glaube, dass es jetzt damit vorbei sein könnte.“
Linde kicherte neben ihm, ehe er ihm die Tür aufhielt. „Das wird es! Lass uns einfach einen schönen Abend zusammen haben, und morgen einen grandiosen Gig. Du und ich, Ville. Ich verspreche dir, dass jetzt alles besser werden wird. Alles.“ Er grinste wieder.
Ville nickte im vorbeigehen, zugleich schüttelte er aber auch wieder den Kopf, während leichte Falten auf seiner Stirn zu sehen waren. Mit unruhigen Bewegungen strich er sich die dunklen Haare zurück. In der Kneipe war es nicht sehr voll, sodass sie sich zwei Plätze nahe der kleinen Theke suchten und sich jeder ein Bier bestellten. Linde wirkte entspannt und los gelöst, er witzelte und dann legte er ihm plötzlich in aller Öffentlichkeit und zum ersten Mal den Arm um die schmalen Hüften. Zuerst war Ville sichtlich irritiert und wollte sich schon wieder von ihm lösen, als er jedoch merkte, dass es niemand der anderen in der Kneipe sonderlich interessierte und es sich zudem verdammt gut anfühlte, entspannte auch er sich und griff nach seinem Bierglas. Linde zwinkerte ihm zu, „Auf uns!“, rief er ihm auf Finnisch zu, „Und unsere Tour.“
Ville blinzelte, er rauchte schon wieder, ehe er wortlos das Bier hinunter kippte und kurz den Blick von ihm abwandte, da Linde seine unbändige Angst nicht sehen sollte.

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Talvenlaulu 09. Aug 2018

Hallihallo Sweetheart!<3 Uh Ville! Dem Herz gehts ja gar nicht gut! (in jeder Hinsicht!) Linde, der Arme, leidet so mit...Du beschreibst alles sehr,sehr gut! Die Ernsthaftigkeit der Krankheit kommt ziemlich gut rüber! Das ist Klasse! Ja, und die Tour ist an dem Punkt wirklich völlig egal! Jetzt muss Vil das nur auch so sehen...nur dafür wird wohl die "Fremdbestimmung" unausweichlich werden...Ich danke dir sooo von Herzen! <3 Ich klopfe schon ganz ungeduldig an der Tür der nächsten Kapitel. hihi ;) <3 Kiitos! :)

Talvenlaulu 31. Jul 2018

Mooiii Süße! <3 :) Uhh voi, Villes Zusammenbruch...es war allderdings ja fast absehbar. Der Fronter ist ja trotz seines Zustandes in völliger Abwehrhaltung...die erneute Aussicht auf radikale Fremdbestimmung würde mir auch gegen den Strich gehen...Lindes Selbstvorwürfe sind total verständlich, er liebt ihn einfach. Das Burton dass alles etwas anders sieht und glaubt weitermachen würde Vil helfen, kann ich verstehen, doch er sieht die heftige Gefahr wohl einfach nicht. Kann mir supergut vorstellen, dass diese Diskussion wirklich so stattfinden könnte. And again, I have to thank you so, sooo much! <3 :)

TheWind 01. Aug 2018
huhu Sweetheart :-) Ich versuche einfach irgendwie immer alle möglichen Blickwinkel hinzubekommen und real erscheinen zu lassen. I try my best :-) kisses
Talvenlaulu 01. Aug 2018
Ich kann immer sofort in alle Sichtweisen eintauchen und alles total mitfühlen! :) Es ist völlig realistisch und du hast ein supergutes Händchen dafür! Es gelingt dir einfach wirklich,wirklich seehhhhr gut!!!! Hugs and kisses <3 :)
Talvenlaulu 28. Jul 2018

Juhu Sweety, jaja der Alkohol ;) Süß, wie Linde sich "anschließend" Sorgen macht, dass er zu wild gewesen sein könnte. Ui, offene Worte am nächsten Morgen, Lindes Standpunkt ist völlig nachvollziehbar...aber Villes auch...Janne setzt Lilly ja schon etwas unter Druck...Mhm, ob der Fronter wirklich etwas ißt? Du schreibst sehr gefühlvoll und klar! Freu mich soo auf die nächsten Kapitel :) Kiitos,makeus!<3 <3 <3