You‘re an angel not asking who I am

20.09.18 08:10
Samu erblickt wundervolle grünbraune Augen. Wird es das Schicksal gut mit ihm meinen und sie wieder sehen...
Sunrise Avenue Drama P18 Romanze Beendet
Inhaltsverzeichnis

Kapitel 5

*Karina*

Noch schlimmer kann es nicht mehr werden, hoffentlich wird der fremde Mann, welchen ich jetzt peinlich berührt ansehe, nicht wütend. Also stammle ich schnell „Es tut mir leid, ich habe sie gar nicht gesehen, war wohl zu schnell unterwegs. Hoffentlich habe ich ihnen nicht wehgetan.“

Der Typ grinst mich mit einem sympathischen Lächeln an „Kein Problem ich halte so einiges aus. Ich hatte es selber sehr eilig und wenn dann eine hübsche Frau einem in die Arme fällt, das passiert nicht alle Tage.“

Ich werde rot vor Verlegenheit, Gott sei Dank ist es dunkel und er kann es nicht sehen. Erleichtert dass dieser Mann es mit Humor nimmt, verabschiede ich mich von ihm „Nochmals vielen Danke fürs Auffangen. Ich wünsche ihnen eine gute Nacht.“

Dann laufe ich auch schon los, er ruft mir noch hinterher „War mir ein Vergnügen, ihnen auch eine Gute Nacht.“

Das ist nochmals gut gegangen und das alles weil meine Freundin mich einfach hat sitzen lassen. Ich habe sowieso mehr männliche Freunde als Freundinnen. Eine beste Freundin wie die meisten es haben, gibt es bei mir nicht. Ich komme besser mit Männern klar, die Zicken nicht so rum und lassen einem nicht sitzen. Nur mit dem richtigen Mann hat es leider noch nicht geklappt, grösstenteils sehen sie in mir nur eine Kollegin und nicht mehr. Mein letzter Freund war ein kompletter Reinfall, das habe ich aber leider erst nach 5 Jahren herausgefunden.

Endlich komme ich bei meinem Wohnblock an, im zweiten Stock liegt meine kleine, aber feine 3 Zimmer Wohnung. Halb durchgefroren steige ich die Treppen hoch, mit vor Kälte zitternden Fingern schliesse ich auf. Todmüde mache ich mich Bettfertig, kuschle mich in die weiche Decke und träume bald von zwei strahlenden blauen Augen. Am Morgen erwache ich, als es draussen schon lange hell ist. Langsam schlurfe ich in die Küche, öffne den Kühlschrank um festzustellen, dass ich heute noch einkaufen gehen sollte. Für ein Frühstück reicht es aber zum Glück noch.

Also mache ich mich frisch gestärkt und umgezogen auf den Weg, zum nächsten Supermarkt. Es ist ein sonniger Samstagnachmittag, ein Tag zum genissen. Von der Sonne lasse ich mir das Gesicht wärmen, das tut gut, frische Energie tanken. Nach einer Viertelstunde erreiche ich den Laden, schnappe mir beim Eingang ein Körbchen und schlendere zwischen den Regalen durch. Meine Laune ist trotz gestern Abend sehr gut, aber bei diesem Pracht Wetter kann man fast nicht anders. Irgendwie fühle ich mich beobachtet, das sind wohl noch Nachwirkungen, von heute Nacht.

So jetzt brauch ich nur noch meine Lieblings Corn Flakes, aber da wo sie sonst stehen sind sie nicht mehr. Na toll, sie haben sie ganz zu Oberst ins Regal gestellt. In solchen Situationen wünsche ich mir, etwas grösser zu sein. Auf Zehenspitzen versuche ich nach der Verpackung zu greifen, aber die ganze Mühe ist vergebens. Plötzlich schiebt sich ein Arm in mein Blickfeld, holt die Packung runter und überreicht sie mir. Während ich mich umdrehe sage ich „Oh vielen Danke, das ist sehr lieb von ihnen.“

Das erste was ich jetzt sehe, ist eine breite Männerbrust. Ein angenehmer Duft steigt mir in die Nase, wie kann man nur so gut riechen. Mein Blick wandert nach oben, ich glaube mich trifft der Schlag, als ich in zwei blaue Augen sehe. Das kann nicht sein, vor mir steht wirklich Samu Haber höchst persönlich und grinst mich mit einem Lächeln an, das Eisberge zum Schmelzen bringen würde. Ich muss ein paar Mal blinzeln, um zu sehen, ob ich wirklich nicht träume. Aber er steht immer noch vor mir und sagt auf Deutsch „Bitte gern geschehen.“

Wie er das R rollt, ich sollte endlich aufhören ihn anzustarren und etwas sagen. Aber mein Gehirn ist leer, dafür steigt mein Puls in Höhen, welche sicher nicht mehr gesund sein können. Na toll jetzt stehe ich einmal vor Samu und bringe kein Wort raus, sonst bin auch nicht auf den Mund gefallen. Meine Wangen fühlen sich an als ob sie glühen würden, was mir sehr peinlich ist. Ich muss leuchten wie eine rote Tomate. So jetzt sollte ich langsam etwas sagen, sonst wird es noch peinlicher. Also stammle ich, was mir gerade in den Sinn kommt „Nochmals danke, ich muss an die Kasse um zu zahlen.“

Super, was Besseres ist mir nicht eingefallen und dazu habe ich deutsch statt englisch gesprochen. Dank meiner Aussage sollte ich jetzt auch zur Kasse gehen, am liebsten würde ich aber noch hier bei ihm bleiben. Nachdem ich ein kurzes „Tschüss“, gemurmelt habe, gehe ich Richtung Kasse. Was wird er jetzt wohl von mir denken, sicher nichts Gutes. Aber wahrscheinlich wird er diese Begegnung sowieso gleich wieder vergessen haben, wieso sollte er sich um mich überhaupt Gedanken machen. Meine Einkäufe sind in einer Papiertüte verstaut, als ich hinter mir an der Kasse wieder diese tiefe Stimme vernehme. Ich drehe mich um und werfe wie soll es anders sein, meinen ganzen Einkauf zu Boden.

Natürlich muss er es bemerken, wo ist das Loch in das ich mich verkriechen kann. Noch peinlicher geht es wohl gar nicht, aber ich irre mich. Er kommt zu mir, hilft die rausgefallenen Sachen einzusammeln, zu denen auch Hygieneartikel für Frauen gehören. Er reicht mir diese grinsend, mein Gesicht ist jetzt sicher leuchtend rot. Dabei berühren sich unsere Finger und er zieht seine Hand schnell zurück. Na toll ich muss wohl statisch geladen sein, oder wieso schaut er mich jetzt so komisch an. Nach einem „Thank you.“, verlasse ich fast fluchtartig den Supermarkt.

Den ganzen Nachhauseweg, geht mir diese absurde, unrealistische Situation durch den Kopf. War das wirklich gerade passiert, er war so nett und ich das pure Gegenteil. In meiner Wohnung verstaue ich meinen Einkauf, was mir gleich wieder die Röte ins Gesicht treibt. Danach schlüpfe ich in bequeme Klamotten, das heisst ein richtiger Schlabberlook. Ich schalte den Radio ein, ausser Sunrise Avenue höre ich natürlich auch andere Bands gerne. Mein angeschlossener IPod ist deshalb auf Shuffle gestellt, dass ich nicht nur die Finnen höre.

Ich sehe auf dem Tisch ein paar Münzen rum liegen, welche ich schon lange in meine Brieftasche tun wollte, aber von alleine gehen sie nicht da rein. In meiner Tasche werde ich nicht fündig, Hose auch nicht. Ich kann meine Brieftasche einfach nicht finden, das letzte Mal hatte ich sie im Supermarkt in den Händen. Das kann nicht wahr sein, ich habe sie verloren. Jetzt muss ich nochmals dahin, hoffentlich liegt sie noch dort, oder jemand hat sie abgegeben, sonst muss ich alle Karten sperren lassen. Kaum habe ich dieses Gedanken zu Ende Gedacht, klingelt es an der Tür. Wer das sein könnte, Besuch erwarte ich keinen, vielleicht der Postbote, aber es ist Samstagnachmittag. Es bleibt mir nichts anderes übrig als nachzusehen.

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Inged 18. Jul 2018

Hallo! Was für eine berührende Story!!! Ich mag deinen Schreibstil und freu mich riesig auf das nächste Kapitel. Bin gespannt wie es mit den zwei weitergeht. Lg Inged

Swissflower 18. Jul 2018
Hallo Vielen Dank. Freut mich sehr, dass dir meine Story gefällt. LG Swissflower
01. Jul 2018

Hi erst mal!
Du schreibst sooo gut, so dass man Kopfkino bekommt! ;)
Ich bin eigentlich nicht an Samu und so interessiert, aber Deine Schreibweise fasziniert mich trotzdem um so mehr! Wäre schön, wenn Du auch mal bei mir vorbeischauen könntest! ;)

Schöne Ferien noch!

LG Mimi_BTS

Swissflower 01. Jul 2018
Hallo Freut mich sehr, dass dir meine Schreibweise gefällt. :-) Dir auch schöne Ferien LG Sunrise82
chenupet 09. Jun 2018

Du schreibst sehr gut, kann mir alles genau vorstellen.
Freue mich auf weitere Kapitel.
Schönes Wochenende. :)
LG Chenupet

Swissflower 09. Jun 2018
Vielen Dank. Das freut mich sehr, das es so rüberkommt, dass du es dir vorstellen kannst. Wünsche dir auch ein schönes Wochenende:-) LG Swissflower