You‘re an angel not asking who I am

20.09.18 08:10
Samu erblickt wundervolle grünbraune Augen. Wird es das Schicksal gut mit ihm meinen und sie wieder sehen...
Sunrise Avenue Drama P18 Romanze Beendet
Inhaltsverzeichnis

Kapitel 89

*Samu*

Die letzte Tourwoche fliegt nur so vorbei und wir sitzen bereits im Flieger Richtung Heimat. Ich bin an solchen Tagen immer ein wenig deprimiert, dieses Mal ist es noch schlimmer, der Abschied von Karina kommt dazu. Die Jungs versuchen ihr Bestes um mich abzulenken und auf andere Gedanken zu bringen, was ihnen teilweise gelingt. Am Flughafen angekommen beginnt die grosse Verabschiedung, wir sehen uns ja bald wieder. In einer Woche ist mein Geburtstag, die meisten von ihnen werden kommen.

Nun sitze ich alleine in meinem leeren Haus, das halte ich nicht mehr aus. Da mein Kühlschrank leer ist entscheide ich mich dazu einkaufen zu gehen. Was leider nicht allzu viel Zeit in Anspruch nimmt. Deshalb mache ich einen spontanen Besuch bei meiner Mutter, sie hat mich bereits erwartet, der Kuchen steht bereit. Wir plaudern über die Tour und sie erzählt mir was hier so los war. Am Abend fahre ich wieder zu mir nach Hause. Jetzt liege ich in meinem Bett und kann nicht einschlafen. Erstens weil mein Engel nicht hier ist und zweitens bin ich noch von der Tour gewohnt, dass immer jemand um mich rum ist.

Die Ruhe ist schon schön, aber am Anfang gewöhnungsbedürftig. Nach langem hin und her Wälzen schlafe ich in den frühen Morgenstunden ein. In den kommenden Tagen versuche ich mich zu beschäftigen, es müssen sowieso noch Vorbereitungen für mein Fest gemacht werden. Es ist schneller Freitag als mir lieb ist, die Feier mache ich bei mir zu Hause. Raul, Riku, Sami und Osmo schlafen diese Nacht bei mir. Sie haben mir versprochen, beim Aufräumen am nächsten Tag zu helfen. Alleine wäre das zu viel bis mein Engel kommt und ich möchte sie nicht in einem Saustall begrüssen.

Da es relativ schönes Wetter ist, werden wir im Garten grillen. Meine Mutter und die Jungs kommen etwas früher, um mir zu helfen alles herzurichten. Es wird viel gelacht und die ersten Bierflaschen werden geöffnet. Langsam trudeln immer mehr Gäste ein. Ich liebe es einfach meine Lieben um mich zu haben, es fehlt nur noch eine Person, dann wäre es perfekt. Aber ich kann ja dann das ganze Wochenende mit ihr verbringen. Ich stehe am Grill und beobachte lächelnd das rege Treiben. Musik kommt aus den Boxen, es wird getanzt, geredet und gelacht.

Kurz vor Mitternacht bekomme ich ein volles Glas in die Hand gedrückt, daraufhin wird der Countdown gezählt und es ertönt Happy Birthday aus allen Ecken. Ich kann es nicht fassen schon wieder ein Jahr älter. Das letzte ist aber das wundervollste, welches ich bis jetzt erlebt habe. Karina ist in mein Leben getreten und um nichts in der Welt würde ich sie wieder hergeben. Ich werde aus meinen Gedanken gerissen, als mir die ersten gratulieren. Jetzt wird die Torte angeschnitten, welche sehr lecker ist.

Um etwa zwei Uhr verabschieden sich die Gäste einer nach dem anderen. Erledigt falle ich in mein Bett und schlafe direkt ein. Vor ein paar Jahren hätte ich die Nacht durchgemacht, aber ich werde halt auch älter. Dafür erwache ich am nächsten Morgen relativ ausgeruht und fit. In weiser Voraussicht habe ich mich mit dem Alkohol zurück gehalten. Wollte nicht mit einem riesen Kater den Tag verbringen. So schlau wie ich waren wohl nicht alle, Sami und Osmo sehen sehr mitgenommen aus. Nach einem leckeren Frühstuck, mache ich mich mit den Jungs ans Aufräumen.

Um es ein wenig erträglicher zu machen läuft der Radio im Hintergrund, das macht gleich viel mehr Spass. Tänzelnd, zumindest die welchen keinen Kater haben, räumen wir auf. Nach kurzer Zeit sieht mein Haus wieder ansehnlich aus, geschafft lassen wir uns auf das Sofa fallen. Dankbar sage ich „Vielen Dank Jungs für eure Hilfe, ihr habt was gut bei mir.“

Sie winken ab „Schon gut, kein Problem.“

Es kommen die Nachrichten im Radio, ich höre mit einem Ohr zu. Mir stockt der Atem das kann nicht sein, ich muss mich verhört haben. Hastig mit pochendem Herzen stehe ich auf und hole mein Tablet. Die Jungs sehen mich fragend an, ich kann ihnen aber gerade keine Antwort geben. Ich hoffe dass ich mich verhört habe, heute ist das Internet wieder langsam, was mich fluchen lässt. Riku kommt näher zu mir „Was ist los Samu?“

Eine Antwort bekommt er nicht von mir, muss mich selber erst vom Gehörten überzeugen. Endlich gebe ich mit zitternden Händen den Suchbegriff ein. Nein das darf nicht wahr sein, das Tablet gleitet aus meinen Händen, fällt auf den Boden und unzählige Risse bilden sich auf dem Display. Genauso viele Risse sind jetzt in meinem Herz, welches in Gefühlt Tausende Stücke zu zerreissen droht. Mein Kopf weigert sich die eben gelesenen Informationen zu akzeptieren. Die Jungs reden jetzt besorgt auf mich ein, aber ihre Worte dringen nicht wirklich zu mir durch.

Wie ferngesteuert laufe ich zu meinem Handy und wähle die Nummer des Flughafen Berlins. Nach dem zweiten Klingeln hebt eine freundliche Dame ab „Guten Tag. Flughafen Berlin, wie kann ich ihnen helfen?“

Ich brauche einen Augenblick, bis ich mit zittriger Stimme in Englisch spreche „Ich habe soeben erfahren, dass der Flug LX 13413 ins Meer abgestürzt ist. Alle Passagiere sind ums Leben gekommen, aber sie können die Maschine nicht bergen, weil sie zu tief gesunken ist. Meine Freundin Karina Weber wollte diesen Flug nehmen, ist sie….war sie an Bord dieser Maschine?“

Diese Worte verlassen ohne mein Zutun meinen Mund, als müsste ich das soeben erfahren nochmals für mich wiederholen. Die Dame am anderen Ende atmet tief durch „Normalerweise geben wir keine Auskünfte über unsere Fluggäste, aber in diesem Fall machen wir eine Ausnahme.“

Es wird ruhig in der Leitung, zu hören ist nur das Getippe auf einer Tastatur. Mein Herz schlägt mir bis zum Hals, ich erschrecke regelrecht, als sich die Dame wieder meldet „Frau Weber hat auf diesen Flug eingecheckt. Wir hatten Technische Probleme und das Boarding wurde von Hand vorgenommen. Die Liste wurde eingescannt, ich habe sie gleich vor mir. Es tut mir leid, aber jeder der Passagiere wurde mit einem Häkchen gekennzeichnet, das bedeutet ihre Freundin war auch in dieser Maschine. Mein herzlichstes Beileid.“

Ohne ein weiteres Wort zu sagen, drücke ich den roten Hörer. Meine Beine geben nach und ich sinke zu Boden, wo ich mein Gesicht in meine Hände verberge. Die ersten Tränen bahnen sich ihren Weg und ihnen folgen noch viele weitere. Mein ganzer Körper fängt an zu zittern, an der Stell wo vorher mein Herz geschlagen hat, befindet sich ein gefühlt riesiges Loch. Mehr als „Nein…nein…nein…“, verlässt meine Lippen nicht. Ich spüre wie sich Arme unter mich schieben und mich hochheben. Nun liege ich zusammengekauert auf dem Sofa, mein Körper wird immer wieder von Schluchzern geschüttelt.

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Inged 18. Jul 2018

Hallo! Was für eine berührende Story!!! Ich mag deinen Schreibstil und freu mich riesig auf das nächste Kapitel. Bin gespannt wie es mit den zwei weitergeht. Lg Inged

Swissflower 18. Jul 2018
Hallo Vielen Dank. Freut mich sehr, dass dir meine Story gefällt. LG Swissflower
01. Jul 2018

Hi erst mal!
Du schreibst sooo gut, so dass man Kopfkino bekommt! ;)
Ich bin eigentlich nicht an Samu und so interessiert, aber Deine Schreibweise fasziniert mich trotzdem um so mehr! Wäre schön, wenn Du auch mal bei mir vorbeischauen könntest! ;)

Schöne Ferien noch!

LG Mimi_BTS

Swissflower 01. Jul 2018
Hallo Freut mich sehr, dass dir meine Schreibweise gefällt. :-) Dir auch schöne Ferien LG Sunrise82
chenupet 09. Jun 2018

Du schreibst sehr gut, kann mir alles genau vorstellen.
Freue mich auf weitere Kapitel.
Schönes Wochenende. :)
LG Chenupet

Swissflower 09. Jun 2018
Vielen Dank. Das freut mich sehr, das es so rüberkommt, dass du es dir vorstellen kannst. Wünsche dir auch ein schönes Wochenende:-) LG Swissflower