Darling, you look happier

vor 4 Mon.
Der etwas mysteriöse Stan fasziniert Sophia sofort, während sie eigentlich nur unterwegs nach Hause ist, da ihre Mutter vor kurzem gestorben ist und sie ihrer Familie beistehen möchte. --- Der Zufall ignoriert die Unwahrscheinlichkeit eines erneuten Treffens der Beiden und so findet Sophia heraus, wer Stan wirklich ist. --- Wohin das noch fü..
Captain America: The Winter Soldier Romanze P18 Drama In Arbeit
Bemerkung des Authors: Hallo Leute, die Idee zu dieser Story kam mir komplett spontan und sie ist auch noch nicht ganz ausgereift, aber ich dachte, ich lade sie trotzdem schonmal hoch. Bis jetzt habe ich wirklich sehr viel Spaß am Schreiben und ich hoffe, ihr habt auch ein Bisschen Spaß beim Lesen. --- Natürlich gehören alle vorkommenden Charaktere ausschließlich sich selbst. Ich verdiene hiermit kein Geld und lediglich die Idee zur Storyline ist von mir. Auch vorkommende Songtexte habe ich nicht selbst verfasst (schön wär's...). Die Kapitel werden wahrscheinlich alle aus der Sicht von Sophia (OC) verfasst sein. --- So... mehr gibt's eigentlich erstmal nicht zu sagen. Also viel Spaß beim Lesen! Und lasst mir doch einfach eure Gedanken zu den Kapiteln da. Ich würde mich drüber freuen. --- Wir lesen voneinander, eure Anja

I'm coming home

Darling, you look happier


I'm coming home

Mit sehr gemischten Gefühlen reihe ich mich zum Boarding ein. Schon bald wird mich der Flieger, der gerade noch mit dem Gepäck der Passagiere beladen wird, hoffentlich sicher über den Atlantik zurück nach Deutschland bringen. Schon bald werde ich für das erste Mal seit einigen Jahren wieder zuhause sein. Und zum ersten Mal wird es sich nicht nach meinem Zuhause anfühlen. Aber ich muss dort hin. Ich kann meinen Vater unmöglich jetzt allein lassen.
Schon seit über einem Jahr will ich eigentlich schon zurückkommen, aber das ist alles nicht so einfach. Schließlich bin ich nicht einfach aus Lust und Laune nach New York gegangen. Wäre es nach mir gegangen, wäre ich immer noch in Europa, aber die Firma, für die ich arbeite, ist auf mich als Vertreter in Amerika angewiesen. Der Vorteil daran ist, dass ich in den letzten Jahren mehr als genug verdient habe und mir nun auch die nächsten drei Wochen überhaupt keine Sorgen um Geld machen brauche. Der Nachteil ist, dass ich all meine Freunde in den verschiedensten europäischen Ländern zurücklassen musste und versuchen musste, mich an einen Lebensstil anzupassen, der meinem eigenen fremder nicht sein könnte.
Ich werde an der Schulter angerempelt. Ein kurzes „Sorry“ von dem Typen hinter mir, der dabei noch nicht einmal unter seiner tief ins Gesicht gezogenen Baseballmütze hervor schaut, holt mich aus meinen Gedanken zurück. Vor mir hat sich eine kleine Lücke gebildet, welche ich schnell schließe. Ich habe mir der Bequemlichkeit halber einen Platz in der gehobenen Klasse für den Überseeflug reserviert. Nun stehe ich hier zwischen vielen Anzugträgern mit wichtig aussehenden Aktenkoffern in der Hand, während ich eine bequeme dunkle Jeans und einen dünnen Kapuzenpullover trage. Es ist zwar August, aber im Flieger ist mir schon immer viel zu schnell kalt geworden.
Möglichst unauffällig schaue ich kurz noch einmal zu meinem Hintermann. Er sticht genau wie ich aus der Schlange heraus. Sein Basecap ist nicht das Einzige. Er trägt lässig sitzende Bluejeans und dazu ein Shirt, welches nicht zu eng, aber auch nicht zu weit ist. Gerade richtig eben. Statt teuren Anzugschuhen trägt er, wie ich selbst auch, äußert bequeme Halbschuhe, die schon fast als Laufschuhe bezeichnet werden können. Statt einem Aktenkoffer hat er ähnlich wie ich einen Rucksack lässig über einer Schulter hängen. Sein Gesicht kann ich nicht erkennen, nur dass er dunkle längere Haare hat, welche unter der Mütze hervorschauen, und einen ebenso dunklen Vollbart trägt.
Schnell drehe ich mich wieder um, ehe er bemerkt, dass ich ihn gemustert habe. Doch innerlich freut es mich ein Bisschen, dass ich nicht die Einzige in der First Class sein werde, die „underdressed“ wirken könnte.
Fast wäre ich schon wieder zu weit in meinen Gedanken abgedriftet, doch dieses Mal braucht mich niemand anzurempeln. Ich bekomme selbst mit, dass ich nun an der Reihe bin, meinen Boarding Pass scannen zu lassen und dann über die Gateway zum Flugzeug zu gehen.
Die Schritte von all den Menschen, die vor und hinter mir laufen hallen laut und sehr metallisch wieder und ich kann nicht verhindern, dass mein Gehirn sich ganz automatisch akustische Verbesserungsmaßnahmen überlegt, obwohl das kompletter Schwachsinn ist. Hier braucht man keine angenehme Akustik. Es ist nur ein kurzer Gang, der noch dazu beweglich sein muss, was selbst wenn man wöllte, die Möglichkeiten stark eingrenzt.
Eigentlich sollte es mich nicht wundern. Ich habe jetzt zwar drei Wochen frei, aber das bedeutet nicht, dass mein Gehirn sofort alles, was mit der Arbeit zu tun hat wegsperrt. Ich schmunzle leicht, schüttle dann den Kopf und beeile mich in den Flieger zu kommen und meinen Platz einzunehmen.
In der First Class sitzt jeder einzeln auf Sitzen, die man so stark verstellen kann, dass sie quasi zu Liegestühlen werden, was praktisch ist, schließlich ist dies ein Nachtflug und viele werden schlafen wollen. Mein Sitz ist an der linken Wand und ich kann aus dem Fenster gut das Flughafengelände überschauen. Ich seufze und verstaue meinen Rucksack erst einmal über meinem Kopf, behalte nur mein Handy und meine Kopfhörer bei mir. Mehr werde ich eh nicht brauchen. Mein Rucksack ist so voll, dass er kaum ist das Fach passt. Es ist anstrengend das Gepäckstück in das Fach hineinzudrücken, denn ich muss mich dazu auf Zehenspitzen stellen, da ich nicht mit einer besonders hohen Körpergröße gesegnet bin.
Geschafft nehme ich meine Arme herunter und schaue kritisch auf meinen Rucksack, der noch immer nicht ganz verstaut ist. Meine Waden und Arme tun weh. Warum musste ich so viel einpacken? Ach ja! Weil ich mir die hundert Euro für ein weiteres Gepäckstück dann doch sparen wollte, wenn es nicht unbedingt nötig ist. Das hab ich jetzt davon. Ich seufze und strecke mich erneut, um meine Mission zu beenden. Ich schaue gar nicht hin, weiß ja wo ich den Rucksack hinschieben muss, und plötzlich rutscht er auf seinen vorgeschriebenen Platz. So plötzlich, dass ich fast nach vorn gefallen wäre, hätte ich mich nicht mit den Händen über meinem Kopf festgehalten, und hätte nicht eine weitere starke Hand meine Schulter zurückgezogen. Verwirrt schaue ich mich um.
Einen extrem kurzen Moment lang schaue ich in die Augen meines Gegenübers, dann hat er den Kopf schon wieder so weit gesenkt, dass ich nur noch sein Basecap anschaue, und geht schweigend zu seinem Platz, der schräg hinter meinem auf der anderen Seite ist, setzt sich hin und schaut demonstrativ aus dem Fenster.
Was sollte das denn? Erst nett sein und mir helfen und dann mich einfach ignorieren?
„Thank you“, sage ich mehr oder minder laut in seine Richtung. Er nickt, hat mich scheinbar verstanden, doch mehr Reaktion bekomme ich nicht.
Na gut, dann halt nicht. Ich lasse mich ebenfalls auf meinen Platz fallen und nehme mein Handy zur Hand, um nach einem Album zu suchen, welches ich zum Einschlafen hören kann, wenn der Flieger einmal in der Luft ist. Lange brauche ich nicht dafür. Noch bevor alle anderen Passagiere ihre Plätze eingenommen haben, ist meine Wahl auf das neue Ed Sheeran-Album „Divide“ gefallen. Eine alte sehr gute Freundin hat es mir direkt nach seiner Erscheinung empfohlen, doch bisher hatte ich einfach noch nie die Zeit es mir anzuhören. Wenn ich mir neue Musik anhöre, dann brauche ich dafür nämlich Ruhe und Zeit, um mich unter anderem auch mit den Texten und eventuellen Geschichten zu den Songs beschäftigen zu können.
Ich höre nicht einfach so irgendwelche Musik. Zu bestimmten Situationen brauche ich immer die passenden Songs. Es gibt nicht viel, was ich, wenn ich allein zuhause bin, tue ohne dabei Musik zu hören. Und jedes Mal suche ich mir Musik heraus, die zu meiner aktuellen Stimmung und Beschäftigung passt.
Normal höre ich auch gerne mal was lauteres Rockiges, aber jetzt ist mir Ed Sheeran gerade recht. Seine bisherige Musik war immer eine angenehme Mischung aus Akustikgitarre und leichten modernen Elektroelementen und ich glaube nicht, dass sich daran allzu viel geändert hat. Perfekt, um erst ein Bisschen in den Klängen zu versinken und dann irgendwann hoffentlich auch dabei einzuschlafen.
Ich schaue mich um und muss feststellen, dass die Leute noch weit davon entfernt sind, alle auf ihrem Platz zu sein und ihr Handgepäck verstaut zu haben, damit es irgendwann los gehen kann. Ich schaue auf die Uhr. Noch ist auch noch eine Viertelstunde bis zum geplanten Abflug Zeit.
Kurz streift mein Blick den komischen Mann mit dem Basecap. Er schaut auch gerade zu mir, schaut dann jedoch demonstrativ zurück auf sein Handy. Kurz muss ich schmunzeln, ehe auch ich zurück auf mein Handy schaue, mir die Kopfhörer aufsetze und schon mal das Album starte, bis die Sicherheitseinweisung beginnt.
Sofort erklingen die ersten rhythmischen Akustikgitarrenklänge, was mich zufrieden lächeln und die Augen für einen Moment schließen lässt. Vergessen habe ich im Moment die Tatsache, warum ich mich überhaupt erst auf den Weg in meine Heimat begebe.

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