Lebensretter

vor 4 Mon.
Fanfiction zu den Büchern der Biss- Reihe von Stephanie Meyer. In dem Buch geht es um ein ganz normales deutsches Mädchen, Anika, das durch einen dummen Zufall mit dem Tracker James und seiner Gefährtin Victoria zusammen stößt. In diesem Moment trifft sie auch Jakob und das Wolfsrudel. Zwischen den beiden besteht von Beginn an eine gan..
Bis(s) Romanze P16 Mystery In Arbeit
Inhaltsverzeichnis

Kapitel 19 Juli 2012 Anika

Als ich aufwachte, stand Sina schon schwanzwedelnd vor meinem Bett.

Sie wollte raus.

Seufzend schlug ich meine Bettdecke zurück und machte mich langsam und relativ unmotiviert auf den Weg ins Badezimmer.

Obwohl es erst 10 Uhr morgens war, hatten wir bereits eine Temperatur von 23 Grad.

Nachdem ich meine Zähne geputzt und meine Haare gekämmt hatte, schlüpfte ich in meine Jeansshort und suche mir ein geblümtes Top mit Spagettiträgern aus dem Schrank.

Unten auf dem Flur schlüpfte ich in meine schwarzen Sneaker um endlich mit dem Hund raus zugehen.

Momentan war ich jeden morgen allein Zuhause, es waren schließlich Sommerferien.

Dann machten wir uns auf den Weg zum Wald, dort war es schattig und wir waren nicht der prallen Sonne ausgesetzt.

Alles in allem war es wirklich ein wunderschöner Morgen.

Mittlerweile blühten alle Blumen, der Wald erstrahlte in verschiedenen grüntönen und einige Sonnenstrahlen erkämpften sich den Weg durch die dichten Blätter.

Überall hörte man Insekten brummen und die verschiedenen Vogelarten zwitschern.

Für einen Moment blieb ich stehen und schloss die Augen um diesen Moment in mich aufzunehmen.

Doch schon nach wenigen Sekunden schienen die Geräusche immer leiser zu werden, als ob sie sich von mir entfernten.

Verwirrt öffnete ich die Augen und wurde zuerst von dem hellen Licht geblendet.

Als meine Augen sich erneut an die Helligkeit gewöhnt hatten, erkannte ich eine Gestalt am anderen Ende des Weges.

Sofort begann meine Herz schneller zu pochen.

Es war ein Mann. Ein dunkelhäutiger Mann.

Mehr konnte ich auf diese Distanz nicht erkennen.

Wieder drangen ein paar Sonnenstrahlen durch das dichte Blätterdach.

Die Haut des Mannes schien zu glitzern.

Und dann fiel endlich der Groschen.

Es war der dritte. Der dritte Vampir. Laurent.

Und niemand war hier.

Wirklich niemand. Alle waren in Amerika. Das hatte Alice mir erzählt.

Sie hatten es bestimmt gewusst. An den farbigen mit den langen Rasterlocken hatte niemand mehr gedacht.

Jetzt konnte er mich ungestört umbringen.

Auch wenn ich wusste, dass es vermutlich nicht all zu viel bringen würde,bei mir setzte der Fluchtinstinkt ein.

Ich drehte mich um und wollte in die andere Richtung davon laufen, aber der Vampir stand schon direkt vor mir.

Sein Blick aus seinen blutroten Augen ließ mir das Blut in den Adern gefrieren.

„Buh!"hauchte er. Dabei stand er so nah bei mir, dass ich seinem Atem riechen und im Gesicht spüren konnte.

Als ich zusammen zuckte begann er schallend zu Lachen.

„Hallo. Hat das kleine Mädchen etwa Angst vor mir?" säuselte er in mein Ohr.

Ich sagte nichts und wäre vermutlich auch nicht in der Lage gewesen auch nur einen Ton herauszubringen.

„Du riechst wirklich so gut, wie sie erzählt haben." Seine Nase war nur noch wenige Zentimeter von meinem Hals und meinen Haaren entfernt.

Sina hatte sich zwischen meinen Beinen verkrochen.

Wir zitterten beide wie Ästenlaub und sie knurrte die ganze Zeit vor sich hin.

„Och wie süß. Jetzt können weder dein kleiner, noch dein großer Hund dich noch beschützen." Er grinste, wobei er seine Vampirzähne entblößte.

Seine eiskltate Hand legte sich um meinen Hals.

Er drückte mich gegen den Baum, der hinter mir stand.

„Es freut mich sehr, dass nun ich derjenige bin, der sich von dir nährt.

Eigentlich hatte ich versprochen, dich nicht anzurühren. James hat mir ausdrücklich klar gemacht, dass du ihm gehörst. Aber ich fürchte,ich kann nicht widerstehen.."

Er beugte sich weiter vor, die dunklen Adern unter seinen Augen traten hervor, seine Pupillen weiteten sich und seine Augen schienen sich zum Teil rot zu färben.

Das war es wohl, was Alice versucht hatte vor mir zu verbergen.

Und sie war meiner Halsschlagader nie so nah gekommen.

Das wars.

Meine letzten Sekunden hatten geschlagen.

Wenn selbst meine Freundin meinem Blut kaum widerstehen konnte, warum sollte er sich dann noch länger mit mir befassen.

Ich hatte aufgegeben.

Zum ersten Mal seit meiner ersten Begegnung mit übernatürlichen Wesen hatte ich mit meinem Leben abgeschlossen.

Ich hoffte er würde zumindest Sina in Ruhe lassen.

Dann schloss ich die Augen.

Er war mir mittlerweile so nah, dass sein kalter Atem auf der Haut meines Halses eine Gänsehaut verursachte.

Doch er schien in seiner Bewegung zu verharren.

Ich öffnete die Augen, um mich zu vergewissern, dass ich überhaupt noch lebte.

Seine Hand lag nach wie vor auf meiner Kehle, doch er hatte den Kopf von mir abgewandt.

Sein Blick war auf die dicht aneinander stehenden Bäume gerichtet.

Sein Gesicht hatte wieder die menschlichen Züge angenommen, doch sein Gesichtsausdruck wirkte panisch.

Nach wie vor hatte er seine Hand an meiner Kehle und starrte einfach nur ins Leere.

Dann blickte er wieder mich an und schien tatsächlich zu überlegen, ober mich loslassen sollte.

Jetzt erkannte auch ich, weshalb er mir noch nicht den Hals aufgeschlitzt hatte.

Ein riesiger rostbrauner Wolf tauchte plötzlich zwischen den Bäumen auf.

Es war Jakob. Mein Herz setzte für einen Schlag aus.

Ich hatte neue Hoffnung geschöpft, diesen Tag eventuell doch noch zu überleben.

Jakob rannte auf uns zu.

Laurent begann schallend zu Lachen: „Du bist alleine! Lass es lieber, sonst seit ihr beide Tod."

Jakob regierte gar nicht darauf.

Doch jetzt wo er näher kam, realisierte auch ich, dass er ganz alleine war und ziemlich geschwächt aussah. Er war deutlich dünner als im Januar.

Sein Fell wirkte struppig und stumpf.

Der riesige Wolf hatte uns fast erreicht. Der Vampir blickte blitzschnell immer wieder zwischen mir und Jakob hin und her.

Er schien mit seiner Entscheidung zu ringen.

Endlich .Jakob hatte uns erreicht. Unser Blick traf sich nur kurz, aber dieser Moment reichte aus, dass ich aus meiner Schockstarre zu reißen.

Ich versuchte mich Laurent's Griff zu entziehen.

Im gleichen Moment stürzte sich Jakob zähnefletschend und Knurren auf den Vampir.

Dieser ließ mich los um sich verteidigen zu können.

Ich war frei.

Sina lief zum Waldrand und brachte sich in Sicherheit, aber ich war unfähig ihr zu folgen.

Das Bild, welches sich mir bot ließ mich augenblicklich in Tränen ausbrechen.

Jakob hatte sich vor mich gestellt, womit er versuchte Laurent von mir fernzuhalten.

Doch dieser dachte gar nicht daran kampflos aufzugeben.

Er sprang auf Jakob zu, doch dieser war darauf vorbereitet gewesen.

Er stellte sich rechtzeitig auf die Hinterläufe, wodurch er doppelt so groß war wie der Vampir und fing diesen im Sprung ab.

Doch der Vampir schaffte es seine Arme um den riesigen Wolfskörper zulegen, während Jakob versuchte ihn zu Boden zu drücken.

Lauurent drückte zu und ich konnte Jakobs Rippen brechen hören.

Er jaulte laut auf.

Ich wollte Schreien, brachte aber keinen Ton heraus. Ich konnte nichts tun.

Ich konnte ihm nicht helfen.

Mit weit aufgerissenen Augen und geöffnetem Mund wurde ich von heftigen Schluchzern geschüttelt.

Noch nie zu vor in meinem Leben war ich mir so hilflos und nutzlos vorgekommen, noch nie hatte ich eine solche Angst gehabt.

Jakob aber schaffte es, sich aus dem eisernen Griff des Blutsaugers zu befreien.

Wieder stellte er sich direkt vor mich und ließ Laurent nicht aus den Augen.

Seine Hinterläufe zitterten vor Anspannung, oder vor Schmerzen. Das konnte ich nicht genau sagen.

Sein Brustkorb hebte und senkte sich unregelmäßig.

Das Atmen schien ihm schwer zu fallen.

Trotzdem war er voll konzentriert.

Laurent setzte schon zum nächsten Angriff an und rannte auf uns zu.

Jakob sprang ihm bereits entgegen und bekam ihn am Arm zu fassen.

Er kämpfte gut. Sogar seht gut. Aber langsam schienen ihn seine Kräfte zu verlassen.

Ich war mittlerweile so verzweifelt, dass ich hyperventilierte.

Laurent packte ihn wie einen Welpen im Nacken und schleuderte ihn mit voller Wucht gegen einen Baum, der eigne Meter neben mir stand.

Jetzt verließ ein Schrei meine Kehle: „Jakob!"

Von nun an liefen die Bilder vor meinen Augen nur noch in Zeitlupe ab.

Jakob prallte an dem Baum ab und fiel mit einem lauten stöhnen zu Boden.

Für eine Sekunde lag er völlig regungslos und mit geschlossenen Augen auf der Erde.

Doch dann zuckte er, schien aber noch nicht wieder ganz bei sich zu sein.

Aber er lebte!

Ich wollte zu ihm rennen, doch nun stand der dunkelhäutige Vampir direkt neben Jakobs reglosem Körper und blickte lächelnd auf ihn herab.

„Armes,armes Hündchen." säuselte er.

Dann richtete er seine Aufmerksamkeit wieder auf mich.

„Jetzt kann dich niemand mehr retten." sagte er siegessicher und ging auf mich zu. Ich wich vor ihm zurück.

Jetzt würde ich doch noch sterben.

Gerade als ich mich damit abgefunden hatte, nahm ich eine Bewegung auf der anderen Seite, hinter Laurent wahr.

Lautlos und schnell wie ein Blitz kam Alice auf uns zu gerannt.

Erst 50 Meter bevor sie uns errichte hatte, bemerkte Laurent ihre Anwesenheit und drehte sich zu ihr um.

„Jakob jetzt!" schrie sie, während sie unbeirrt weiter lief.

Mein Blick wanderte zu Jake. Sichtlich mit Mühe rappelte er sich auf. Aber er schaffte es, ohne dass Laurent es bemerkte.

Mit einem kraftvollen Sprung stützte er sich erneut auf den blutrünstigen Vampir und riss ihn mit sich zu Boden.

Doch dabei bekam der Vampir Jakobs linken Vorderlauf zu fassen und zertrümmerte seine Schulter mit der bloßen Hand.

Jakob heulte schmerzerfüllt auf und fiel erneut zu Boden.

Gerade als der Vampir sich wieder aufrichten wollte, verbiss Jakob in seinem Arm um ihn festzuhalten.

Zeitgleich sprang Alice von hinten auf die Schultern des farbigen Vampirs ,während dieser noch damit beschäftigt war, den Wolf von sich wegzuschleudern, drehte Alice mit voller Kraft seinen Kopf, bis dieser abriss.

Sie hielt den Kopf in den Händen, während sein lebloser Körper zu Boden fiel.

Ich war voll und ganz damit beschäftigt die Umgebung mit den Augen nach Jakob abzusuchen.

Mittlerweile waren auch die restlichen Vampire und Wölfe am Ort des Geschehens eingetroffen.

Ich fand Jakob schwer atmend auf dem Boden liegend.

Sofort rannte ich zu ihm und fiel schluchzend vor ihm auf die Knie.

Sein Blick fand den meinen und ließ ihn nicht mehr los.

Ich wusste nicht was ich tun sollte.

Und selbst wenn, ich wäre unfähig gewesen ihm zu helfen.

Ich wollte die Hand nach ihm ausstrecken um ihn zu berühren, zog sie aber sofort wieder zurück weil ich Angst vor seiner Reaktion hatte. Es stand schließlich unter starken Schmerzen und auch völlig neben sich.

Jakob bewegte sich und jaulte auf, doch dieses Jaulen ging in einen Schmerzensschrei über.

Nun lag Jakob in seiner menschlichen Gestalt vor mir. Nackt. Aber da er halb auf der Seite lag, war nichts zu sehen was nicht für meine Augen bestimmt war.

„Jake.."flüsterte ich, wobei meine Stimme von meinen Tränen erstickt wurde.

So bald er sich von den Schmerzen erholt hatte, die die Verwandlung ihm bereitet hatte, sah er mir wieder direkt in die Augen.

Dann streckte er mit Mühe seinen noch gesund aussehenden Arm nach mir aus.

Er biss die Zähne zusammen, trotzdem stöhnte er leise.

Sofort streckte ich im meine Hand entgegen.

Mit zittrigen Fingern ergriff er sie und hielt sie fest.

Ich presste mir meine freie Hand vor die Lippen um meine Schluchzer zu ersticken.

„Es ist alles gut." presste er mühsam hervor. Ein gequältes Lächeln huschte über seine Lippen.

Ich schüttelte nur den Kopf.

Plötzlich waren wir von dem Rest des Rudels umringt. Eine kalte Hand lag auf meiner Schulter. Ich wusste ohne mich umzudrehen, dass es Alice Hand war.

Jakob schien nun sie anzusehen, ließ meine Hand aber nicht los.

„Danke."sagte er aufrichtig.

„Das war doch selbstverständlich." ertönte ihre helle Stimme hinter mir.

„Jakob, kannst du aufstehen?" wollte Sam wissen.

„Ja."

Sam streckte ihm die Hand hin, aber um sie zu ergreifen musste er meine loslassen.

Er zögerte.

Alice fasste mich nun an beiden Schultern.

„Komm, die kümmern sich um ihn."

Ich ließ, immer noch weinend , seine Hand los und ließ es zu, dass Alice mich einige Meter von ihm weg führte.

Sobald ich ihm den Rücken zugedreht hatte, hörte ich Jakobs unterdrückten Schmerzensschrei, als Sam ihm auf die Beine half.

Ich hatte bei diesem Geräusch das Gefühl, dass der Boden unter meinen Füßen wegbricht. Ich glaube ich stand kurz vor einem Nervenzusammenbruch.

„Komm her." Alice zog mich in ihre Arme.

Indem Moment war ich einfach nur dankbar für den Trost, den sie mir spendete.

Ich dachte erst hinterher darüber nach, welche Anstrengung es für sie kostete mich so lange und so fest zu Umarmen. Allerdings ließ sie sich nichts anmerken.

„Anika." Er klang mittlerweile wieder etwas mehr wie er selbst.

Er stand einige Meter von uns entfernt an einen Baum gelehnt und machte jetzt Anstalten sich auf uns zu zu bewegen.

Ich wusste nicht wie, aber sie hatten es geschafft ihn anzuziehen, sodass er nun in einer seiner Shorts vor mir stand.

Sofort löste ich mich von Alice und lief auf ihn zu. Doch dann blieb ich stehen. Ich traute mich nicht ihn zu berühren. Wer weiß, was er sich alles gebrochen hatte.

Doch er blickte mich erwartungsvoll an und breitete seinen gesunden Arm aus.

„Ich will dir nicht weh tun." flüsterte ich.

Er atmete schwer und schien nicht lange ohne jegliche Hilfe stehen zu können.

„Komm her." erwiderte er nur. Und machte einen Schritt auf mich zu.

Das ließ ich mir nicht zwei Mal sagen.

Vorsichtig ging ich auf ihn zu.

Sofort legte er seinen Arm um mich und zog sich fest an sich.

Auch ich legte meine Arme um seinen Oberkörper, wobei er laut aufstöhnte.

Ich wollte mich daraufhin von ihm lösen, aber er lockerte seinen Griff nicht.

Im Gegenteil, er lehnte sich gegen mich, sodass ein Teil seines Gewichts auf mir lastete.

Er konnte sich kaum alleine auf den Beinen halten.

„Es tut mir so leid." hauchte er in mein Ohr.

„Dir tut es leid? Es ist alles meine Schuld..." Wieder wurde ich von einer Weiteren Tränenflut übermannt."

„Nein." unterbrach er mich und entfernte sein Gesicht so weit von mir, dass er mir in die Augen sehen könnte.

„Ich hätte dich gar nicht erst alleine lassen dürfen. Ich hätte eher hier sein müssen. Wäre Alice nicht gewesen dann.." Er war unfähig den Satz zu Ende zu sprechen. Auch seine Augen füllten sich mit Tränen.

Sofort schlang ich beide Arme wieder um seinen Hals. Er vergrub das Gesicht in meinen Haaren.

Er durfte nicht weinen. Ich hatte ihn noch nie weinen sehen.

Und er schien auch nicht der Typ zu sein, der regelmäßig weinte.

Aber seine Reaktion zeigte mir auch, wie viel ich ihm bedeuten musste.

Es berührte mich.

Nach einiger Zeit schien sein Körper zu schwanken.

Ich löste mich halb aus der Umarmung, sodass er nur noch seinen Arm um meine Schultern gelegt hatte, um sich abzustützen.

In diesem Moment kam Carlisle auf uns zu.

„Jakob. Ich muss mir deinen Arm und deine Schulter ansehen."

Jakob schien zu überlegen

Er nickte: „Ja, aber nicht hier. Ich muss nach Hause."

Carlisle war einverstanden.

„Sam hat bereits deinen Vater benachrichtigt, er kommt mit dem Wagen zum Waldrand um dich abzuholen."

Jakob schien erleichtert.

Sam kam auf uns zu. „Komm, wir gehen zum Auto"

Sam stellte sich hinter mich, um Jakob zu stützen.

„Es geht schon." beharrte Jakob doch ich hatte schon einen Schritt zur Seite gemacht um Sam Platz zu machen.

Aber Jakob ließ mich nicht los. Ehrlich gesagt wollte ich nicht, dass er mich losließ. Aber es musste sein.

Alice trat neben mich.

„Komm bitte mit." flehte Jakob mich an.

Er brauchte seine Ruhe und keine hysterische unter Schock stehende kleine Freundin.

Aber ich war zu egoistisch. Ich brauchte seine Nähe. Und seiner Bitte konnte ich sowieso nicht widerstehen.

Ich nickte nur und ging, gemeinsam mit Alice und Carlisle hinter Sam und Jakob her.

Sina trottete mit einigem Sicherheitsabstand hinter uns her.

Billy wartete schon auf uns.

Sam half Jakob hinten auf die Rückbank. Wieder stöhnte er auf vor Schmerzen.

Es zerbrach mir jedes Mal das Herz. Ich dachte, ich hätte keine Tränen mehr, aber jetzt rann wieder eine nach der andren stumm über meine Wange.

Billy sah erfreut und besorgt zugleich aus.

„Jakob."sagte er voller Angst und Erleichterung.

„Es geht mir gut Dad." seufzte Jakob, der den Kopf in den Nacken gelegt und die Augen geschlossen hatte.

Er klopfte mit der Hand auf den Sitz neben sich und sah mich an.

Ich stieg neben ihm ins Auto und nahm den Hund vor die Füße.

„Hallo."sagte ich mit zitternder Stimme.

„Hallo Anika. Schön dich wieder zu sehen." er lächelte mich an während Sam vorne auf den Beifaersitz platz nahm.

Billy fuhr los und Jakob griff nach meiner Hand.

Ich war dankbar dafür, dass er für mich da war, obwohl es ihm selbst so schlecht ging.

Er hielt die Augen während der gesamten Fahrt geschlossen.

Auch Sam schien zu schlafen.

Ich hingegen stand nach wie vor unter Schock. Ich zitterte und mir war eiskalt.

Das einzige, was mich ein wenig beruhigte war Jakobs Hand.

„Gib dir nicht die Schuld an dem Ganzen." brach Billy das Schweigen.

„Ich bin aber Schuld an allem." sagte ich leise.

„Nein, du bist ungewollt involviert worden, genau wie Jakob und alle andren.

Du kannst nichts dafür." seine Stimme war ruhig und freundlich.

„Ich habe sein Leben zerstört." flüsterte ich.

„Nein. Ganz und gar nicht. Du hast seinem Leben wieder einen Sinn gegeben.

Seit seiner ersten Verwandlung hat er die ganze Welt gehasst.

Er hat sich selbst gehasst. Seit dem er dich kennt, hat sich sein Leben verändert.

Er strahlt, sobald er von dir redet. Du machst ihn glücklich."

„Er macht mich auch glücklich. Er ist der einzige, bei dem ich mich sicher fühle." gab ich zu.

„Ich weiß, dass es nicht immer leicht mit ihm ist. Aber du bedeutest ihm unheimlich viel.

Bitte verletze ihn nicht. Er musste schon so viel durchmachen in seinem Leben. In dir hat er endlich eine Freundin gefunden, der er sich anvertraut und die er liebt." Seine Stimme war gesenkt und voller Emotionen.

„Ich werde ihn nicht verletzen. Das könnte ich gar nicht." Wiederfüllten sich meine Augen mit Tränen und ich blickte zu Jakob hinüber.

Billy schien mit meiner Antwort zufrieden zu sein.

„Wenn du willst, kannst du ein paar Tage bei uns bleiben." bot er mir an.

„Das würde ich gerne, aber ich weiß nicht, was ich meiner Mutter erzählen soll." entgegnete ich.

„Da fällt uns schon was ein." erwiderte Billy.

Damit war unser Gespräch beendet.

Mit meiner freien Hand griff ich nach meinem Handy.

„Alice,ich beliebe wahrscheinlich die nächsten Tage bei Jakob.

Mach dir keine Sorgen und danke für alles."

Ich schickte ihr die Nachricht und ließ mein Handy wieder in meiner Hosentasche verschwinden.

Einige Minuten später bemerkte ich, wie wir uns dem Haus von Jakob näherten.

„Billy wie.." setzte ich an.

„Keine Sorge." fiel er mir ins Wort und fuhr in die Hauseinfahrt und schaltete den Motor aus.

Sam und Jakob schliefen immer noch.

„Pass auf. Er wird dich vermutlich anknurren, aber mit dieser Angewohnheit hast du bestimmt schon Bekanntschaft gemacht."

Ich nickte.

„Mach es ganz langsam und sprich ihn an, sobald er reagiert."

Ich tat, was er sagte.

Vorsichtig bewegte ich meine Hand. Seine Lieder flatterten und tatsächlich knurrte er, aber nur sehr leise.

„Jakob. Wir sind da."

Nur eine Sekunde später schlug er die Augen auf.

„Es tut mir Leid." sage er verschlafen und griff vorsichtig nach meiner Hand.

„Alles gut." Ich lächelte vorsichtig.

Plötzlich stand Carlisle nur einige Meter vor dem Wagen entfernt.

Sofort wachte Sam knurrend und bebend auf.

„Sam reg dich ab." versuchte Jakob ihn zu beschwichtigen.

Sam atmete einmal tief durch, dann hatte er sich wieder im Griff. Er stieg aus und holte Billys Rollstuhl, der vor dem Haus stand.

„Wie geht es dir?" fragte mich Jakob, als wir allein im Auto saßen.

„Alles gut. Sagte ich, doch die Tränen in meinen Augen verrieten ihm die Wahrheit.

„Hey.."setzte er an. Doch dann riss Sam die Autotür auf.

„Komm, aufstehen. Der Doc wartet schon." Auch Sam sah sehr mitgenommen aus.

Ohne ein weiteres Wort half er Jakob aus dem Auto.

Ich folgte ihnen.

Jakob, Sam und Carlisle gingen ins Haus, doch Billy hielt mich davon ab, ihnen zu folgen.

„Wir warten hier." verkündete er. Seine Worte ließen keine Widerrede zu, also setzte ich mich auf die Stufe vor dem Hauseingang und starrte ins Leere.

Nur wenige Augenblicke waren Jakobs Schmerzensschreie zu hören.

Ich zuckte zusammen. Panisch blickte ich zu Billy hinüber.

Er saß stocksteif in seinem Rollstuhl uns starrte ebenfalls ins Leere.

Die Schreie hörten nicht auf. Und ich konnte nicht verhindern, dass ich schon wieder anfing zu weinen.

Ein weiteres Auto fuhr in die Einfahrt. Es war Alice.

Sie hatte eine große Tasche bei sich. Ohne auch nur ein Wort zu sagen setzte sie sich neben mich und legte ihren Arm um meine Schultern.

Auch sie blickte Billy vorsichtig an. Sein Blick lag auf ihr.

„Danke, dass du ihm geholfen hast." sagte Billy mit kalter Stimme.

Alice nickte nur. Sie wollte keinen Ärger machen und wusste genau, dass sie hier eigentlich nicht erwünscht war.

Das Ganze kam mir vor wie eine Ewigkeit, aber es konnten nur wenige Minuten vergangen sein.

Dann verstummten die Schreie.

„Pass auf, hier sind deine Sachen drin. Es müsste alles sein, was du für die nächsten Tage so brauchst." erklärte sie.

Ich schaute sie ungläubig an.

„Ich habe deiner Mutter gesagt, dass wir beide mit Sina Campen gehen und du in ein paar Tagen wieder nach Hause kommst." fügte sie hinzu.

„Und das hat sie dir geglaubt?"

„Ja ,ich habe eben meinen Scham spielen lassen. Und sie mag mich, schon vergessen? Aber du sollst sie heute unbedingt noch anrufen."beendete Alice ihre ihre Erklärung und lächelte mich an.

Ich umarmte sie kurz.

„Alice du bist die Beste! Danke! Aber noch weiß ich nicht, ob ich überhaupt bleiben soll.." fügte ich kleinlaut hinzu.

Sam und Carlisle verließen das Haus.

Der Vampir reichte Billy die Hand: „Es geht ihm den Umständen entsprechend gut. In einer Woche wird vermutlich alles verheilt sein."

Billy ergriff seine Hand, nickte aber nur.

„Anika, er will dich sehen." Sam deutete mit dem Kopf in Richtung Haustür.

Dann wandte er sich an Billy: „Braucht ihr mich noch?"

„Nein Sam. Danke, aber jetzt geh nach Hause und ruh dich aus."

Sam legte Billy die Hand auf die Schulter und blickte mich aufmunternd an.

Dann joggte er in Richtung Wald.

Auch Carlisle und Alice verabschiedeten sich kurz, stiegen in den Wagen und fuhren davon.

Zögerlich ging ich ins Haus, Billy folgte mir.

„Er ist in seinem Zimmer." teilte er mit mit.

Ich schluckte und ging in Richtung Zimmertür.

Sina schlich hinter mir her. Sie wich mir nicht mehr von der Seite

Vorsichtig klopfte ich an, bevor ich langsam die Klinke herunter drückte.

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chenupet 15. Apr 2019

Oh je .... dachte Jacob entspannt sich und hat sich besser im Griff... so schade . :(

chenupet 13. Mar 2019

OMG .... heftig .....

chenupet 12. Feb 2019

Oh je ..... einen Schritt vor und anderthalb Schritte zurück ....

Spannung pur .....

Wünsche Dir eine schöne Restwoche :)

Akina 17. Feb 2019
So ist es leider.. Dir auch :)