Lebensretter

vor 3 Mon.
Fanfiction zu den Büchern der Biss- Reihe von Stephanie Meyer. In dem Buch geht es um ein ganz normales deutsches Mädchen, Anika, das durch einen dummen Zufall mit dem Tracker James und seiner Gefährtin Victoria zusammen stößt. In diesem Moment trifft sie auch Jakob und das Wolfsrudel. Zwischen den beiden besteht von Beginn an eine gan..
Bis(s) Romanze P16 Mystery In Arbeit
Inhaltsverzeichnis

Kapitel 26 Juli 2012 Anika

Mittlerweile hatte ich es geschafft meine Schockstarre abzulegen.

Die kalte Dusche hatte mir dabei geholfen, meine Gedanken zu ordnen.

Jetzt stand ich in meinen Schlafsachen vor dem Spiegel war ich einfach nurnoch wütend.

Und enttäuscht von seinem Verhalten.

Meine Aggressionen konnte ich immerhin rauslassen, indem ich versuchte meine verknoteten, nassen Haare zu kämmen.

Er hatte sich ohne Rücksicht auf mich betrunken.

Er hatte mich einfach stehen lassen. Mal wieder.

Und er hatte mal wieder vollkommen die Kontrolle verloren.

Klar, Paul hatte ihn provoziert.

Aber er hatte sich nur all zu leicht provozieren lassen.

Der Rest und die genauen Umstände spielten für mich keine Rolle.

Es war vermutlich schon Mitten in der Nacht.

Ich konnte es nicht länger herauszögern. Ich musste ins Bett gehen. Alleine.

Schnell huschte ich durch die dunkle Wohnküche in Jakobs Zimmer und schaltete das Licht ein.

Und da lag er. Über das gesamte Bett ausgebreitet und alle Gliedmaßen von sich gestreckt.

Er trug nur eine dieser Werwolf-Hosen. Sonst nichts.

Ich ließ meinen Blick über seinen Körper gleiten.

Abgesehen von einigen Kratzern war er unverletzt.

Seine Atemzüge waren langsam, tief und gleichmäßig und seine Augen geschlossen.

Sein Zustand wirkte fast schon komatös.

Und was sollte ich jetzt machen?

So wie er da lag war in dem Bett kein Platz mehr für mich.

Für einen Moment dachte ich darüber nach, mich auf das Sofa ins Wohnzimmer zu legen.

Aber das sah ich ehrlich gesagt nicht ein.

Immer noch wütend und wild entschlossen ging ich auf das Bett zu.

Was für einen Sinn hätte diese Freundschaft, wenn ich solche Angst vor ihm hätte.

Oder eher, wenn ich Angst vor ihm haben musste.

Wir hatten es die letzten Nächte geschafft in einem Bett zu schlafen, also konnten wir das auch heute.

Ich griff nach seinem Arm, der meine Seite des Bettes versperrte und wollte ihn auf seinen Oberkörper legen, damit ich mich neben ihn legen konnte.

Doch sobald ich sein Handgelenk umfasst hatte, bäumte sich sein Körper auf.

Er saß kerzengerade im Bett.

Das Geräusch welches ihm entfuhr, war nicht das gewöhnliche, verschlafene Knurren.

Nein. Es ähnelte eher einem Brüllen. Seine Augen waren für eine Sekunde weit aufgerissen und funkelten mich animalisch an. Er war bereit zu Kämpfen. Und er war bereit zum Töten. Er war gefährlich, auch für mich.

Ich taumelte zurück.

So hatte ich ihn noch nie gesehen. Jetzt hatte ich Angst. Und zwar vor ihm.

Dann schloss er seine Augen wieder, doch sein Körper bebte so stark, als ob er sich jeden Moment verwandeln würde.

Ich drehte mich um, rannte aus dem Zimmer und knallte die Tür hinter mir zu.

Falls er vorher noch nicht richtig wach war, jetzt war er es mit Sicherheit.

Aber das war mir in diesem Moment so was von egal.

Ich wusste nicht wo ich hin sollte. Nach draußen?

Das war alleine und mitten in der Nacht vermutlich keine gute Idee.

Aber zurück zu ihm? Auf keinen Fall.

So leise wie möglich verkroch ich mich auf dem Sofa und kauerte mich zusammen.

Ehrlich gesagt wunderte es mich, dass er mir noch nicht nachgelaufen war.

War er wirklich so betrunken, dass er das eben nicht wirklich mitbekommen hatte?

Kaum lag ich, hörte ich ein weiteres Brüllen.

Er war wohl doch wach.

Und ziemlich wütend.

Auf mich oder auf sich selbst konnte ich in diesem Moment nicht einschätzen.

Wahrscheinlich hatte er sich inzwischen wieder verwandelt und lief jetzt als reisengroßer betrunkener Wolf im Haus herum.

Der Gedanke beunruhigte mich noch mehr. In diesem Zustand war er unberechenbar.

Das hatte ich heute schon mehr als einmal gesehen.

Vermutlich hatte er bei der Verwandlung sein halbes Zimmer auseinander genommen.

Es war so klein, dass er sich als Wolf nicht einmal darin drehen konnte.

Dann war es für eine Weile ganz still. Ich hörte nichts mehr.

Doch irgendwann hörte ich das leise Quietschen von seiner Zimmertür.

Schwere Schritte kamen auf mich zu.

Dann stand er schwer atmend direkt neben dem Sofa und bemühte sich, sein Gleichgewicht nicht zu verlieren.

„Anika.."setzte er an.

Ich reagierte nicht.

„Anika,bitte.." flehte er.

„Lass mich in Ruhe!" unterbrach ich ihn und drehte mich auf die andere Seite, sodass ich ihn nicht sehen musste.

„Das kann ich nicht." flüsterte er und kniete sich neben das Sofa.

So war es bestimmt einfacher für ihn. So konnte er nicht mehr hin undher schwanken und seinen alkoholisierten Zustand besser vor mir verbergen.

„Bitte geh einfach."antwortete ich mit kalter Stimme.

„Bitte rede mit mir."bettelte er.

Er hatte sichtlich Probleme seine Gedanken in Worte zu fassen. Der Alkohol benebelte ihn immer noch ziemlich.

Aber er gab sich Mühe.

Immer hin.

Ich sagte nichts mehr.

„Bitte. Es tut mir so leid. Ich hätte nichts trinken dürfen. Das war so dumm von mir.

Und das eben.. das war nicht ich.. wirklich nicht." versuchte er zu erklären.

Als ich ihn weiterhin ignorierte legte er vorsichtig seine immer noch zitternde Hand auf meinen Arm. Ich zuckte zurück.

„Geh und schlaf deinen Rausch aus." waren die einzigen Worte, die meine Lippen verließen.

„Nur wenn du mitkommst." entgegnete er ruhig und bewegte sich nicht von der Stelle.

Ich drehte mich zu ihm um und blickte wieder in die dunklen vertrauten Augen.

„Du hast gesagt du warst es nicht." sagte ich.

Er fuhr sich mit der Hand übers Gesicht.

„Ja..Nein.." stammelte er.

„Wer oder was war es dann?" zischte ich.

Er rang um Fassung. „Der Wolf, die Bestie in mir.."

„Du bist der Wolf. Der Wolf ist ein Teil von dir." stellte ich leise fest.

„Aber ich will diesen Teil nicht. Und ich kann ihn nicht kontrollieren."seine Stimme brach bei jedem einzelnen Wort.

Er war verzweifelt.

Und so offen würde er seine mangelnde Selbstkontrolle im nüchternen Zustand nie zugeben.

Aber ausnahmsweise hielt sich mein Mitleid in Grenzen.

„Und trotzdem lässt du mich so nah an dich ran?" fragte ich vorwurfsvoll.

„Ich war mir sicher, dass ich dir nie etwas tun würde." Seine Stimme war belegt. Fast so als ob er gleich weinen müsste.

Aber auch das lag vermutlich nur am Alkohol.

Trotzdem, das reichte um mich rum zu kriegen, Ich konnte ihn einfach nicht so sehen.

Ohne ein weiteres Wort stand ich auf und ging in sein Zimmer.

Langsam trottete er hinter mir her.

Vor seinem Bett blieb ich stehen und verschränkte die Arme.

Ich wartete darauf, dass er sich, so wie die Abende zuvor an die Wand legte.

Aber er dachte wohl gar nicht daran.

Wieder machte er einen Schritt auf mich zu und streckte seine Arme nach mir aus, doch ich ich zurück.

„Nein Jakob!" sagte ich bestimmt, sah ihn aber nicht an.

„Was kann ich tun?" fragte er leise.

„Gar nichts." entgegnete ich trocken.

Er ignorierte meine Worte einfach und sah mich mit seinen großen, traurigen Welpenaugen an.

Und das hielt er länger durch, als ich gedacht hatte.

Irgendwann war ich dann kurz davor einzuknicken.

„Jakob das funktioniert so nicht." flüsterte ich.

„Ich weiß. Es tut mir leid. Bitte." er wirkte total verzweifelt..und total betrunken.

Vermutlich würde er sich am nächsten Tag an nichts von all dem mehr erinnern können.

„Du bist betrunken" stellte ich fest.

„Ich weiß. Es tut mir leid." er schwankte leicht.

„Du wiederholst dich." Ich hatte wirklich keine Lust mehr auf diese sinnlose Unterhaltung.

„Wie kann ich das wieder gut machen?"Wieder versuchte er mir näher zukommen, ich blieb stehen.

„Gib mir Zeit. Und leg dich jetzt an die Wand und schlaf."

„Aber.."

„Nichts aber." Ich hob die Hand um ihn zu stoppen.

Resignierend senkte er den Blick und setzte sich auf die Bettkante.

„Du läufst nicht vor mir weg?" lallte er.

„Nein."So langsam drohte mein Geduldsfaden zu reißen.

„In der Regel bist du derjenige, der geht." Diesen Kommentar konnte ich mir einfach nicht verkneifen.

„Es tut mir leid." murmelte er schon wieder.

Und das glaubte ich ihm sogar.

Doch das spielte jetzt keine Rolle für mich.

Es änderte rein gar nichts an der Situation.

Er hatte sich von dem Monster in einen kleinen, betrunkenen Jungen mit Verlustängsten verwandelt.

Aber so konnte ich ihn nicht mehr sehen. Nicht im Moment. Nicht nachdem was eben passiert war.

Ich musste mir eingestehen, dass ein Teil von ihm tatsächlich ein unberechenbares Monster war.

Und ich musste dringend Abstand zu ihm gewinnen.

Morgen würde ich wieder nach Hause fahren.

Aber wie? Ob er mich fahren würde?

Wollte ich das überhaupt?

Nein, eigentlich nicht.

Ich wollte so schnell wie möglich weg von ihm.

Aber meine Mutter konnte ich wohl schlecht anrufen.

Sie hatte ja keine Ahnung, wo ich überhaupt war.

Sie kannte Jakob nicht und dachte Sina und ich wären mit Alice zelten.

Die Option war also schon mal raus.

Das Knarren des Bettes riss mich aus meinen Gedanken.

Er konnte wohl nicht mehr länger aufrecht sitzen und hatte endlich aufgegeben.

Immerhin war er tatsächlich bis an die Wand gerutscht.

Auch ich legte mich hin, allerdings direkt an die Bettkante und drehte ihm den Rücken zu.

So musste ich ihn nicht mehr sehen.

Was war seit gestern nur alles passiert?

Vorher war alles so wundervoll gewesen.

Keiner von uns sagte auch nur ein Wort.

Nicht einmal -gute Nacht- oder ähnliches.

Nach einigen Minuten war er wieder eingeschlafen.

Aus seiner Kehle drang sogar ein Schnarchen.

Ich blickte aus dem Fenster.

Es war stockdunkel draußen.

Nur der Mond, der für mich bereits aussah wie der Vollmond schien hell am Himmel.

Was würde mit ihm passieren, wenn es tatsächlich so weit war.

Dieses Mysterieum um den Vollmond und sein Einfluss auf die Werwölfe interessierte mich ja schon, aber im Moment hatte ich erst einmal genug von Jakob.

Ich war mir nicht sicher, ob ich ihm diese Nacht so schnell verzeihen konnte.

Und überhaupt: Ich hatte mal wieder den Beweis erhalten, dass es mit uns einfach nicht funktionieren konnte.

Ich brauchte Abstand.

Doch trotzdem wusste ich, dass ich ihn vermissen würde, sobald ich von ihm getrennt war.

Es dauerte sehr lange, bis ich mich soweit entspannen konnte um meine Augen zu schließen.

So hatte ich mir meinen vorerst letzten Abend mit Jakob bestimmt nicht vorgestellt.

Ich hatte zum ersten Mal richtig Angst vor ihm gehabt, wenn auch nur für einen kurzen Moment.

Er hatte das Wort „töten" in den Augen stehen gehabt. Und zwar auch, als er mich angesehen hat.

Das würde ich wahrscheinlich so schnell nicht vergessen können..

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chenupet 15. Apr 2019

Oh je .... dachte Jacob entspannt sich und hat sich besser im Griff... so schade . :(

chenupet 13. Mar 2019

OMG .... heftig .....

chenupet 12. Feb 2019

Oh je ..... einen Schritt vor und anderthalb Schritte zurück ....

Spannung pur .....

Wünsche Dir eine schöne Restwoche :)

Akina 17. Feb 2019
So ist es leider.. Dir auch :)