Lebensretter

vor 5 Mon.
Fanfiction zu den Büchern der Biss- Reihe von Stephanie Meyer. In dem Buch geht es um ein ganz normales deutsches Mädchen, Anika, das durch einen dummen Zufall mit dem Tracker James und seiner Gefährtin Victoria zusammen stößt. In diesem Moment trifft sie auch Jakob und das Wolfsrudel. Zwischen den beiden besteht von Beginn an eine gan..
Bis(s) Romanze P16 Mystery In Arbeit
Inhaltsverzeichnis

Kapitel 35 Juli 2013 Anika

Es war bereits halb fünf.

Prüfend drehte ich mich vor dem Spiegel um mein Outfit zu prüfen.

Ich entschied mich noch einen Gürtel in die schwarze Jeans zu ziehen und zupfte mein pinkes T-Shirt mit dem tiefen V- Ausschnitt zurecht.

Zumindest halbwegs zufrieden hängte ich mir die bunte Hawaii-Kette um und steckte mir die Sonnenbrille in die Haare.

Da das ganze Outfit sowieso ein wenig schräg war, entschied ich mich dazu noch pinken Lippenstift aufzutragen.

Zum Schluss schlüpfte ich in meine schwarzen Pumps und stellte mich vor das Küchenfenster, um dort auf Connie, Lea's Mama, zu warten, die uns nach Eissen fahren sollte.

Natürlich dauerte es wieder ziemlich lange.

Lea hatte es nicht so mit der Pünktlichkeit.

Immerhin hatten sie Nele und Dennis bereits eingesammelt, als sie um fünf Uhr endlich vor meiner Haustür hielten.

Schnell lief ich zum Auto, verharrte jedoch einen Moment, bevor ich einstieg.

Ich fühlte mich beobachtet.

Aber vielleicht war ich auch einfach schon komplett paranoid.

Laurent und James waren tot. Und Victoria saß in einer überdimensionalen Felsspalte fest.

Es gab zum ersten Mal seit langem nichts, worüber ich mir Sorgen machen müsste.

Mit einenem leichten Kopfschütteln stieg ich in den silbern Waagen und quetschte mich zu Nele und Dennis auf den Rücksitz.

„Vamos a la playa!" kreischte Nele mir sofort ins Ohr.

Sie steckte mich mit ihrer guten Laune an.

„Hallo!" begrüßte ich alle andern, die sich im Auto befanden.

Keine fünf Minuten später wurden wir auch schon an der Halle rausgelassen.

Noch waren nur unsere Mitschüler anwesend.

Schnell halfen wir beim Schleppen der letzten Tische und Stühle, verteilten Deo, Haarspray und Kondome auf den Toiletten, rückten die Deko, für die das Abschlusskomitee vermutlich Wochen gebracht hatte, zurecht und schalteten alle Scheinwerfer sowie Lichterketten ein.

Nach getaner Arbeit versammelte sich meine Clique um zwei Stehtische herum.

Heute waren wir alle zusammen. Doch unsere Euphorie wurde von Wehmut verfolgt.

Wer weiß, was nun mit uns passieren würde.

Die letzten sechs Jahre hatten wir jeden Tag aufeinander gehockt.

Aber diese Zeit war jetzt vorbei.

Mein Trost war es, dass fast alle meine engsten Freunde mit aufs Gymnasium wechseln würden.

Lea, Nele, Marie, Lisa und Ann-Kathrin würden mir also weiterhin erhalten bleiben.

Zum Glück.

Ich wüsste nicht, was ich ohne sie machen sollte.

Auch Jan und Dennis würden mit uns aufs Gymnasium wechseln.

Stefan wollte sein Fachabitur und im Anschluss eine Ausbildung machen, allerdings auf einer anderen Schule.

Die restlichen Jungs hatten bereits alle ihren Ausbildungsplatz sicher.

„Los geht's!" verkündete Nele und hatte ein riesiges Tablett mit bis zum Rand gefüllten Schnapsgläschen in den Händen.

Noch war der Alkohol schließlich umsonst.

Alle griffen zu. Außer mir und Dennis.

In ihm hatte ich wenigstens einen Gleichgesinnten gefunden, der so gutwie gar keinen Alkohol trank.

„Hier sind die VIP-Karten!" verkündete Marie stolz und verteilte die Kärtchen mit dem Partymotto und unseren Namen im Kreis.

Wir alle hängten sie uns an einem Bändchen um den Hals.

„Tja, jetzt werden wir nie mehr zu Fuß zur Schule gehen." sagte Jan. stieß mich mit dem Ellenbogen an und fuhr sich durch die schwarzen Haare.

„Tja, aber dafür gehen wir dann zusammen zur Bushaltestelle und dann zur Schule." erwiderte ich lachend und sah in seine grün-braunen Augen.

„Stimmt. Das ist ne gute Idee! Daran hatte ich noch gar nicht gedacht."erwiderte er lachend.

Wir kannten uns bereits seit dem Kindergarten und verstanden uns immer mal mehr und mal weniger gut.

Jan hatte zwei Gesichter. Wenn er wollte konnte er wirklich richtig nett sein, im nächsten Moment behandelte er einen dann wieder total unverschämt und herablassend oder gleichgültig.

Vielleicht lag das auch an seiner familiären Situation.

Heute allerdings schien er einen netten Tag erwischt zu haben.

Jannick, ein riesiger und auch breit gebauter Junge gesellte sich auch noch zu uns.

Dank seines Nachnamens wurde er allerdings nur „Breda" genannt.

Ich hatte das Vergnügen, dass ich bereits ein halbes Jahr neben ihm sitzen musste.

Er war gut in Mathe und ich die größte Niete überhaupt.

Er sollte mir helfen, was aber nicht wirklich funktioniert hatte. Nie.

Zwischen uns war eine Art Hassliebe entstanden, weil wir uns immer gegenseitig runter machten.

Zudem fand ich ihn irgendwie ein bisschen komisch..

„Jetzt geht's los! Die Ersten kommen!" verkündete er und drängte sich einfach vor mich.

Typisch.

„Die Tanzfläche ist eröffnet!" kreischte Marie hysterisch.

Und dann wurde getanzt, als ob es kein Morgen geben würde. Stunden lang.

Die Party war ein voller Erfolg. Die Halle platzte aus allen Nähten.

Um kurz vor Mitternacht verließ ich zusammen mit Dennis und den Mädels kurz die Halle, um Luft zu schnappen.

Und da war es wieder. Ich spürte einen Blick auf mir.

Doch jetzt erkannte ich, dass es sich nicht bedrohlich anfühlte..

„Ich wollte Mal mit euch sprechen." Riss Dennis mich aus meinen Gedanken.

Jetzt kam es. Endlich. Obwohl wir alle wussten, was er uns sagen wollte, hatte er unsere volle Aufmerksamkeit.

„Ich..ich bin schwul." brachte er die Worte nach langem Schweigen heraus.

Wir alle hatten es gewusst. Vermutlich schon lange, bevor es ihm selbst klar war.

Aber es war definitiv das erste Mal, dass er es laut aussprach und er warden Tränen nahe.

Schnell umarmten wir ihn alle nacheinander und versicherten ihm unsere Zustimmung.

„Ihr seid die Ersten und vermutlich auch die Letzten die es erfahren."fügte er hinzu.

Wir alle nickten verständnisvoll.

Das Problem war sein Vater. Ein Bauer mit altmodischen Ansichten. Durch und durch. Das genaue Gegenteil von dem sensiblen, schlanken und pingeligem Dennis.

„Was ist mit deiner Schwester?" warf Ann-Kathrin ein.

„Ja, vielleicht werde ich es ihr sagen.." Jetzt sprach er mehr mit sich selbst als mit uns.

Lange sagte niemand mehr ein Wort.

„Ich muss euch auch noch was sagen.." ergriff Ann-Kathrin wieder das Wort.

Wir alle waren überrascht, doch Lea's und meine Mundwinkel zuckten bereits.

Seit Schützenfest hatten wir bereits eine leichte Vorahnung gehabt.

Auch Ann-Kathrins Augen leuchteten. Es war also eine gute Nachricht.

„Stefan und ich sind zusammen." platze sie dann heraus und schlug die Hände vors Gesicht.

Das war mal wieder der Beweis, dass aus Freundschaft sehr wohl Liebe werden konnte.

Schützenfest war sie mit Stefan angeblich nur Spazieren gewesen.

Ganz allein. Mitten in der Nacht.

Aber wir freuten uns alle sehr für die Beiden und umarmten sie quietschend nach der Reihe um ihr Glück zu wünschen.

Nachdem wir uns alle wieder beruhigt hatten, gingen wir zusammen wieder in die Halle.

Dort teilten wir uns auf.

Marie, Ann-kathrin, unsere Freundin Michelle, die aufs Gymnasium in Warburg ging und als Gast zu uns gestoßen war, und ich liefen zurück in Richtung Tanzfläche.

Der gesamte Rest machte sich zunächst einmal an der Theke breit.

Gerade als wir zu Nena's „ Irgendwie, Irgendwo, Irgendwann" tanzten, hatte ich wieder dieses eigenartige Gefühl unter Beobachtung zu stehen.

Doch diesmal war er so nah, dass ich mir sicher war.

„Ich geh mal eben auf's Klo!" flüsterte ich Marie ins Ohr und ging zunächst wirklich in Richtung Toilette.

Nachdem ich allerdings aus dem Blickfeld der andern verschwunden war, lief ich schnurstracks zum Ausgang.

Ich wusste nicht, ob es eine gute Idee war, aber ich folgte einfach meinem Gefühl.

Nur fünfzig Meter hinter der Halle, befand sich eine kleine Grotte, die von Bäumen umgeben war.

Ich trat mit jedem Schritt mehr in die völlige Dunkelheit hinein.

Es war gruselig, aber ich spürte seine Anwesenheit so deutlich, wie am Tag zuvor.

Und dann sah ich endlich seine Augen, die das Licht eines in der Ferne vorbeifahrenden Autos reflektierten.

Langsam ging ich weiter auf ihn zu.

Jetzt konnte ich den riesigen, rostbraunen Wolf klar vor mir erkennen.

Meine Augen hatten sich langsam an die Dunkelheit gewöhnt.

Er war wirklich gigantisch, doch ohne zu zögern ging ich weiter.

Vermutlich würde ich mich niemals daran gewöhnen.

„Jakob, was machst du hier?"fragte ich ihn, wohl wissend, dass er mir in dieser Gestalt nicht darauf antworten konnte.

Direkt vor ihm blieb ich stehen und sah ihm in die Augen.

Er wedelte leicht mit dem Schwanz und fiepte, wie ein kleiner Welpe.

Vorsichtig streckte er mir seinen riesigen Kopf entgegen.

Ohne groß darüber nachzudenken streckte ich die Hand aus und begann ihn hinter dem rechten Ohr zu kraulen.

Er brummte, schloss die Augen und schmiegte seinen Kopf in meine Hand.

„Ist alles okey?"

Ich wollte wirklich wissen, warum er hier war.

Vermutlich nicht aus lauter Langeweile.

Zuerst legte er den Kopf schief, als ob er überlegen müsste, doch dann nickte er kaum merklich.

„Sehen wir uns später noch bei mir?" harkte ich nach um sicher zu gehen.

Ich würde ihm alle Fragen noch einmal stellen, wenn er wieder ein Mensch war.

Diesmal nickte er energischer und stupste mich mit der Schnauze an.

Lachend legte ich meine Arme um seinen riesigen Hals, wobei ich mich fast auf die Zehenspitzen stellen musste, damit ich diesen komplett umfassen konnte.

Er erwiderte die Umarmung auf seine Weise, indem er den Kopf senkte und mich mit seiner Schnauze näher an sich heran drückte.

„Bis später." flüsterte ich und gab ihm einen Kuss auf die Wange.

Mit einem Lächeln drehte ich mich um und lief zurück in die Schützenhalle.

Gerade Rechtzeitig.

Sonst hätte ich den Höhepunkt der Party vermutlich noch verpasst.

„Vamosa la playa" wurde aufgelegt und der gesamte Saal flippte vollkommen aus.

Es wurde auf der Theke und auf den Tischen getanzt und Konfetti wurde durch die Luft geschmissen.

Mittlerweile befanden sich all meine Freunde wieder auf der Tanzfläche.

Und als ob das Ganze nicht genug wäre, flogen aufblasbare Flamingos und Palmen durch die Luft.

Das Komitee hatte wirklich ganze Arbeit geleistet.

Mit Marie an der Spitze.

Wir alle klatschten oder prosteten ihr zu.

Sie selbst strahlte über das ganze Gesicht.

Es war wirklich ein wunderschöner Abend gewesen.

Alle waren glücklich. Ohne Ausnahme.

Genauso und nicht anders sollte es sein.

Gegen halb drei leerte sich die Halle allmählich, sodass ich meiner Mutter beschied gab, damit sie uns um drei Uhr abholte.

Zum telefonieren stellte ich mich kurz nach draußen.

Und schon wieder war da dieses Gefühl.

Er war immer noch da.

Ich drehte mich in die Richtung, in der ich ihm vermutete und sah ihm tatsächlich direkt in die Augen.

Was zur Hölle machte er noch hier?

Kopfschüttelnd ging ich zurück in das Gebäude und gesellte mich zu den Verblieben an die Theke.

Irgendwie bereitete es mir Sorgen, dass Jakob mich nicht aus den Augen ließ.

Doch ich hatte keine Zeit mir darüber den Kopf zu zerbrechen.

Jedenfalls jetzt noch nicht.

Wir machten uns bereits daran, die leeren Flaschen auf den Tischen einzusammeln.

Ich dankte Gott dafür, dass ich nicht zum Aufräumen am morgigen Tag eingeteilt worden war, sondern stattdessen nach Ameland fuhr.

Hier sah es aus wie auf dem Schlachtfeld, doch um Punkt drei Uhr war zumindest schon mal der gröbste Teil des Chaos beseitigt und meine Mutter hielt vor der Halle.

„Na wie war es?" begrüßte sie uns.

„Super." antworteten Dennis, Lea, Nele und ich gleichzeitig.

Die übrige Rückfahrt verlief relativ schweigsam. Wir waren alle relativ geschafft von den letzten Stunden.

Und es war ja auch schon relativ spät.

Zuhause angekommen lief ich sofort in mein Zimmer.

Jakob saß bereits auf meinem Sofa und hatte das Gesicht auf die Hände gestützt. Auch bei ihm war die Luft raus.

„Jakob, was ist los?" fiel ich sofort mit der Tür ins Haus.

Er stand auf, überwand die Distanz zwischen uns und nahm meine Hand.

„Alice hat gesehen, dass die Blutsaugerin aus der Schlucht entkommen ist.

Es tut mir leid, ich habe es dir nicht eher gesagt, weil ich dir den Abend nicht versauen wollte." erklärte er mit ruhigem, sanftenTon.

Mir fiel Fast die Kinnlage herunter.

Noch vor einem Moment war ich wirklich glücklich gewesen.

Ich hatte es genossen, mir keine Sorgen machen zu müssen.

Jetzt war es vorbei.

Ich spürt wie die Farbe aus meinem Gesicht wich und meine Augen sich mit Tränen füllten.

Sofort zog Jakob mich in seine Arme.

„Es wird alles gut. Ich lasse dich nicht aus den Augen. Für dich ändert sich gar nichts." versuchte er mich zu beruhigen.

„Heißt das, du kommst mit?" fragte ich verwirrt.

„Ja .Allerdings wirst du vielleicht gar nicht merken, das ich da bin. Keine Sorge." erklärte er.

„Oh doch. Das merke ich." Obwohl es für diese Situation nicht angemessen war, zuckte ein Lächeln um meine Mundwinkel.

„Stimmt." gab er zu.

„Aber wie soll das funktionieren?" harkte ich nach. Wollte er etwa die gesamte Strecke laufen?

Wo wollte er schlafen?"

„Lass das mal meine Sorge sein. Wir schaffen das schon. Ich verspreche es."flüsterte er in mein Ohr.

Damit musste ich mich wohl für den Moment zufrieden geben.

„Willst du zuerst ins Badezimmer?" wechselte ich das Thema, doch ich spürte, dass ich immer noch zitterte.

Mein Körper hatte den Schock noch nicht verarbeitet.

„Kann ich dich kurz alleine lassen?" Sorge lag in seinen Augen.

„Klar."sagte ich so gefasst wie möglich.

Ohne ein weiteres Wort ging er ins Badezimmer und war keine zwei Minuten später wieder bei mir.

Ich fühlte mich so klein und hilflos.

Um ein weiteres Gespräch zu vermeiden, schob ich mich schnell an ihm vorbei um mich abzuschminken und um mir die Zähne zu putzen.

Bei meiner Rückkehr hatte ich fest damit gerechnet, dass er bereits schlafen würde, doch er saß kerzengerade auf dem Sofa.

Ich setzte mich neben ihn und drückte mit meiner Hand sanft gegen seineBrust.

„Jake,Leg dich hin." Doch bei der Berührung bemerkte ich, wie angespannt er wirklich war.

„Ich bleibe lieber noch wach," entgegnete er nur.

Jetzt wurde ich langsam wütend.

„Du musst dich ausruhen." sagte ich mit fester Stimme.

„Mir geht's gut." erwiderte er, doch ich glaubte ihm kein Wort.

„Jakob. Bitte." flehte ich und legte meine Hand an seine heiße Wange.

„Ich kann dich nicht beschützen, wenn ich schlafe." sagte er leise.

„Wenn du dich nicht ausruhst, kannst du mich auch nicht beschützen." Bei dieser Diskussion würde ich nicht so schnell nachgeben.

„Im Tiefschlaf kann es sein, dass ich nicht bemerke, wenn sie in der Nähe ist." sagte er kopfschüttelnd.

„Du willst mir jetzt nicht sagen, dass du die nächsten elf Tage keine Minute mehr schlafen willst?" fragte ich empört.

Er schwieg.

„Jakob, zumindest jetzt ist dein Rudel nicht in der Nähe. Du kannst beruhigt schlafen.

Ich liege nur fünf Meter von dir entfernt."

Ich versuchte wirklich, stark zu sein und mir meine Panik nicht anmerken zu lassen, doch es funktionierte nicht.

„Legst du dich zu mir?" fragte er vorsichtig.

Genau das war es, was ich wollte.

Bei ihm fühlte ich mich sicher. Immer.

Ich nickte nur, obwohl ich wusste das es ein gewisses Risiko mit sich brachte.

Endlich legte er sich hin und rutschte bis an die Wand.

Mittlerweile war es halb vier.

„Das wird eine sehr kurze Nacht." verkündete ich, stellte den Wecker auf sieben Uhr und löschte das Licht.

Jakob Griff nach meiner Hand und nahm sie locker in die seine.

„Schlaf gut." flüsterte ich.

„So bestimmt." antwortete er und drückte sanft meine Hand.

Dann schloss er die Augen und war kurze Zeit später eingeschlafen.

Die Berührung meiner Hand reichte, dass auch ich mich schnell entspannte und in einen tiefen, traumlosen Schlaf sank.

Wenige Stunden später, ertönte mein Wecker.

Wir lagen noch genauso da, wie wir eingeschlafen waren.

Er sah so friedlich aus, doch jetzt war es an mir zu reagieren.

Sofort entzog ich ihm meine Hand und stand auf.

Im gleichen Moment knurrte er und riss die Augen weit auf.

„Jake.Es ist alles gut." versuchte ich zu ihm durchzudringen.

Eine Sekunde blinzelte er und schien sich augenblicklich wieder zu beruhigen.

„Sorry"murmelte er total verschlafen und setzte sich langsam auf.

„Nichts passiert." erwiderte ich mit einem Lächeln und trat wieder näher an ihn heran.

„Ist es wirklich schon so spät?" maulte er.

„Der Bus fährt in einer Stunde in Borgentreich ab, aber bleib doch noch hier und schlaf dich erst mal aus." schlug ich vor.

„Nein."sagte er mit fester Stimme und stand sofort auf.

„Jake wir sind mit dem Bus mindestens sechs Stunden unterwegs und dann fahren wir noch fast zwei Stunden Fähre.."

„Du unterschätzt mich." unterbrach er mich und zog ein beleidigtes Gesicht.

„Ich will nur, dass es dir gut geht." erklärte ich.

„Es ist alles gut. Wir sehen uns dort." Mit diesen Worten nahm er mich noch einmal kurz in seine Arme und gab mir einen Kuss auf die Stirn.

„Pass auf dich auf." sagte ich noch, doch er saß schon im Fensterrahmen.

Er schüttelte lächelnd den Kopf, dann sprang er.

Wie aufs Stichwort klingelte mein Handy.

„Alice."rief ich erfreut in den Hörer.

„Nadu. Wie geht es dir?" fragte sie mitfühlend.

„Wahrscheinlich besser, als es mir eigentlich gehen sollte." erwiderte ich lachend.

„Aber er hat es dir gesagt?" fragte sie misstrauisch.

„Ja."beruhigte ich sie.

„Gut. Ich dachte der stinkende Köter lügt dich an." Ihr Tonfall war angewiedert.

„Nein. Tut er nicht. Aber er hat mich beruhigt. So komisch es klingt, ich habe keine Angst.

Und wenn dann nicht um mich, sondern nur um ihn." gab ich zu.

„Oh Gott." erwiderte Alice und ich hörte wie sie sich am andern Ende der Leitung mit der flachen Hand vor die Stirn schlug.

Ich musste Lachen.

„Pass auf. Wenn du den Eindruck hast, dass er es nicht schafft.. RUF MICH AN!" sagte sie deutlich.

Jetzt beunruhigte sie mich.

„Du meinst, es ist zu viel für ihn?" fragte ich besorgt.

„Ja."ihre Stimme war engelsgleich, wie immer. Doch die Ernsthaftigkeit darin war nicht zu überhören.

„Was soll ich tun?" hauchte ich ins Handy.

„Erstmal gar nichts. Freu dich auf deinen Urlaub. Ich wünsche euch ganz viel Spaß.

Aber du musst nur einmal anrufen und ich komme." fügte sie mit Nachdruck hinzu.

„Danke."erwiederte ich mit einem Lächeln.

Auch sie machte sich schließlich nur Sorgen um mich.

Warum ich ihr überhaupt so am Herzen lag, war mir bis heute absolut schleierhaft.

Ich war schließlich nur ein Mensch.

Doch jedes Mal wenn wir telefonierten oder uns trafen gab sie mit das Gefühl, als wären wir schon ein halbes Leben lag befreundet.

„Wir sehen uns!" trällerte sie in ihr Smartphone und legte auf.

Mit einem Seufzer packte ich meine restlichen Sachen zusammen und machte mich reisefertig.

Schon eine halbe Stunde später, trafen wir uns am Busbahnhof in Borgentreich.

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chenupet 15. Apr 2019

Oh je .... dachte Jacob entspannt sich und hat sich besser im Griff... so schade . :(

chenupet 13. Mar 2019

OMG .... heftig .....

chenupet 12. Feb 2019

Oh je ..... einen Schritt vor und anderthalb Schritte zurück ....

Spannung pur .....

Wünsche Dir eine schöne Restwoche :)

Akina 17. Feb 2019
So ist es leider.. Dir auch :)