Lebensretter

vor 9 Mon.
Fanfiction zu den Büchern der Biss- Reihe von Stephanie Meyer. In dem Buch geht es um ein ganz normales deutsches Mädchen, Anika, das durch einen dummen Zufall mit dem Tracker James und seiner Gefährtin Victoria zusammen stößt. In diesem Moment trifft sie auch Jakob und das Wolfsrudel. Zwischen den beiden besteht von Beginn an eine gan..
Bis(s) Romanze P16 Mystery In Arbeit
Inhaltsverzeichnis

Kapitel 36 Juli 2013 Jakob

So langsam hatte ich echt die Schnauze voll.

Ich lief bereits seit Stunden mit einem Sicherheitsabstand von mehreren hundert Metern neben dem Bus her.

Doch hin und wieder konnte ich ihren Blick auf mir spüren.

Sie schien wirklich genau zu wissen, wo ich mich befand.

Zum einen gab es mir das Gefühl, dass sie bei mir war, zum andern war es super ungewohnt und auch irgendwie unheimlich.

Wenn sie wollte könnte sie mich jetzt immer finden, so lange ich in der Nähe war.

Ich wusste nicht, was ich davon halten sollte.

Wenn ich genau hinhörte, konnte ich sogar verstehen, worüber die Mädchen redeten.

Sie waren so voller Vorfreude und schmiedeten Pläne für die nächsten zehn Tage.

Auch Anika.

Aber ich gönnte es ihr vom ganzen Herzen.

Sie hatte es verdient, glücklich zu sein.

Aufgrund meiner Langeweile versuchte ich herauszufinden, wer in der Clique das Sagen hatte.

Das gestaltete sich allerdings schwieriger als ich dachte.

Sie begegneten sich alle mit dem gleichen Respekt und auf gleicher Augenhöhe.

Ganz anders als bei uns im Rudel.

Nach einer ganzen Weile des Belauschens viel mir auf, das alle auf das zu hören schienen, was Lea sagte.

Vielleicht hatte ich also das Alphaweibchen gefunden, vielleicht war es aber auch nur ein Zufall.

Die gesamte Strecke über hatten mich außerdem die Stimmen meines Rudels genervt.

Jetzt war endlich Ruhe.

Obwohl meine Beine mich immer weiter trugen, schaltete ich meinen Kopf aus.

Ich brauchte ein Pause. Und wenn ich schon nicht rasten konnte, gönnte ich mir zumindest eine mentale Auszeit.

Ich wurde unaufmerksam und stellte mir Dinge vor, von denen ich in der Regel nicht einmal zu träumen wagte..

Doch dann hatte ich plötzlich den beißenden Geruch in der Nase.

Sie war hier. Ganz in der Nähe.

So kurz vor dem Ziel. Der Bus war fast am Hafen angelangt.

Und sie auch.

Sofort lief ich in Richtung Süden, aus der dieser entsetzliche Gestank kam.

Ich musste sie aufhalten. Und verhindern, dass sie dem Wasser noch näher kam.

Dort war sie mir eindeutig überlegen.

Die Vampire konnten nicht nur schneller schwimmen als wir.

Nein, sie konnten auch noch unendlich lange tauchen, weil das Atmen für sie absolut überflüssig ist.

Im Meer hatte ich keine Chance und hätte sie innerhalb des Bruchteils einer Sekunde verloren.

Doch so weit war es noch nicht.

Als ich nah genug an ihr dran war, heulte ich auf, in der Hoffnung die Andern zu erreichen.

Es funktionierte schon eine Minute später nahm ich die Stimmen von fast allen Rudermitgliedern wahr. Jede, außer die von Seth.

„Ist sie alleine?" Sam hatte als erster den Überblick über meine wirren Gedanken erlangt.

„Ja." antwortete ich. „Jakob, versuch sie hinzuhalten. Quil, Embry, Leah und ich sind unterwegs. Der Rest hält hier die Stellung." gab Sam die Anweisungen.

Durch mein Heulen, war auch Victoria auf mich aufmerksam geworden und bewegte sich nun deutlich schneller als zuvor.

Ich hatte das Gefühl, dass sich meine Beine nahezu überschlugen, doch ich wusste, dass ich es schaffen konnte.

Ich musste sie zumindest aufhalten.

Und wenn es das Letzte wäre, was ich tun würde.

Tatsächlich.

Einen knappen Kilometer, bevor sie ins Meer fliehen konnte, schnitt ich ihr den Weg ab, doch sie prallte mit voller Wucht gegen mich.

Wir überschlugen uns beide, doch ich war zuerst wieder auf den Füßen.

Für mich stand eindeutig mehr auf dem Spiel, als für sie.

Doch jetzt hatte ich nichts weiter zu tun, als ihr den Weg zu versperren.

Wenn es sein musste über Stunden.

Mit einigen Metern Abstand spiegelte ich jede ihrer Bewegungen und versuchte ihren nächsten Schritt im Vorfeld zu erahnen.

„Gib doch auf du dummer Köter. Wir wissen beide, dass du alleine keine Chance gegen mich hast."

sagte sie mit einem siegessicherem und zugleich völlig wahnsinnigem Grinsen.

Ich dachte gar nicht dran, ihren Worten Glauben zu schenken und kommentierte sie nur mit einem Knurren.

Ihr Versuch, mich mit ihren Worten aus der Fassung zu bringen, war gescheitert.

Noch war ich nicht dumm und verzweifelt genug, um sie unüberlegt anzugreifen.

In geduckter Haltung und jeder Zeit zum Sprung bereit führte ich also den Tanz mit ihr fort.

Es dauerte Stunden, doch keiner von uns gab auf.

Dies erforderte meine gesamte Konzentration und ich merkte wie diese von Minute zu Minute schwand.

In diesem Moment beneidete ich die Vampire um ihre Fähigkeiten.

Sie kannten keine Müdigkeit. Sie mussten nie schlafen. Sie waren einfach unermüdlich.

Wann würden die anderen endlich kommen?

Früher oder später würde sie mich überlisten und es an mir vorbei schaffen.

Oder sie würde einfach so lange warten, bis ich nicht mehr konnte.

Bei dem Gedanken was dann passieren würde packte mich die Wut. Pure Verzweiflung überkam mich.

Mit einem lauten Brüllen sprang ich auf sie zu und ging zum Angriff über.

Jetzt konnte ich noch die nötige Kraft dazu aufbringen.

Gekonnt wehrte sie meine Bisse ab und versuchte immer wieder ihre Arme um meinen Körper zu legen.

Das aber, musste ich um jeden Preis verhindern. Sonst hatte ich verloren.

Endlich bekam ich sie zu fassen. Es waren zwar nur ihre feuerroten Haare, aber das war mir in dem Moment egal.

Mit all meiner Kraft hielt ich sie fest und zog daran.

Es bereitete ihr solche Schmerzen, dass sie sich nicht mehr auf den Füßen halten konnte.

Sie kreischte und tobte."Du blöde Töle! Ich hätte dich töten sollen als ich die Gelegenheit dazu hatte!" schrie sie aus vollem Hals.

„Jakob, wir hören sie schon. Halt durch." meldete sich die Stimme von Leah in meinem Kopf. Gott sei dank.

Jetzt schleuderte ich sie erst einmal von mir weg, um Zeit zu gewinnen.

Doch ich hatte sie nur noch wütender gemacht.

Wie ein wildes Tier raste sie knurrend auf mich zu.

Um ihre Wucht abzufangen, musste ich mich auf die Hinterbeine stellen und versuchte verzweifelt sie mit den Vorderbeinen auf Abstand zu halten.

Sie versuchte mich mit ihren Händen zu Boden zu drücken und fügte mir an beiden Vorderbeinen die höllisch brennenden Vampirbisse zu.

Endlich vernahm ich rechts und links von mir das immer Näher kommende, vertraute Knurren meiner Freunde.

Auch sie bemerkte es und verfiel nun doch in Panik.

Mit einer Hand ließ sie meine Schultern los.

Da witterte ich die Chance sie endlich ein für alle Mal zu erledigen und konzentrierte mich voll und ganz darauf, ihr die Kehle durchzubeißen.

Sie allerdings nutze den Moment aus um ein winziges Messer, welches bestialisch stank, aus der Tasche zu ziehen und mir damit eine mehrere Zentimeter tiefe Fleischwunde, die sich über den gesamten Oberarm erstreckte, zuzufügen.

Das Blut strömte nur so aus meinen Adern und es brannte wie Feuer.

Das war definitiv kein normales Messer gewesen, sonst hätte sie auch einfach ihren Fingernagel benutzen können.

Irgendetwas war an der Klinge.

Doch mir blieb keine Zeit, um länger darüber nachzudenken.

Ich hatte den Eindruck, dass meine gesamte Gliedmaße in Flammen stand und verlor jegliches Gefühl in meinem meinem rechten Vorderbein.

Das Jaulen und winseln, welches aus meiner Kehle drang, konnte ich nicht verhindern.

Mit aller Kraft drückte ich sie von mir weg und musste erst einmal durchatmen.

Endlich stürzte sich der Rest des Rudels auf Victoria, doch diese hatte genau damit gerechnet.

Sie ließ die riesigen Wölfe bis auf den letzten Zentimeter an sich heran kommen, sprang mit einem riesigen Satz in die Höhe und über sie hinweg, bevor sie in die entgegengesetzte Richtung sprintete.

„Jakob, geh!" brüllte Sam.

Gehen?

Ich zögerte, während meine beiden besten Freunde bereits der Blutsaugerin folgten, von der nur noch die rote Flamme ihrer Haare zu sehen war.

„Wir machen das schon." knurrte Sam drohend, bevor er hinter Quil und Embry herlief.

Leah folgte ihm zögerlich.

Ich wäre, für den Fall, dass sie Victoria tatsächlich erwischen sollten, sowieso keine große Hilfe mehr gewesen.

Ich wusste nicht mehr, wann ich zuletzt solche Schmerzen gehabt hatte. Und dass, obwohl es nur eine Fleischwunde war.

Also drehte ich mich um und schleppte mich auf drei Beinen weiter in Richtung Hafen.

Das Schiff müsste bereits sicher auf der Insel angekommen sein.

Ich musste also schwimmen und hoffte wirklich, dass meine Kraft dafür noch reichte und ich nicht mitten auf dem Meer ertrinken würde.

Da ich gedanklich immer noch mit den andern verbunden war, bekam ich noch am Rande mit, dass diese verdammte Blutsaugerin ihnen entwischt war.

Wer hätte das gedacht.

Sie wusste jetzt ungefähr, wo Anika sich aufhielt.

Ich musste rund um die Uhr auf sie aufpassen, für den Fall, dass sie es wieder versuchen würde.

Aber jetzt musste ich es erst mal auf die Insel schaffen.

Schwerfällig trottete ich ins Wasser.

Ich jaulte auf und sprang zurück, sobald das Salzwasser die Wunde berührte.

Was hatte sie mir nur angetan?

In Kombination mit dem Meerwasser fühlte es sich an, als ob die gesamte Haut rund um die Wunde herum verätzte. Wie eine hochkonzentrierte Säure.

Vielleicht war das stinkende etwas tatsächlich irgendeine chemische Substanz, die mich mehr und mehr schwächte.

War es von Anfang an ihr Plan gewesen, mich außer Gefecht zu setzten?

Jetzt musste ich erst einmal rüber schwimmen.

Es gab keinen anderen Weg.

Und von hier aus konnte ich sowieso nichts ausrichten.

Komm schon Jakob. Sei nicht so ein Weichei. Jetzt stell dich nicht so an.

Du musst darüber.

Mit diesen Gedanken und zusammengepresstem Kiefer startete ich einen zweiten Versuch und zog es diesmal tatsächlich durch.

Jede einzelne Bewegung schmerzte. Und das brennende Gefühl breitete sich trotz des kalten Meerwassers in meinem ganzen Körper aus.

Eine halbe Ewigkeit später setzte ich endlich meine erste Pfote auf den Strand von Ameland und drohte sofort am Strand zusammen zu brechen.

Aber ich wusste, wenn ich mich jetzt hinlegte, würde ich so schnell nicht mehr aufstehen.

Und sie im Stich lassen.

Schon alleine bei diesem Gedanken wurde ich wütend, dass ich es überhaupt für eine Sekunde in Erwägung gezogen hatte.

Doch diese Wut ließ mich weiter laufen.

Die Substanz an der Klinge, was auch immer es gewesen sein mag schwächte mich enorm.

Und das machte mich angreifbar und zu einem viel zu leichterem Gegner für sie.

„Ihr dürft sie nicht zu uns durchdringen lassen." stöhnte ich.

„Werden wir nicht." erklang Leah's beruhigende Stimme in meinem Kopf.

„Jakob was ist mit dir?" wollte Embry wissen.

Sie konnten meinen Schmerz spüren.

„Sie hat mich ganz schön erwischt. Aber es ist halb so schlimm.

Haltet sie mir nur vom Leib, bis ich geheilt bin." erwiderte ich so gut gelaunt wie möglich.

Wohl wissend, dass mir das vermutlich eh niemand abkaufen würde.

„Machen wir." Sam's Worte waren mehr ein Versprechen, als eine Zustimmung.

Doch der Rest meiner Freunde schwieg zu meiner absoluten Verblüffung.

Jetzt hatte ich es fast geschafft. Ich konnte sie bereits riechen.

Sie und ihre Freundinnen teilten sich ein Sechserzimmer in dem riesigen, alten Ferienhaus.

Nur eine riesige Wiese trennte das kleine Wäldchen, in dem ich mich befand, von den großen Backsteinhaus.

Zum ersten Mal an diesem Tag bleib ich stehen und kam ein wenig zur Ruhe.

Nur mit Mühe widerstand ich dem Drang, mich einfach auf die Erde fallen zu lassen.

Meine Pfoten wollten mich nicht mehr tragen.

Doch ich konnte es mir nicht Mal erlauben, mich hinzusetzten.

Also blieb ich auf drei Beinen stehen und richtete meinen Blick auf das große, alte Anwesen.

Aber selbst im Stehen fielen mir die Augen immer und immer wieder zu.

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chenupet 30. Nov 2019

Hallo Akina,

das waren wieder spannende Kapitel.
Ich hoffe Du schreibst weiter und meldest Dich bei einer anderen Plattform an.
Fände es sehr schade, wenn diese tolle Geschichte für immer verschwinden würde.
Wünsche Dir ein schönes Wochenende.

LG Chenupet

chenupet 15. Apr 2019

Oh je .... dachte Jacob entspannt sich und hat sich besser im Griff... so schade . :(

chenupet 13. Mar 2019

OMG .... heftig .....