Lebensretter

vor 4 Mon.
Fanfiction zu den Büchern der Biss- Reihe von Stephanie Meyer. In dem Buch geht es um ein ganz normales deutsches Mädchen, Anika, das durch einen dummen Zufall mit dem Tracker James und seiner Gefährtin Victoria zusammen stößt. In diesem Moment trifft sie auch Jakob und das Wolfsrudel. Zwischen den beiden besteht von Beginn an eine gan..
Bis(s) Romanze P16 Mystery In Arbeit
Inhaltsverzeichnis

Kapitel 40 Juli 2013 Jakob

Den gesamten Tag hatte ich mir damit vertrieben, im Kreis um das Gebäude zu laufen und die Mädchen auf Schritt und Tritt zu verfolgen.

So blieb ich wenigstens halbwegs aufmerksam.

Beim Laufen konnte man ja schließlich nicht einschlafen.

Und so hatte ich, selbstverständlich aus einiger Entfernung, schon einige schöne Orte der Insel gesehen.

Besonders der Strand.

Wie gerne würde ich dort meine Zeit mit ihr verbringen. So wie ganz normale Menschen.

Ich hielt an diesem Gedanken fest und beschloss, dass es eine Überlegung wert war, einen Ausflug ans Meer mit ihr zu machen.

Selbstverständlich in der Nacht.

Doch noch nicht heute.

Ich lief nach wie vor auf drei Beinen durch die Gegend.

Und ich sehnte mich einfach nur danach, mich hinzulegen und meine Augen zu schließen.

Die Tatsache, dass ich heute morgen nicht das gesamte Zimmer auseinander genommen hatte, brachte mich dazu, positiv zu denken.

Doch ich konnte es mir nicht erklären. Warum es an manchen Tagen besser und an anderen schlechter funktionierte.

Ich hatte es einfach nicht unter Kontrolle.

Doch jetzt hatte ich Hoffnung.

Hoffnung auf ein halbwegs normales Leben mit ihr, wenn diese ganze Scheiße hier jemals vorbei sein sollte.

Die Mädchen waren gerade am Strand und ich beobachtete sie von den Dünen aus.

Sie hatten wohl vor, im Meer schwimmen zu gehen.

Doch sobald die Wellen ihnen entgegen schlugen fingen sie an zu quietschen und zu kreischen, woraufhin sie zurück an den Strand liefen.

Alle bis auf Anika.

Sie spürte meinen Blick und fühlte sich dementsprechend auch beobachtet.

Obwohl sie mich unmöglich sehen konnte, schaute sie genau in meine Richtung.

Daran, dass sie meine Anwesenheit wirklich spüren konnte, musste ich mich erst noch gewöhnen.

Da ich sowieso nichts besseres zu tun hatte, war es an der Zeit herauszufinden wie weit ihre neu erworbene Fähigkeit reichte.

Von Minute zu Minute entfernte ich mich weiter von ihnen, ohne sie aus den Augen zu lassen.

Nach etwa 500 Metern wartete ich.

Und tatsächlich. Plötzlich wurde sie locker und gesellte sich zu ihren Freundinnen.

Bei ihnen verhielt sie sich vollkommen anders als bei mir.

Auch sie hüpfte nun quietschend und lachend in den Wellen herum.

Anika und das große Mädchen mit den langen hellbraunen Haaren, so weit ich weiß hieß sie Lisa, waren die ersten die sich dann doch komplett ins Wasser getraut hatten.

Der Rest folgte ihnen nach und nach.

Sie wirkte plötzlich so ausgelassen und fröhlich.

Ganz anders als bei mir, wo sie ständig drauf bedacht war, nichts falsches zu sagen oder zu tun.

Wie schaffte ich es, dass sie auch bei mir so entspannt und ausgelassen war?

„Jakob, alles okey bei euch?" schaltete sich Sam in mein Hirn ein und unterbrach meine Gedanken.

„Ja. Habt ihr sie wieder gefunden?" wollte ich im Gegenzug wissen.

„Nein. Aber sie kommt auf keinen Fall zu euch durch." erwiderte Sam nach einer langen Pause.

Und damit war das Gespräch wohl schon wieder beendet.

Na super. Auf seine Worte konnte ich mich nicht verlassen.

Ich traute dieser rothaarigen Blutsaugerin mittlerweile alles zu.

Also sah es wirklich so aus, als ob mich doch noch mehrere schlaflose Nächte erwarten würden.

Ich konnte schließlich nicht jede Nacht bei ihr schlafen.

Das Risiko gesehen zu werden oder die Kontrolle zu verlieren war einfach zu groß.

Die Mädchen waren mittlerweile damit beschäftigt, per Selbstauslöser Fotos von sich zu machen.

Anika öffnete ihre Haare, die sie vorher zu einen Dutt zusammen gebunden hatte.

Ich hatte sie noch nie zuvor im Bikini gesehen und konnte meinen Blick nicht von ihr wenden.

Aber so vergaß ich zumindest für eine Zeit meine schweren Augenlider, müden Beine und die nach wie vor brennende Wunde an meinem Vorderbein.

Aber die Verletzung veränderte sich irgendwie.

Ob es besser wurde, konnte ich allerdings nicht sagen.

Der Schmerz ließ von Stunde zu Stunde nach, doch an seine Stelle trat ein unangenehmes Kribbeln.

Irgendwann wurde es Abend.

Gleich würde mir noch das Gespräch mit Carlisle bevorstehen, für das ich eigentlich keine Nerven mehr hatte.

Aber vielleicht konnte er mir tatsächlich helfen.

Das Kribbeln hatte sich in einen unaufhörlichen Juckreiz verwandelt, der den Schmerz übertönte.

Noch nie in meinem Leben hatte ich so ein unangenehmes Gefühl gehabt, welchem ich schließlich nach gab.

Doch auch das permanente Kratzen verschaffte mir keine Linderung.

Werder meine Krallen, noch meine Zähne konnten dem Reiz entgegen wirken.

Ich wurde fast verrückt und konnte gar nicht mehr aufhören.

Plötzlich hörte ich ihre Stimme.

„Jakob!"rief sie leise und riss mich damit aus meinem Zwang.

Erst jetzt bemerkte ich, dass Stunden vergangen sein mussten.

Es war bereits stockdunkel.

Sofort wandele ich mich in meine menschliche Gestalt, damit sie mich nicht so sehen musste.

Doch auch als Mensch ließ dieses unangenehme Gefühl nicht nach.

Reiß dich zusammen Jakob! Ich zwang mich dazu, beide Hände einfach locker hängen zu lassen.

„Hier."antwortete ich und ging ihr entgegen.

„Hast du mit Alice gesprochen?" fragte ich sie sofort, doch mein Ton war härter als beabsichtigt.

Augenblicklich verschwand das Lächeln aus ihrem Gesicht.

„Ja. Als ich vor dem Haus auf dich gewartet habe. Jakob wo warst du?"fragte sie ruhig, doch die Sorge in ihrer Stimme war nicht zu überhören.

„Hier."Meine Antwort war kurz und kanpp. Ich konnte das Verlangen mich zu kratzen, kaum noch unterdrücken.

„Bist du eingeschlafen?" fragte sie sanft. Sie wusste genau, dass etwas nicht stimmte.

„Nein."herrschte ich sie an und brachte sie damit zum Schweigen.

Mit einigen Metern Abstand und gesenktem Blick stand sie vor mir.

Ich hatte sie verletzt. Mal wieder.

„Hast du dein Handy bei dir?" fragte ich und bemühte mich um einen ruhigeren Tonfall, der mir jedoch nicht wirklich gelingen wollte.

Das hatte sie nicht verdient.

Sie nickte nur, zog das Smartphone aus der Tasche und warf es mir zu.

Reflexartig schnellte mein rechter Arm nach vorne, um es aufzufangen.

„Schön. Dein Arm ist wieder funktionsfähig." bemerkte sie sie bissig, doch auch ein Funken Erleichterung schwang in ihrer Stimme mit.

Bevor ich irgendetwas darauf erwidern konnte, macht sie auf dem Absatz kehrt und lief mit schnellen Schritten auf das Anwesen zu.

Scheiße.

Aber so, wie ich mich grade fühlte, hätte es keine Sinn mit ihr zu sprechen oder Zeit mit ihr zu verbringen.

Sonst würde sie es merken und mich für wer weiß was halten.

Während ich die rechte Hand nutzte um ihre Kontakte zu durchsuchen, versuchte meine Linke zeitgleich dem permanenten Juckreiz Abhilfe zu schaffen.

Ich konnte mich kaum auf die Namen in ihrem Adressbuch konzentrieren, doch dann hatte ich das gefunden, was ich suchte.

„Doc, irgendwas stimmt mit mir nicht." presste ich ins Telefon, sobald das Familienoberhaupt der Cullens abgenommen hatte.

„Jakob, was ist passiert?" fragte Carlisle mit seiner sanften, ruhigenStimme.

„Victoria."stieß ich hervor.

„Davon hörte ich. Wie geht es dir?" fragte er sachlich.

Sein Tonfall machte mich rasend. Aber ich wollte schließlich seinen Rat."

„Sie..sie hat irgendwas mir meinem Arm gemacht.

Zuerst hat sie mit Wolfswurz verhindert das ich heile, doch mein Körper hat dagegen an gekämpft.

Aber an dem Messer war noch irgendwas anderes.

Zuerst war da nach dem Schmerz nur ein Kribbeln, doch jetzt ist da ein unaufhörlicher Juckreiz."

versuchte ich ihm mein Problem zu schildern.

„Jakob hör auf zu kratzen." war seine erste Reaktion.

„Was?"fragte ich verwirrt, ohne seiner Anweisung Folge zu leisten.

„Genau das war vermutlich ihr Plan. Je mehr du kratzt, desto schlimmer wird es und desto länger dauert die Heilung. Du kannst dich dann auf nichts anderes mehr kozentrieren.

Das Messer wurde vermutlich in Salzen der Oxalsäure oder ähnlichem getränkt.

Das ist das Gift einer seltenen Pflanze, des gefleckten Aronstabs.

Das Gift befindet sich noch unter deiner Haut und verursacht die starke Reizung.

Durch das Kratzen entstehen Schmerzreize, die den Juckreiz überdecken und Linderung verschaffen – jedoch nur kurzfristig. Ein langfristig unbeherrschtes Kratzen führt zu Hautveränderungen und du verteilst das Gift nur immer wieder aufs Neue in der Wunde, bevor deine Haut das Gift absorbieren kann.

Außerdem werden durchdie ständige mechanischeStimulation der Haut Botenstoffe freigesetzt, die dann wiederum den Juckreiz fördern– ein Teufelskreisaus „Jucken-Kratzen-Jucken" entsteht und deine Verletzung kann nicht abheilen.

Also lass es!" beendete er seinen Monolog, indem er bei dem letzten Satz einen schärferen Ton anschlug. Ungewöhnlich scharf für seinen angeblich doch sonst so ruhigen Charakter.

Die Hälfte von seiner Erklärung, hatte ich nicht verstanden, doch die ärztliche Anweisung war klar und deutlich.

Nur leider nicht so leicht zu befolgen, wie sie sich anhörte.

„Und sonst wird nichts weiter mit mir geschehen?" harkte ich nach und ballte die linke Hand zur Faust.

„Nein. Aber hör auf meinen Rat. Sonst vergisst du dich selbst. Und alles was dir wichtig ist." Das war jetzt kein Rat mehr, sondern eine Warnung.

Aber sie vergessen? Niemals. Nicht solange ich lebte.

Anderseits hatte ich eben um mich herum nichts mehr mitbekommen, auch nicht wie die Zeit verging.

„Was sage ich ihr?" fragte ich mich selbst und merkte zu spät, dass ich die Worte laut ausgesprochen hatte.

„Die Wahrheit. Sie kann dich ablenken. Du wirst es sowieso nicht vor ihr verbergen können." Na das wollen wir doch erst mal sehen.

Meine Gedanken konnte sie immerhin noch nicht lesen.

„Danke."war das letzte, was ich erwiderte, bevor ich einfach auflegte.

Das war also geschafft.

Und wenn er recht hatte, würde nichts weiter mit mir passieren.

Das Ganze war zwar kaum auszuhalten, aber ich würde zumindest nicht daran sterben.

Doch jetzt musste ich Anika erst mal ihr Handy zurück geben, ohne dass sie Verdacht schöpfte.

Und als ob das nicht schwer genug werden würde, musste ich mich bei ihr entschuldigen.

Ich hatte mich wirklich mal wieder vollkommen daneben benommen.

Aber eigentlich fühlte ich mich überhaupt nicht in der Lage zu so einem Gespräch.

All meine Kraft und Konzentration brachte ich dazu auf, dem Drang zu widerstehen und auf Carlisle's Worte zu hören.

Meine Nerven drohten zu zerreißen.

Mein Körper war so angespannt, dass meine immer noch zu Fäusten geballten Hände bebten.

So wie ich drauf war, stellte ich eine große Gefahr für alle in meinem Umfeld dar.

Ich war eine Zeitbombe, die jeden Moment zu explodieren drohte und noch dazu war ich tot müde.

Aber schlafen konnte ich sowieso nicht.

Nicht,solange sie nicht bei mir war.

Trotzdem ging ich langsam auf das Anwesen zu und fand sie auf den Treppenstufen vor dem Hintereingang, den wir auch in der Nacht zuvor benutzt hatten.

Sie war definitiv verletzt und enttäuscht von meinem Verhalten.

Unverständnis lag in ihrem Blick.

Ich atmete noch einmal tief durch und entkrampfte meine Finger, bevor ich den Schutz der Bäume verließ.

Sofort ruhten ihre großen, glasig wirkenden Augen auf mir.

Aber sie hatte nicht geweint. Noch nicht.

Ich fühlte mich einfach nur schuldig und wollte es unbedingt wieder gutmachen.

Wenn ich sie so sah fühlte ich mich innerlich leer. So als ob mir jemand meine Seele und alles schöne im Leben genommen hätte.

Kurz um, ich ertrug es kaum diese Enttäuschung in ihren Augen zu sehen.

Aber immerhin lenkte mich mein schlechtes Gewissen von meinem Arm ab, so dass ich ohne weiteres Überlegen auf sie zu ging.

Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
chenupet 15. Apr 2019

Oh je .... dachte Jacob entspannt sich und hat sich besser im Griff... so schade . :(

chenupet 13. Mar 2019

OMG .... heftig .....

chenupet 12. Feb 2019

Oh je ..... einen Schritt vor und anderthalb Schritte zurück ....

Spannung pur .....

Wünsche Dir eine schöne Restwoche :)

Akina 17. Feb 2019
So ist es leider.. Dir auch :)