Lebensretter

vor 4 Mon.
Fanfiction zu den Büchern der Biss- Reihe von Stephanie Meyer. In dem Buch geht es um ein ganz normales deutsches Mädchen, Anika, das durch einen dummen Zufall mit dem Tracker James und seiner Gefährtin Victoria zusammen stößt. In diesem Moment trifft sie auch Jakob und das Wolfsrudel. Zwischen den beiden besteht von Beginn an eine gan..
Bis(s) Romanze P16 Mystery In Arbeit
Inhaltsverzeichnis

Kapitel 47 Oktober 2013 Alice

Ich blieb länger bei ihr, als ich beabsichtigt hatte.

Sie hatte Herbstferien und viel zu viel Zeit zum Nachdenken.

Ich hielt sie wenigstens auf Trapp und von ihren schon nahezu depressiven Gedanken fern.

Trübsal blasen war bei mir nämlich nicht erlaubt.

Doch auch ich kam irgendwann an meine Grenzen.

Sie schlief. Und ich saß auf ihrem Sofa vor dem Laptop. Wie jede Nacht.

Nur das ich besonders in der Nacht von Tag zu Tag unruhiger wurde.

Nervös trommelte ich mit den Fingerspitzen auf das Gehäuse meines IMacs und versuchte mich auf meine Immobilien zu konzentrieren, doch meine Aufmerksamkeit richtete sich immer wieder auf meine schlafende Freundin.

Verdammte Scheiße.

Ich war schon wieder ziemlich durstig, doch ich hatte es bisher geschafft mich zusammen zu reißen und mich nur von meiner besten Seite zu zeigen.

Sogar heute wo wir bis nach Soltau in den Heidepark gefahren sind und ich den ganzen Tag über von Menschenmassen umringt gewesen war.

Solche Menschenmassen und die zwangsläufige Nähe waren für gewöhnlich der absolute Horror für mich und selbst direkt nach den Jagen nur schwer zu ertragen.

Doch da war ich abgelenkt. Wir hatten wirklich Spaß gehabt und ich hatte mein Ziel erreicht. Sie war zumindest wieder halbwegs glücklich.

Jetzt war es langweilig und totenstill. Mein Verlangen nach Blut holte mich wieder ein.

Aber ich wusste genau, dass ich meinem Instinkt auf keinen Fall nachgeben durfte.

Anika brauchte jetzt nicht noch ein Monster, welches ihr nur Probleme machte und sich absolut nicht im Griff hatte.

Aber es hatte keinen Sinn mehr zu verleugnen, wie durstig ich war, doch ich versuchte nicht weiter darüber nachzudenken.

Trotzdem spürte ich ihre Wärme und hörte wie ihr Herz das Blut durch ihre Adern pumpte.

Meine Kehle begann fürchterlich zu brennen, obwohl ich gar nicht atmete.

Ich biss die Zähne zusammen, um so die Schmerzen in meinem Hals und in meinem toten Magen zu betäuben.

Aber es half nichts, meine Kehle stand nach wie vor in Flammen.

Meine mittlerweile schwarz gewordenen Augen spiegelten sich in dem Bildschirm des Laptops und ich erschrak, als ich bemerkte, dass sich bereits Blut um meine Iris herum angesammelt und die dunklen Adern unter meinen Augen hervorgetreten waren.

Langsam stand ich auf und ging herüber zu ihrem Bett.

Ich war völlig auf ihre Kehle fokussiert.

Für einen Moment lang war ich mir nicht sicher, ob ich den Kampf in meinem Inneren gewinnen konnte.

Gut, dass es in ihrem Zimmer stockdunkel war.

Sanft berührte ich Anika am Oberarm, sodass sie aufwachte.

Allein die Gewissheit, dass sie nun mein unangebrachtes Verhalten mitbekommen konnte, führte dazu, dass ich einen Teil meiner Selbstbeherrschung wieder fand.

Mein Über-Ich schaltete sich wieder ein und mein ICH versuchte verzweifelt mein ES davon zu überzeugen, meinen Wunsch nach frischem Blut noch ein wenig auf die lange Bank zu schieben.

Ich wunderte mich immer wieder darüber, wie gut sich das Instanzenmodell von Sigmund Freud auf den Vampirismus übertragen lässt.

„Ich muss gehen." flüsterte ich und sah in ihre verständnisvollen Augen.

„Okey."flüsterte sie zurück und löste Wehmut in mir aus.

Ich wollte sie nicht alleine zurück lassen, aber ich konnte auch nicht bleiben.

„Ruf mich an." Meine Worte waren mehr eine Bitte als ein Angebot.

Abgesehen von meiner Familie hatte ich keine wirklichen Freunde, außer Anika.

„Mache ich." bestätigte sie und ich wandte mich von mir ab, als ich bemerkte, wie meine Augen sich erneut veränderten.

Das ES war wohl doch zu stark.

Ich war schon halb aus dem Fenster, da sprach sie erneut meinen Namen aus.

„Alice?"

Ich verharrte in meiner Bewegung ohne mich umzudrehen. Ich musste ganz schnell hier raus.

„Ja?"antwortete ich in einem möglichst ruhigen Tonfall.

„Danke für Alles. Ich hab dich lieb." flüsterte sie.

Obwohl ich fast nur noch von meinen Instinkten beherrscht wurde, musste ich Lächeln.

Ihre Worte bedeuteten mir unglaublich viel.

Am Liebsten wäre ich ihr um den Hals gefallen, aber das hätte kein gutes Ende genommen.

„Ich dich auch." erwiderte ich und sprang hinaus in die Nacht.

Ich rannte durch den Wald und sprang dabei mehr von einem Baum zum andern.

Ich holte tief Luft und atmete den Geruch von zwei Rehen ein, die sich ganz in meiner Nähe befanden.

Was man jagen wollte, musste man entscheiden, bevor man seine Beute roch.

Jetzt war es zu spät um noch irgendwelche anderen Pläne zu schmieden und ich folgte der Spur.

Ich sprang von einem Baum hinab und befand mich gemeinsam mit den Wildtieren auf einer Lichtung.

Das Geräusch meiner Landung war zu leise, um die Aufmerksamkeit derTiere auf mich zu lenken.

Ein leises Knurren drang zwischen meinen Zähnen hervor und mein menschlicher Verstand hatte sich ein für alle Mal abgeschaltet.

In diesem Zustand kannte ich weder Freund noch Feind.

Ich sah die Panik in den Augen des Rehs, auf das ich mich kaltblütig stürzte.

Ich konnte die Hitze unter der Haut spüren und und das Pochen des Pulsschlags dicht unter der Oberfläche hören.

Das Tier öffnete sein Maul, um einen verzweifelten, kläglichen Laut vonsich zu geben, doch meine Zähne durchtrennten seine Luftröhre, bevor ein Geräusch herausdringen konnte.

Ich hörte das Gurgeln von Luft und Blut in der Lunge des Rehs und mein leises Stöhnen, dass ich nicht unterdrücken konnte.

Das Leben wich langsam aus dem völlig verstörten Blick des Tieres, doch alles was ich spürte war das pure Verlagen.

Das Blut war warm und süß. Allerdings nicht halb so süß, wie das eines Menschen.

Aber es reichte aus, um das Feuer in meiner Kehle zu löschen und die nagende, kribbelnde Leere in meinem Magen zu füllen.

Ich saugte und schluckte. Alles andere um mich herum nahm ich in meinem Blutrausch kaum noch wahr.

Das Problem mit allen Lebewesen war es, dass sie nie genug Blut in sich hatten.

Es kam mir vor, als wäre der Körper des Tieres schon Sekunden später vollkommen ausgetrocknet gewesen.

Frustriert schüttelte ich den schlaffen Körper und ließ in achtlos zu Boden fallen.

Das zweite Reh, war natürlich längst über alle Berge, doch ich hatte vorerst genug.

Langsam kam ich wieder zu mir und wischte mir einen Rest Blut vom Kinn.

Langsam hockte ich mich neben den ausgesaugten Kadaver, streichelte dem Tier vorsichtig über den Kopf und schloss mit den Fingern seine immer noch vor Panik weit geöffneten Augen.

Schon kamen die Schuldgefühle in mir hoch, doch ich konnte meine Natur nicht ändern.

An mein früheres Leben konnte ich mich kaum erinnern, aber ich wusste genau, dass ich Tiere geliebt hatte.

Und jetzt bleib mir nichts anderes übrig als sie kaltblütig zu ermorden..

Deutlich langsamer als zuvor lief ich zurück, zu Anika's Haus, um meinen Laptop und meine Autoschlüssel zu holen.

Zum Glück war das Fenster noch offen und sie schlief wieder tief und fest.

Gerade, als ich sie ein letztes Mal ansah erschienen Bilder von ihr vor meinem inneren Auge.

Schneeflocken fielen vom Himmel.

Sie war glücklich. Ihre Augen leuchteten und ihre Wangen waren gerötet.

Und sie war nicht alleine.

Ein Junge war bei ihr und sie liefen zusammen durch den Schnee.

Sie würde also jemanden finden, der ihr über ihren Verlust von Jakob hinweg helfen würde.

Genauso und nicht anders sollte es sein.

Sie hatte ein normales Leben verdient.

Schmunzelnd und zuversichtlich verließ ich ihr Zimmer und machte mich auf den langen Weg zurück nach Forks.

Insgeheim war ich froh, dass die Wölfe sich aktuell auf der andern Seite der Welt befanden.

Trotzallem würde Jakob meine Vision sicherlich nicht gefallen.

Aber was der Wolf nicht weiß, macht ihn nicht heiß..oder wütend?

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chenupet 15. Apr 2019

Oh je .... dachte Jacob entspannt sich und hat sich besser im Griff... so schade . :(

chenupet 13. Mar 2019

OMG .... heftig .....

chenupet 12. Feb 2019

Oh je ..... einen Schritt vor und anderthalb Schritte zurück ....

Spannung pur .....

Wünsche Dir eine schöne Restwoche :)

Akina 17. Feb 2019
So ist es leider.. Dir auch :)