Lebensretter

vor 9 Mon.
Fanfiction zu den Büchern der Biss- Reihe von Stephanie Meyer. In dem Buch geht es um ein ganz normales deutsches Mädchen, Anika, das durch einen dummen Zufall mit dem Tracker James und seiner Gefährtin Victoria zusammen stößt. In diesem Moment trifft sie auch Jakob und das Wolfsrudel. Zwischen den beiden besteht von Beginn an eine gan..
Bis(s) Romanze P16 Mystery In Arbeit
Inhaltsverzeichnis

Kapitel 50 April 2016 Jakob

Kopflos rannte ich durch den Wald.

War meine größte Befürchtung wirklich war geworden?

Oder hatte die klein Blutsaugerin diese Lüge nur erfunden, um mich von ihr fern zu halten.

Körperlich ging es mir so gut, wie nie zu vor.

Ich war stärker und schneller geworden.

Die monatelange Jagd zeichnete sich in Form von erhöhter Ausdauer aus.

Doch seelisch ging es mir so schlecht wie nie zuvor.

Die letzten zweieinhalb Jahre waren die Hölle für mich gewesen.

Am Anfang hatte ich versucht sie zu vergessen, doch schon nach wenigen Wochen musste ich mir eingestehen, dass dies unmöglich war.

Sie war in meinen Gedanken allgegenwärtig. Bis heute.

Ich hätte niemals gehen dürfen.

Wir hätten zusammen eine Lösung finden müssen.

Es war der größte Fehler meines Lebens gewesen, sie einfach so zurück zu lassen.

Und ich hatte mich bis heute nicht getraut ihr, nachdem was passiert war,wieder unter die Augen zu treten.

Und jetzt war es zu spät.

Die ganze Zeit hatte ich mich an die Hoffnung geklammert, dass sie mir irgendwann verzeihen könnte.

Dass es noch eine Chance für uns gab.

Dass wir zusammen alles in den Griff bekommen könnten.

Aber eigentlich wusste ich: Was ich getan hatte, war unverzeihlich.

Und es hatte sich nichts geändert.

Ich war immer noch das gleiche unberechenbare Monster wie die Jahre zuvor.

Und jetzt war es zu spät. Sie hatte einen besseren gefunden.

Doch davon musste ich mich erst selbst überzeugen.

Und ich musste sie endlich wiedersehen.

Meine Sehnsucht nach ihr war nicht mehr länger auszuhalten.

Sobald ich meinen Entschluss gefasst hatte, hörte ich auf gegen Drang nach ihrer Nähe anzukämpfen und meine Beine bewegten sich ganz von alleine in ihre Richtung.

Es war befreiend diesen Kampf endlich aufgeben zu können.

Auch wenn es nur für einen Moment war.

Doch gleichzeitig wuchs meine Angst mit jedem Meter den ich zurück legte.

Würde ich sie tatsächlich so vorfinden, wie Alice es beschrieben hatte?

Tief in meinem inneren betete ich, dass sie sich irrte.

Mein Herz hatte bereits einen enormen Knacks bekommen, doch noch war ich mir nicht sicher.

Plötzlich stieg mir ihr Geruch in die Nase und ich war wie berauscht.

Er löste in mir ungeahnte Glücksgefühle aus.

Meine Sehnsucht nach ihr schnürte mir die Kehle zu.

Meine Pfoten überschlugen sich.

Doch dann rief ich mir in Erinnerung, dass ich ihr nicht zu nah kommen durfte.

Sonst könnte sie meine Anwesenheit spüren.

Trotz dieser Gewissheit war ich nicht in der Lage, stehen zu bleiben.

Ich war wie berauscht.

Und dann sah ich sie.

Ihre braunen Haare waren noch länger geworden.

Sie trug ein weinrotes, langärmliges Oberteil und eine schwarze, hautenge Jeans.

Zum einen war mir ihr Anblick so vertraut und zum andern hatte sie sich doch verändert.

Sie sah nicht mehr aus wie ein Mädchen.

Sie war zu einer jungen, wunderschönen Frau heran gewachsen.

Ich hörte ihre Stimme und ihr Lachen.

Es ließ mein Herz für einen Schlag aussetzten.

Für einen Moment war ich über glücklich wieder in ihrer Nähe zu sein und im nächsten Wünschte ich mir, ich hätte eine andere Entscheidung getroffen.

Sie stand auf einer Wiese vor einem See und hatte mir den Rücken zugewandt.

Mit einem anderen Kerl.

Er war etwas größer als sie und blickte auf sie hinab.

Mein Magen verkrampfte sich und mein Herz schlug immer schneller.

Er hielt ihre Hand.

Sie standen einfach nur da und sahen sich an, doch in mir stieg die rasende Wut auf.

Die Art, wie er sie ansah..

Ich konnte aus meinem Blickwinkel nicht genau sehen, wie sie ihn ansah.

Und ich war mir sicher, es war besser für mich, es nicht zu wissen.

Ich wollte so gern zu ihr gehen und ihr sagen, dass ich wieder da war..und ich wollte diesen Typen in der Luft zerfetzen.

Doch ich war zu geschockt, um irgendetwas zu tun.

Ich nahm das Geschehen vor meinen Augen wahr, konnte es aber nicht verstehen.

Also stand ich einfach nur da. Unfähig mich zu bewegen. Unfähig irgendetwas zu tun während die Realität an mir vorbei zu rauschen schien.

Innerlich wurde ich bereits vom Schmerz zerfressen.

Wie in Trance nahm ich wahr, wie er sich zu ihr hinunter beugte und sein Lippen auf die ihren legte.

Mit einem Mal empfand ich nichts mehr, abgesehen von tiefer Trauer.

Im gleichen Moment, als für mich meine gesamte Welt zusammen brach, schnellte sie herum.

Ihr Blick fand sofort den meinen.

Sie hatte meinen Schmerz gespürt.

Ich befand mich im Schatten einer großen Tanne, doch ich wusste genau, dass sie mich entdeckt hatte.

Ohne Umschweife machte ich kehrt und stürmte davon.

So schnell meine vier Pfoten mich trugen, flüchtete ich vor dem, was ich soeben gesehen hatte.

Es war schlimmer als eine Horde blutrünstiger Vampire.

Schlimmer als damals, als Victoria mich halb zerquetscht und vergiftet hatte.

Schlimmer als der Schmerz vor meiner ersten Verwandlung.

Ich hatte das Gefühl ich wäre keine zwei Minuten gerannt, da stand ich schon vor unserem kleinen Haus.

Schnell verwandelte ich mich zurück und zog meine Kleidung an.

Jetzt wo ich wieder ein Mensch war, schlug der Schmerz noch einmal mit voller Wucht zu.

Ich fühlte mich, als würde mich eine unsichtbare Macht zu Boden drücken und sank in die die Knie.

Heiße, salzige Tränen stiegen mir in die Augen und bahnten sich ihren Weg über mein Gesicht.

Ich zitterte am ganzen Körper.

Mein Herz fühlte sich an, als hätte man es tatsächlich durchtrennt.

Ich hatte schon gelitten, als ich sie vor zweieinhalb Jahren verlassen hatte.

Aber die Gewissheit, dass sie jetzt mit einem anderen eine Beziehung führte, war unerträglich.

Mühsam schaffte ich es, mich zu erheben und schleppte mich ins Haus.

Mein Vater schien nicht Zuhause zu sein.

Vermutlich war er mit Sue Clearwater unterwegs.

So wie ich es mitbekommen hatte, war sie mehr oder weniger bei uns eingezogen.

Aber es war gut, dass er nicht hier war.

Es musste niemand sehen, wie ich krepierte.

Doch sobald ich die Haustür öffnete, hätte ich sie am liebsten wieder zugeschlagen.

Leah saß an meinem Küchentisch und stopfte sich mit den Resten irgendeines Auflaufs voll.

„Was machst du denn hier?" fuhr ich sie an.

„Ich dachte meine Mum wäre hier." antwortete sie schulterzuckend und mit vollem Mund.

Ohne ein weiteres Wort ließ ich mich neben sie auf den Stuhl fallen.

Ich versuchte zu verarbeiten, was gerade passiert war.

Ich wünschte mir, es wäre alles nur ein böser Traum gewesen.

Ich schloss die Augen und ließ meinen Kopf mit einem lauten Schlag auf die hölzerne Tischplatte knallen.

Es war gerade zu ein Wunder, dass sie nicht zerbrach als ich jeden Muskel in meinem Körper erschlaffen ließ.

Leah stieß einen spitzen Schrei aus: „Jake!"

Wenige Millisekunden später stand sie neben mir und drückte meinen Oberkörper zurück in den Stuhl.

„Alles in Ordnung?" wollte sie wissen und rüttelte an meiner Schulter.

Langsam öffnete ich die Augen und blickte in ihr verwirrtes Gesicht.

„Nach was sieht es denn aus?" antwortete ich bitter.

Konnte sie mich nicht einfach alleine lassen?

Sie antwortete nicht und sah mich traurig an.

Sie hatte es nicht verdient, dass ich so mit ihr umsprang.

„Es tut mir leid Leah." murmelte ich kopfschüttelnd.

Sie schien bereits mitbekommen zu haben, was passiert war.

Meine Gedanken waren vermutlich ein offenes Buch für das gesamte Rudel gewesen.

Scheiße.

„Geht es?" fragte sie leise.

„Schon okey Leah." gab ich zurück und schlug die Hände vors Gesicht.

„Soll ich vielleicht mit ihr reden?" Das Gespräch war für sie wohl noch nicht beendet.

„Nein!"antwortete ich bissig.

„Jake.."flüsterte sie und sah mich eindringlich an.

Mitleid lag in ihrem Blick.

Ich schloss die Augen, atmete zittrig aus und spürte eine weitere brennende Träne über mein Gesicht lief.

„Kann ich irgendwas tun?" fragte sie mitfühlend. Ihre Hand lag nach wie vor auf meiner Schulter.

Ich schüttelte nur den Kopf.

„Aber du siehst echt elend aus." stellte Leah fest.

Meine Mundwinkel zuckten für eine Sekunde, aber ich war unfähig zu lächeln.

„Nein Leah. Niemand auf dieser Welt kann mir helfen."

Meine Worte waren nicht einmal ein Flüstern, doch ich wusste, dass ihren guten Ohren keine Silbe entgangen war.

Mit diesen Worten erhob ich mich schwerfällig und machte mich auf den Weg in mein Zimmer.

Ich wollte einfach nur in meinem Bett liegen und schlafen.

Ich fühlte mich, als würde mein Inneres von Salzsäure zerfressen werden.

Vorallem mein Herz.

Mein Blick wurde schwummrig, alle Gedanken in meinem Kopf kreisten durcheinander, bis ich schließlich in einen traumlosen Schlaf glitt.

Dieser war allerdings nur von kurzer Dauer.

Mein Handy, welches am Ladekabel auf meinem Nachtisch lag, vibrierte ununterbrochen.

Wer zur Hölle hatte es überhaupt aufgeladen?

Sofort stach mir ihr Name ins Auge.

Mit 32 Anrufen in Abwesenheit.

Sofort begann ich erneut am ganzen Körper zu zittern.

Sie hatte mich also tatsächlich gesehen.

Warum war ich nicht vorsichtiger gewesen.

In diesem Moment klingelte mein Smartphone zum 33 Mal.

Alles in mir wollte den Anruf annehmen, doch ich wusste genau, dass ich es nicht ertragen würde ihre Stimme zu hören.

Und dann war die Chance auch schon verstrichen.

Wütend flackerte ich mein Handy gegen die Wand und es zersprang in tausend Teile.

An Schlaf war jetzt nicht mehr zu denken.

Sofort war ich auf den Beinen und stürmte aus dem Haus, verwandelte mich und rannte einfach drauf los.

Die Stimmen in meinem Kopf ignorierte ich vollkommen.

Ob bewusst oder nicht, ich wusste genau wohin ich lief.

Ich konnte nichts dagegen unternehmen.

Vor ihrem Haus angekommen, war ich gezwungen meine Gedanken wieder einzuschalten.

Was sollte ich jetzt tun?

Ich zwang mich zur Ruhe.

Ich konnte nicht einfach Steine an ihr Fenster werfen oder klingeln.

Mal ganz abgesehen davon: Was sollte ich ihr sagen?

Wie würde sie auf mich reagieren?

Vielleicht würde sie mir die Tür vor der Nase wieder zuschlagen.

Aber ich wusste es nicht, wenn ich es nicht versuchen würde.

Und ich musste sie sehen. Ich musste mit ihr sprechen.

Am liebsten würde ich sie einfach in die Arme nehmen und nie wieder loslassen.

Aber ich wusste, dass sie das niemals zulassen würde.

Jetzt musste ich ich mich erst einmal in Geduld üben, obwohl meine Nerven zum explodieren gespannt waren.

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chenupet 30. Nov 2019

Hallo Akina,

das waren wieder spannende Kapitel.
Ich hoffe Du schreibst weiter und meldest Dich bei einer anderen Plattform an.
Fände es sehr schade, wenn diese tolle Geschichte für immer verschwinden würde.
Wünsche Dir ein schönes Wochenende.

LG Chenupet

chenupet 15. Apr 2019

Oh je .... dachte Jacob entspannt sich und hat sich besser im Griff... so schade . :(

chenupet 13. Mar 2019

OMG .... heftig .....