Lebensretter

vor 4 Mon.
Fanfiction zu den Büchern der Biss- Reihe von Stephanie Meyer. In dem Buch geht es um ein ganz normales deutsches Mädchen, Anika, das durch einen dummen Zufall mit dem Tracker James und seiner Gefährtin Victoria zusammen stößt. In diesem Moment trifft sie auch Jakob und das Wolfsrudel. Zwischen den beiden besteht von Beginn an eine gan..
Bis(s) Romanze P16 Mystery In Arbeit
Inhaltsverzeichnis

Kapitel 53 Juni 2016 Anika

Endlich war alles vorbei.

Die letzten Abiturprüfungen waren geschafft und heute war der Tag, den ich mir seit Monaten im Kalender eingekreist hatte gekommen: Der 17.Juni.

Der Tag andrem endlich die Abiturzeugnisse vergeben wurden.

Mein brandneues, rotes Cocktailkleid hing bereits in meinem Zimmer an dem Spiegel.

Wenn ich nach Hause kam, musste ich also nur noch duschen, mir ein paar Locken in meine glatten, braunen Haare zaubern und mich dem Anlass entsprechend schminken.

Ich atmete tief ein, um mich zu beruhigen, und ritt mit Wegui, meiner Haflingerstute und Sina durch den Wald.

Sie war mein ganzer Stolz mit ihrem hellbraunen Fell und ihrer langen weißen Mähne.

Doch die ersten Wochen mit ihr waren nicht gerade einfach gewesen und hatten mich meine Nerven, Blut und Schweiß gekostet.

Aber Wegui war genau die Ablenkung, die ich gebraucht hatte und nahm einen Großteil meiner Freizeit in Anspruch.

Und das war gut so.

Mittlerweile hatten wir uns auch schon mehr oder weniger angefreundet.

Es lief von Tag zu Tag besser.

In dem Moment erschien es mir aber trotzdem ein wenig leichtsinnig, am Morgen der Zeugnisvergabe mit diesem bekloppten Pony ausreiten zu gehen.

Aber diese Bedenken tat ich schnell mit einem Schulterzucken ab und genoss meinen Ausritt durch unseren wunderschönen Wald.

Meine Gedanken kreisten nicht nur um die Zeugnisvergabe am Nachmittag, sondern auch um den am morgigen Tag bevorstehenden Abiball.

Auch mein bodenlanges, dunkelblaues Abendkleid lag bereits bereit.

Doch viel mehr Sorgen machte mir der bevorstehende Pflichttanz aller Abiturienten.

Jan und ich hatten den Discofox zwar um die hundert Mal geübt, doch das Ergebnis war eine Katastrophe.

Er tanzte noch um einiges schlechter als ich.

Und das musste man erst einmal schaffen.

Mein Trost war es, dass sich um die vierzig Paare gleichzeitig auf derTanzfläche bewegen würden.

Niemandem würden unsere Tanzkünste auffallen.

Ich schloss die Augen und spürte die warmen Sonnenstrahlen auf meinem Gesicht.

Es würde schon alles gut gehen.

Doch je tiefer ich in den Wald hinein ritt, desto beobachteter kam ich mir vor.

Ein dicker Klos bildete sich in meinem Hals und meine Augen glitten suchend zwischen den Bäumen hin und her. Doch ich konnte niemanden sehen.

Vielleicht bildete ich es mir mittlerweile auch schon ein.

Ich hatte ihn nicht mehr gesehen, seitdem er vollkommen ausgeflippt war. Wegen Jan und mir.

Auch Leah hatte ich nur noch ein weiteres Mal zu Gesicht bekommen.

Ich hatte sie nicht direkt nach Jakob gefragt, doch sie hatte mir erzählt, dass er Tag für Tag hart an sich arbeiten würde.

Ich wusste genau, dass sie den Plan verfolgte, dass wir zumindest wieder miteinander befreundet sein konnten.

Diese Hoffnung hatte ich auch gehabt, als er vor drei Monaten einfach wieder aufgetaucht war.

Ich war bereit dazu gewesen, ihn wieder in mein Leben zu lassen.

Aber jetzt? Nach seiner Reaktion auf Jan?

Nachdem er sogar auf mich losgegangen war?

Ich wollte ihn nicht als Monster sehen, doch ich konnte die Wahrheit nicht mehr länger leugnen.

Es war zu viel passiert.

Er hatte meine beste Freundin verletzt und meinen Hund wie einen Flummi durch die Gegend geschleudert.

Was also würde er mit Jan machen, wenn er ihn zu einem ungünstigen Zeitpunkt in die Finger bekam?

Bei diesen Bildern in meinem Kopf, stießen mir die Tränen in die Augen.

Selbst vor mir hatte seine Zerstörungswut nicht halt gemacht.

Er hatte mein Vertrauen gebrochen. Ob er es nun gewollt hatte oder nicht.

Auf eine Art und Weise sehnte ich mich nach seiner Nähe und vermisste ihn, andererseits hoffte ich, dass er sich weiterhin von mir fernhielt.

Aber mittlerweile wusste ich ganz genau: Ich würde ihn nie vergessen können. Ich würde niemals vollkommen über ihn hinwegkommen.

Ob das jetzt nur an den reinen, menschlichen Gefühlen lag, die ich empfand, oder ob tatsächlich das Schicksal seine Finger im Spiel hatte, konnte ich beim Besten Willen nicht sagen.

Fest stand aber: Ich wollte ihn nicht sehen. Es würde uns beiden zu viel Schmerzen zufügen.

Sein Leben war ohne mich besser, und das mein ohne ihn.

Das waren vor fast drei Jahren seine eigenen Worte gewesen.

Verstanden hatte ich sie schon längst. Aber wirklich wahrhaben konnte und wollte ich sie immer noch nicht.

In diesem Augenblick wusste ich nur, dass ich es momentan nicht ertragen hätte, den riesigen Wolf vor mir zu sehen und in seine riesigen, wunderschönen, dunklen und traurigen Augen zu blicken.

Außerdem hatte ich keine Ahnung, wie er jetzt auf mich reagieren würde.

Unsere Beziehung, wenn man es überhaupt noch so nennen konnte, hatte heftige Risse bekommen.

Und diese Risse wurden von Tag zu Tag tiefer.

Jedenfalls wollte ich es auf keinen Fall darauf anlegen, ihm gleich hier im Wald gegenüber zu stehen.

Also wendete ich mein Pferd, legte meine Schenkel zurück und trieb Wegui in den Galopp.

Da Wegui begriff, dass es nun Richtung Stall zurück ging, war sie kaum noch zu bremsen.

Ich ging in den leichten Sitz und sah zu, wie die Bäume nur so an uns vorbei flogen.

Trotz meiner Sorge machte es Spaß. Die Pferdestärke von Wegui war jedoch nicht mit der Geschwindigkeit von Jakob zu vergleichen.

Auch das Gefühl auf einem Pferderücken oder dem eines gigantischenWolfes zu sitzen, war etwas völlig anderes.

Sina jedoch protestierte kläffend als sie Mühe hatte, mit dem Tempo des Pferdes mitzuhalten.

Trotzdem wurde ich die ganze Zeit über das Gefühl nicht los, dass sein Blick auf mir lag.

Doch falls es doch keine Einbildung meinerseits war, trennten uns mehrere hundert Meter voneinander.

Erst am Waldrand nahm ich die Zügel wieder auf und parierte durch zum Schritt.

Dem armen Hund hing die Zunge fast bis zum Boden.

Mit einem mulmigen Gefühl ritt ich zurück zum Stall.

War er wirklich in der Nähe gewesen oder spielte mein Unterbewusstsein mir jetzt schon lustige Streiche?

Wie auch immer.

Ich hatte jetzt keine Zeit mehr, um mir den Kopf darüber zu zerbrechen.

Schon völlig im Stress kam ich schließlich Zuhause an und wollte gerade unter die Dusche springen, als mein Handy zu klingeln begann.

Ernsthaft?

Genervt blickte ich auf den Display, doch meine Miene hellte sich augenblicklich auf: Alice.

Auf sie konnte ich mich immer verlassen.

Sie rief mindestens einmal die Woche an und wollte jedes noch so kleine und unwichtige Detail aus meinem Leben erfahren.

Besucht hatte sie mich allerdings schon lange nicht mehr.

Doch das konnte ich ihr nicht übel nehmen. Ich wusste genau, wie schwierig es für sie war sich in meiner Nähe aufzuhalten.

Schnell nahm ich den Anruf entgegen.

„Na, wie läuft es mit den Vorbereitungen?" trällerte sie in den Hörer.

„Naja. Nicht gut, Ich war noch nicht einmal duschen." gab ich kleinlaut zurück.

„Bitte was? Kann es sein, dass du ein klein wenig Hilfe benötigst?" Ich konnte förmlich hören, wie sie am andern Ende der Leitung grinste.

Was hatte sie nun schon wieder vor?

„Alice?"setzte ich an und schüttelte lächelnd den Kopf.

„Jetzt geh endlich duschen! Ich bin in zwanzig Minuten da! Befahl sie und legte einfach auf.

Ich konnte es nicht fassen.

War das jetzt wirklich ihr Ernst?

Ich dachte sie wäre quasi noch am andern Ende der Welt.

Ungläubig ging ich ins Bad und leistete ihrer Anweisung Folge.

Zehn Minuten später stand ich im Bademantel vor dem Spiegel in meinem Zimmer und kämmte meine triefnassen Haare.

Gerade als ich noch überlegte, ob ich das Fenster für Alice öffnen sollte, klingelte es schon an der Tür.

Sofort machte ich mich auf den Weg nach unten, doch meine Mutter war schneller gewesen.

Alice stand bereits in unserem Flur und wurde überschwänglich von meiner Mutter begrüßt.

Sie trug eine schwarze, taillierte Bluse und eine hautenge, dunkle Jeans.

Ich lächelte sie an, doch dann bemerkte ich, wie sie sich augenblicklich versteifte, als meine Mutter sie kurz zu einer Umarmung nötigte.

Ihre Augenfarbe war nicht das flüssige Gold, welches ich erwartet hatte.

Die Iris war kastanienbraun gefärbt.

Sie hatte also auf jeden Fall nicht vor, länger zu bleiben.

Leichte Enttäuschung machte sich in mir breit, doch noch vor einer halben Stunde hatte ich überhaupt nicht damit gerechnet, dass sie mich überhaupt besuchen würde.

Ich sollte damit zufrieden sein.

Ich ging auf die beiden zu, um sie aus der misslichen Lage zu befreien, achtete allerdings darauf, dass ich ihr nicht zu nahe kam.

„Mama! Alice hilft mir mich fertig zu machen. Wir haben keine Zeit mehr für Smalltalk.

„Du kannst es ja wohl kam noch erwarten!" begrüßte mich Alice lächelnd und ging auf mich zu, machte allerdings keine Anstalten mich zu Umarmen.

Schade. Ich hatte sie so sehr vermisst.

Doch ihrem Blick zu urteilen, hätte sie sich unter andern Umständen noch mehr gefreut mich zu sehen.

Also machte ich auf dem Absatz kehrt und lief die Treppe wieder hinauf.

Alice folgte mir vollkommen geräuschlos.

Ich hielt ihr die Badezimmertür auf und schloss sie hinter uns ab, damit wir ungestört waren.

Sobald ich mich wieder zu ihr umdrehte, merkte ich, dass ihr Blick immernoch auf mir lag.

„Ach Man. Das ist doch bescheuert." quengelte sie machte einen Schritt auf mich zu und legte die Arme um mich.

Doch bevor ich ihre plötzliche Umarmung erwidern konnte, löste sie sich auch schon wieder von mir und lächelte entschuldigend.

„Zuerst Haare oder Make-Up?" trällerte sie im nächsten Moment schon wieder vor sich hin.

„Such dir was aus." entgegnete ich weit weniger euphorisch und nahm auf dem Badezimmerhocker vor dem Spiegel platz.

Sie stellte sich direkt hinter mich und fuhr mit ihren kalten, zarten Fingern durch meine Haare.

„Hast du irgendwelche Wünsche?" fragte sie gedankenverloren, erwiderte aber meinen Blick im Spiegel.

„Nichts zu aufwendiges. Der Abiball ist erst morgen." erklärte ich.

„Ohja. Dafür habe ich schon eine gute Idee. Du magst es lieber, wenn die Haare offen sind, oder?" die Begeisterung in ihrer Stimme war nicht zu überhören.

Ich drehte mich zu ihr um und sah sie fragend an.

„Denkst du etwa ich helfe dir heute dich etwas aufzuhübschen, aber morgen, an deinem großen Tag lasse ich dich im Stich?" fragte sie lachend.

Auch ich musste lächeln.

Womit hatte ich sie als Freundin nur verdient?

Ich wusste wirklich nicht, was sie an mir fand. Aber ich schien ihr etwas zu bedeuten.

Und auch sie war mir unheimlich ans Herz gewachsen.

Alice begann damit, mir eine Haarsträhne zu flechten und den Rest meiner Haare zu glätten, sodass sie noch länger wirkten als sonst.

„Zufrieden?"fragte sie und ließ ihre Finger erneut durch meine glatten Haare fahren.

„Perfekt. Danke." antwortete ich und strahlte sie an.

„So jetzt das Makeup!" verkündete Alice und setzte sich vor mich, sodass wir uns nun auf Augenhöhe befanden.

„Augen zu!" kommandierte sie und ich gehorchte.

Ich spürte, wie ihre eiskalten Hände das Makeup in meinem Gesicht verteilten.

Anschließend spürte ich, wie sie sich nach vorne beugte um mir den Lidschatten aufzutragen, doch nach wenigen Sekunden verharrte sie in der Bewegung und wendete sich ab.

Ich öffnete die Augen und konnte gerade noch sehen, wie sich ihr Gesicht veränderte, bevor sie mir vollkommen den Rücken zudrehte.

Sie hatte aufgehört zu atmen, und stand bewegungslos da.

Doch im Spiegel sah ich, wie sich ihre eigentlich weiße Lederhaut rot färbte und dunkle Adern unter ihren Augen hervortraten.

Als sie bemerkte, dass ich ihr Gesicht im Spiegel beobachten konnte, schloss sie sofort die Augen.

„Sorry." murmelte sie.

„Es gibt nichts, wofür du dich entschuldigen müsstest." sagte ich ruhig.

Sie war zu hart zu sich selbst.

„Ich wollte vorher noch jagen gehen, doch ich hatte keine Zeit mehr."erklärte sie beschämt und drehte sich wieder zu mir um.

Ihr Gesicht hatte ihre menschlichen Züge wieder erlangt.

Sofort wollte sie sich wieder an die Arbeit machen, doch jetzt lehnte ich mich einige Zentimeter zurück.

„Alice, du musst das nicht machen.." setzte ich an, doch sie unterbrach mich sofort.

„Ich will aber! Vertrau mir und jetzt halt still." befahl sie und ich gehorchte.

Diesmal hörte sie nicht auf, bis sie ihr Werk vollendet hatte.

„Augen auf!" kommandierte sie völlig selbstzufrieden.

„Wow! Danke." entfuhr es mir. Ich erkannte mich selbst kaum wieder und drehte und wendete mich in meinem roten Kleid vor dem Spiegel.

„Gefällt es dir?" quiekte sie und rieb die Hände aneinander.

„Ja! Ich glaube du kannst zaubern!" entgegnete ich lachend.

„Dein Freund wird Augen machen." Ihre dunklen Augen funkelten enthusiastisch.

„Wir sehen uns morgen, ja?" fragte sie deutlich leiser und mit einem entschuldigendem Lächeln.

Sie musste hier raus.

„Okey."Ich lächelte zurück.

„Viel Spaß." sagte sie noch und machte sich auf dem Weg zum Fenster.

„Alice?"

„Mhm?"Sie drehte sich noch einmal um.

„Nimm doch bitte die Haustür, sonst denken meine Eltern du hättest dich in Luft aufgelöst." schlug ich vor.

„Stimmt."entgegnete sie, drehte sich um und schwebte die Treppen in menschlicher Geschwindigkeit herunter.

„Danke!"rief ich ihr noch nach, bevor die Haustür ins Schloss fiel.

Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
chenupet 15. Apr 2019

Oh je .... dachte Jacob entspannt sich und hat sich besser im Griff... so schade . :(

chenupet 13. Mar 2019

OMG .... heftig .....

chenupet 12. Feb 2019

Oh je ..... einen Schritt vor und anderthalb Schritte zurück ....

Spannung pur .....

Wünsche Dir eine schöne Restwoche :)

Akina 17. Feb 2019
So ist es leider.. Dir auch :)