Lebensretter

vor 4 Mon.
Fanfiction zu den Büchern der Biss- Reihe von Stephanie Meyer. In dem Buch geht es um ein ganz normales deutsches Mädchen, Anika, das durch einen dummen Zufall mit dem Tracker James und seiner Gefährtin Victoria zusammen stößt. In diesem Moment trifft sie auch Jakob und das Wolfsrudel. Zwischen den beiden besteht von Beginn an eine gan..
Bis(s) Romanze P16 Mystery In Arbeit
Inhaltsverzeichnis

Kapitel 54 Juni 2016 Jakob

Ich weiß, ich hatte mir vorgenommen, ihr aus dem Weg zu gehen.

Mich vorerst noch von ihr fernzuhalten.

Wir waren erst seit einer Woche wieder zurück und bereits heute morgen hatte ich es nicht mehr ausgehalten.

Es war dumm, die Gelegenheit zu nutzen und ihr im Wald zu folgen.

Das wusste ich selbst.

Doch ich konnte einfach nicht anders.

Und ich hatte es mal wieder nicht geschafft, den nötigen Abstand zu waren. Sie hatte mich bemerkt und sofort die Flucht ergriffen.

Enttäuscht von ihrer Reaktion streunte ich immer noch ruhelos durch den Wald.

Doch dann stieg mir dieser bissige und zugleich vertraute Geruch in die Nase: Alice.

Die Blutsaugerin durfte sich also in ihrer Nähe aufhalten, ich aber nicht?

Sofort änderte ich meinen Kurs und lief auf sie zu.

Eigentlich dachte ich in ihr ein Ventil für meine aufgestaute Wut und Frustration gefunden zu haben, doch als sie in meinem Blickfeld auftauchte blieb ich wie angewurzelt stehen.

Ich konnte gerade noch beobachten, wie sie sich auf ein riesige Bache stürzte.

Mit ihrer linken Hand drückte sie das Wildschwein zu Boden, mit der rechten Hand griff sie zeitgleich nach einem der Frischlinge, die panisch auseinander stürmten.

Mit zwei Fingern drückte sie den Kehlkopf des kleinen Schweines ein, während sie ihre Vampirzähne in dessen Mutter rammte.

Das alles geschah so schnell, das selbst ich Mühe hatte ihren Bewegungen zu folgen.

Stöhnend nährte sie sich an den beiden Tieren, aus denen mittlerweile jegliches Leben gewichen war.

Sie schien mich nicht einmal zu bemerken, so berauscht war sie.

Obwohl ich wirklich schockiert war, sie so zu sehen, muss ich zu geben, dass es mich freute die ach so perfekte Alice völlig neben sich stehend zu erleben.

Das war der Beweis, dass sie mindestens genau so ein Monster war wie ich.

Schadenfreude stieg in mir auf und ich stolzierte mit gehobenem Kopf auf sie zu.

Als Alice ihre Opfer bis auf den letzten Tropfen ausgesaugt hatte, schnelle sie herum.

Ihre Augen waren blutunterlaufen und diese widerlichen, dunklen Adern lagen darunter.

Ihr Anblick war wirklich furchteinflößend. Doch das war ihr wahres Gesicht und nicht die hübsche, freundlich aussehende Porzellanmaske, hinter der sie sich sonst versteckte.

Jetzt war es blutverschmiert.

Aber als ob das nicht genug gewesen wäre entblößte sie nun ihre Fänge, duckte sich und schlich auf mich zu.

Ihr Knurren, welches sich so ganz anders anhörte als das meine, ließ selbst mir das Blut in den Adern gefrieren.

Ohne das ich es wollte, sträubten sich mir die Nackenhaare.

Sie befand sich noch vollkommen im Jagdmodus und sah mich weder als Freund, noch als Feind.

Sie sah mich als eine Hülle, in der Blut floss. Selbst wenn dieses für sie alles andere als appetitlich wäre.

Langsam und so ruhig wie möglich wich ich einige Schritte zurück, um zu verhindern, dass sie mich angriff.

Wir waren zwar keine Freunde, doch ein Kampf musste nun wirklich nicht sein.

Ich wusste genau, die einzige, der ich dabei weh tun würde, wäre Anika.

Es dauerte einige Sekunden, doch dann schien sie sich zu beruhigen.

Ihr Gesicht nahm wieder dessen normale Gestalt an, sie richtete sich aufund räusperte sich.

„Jakob."stellte sie völlig beschämt fest und wischte sich mit dem Handrücken das Blut vom Kinn.

Ich hatte sie eiskalt erwischt.

Scham und Reue lagen in ihren Augen, die nun wieder aus flüssigem Gold zu bestehen schienen.

Ich bereute es, ihr in meiner Wolfsgestalt gegenüber zu stehen, denn so war es mir unmöglich, mit ihr zu sprechen.

Doch sie schien die Fragen in meinem Kopf zu erraten.

Oder sie wollte nur von der Situation ablenken, in der ich sie vorgefunden hatte.

„Ich war eben bei ihr. Heute ist die Zeugnisvorgabe am Hüffert und ich habe ihr geholfen sich fertig zu machen." erklärte sie ohne mich anzusehen.

Was bildete sie sich eigentlich ein in diesem Zustand bei ihr aufzukreuzen?

Bei dem Gedanken, dass sie bereits in ihrer Nähe die Beherrschung verloren und sie ausgesaugt hätte, entfuhr mir ein Knurren.

„Ich habe es im Griff!" zischte sie als Antwort.

Na klar. Das hatte ich gerade eben gesehen.

Doch erst jetzt begriff ich den Inhalt von Alice Worten.

Anika hatte ihr Abitur geschafft. Jetzt schon? Ich hatte nicht einmal mit ihr darüber gesprochen.

Kannte ich sie überhaupt noch?

Die letzten drei Jahre ohne sie hatte ich jeden Tag gelitten und doch nicht begriffen, wie schnell die Zeit vergangen war.

Viel zu lange hatte ich nichts aus ihrem Leben mitbekommen.

Viel zu lange hatte ich ohne sie gelebt.

Viel zu weit hatten wir uns voneinander entfernt.

Ich hatte so viel verpasst.

Diese Erkenntnis stimmte mich überaus traurig.

Doch gleichzeitig verspürte ich das Bedürfnis, etwas daran zu ändern.

„Ich werde sie morgen noch einmal besuchen und ihr helfen. Nach dem Abiball bin ich wieder weg." führte Alice ihre Erzählung nun in einem ruhigeren Ton fort.

Abiball?Jetzt wurde ich endgültig hellhörig.

Ich hatte es schon versäumt, ihren Realschulabschluss mit ihr zu feiern.

Vielleicht ließe sich zumindest das jetzt wieder gut machen?

Andererseits wollte sie mich nicht sehen, geschweige denn in ihrer Nähe haben.

Und Sam hatte auch andere Pläne für mich und das Rudel.

Am Abend nahm ich nach und nach die Präsenz meiner Rudelmitglieder wahr.

Sam wollte uns vermutlich den Plan für die nächsten Tage mitteilen.

Aber noch wirbelten alle Gedanken wild durcheinander.

Aufmerksam wurde ich erst, als Embry mit hängendem Kopf auf mich zu lief.

„Was ist denn mit dir los?" wollte ich von ihm wissen, doch ich ahnte bereits, was ihn beschäftigte.

„ Ich hatte ein Telefonat mit meiner Mutter. Sie rückt einfach nicht mit der Sprache raus. Und ich kann ihr nicht sagen, dass ich weiß, dass sie mich meine ganze Kindheit über angelogen hat." antwortete er kopfschüttelnd.

„Eigentlich ist es doch auch egal.." versuchte ich ihn zu beschwichtigen.

Embry wusste nicht, wer sein Vater war.

Die Verwandlung war sowohl für ihn, als auch für alle andern sehr überraschend gewesen, weil seine Mutter nichts mit dem Quileute-Stamm zu tun hatte. Da nur Nachkommen von Taha Aki die Fähigkeit hatten, sich in Werwölfe zu verwandeln, musste Embry das Gen von einem Mann aus La Push geerbt haben, der dem letzten Rudel nahe stand.

Dafür kamen mein eigener Vater, Billy Black, Joshua Uley, der Vater von Sam oder Quil Ateara IV, in Frage.

Alle Männer waren zum Zeitpunkt von Embrys Zeugung verheiratet gewesen, was bedeutete, dass Quil, Sam oder ich Embrys Halbbruder sein mussten. Diese Tatsache hatte schon oft für einige Spannungen innerhalb des Stammes geesorgt.

Jetzt versuchten wir die Wahrheit einfach zu ignorieren.

Doch besonders Embry viel es schwer.

Ich selbst hatte mich nie getraut, meinen Vater danach zu fragen.

Ich konnte und wollte mir einfach nicht vorstellen, dass er meine Mutter betrogen haben sollte.

Auch Embry wollte seine Mutter mit der Wahrheit konfrontieren.

Sie hatte immer behauptet, seinen Vater nie richtig gekannt zu haben und schon vor Embrys Geburt keinen Kontakt mehr zu ihm gepflegt zu haben. Doch seit der Verwandlung wusste er, dass die Geschichte, die seine Mutter ihm all die Jahre aufgetischt hatte, eine Lüge war. Da er aber das Wolfserbe geheim halten musste, konnte er ihr nicht sagen, dass er es besser wusste.

„Mir ist es aber nicht egal. Und dir auch nicht." Wütend funkelte er mich an.

„Lass es gut sein." versuchte ich es noch einmal, doch dann verlangte Sam nach unserer Aufmerksamkeit.

„Wir bewachen das Territorium im Schichtdienst." verkündete er.

„Jakob,Leah und Paul halten bis morgen früh die Stellung, dann werden sie von Quil, Jared und mir abgelöst.

Morgen Nacht sind wieder Jakob, Leah und Paul an der Reihe.

Mist. Selbst wenn ich gewollt hätte, ich wurde gezwungen während des Abiballs als übergroßer Hund durch die Nacht zu laufen.

„Und was ist mit mir?" maulte Seth.

Ihm ging es gegen den Strich, dass Sam ihn immer noch nicht als vollwertiges Rudelmitglied ansah.

„Du gehst noch zur Schule." würgte Sam ihn ab, doch Seth ließ sich nicht so leicht beirren.

„Es ist Wochenende entgegnete er."

Ich räusperte mich vorsichtig und trat einen Schritt vor.

„Seth, würdest du in der Nacht vom 18. auf den 19. einige Stunden meiner Schicht übernehmen? Selbstverständlich hänge ich die dann am Nachmittag dran." schlug ich vor.

„Aber klar doch!" Seth war Feuer und Flamme, doch Sam knurrte leise.

„Bitte."flehte ich in Gedanken, worauf er tatsächlich nickte.

Die Nacht verlief ruhig.

Der einzige Blutsauger, der sich in der Nähe aufhielt, war Ailce.

Am nächsten Morgen musste ich meinem Vater zunächst einmal beim Holzmachen helfen.

Ich wünschte, ich hätte mich davor drücken können, aber ich hatte es ihm versprochen.

So kam es, dass es bereits 12 Uhr mittags war, als ich müde ins Bett fiel.

Doch bevor ich meine Augen schloss, stellte ich mir meinen Wecker für 18:00 Uhr.

Schon beim ersten nervigen Piepen öffnete ich die Augen.

Ein Lächeln breitete sich auf meinem Gesicht aus.

Der Wecker war noch heile und ich lag noch völlig ruhig im Bett.

Wenn ich genug schlaf bekam, funktionierte es tatsächlich.

Mit neuer Motivation schlenderte ich in die Küche, wo ich den Rest der Lasagne vom Vortag verschlang.

Unter der Dusche spürte ich die Nervosität in mir aufsteigen.

Gegen 23:00 Uhr kam ich mit meinem schwarzen Golf vor der Schützenhalle in Volkmarsen an.

Eine Weile blieb ich einfach im Auto sitzen und schloss die Augen.

Sie befand ich eindeutig in dem Gebäude, genauso wie etwa 800 andere Menschen.

Na super.

Doch so sehr ich mich auch konzentrierte, die Präsenz ihrs Freundes konnte ich nicht spüren.

Gott sei Dank.

Erleichterung stieg in mir auf. Viel Besser konnten die Bedingungen nicht sein und trotzdem traute ich mich nicht, ihr unter die Augen zu treten.

Noch dazu waren wir nicht alleine.

Sollte ich einfach wieder nach Hause fahren?

Nein. Ich gab mir einen Ruck, stieg aus dem Wagen, rückte meine Krawatte zurecht und ging auf das Gebäude zu.

Drinnen wurde ich von den unzähligen Gerüchen der Menschen und der Lautstärke nahezu überwältigt.

Ich bahnte mir meinen Weg durch die Menschenmassen.

Es dauerte viel zu lange. Meine nicht vorhandene Geduld war am Ende.

Suchend ließ ich meinen Blick über die vielen fremden Gesichter gleiten und bleib dann doch an einem Hängen.

Lea, Anika's Freundin, stand einfach nur da und starrte mich mit offenem Mund an.

Sie hatte mich also nicht vergessen.

Geradewegs steuerte ich auf sie zu.

Sie trug ein aprikosenfarbenes, bodenlanges, hochgeschlossenes Kleid, dessen Oberteil komplett mit schimmernden Pailletten besetzt war.

„Hey, ich glaube wir wurden uns nie richtig vorgestellt." sagte ich freundlich und streckte ihr die Hand hin.

Die Musik war ohrenbetäubend.

Zögerlich ergriff sie meine Hand und schüttelte sie.

„Ich nehme Mal an, du suchst Anika. Sie steht glaube ich dahinten bei unserem Tisch. Komm mit." sagte Lea, als sie ihre Stimme wiedergefunden hatte.

Ich nickte ihr zu und sie begann sich durch die Menschenmenge zu drängen.

Endlich erschien sie in meinem Blickfeld.

In dem Moment waren alle andern Menschen um mich herum vergessen.

Sie war atemberaubend schön.

Sie stand zusammen mit ihren Freunden in einem kleinen Kreis und schien sich über irgendetwas aufzuregen.

Sie trug ein dunkelblaues, bodenlanges, trägerloses Kleid, dessen Oberteil mit wenigen, schwarzen Stresssteinen verziert war.

Alice hatte ihr zwei dünne Haarsträhnen zu einem Kranz geflochten, der sich an ihrem Hinterkopf schloss.

Der Rest ihrer langen, offenen Haare war lockig.

Ihr Gesicht wirkte, wie das einer Puppe und machte mir noch einmal bewusst, wie zerbrechlich sie war.

Ihre vollen Lippen wurden durch einen zartrosa Lippenstift noch mehr betont.

Als sie mich bemerkte, verharrte sie in der Bewegung und blickte mich aus ihren großen, funkelnden Augen an.

Sie begannen auf eine wunderschöne Art und Weise zu glitzern, als ihr die Tränen in sie hinein schossen.

Ich hatte Mühe, mich auf den Beinen zu halten.

Ihre Nähe und ihre Erscheinung brachten mich völlig aus der Fassung.

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chenupet 15. Apr 2019

Oh je .... dachte Jacob entspannt sich und hat sich besser im Griff... so schade . :(

chenupet 13. Mar 2019

OMG .... heftig .....

chenupet 12. Feb 2019

Oh je ..... einen Schritt vor und anderthalb Schritte zurück ....

Spannung pur .....

Wünsche Dir eine schöne Restwoche :)

Akina 17. Feb 2019
So ist es leider.. Dir auch :)