Lebensretter

vor 3 Mon.
Fanfiction zu den Büchern der Biss- Reihe von Stephanie Meyer. In dem Buch geht es um ein ganz normales deutsches Mädchen, Anika, das durch einen dummen Zufall mit dem Tracker James und seiner Gefährtin Victoria zusammen stößt. In diesem Moment trifft sie auch Jakob und das Wolfsrudel. Zwischen den beiden besteht von Beginn an eine gan..
Bis(s) Romanze P16 Mystery In Arbeit
Inhaltsverzeichnis

Kapitel 56 Juni 2016 Jakob

Ich hielt es da drinnen nicht mehr länger aus.

Meine Ohren klingelten und mein Kopf dröhnte.

Auch wenn ich es in diesem Moment vorgab: Ich war einfach kein normaler Mensch.

Um so erleichterter war ich, dass sie mir tatsächlich nach draußen folgte.

Doch nur wenige Meter von der Halle entfernt blieb sie stehen.

Ich konnte ihre Angst riechen. Angst vor mir.

Wie sehr ich mir nur wünschte, meine letzten Gewaltausbrüche rückgängig machen zu können.

Langsam wandte ich mich zu ihr um.

„Was kann ich tun?" flüsterte ich so leise, dass ich mir nicht sicher war, ob sie meine Worte verstand.

Unfähig ihr in die Augen zu sehen wartete ich auf ihre Antwort und schloss meine Lieder.

Ich konnte es kaum ertragen, wenn sie mich so ansah wie in diesem Moment.

„Zeig mir, dass ich dir wieder vertrauen kann." antwortete sie gefasster, als ich es erwartet hatte.

Ich nickte, doch ich wusste genau, dass unser Verhältnis vermutlich nie mehr das werden würde, was es einmal war.

Aber was hatte ich denn gedacht?

Der Abend war besser verlaufen, als ich je zu träumen gewagt hätte.

Sie sprach wieder mit mir.

Sie gab mir noch eine Chance.

Doch die Gewissheit, dass es die aller letzte sein würde, setzte mich enorm unter Druck.

Ich wollte sie nicht verlieren. Nicht schon wieder. Nie mehr.

Als wir zusammen getanzt hatten, war es für einen Moment so gewesen, als ob nie etwas zwischen uns vorgefallen wäre.

Es war einfach alles perfekt.

Doch jetzt hatte uns die Realität endgültig wieder eingeholt.

Ich machte mich auf das schlimmste gefasst, als ich meinen Blick hob, doch ich blickte nur in ihre weichen, verständnisvollen braun-grünen Augen.

„Worüber wolltest du mit mir sprechen?" fragte sie vorsichtig.

Jetzt musste es also raus.

„Ich kann nicht ohne dich leben. Ich weiß nicht, wie ich die letztenJahre überlebt habe.

Wirklich nicht.

Aber ich weiß auch, dass sich dein Leben verändert hat. Und ich akzeptiere das.

Ich werde damit klarkommen, dass du einen Freund hast.

Aber bitte verstoße mich nicht aus deinem Leben." Meine Stimme brach am Ende des Satzes.

Unschlüssig stand sie vor mir. Wunderschön. Und mit Tränen in den Augen.

Sie nickte und kämpfte mit den Tränen.

Mich durchfuhr zum wiederholten Mal das Gefühl der Erleichterung.

Womit hatte ich das verdient?

Sie war bereit mir zu verzeihen. Irgendwann.

Ich verspürte das Bedürfnis, sie in meine Arme zu ziehen und nie wieder loszulassen.

Aber ich wusste genau, dass sie es nicht zulassen würde.

Sie zitterte und presste ihre Arme vor ihren Oberkörper.

„Dir ist kalt." stellte ich fest.

Normalerweise hätte ich einfach meinen Arm um sie gelegt, um sie zu wärmen, doch auch das würde vermutlich nach hinten losgehen.

Ich wollte mich ihr nicht aufdrängen.

Also zog ich kurzerhand mein Jackett aus und trat einen Schritt auf sie zu.

„Darf ich?" fragte ich sicherheitshalber bevor ich sie berührte und ihr das Jackett um die Schultern legte.

Wieder nickte sie und gab mir somit ihre Zustimmung.

„Danke."sagte sie und lächelte mich an.

Jetzt war es an der Zeit zu erfahren, wie ihr Leben so verlaufen war.

Ich wollte alles wissen, denn ich hatte zum Teil das Gefühl, sie nicht mehr richtig zu kennen.

Aber womit sollte ich anfangen?

„Dein Abitur hast du also bestanden?" fragte ich mit einem nervösen Lächeln.

Irgendwo mit musste ich ja schließlich anfangen.

„Ja. Stell dir vor. Aber es war der Horror." gab sie zurück, doch ihre Mundwinkel zuckten.

Die Spannung zwischen uns hatte sich zum Glück halbwegs gelöst.

Erst jetzt fiel mir auf, dass sie relativ hohe Pumps trug und von einem Bein auf das andere trat.

„Wollen wir uns setzten?" schlug ich vor und deutete auf eine Bank, die nur wenige Meter von uns entfernt war.

„Okey."willigte sie mit einem Schulterzucken ein und lief auf die Sitzgelegenheit zu.

Als wir beide Platz genommen hatten, trennte uns noch ein guter, halber Meter.

„Du hast dich auch verändert." stellte sie fest, als sie mich von oben bis unten musterte.

„Hab ich das?" fragte ich grinsend, doch eigentlich wusste ich genau, was sie meinte.

„Ja."Auch sie musste lächeln.

„In wie fern?" versuchte ich sie aus der Reserve zu locken.

„ Du bist noch größer und muskulöser als zuvor. Jetzt siehst du wirklich aus wie ein Werwolf auf Steroiden!" entgegnete sie lachend. Doch sie zitterte nach wie vor.

Mittlerweile war ich mir zumindest sicher, dass es keine Angstreaktion ihres Körpers mehr war.

„Du weißt schon, dass es hier bei mir schön warm ist?" fragte ich sarkastisch und zugleich hoffnungsvoll.

Sie blickte mich skeptisch an, doch ihre Mundwinkel zuckten.

Als Antwort rückte sie tatsächlich so nah an mich heran, dass sich unsere Schultern berührten.

„Was hast du jetzt vor? Also nach der Schule?" wollte ich von ihr wissen und versuchte mich an ihre plötzliche Nähe zu gewöhnen.

„ Erstmal habe ich über zwei Monate frei, die ich mit Feiern, Reiten und Faulenzen verbringen werde." verkündete sie grinsend.

„Du hast jetzt ein Pferd oder?" bohrte ich nach. Ich hatte sie zwar schon gesehen, aber sie sollte wissen, dass ich mich wirklich für ihr Leben interessierte.

„Ja Wegui. Sie ist ein ziemliches Biest. Manchmal.

Wunderschön aber mindestens genauso gefährlich wie du." erklärte sie grinsend und mit hochgezogenen Augenbrauen.

Verspottete sie mich da gerade etwa?

„ Vorsicht!"Ich erwiderte ihr Lächeln und stieß ihr sanft meinen Ellenbogen in die Rippen.

„Und nach deinen unendlich langen Ferien?" bohrte ich weiter.

„Ein FSJ in der Grundschule und OGS in Borgentreich. Danach vielleicht ne Ausbildung zur Erzieherin." antwortete sie schulterzuckend.

„Was ist mit dir? Wie sah dein Leben aus?" Sie sah mich mit ihren großen, schönen Augen eindringlich an.

Ichseufzte und streckte die Beine aus.

„Da gibt es leider nicht viel neues. Sie ist von der Bildfläche verschwunden. Wir können es uns nicht erklären." kopfschüttelnd senkte ich den Blick.

„Das meine ich nicht." unterbrach sie mich.

„Was dann?" Ich starrte auf das Gras unter unseren Füßen.

„Wie geht es dir?" fragte sie erneut und ich hob den Blick.

„Jetzt viel besser als noch vor ein paar Stunden." war das erste, was ich auf ihre Frage antwortete.

„Naja, wir sind nach wie vor auf der Suche nach ihr. Tag und Nacht. Da bleibt nicht viel Zeit für was anderes." gab ich zu und ihre Miene veränderte sich.

„Aber Leah und ich haben die freie Zeit genutzt um zu trainieren.

Und ich habe es wirklich besser im Griff. Die letzten Wochen hatte ich nicht eine unkontrollierte Verwandlung. Aber ich weiß nicht, ob ich es jemals zu 100% kontrollieren kann." beschämt wandte ich den Blick ab und schüttelte den Kopf.

Wie aus dem nichts griff sie nach meiner Hand.

„Jakob, das ist doch wunderbar. Du gibst dir Mühe und du macht Fortschritte. Dass ist alles was ich will." sagte sie zaghaft und fuhr mit dem Daumen über meinen Handrücken.

Ihre Berührung löste in mir ein Gefühl aus, dass ich schon so lange vermisst hatte.

Das Gefühl geliebt zu werden. Und, dass sie an mich glaubte.

Ich sah sie an und meine Euphorie schien sich in ihren leuchtenden Augen zu spiegeln.

Doch so schnell die Berührung gekommen war, endete sie auch wieder und sie zog langsam aber entschieden ihre Hand zurück.

Der Grund dafür, war mir durchaus bewusst.

„Warum ist er nicht hier?" wollte ich von ihr wissen, doch meine Stimme klang viel härter als beabsichtigt.

„Er ist schon sehr früh mit seinen Eltern nach Hause gefahren." gab sie mit einem Schulterzucken zurück und blickte ins Leere.

Ich hingegen starrte den Mond an, der seine Höchstform beinahe erreicht hatte.

Noch hatte er eine sehr geringe Wirkung auf mich, aber schon morgen würde sich das vermutlich ändern.

Sie bemerkte meinen Blick und sah wohl eine Chance das Thema zu wechseln.

„Wann ist Vollmond?" wollte sie wissen.

„In zwei Tagen." entgegnete ich seufzend und wandte meinen Blick wieder ihr zu.

„Was passiert dann mit dir?" Jetzt war sie es, die den schönen Mond ansah.

„Habe ich dir das nicht schon erklärt?" Ich betrachtete ihr Gesicht, welches im Mondschein um ihre Augen herum zu glitzern schien.

„Nicht so richtig." Gab sie mir als Antwort und blickte mich neugierig an.

„Im Laufe der nächsten Stunden beginnt irgendwann die Mondsucht.

Wir verhalten uns komisch, sind leichter reizbar und fühlen uns buchstäblich von dem Mond angezogen. Er bringt die tierische Seite an uns hervor, auch wenn wir Menschen sind.

Es fällt uns sehr schwer uns an dem Tag halbwegs normal zu benehmen, zu essen, zu schlafen und was auch immer.

In der Nacht des Vollmondes selbst müssen wir uns verwandeln. Ob wir wollen oder nicht.

In dieser Nacht übernimmt unsere tierische Seite zum größten Teil die Oberhand, unser Denken wird primitiver.

Trotzdem können wir aber sehr wohl noch unterscheiden, wer Freund oder Feind ist." erklärte ich und versuchte ihr insbesondere mit dem letzten Satz die Angst zu nehmen.

Zum Glück hatte sie mich noch nie so sehen müssen.

„Also werdet ihr nicht zu blutrünstigen Bestien?" Sie lächelte, doch ich wusste dass ihre Frage ernst gemeint war.

„Nein. Dieser Mythos ist doch etwas überspitzt dargestellt." beruhigte ich sie.

Die Tatsache, dass man uns zu dieser Zeit lieber nicht reizen sollte, ließ ich allerdings unausgesprochen.

Lange Zeit sagte keiner von uns ein Wort. Ich genoss es einfach nur bei ihr zu sein.

„Wie kommt es eigentlich, dass deine Krawatte die gleiche Farbe hat, wie mein Kleid?"

fragte sie schließlich und klang fast schon entrüstet.

„Ich habe da so meine Quellen." gab ich grinsend zurück.

Jetzt richtete sie sich auf und sah mich gespielt fassungslos an.

„Du hast mit Alice gesprochen? Freiwillig?" freudige Entrüstung lag in ihrer Stimme.

„Stell dir vor." In welcher Verfassung ich ihre Freundin aufgefunden hatte, musste ich ja nicht unbedingt erwähnen.

Nicht jetzt.

Einen Streit mit ihr wollte ich um jeden Preis vermeiden.

„Wie spät ist es?" fragte ich sie schließlich und sie zog ihrSmartphone aus der Handtasche.

Es war ein neueres Modell, welches genau konnte ich nicht sagen.

„Gleich halb drei." antwortete sie.

Wie schnell die Zeit vergangen war.

„Musst du los?" Enttäuschung lag in ihrem Blick.

„Noch nicht." entgegnete ich.

„Jakob du musst nicht bleiben." setzte sie an, doch diese altbekannte Diskussion musste ich gleich im Keim ersticken.

Es war schön zu wissen, dass sie sich Sorgen um mich machte, aber gleichzeitig wollte ich es nicht.

„Hast du meine Handynummer noch?" fragte ich sie stattdessen.

„Ja."Wieder schummelte sich ein Lächeln auf ihr Gesicht und sie wurde rot.

„Gut.Du weißt, dass du dich immer bei mir melden kannst?"

Wieder nickte sie nur.

„Wollen wir nochmal rein gehen, bevor die ganze Party vorbei ist?" schlug ich vor, obwohl ich keine große Lust dazu hatte.

Ich war für diesen Krach und diese Menschenmassen einfach nicht gemacht, aber es war schließlich ihr Abiball.

Sofort war sie auf den Füßen und lächelte mich an.

Seite an Seite gingen wir wieder in das Gebäude.

Direkt im Eingangsbereich machte der Fotograf sich gerade daran, sein gesamtes Equipment zusammen zu räumen. Aber die weiße Fotowand stand noch.

Ich änderte meinen Kurs und lief zielstrebig auf ihn zu.

„Entschuldigung, könnten sie noch ein Foto von uns machen?" fragte ich höflich.

„Da kommen Sie aber in letzter Sekunde!" sagte der glatzköpfige Mann, der mindestens zwei Köpfe kleiner war als ich und schob mit dem Zeigefinger seine Brille hoch.

„Danke."entgegnete ich und blickte zu Anika hinüber.

Sie sah mich skeptisch und zugleich fragend an.

„Komm schon! So aufgemotzt kommen wir wir wahrscheinlich nie wieder zusammen! Das müssen wir festhalten." sagte ich und grinste sie an.

Noch vor wenigen Tagen war mir aufgefallen, dass nicht ein gemeinsames Bild von uns exestierte.

Das musste sich dringend ändern.

Sie verschränkte die Arme, doch ihre Mundwinkel zuckten.

Kopfschüttelnd kam sie zu mir und wir stellten uns vor die weiße Wand.

„Und jetzt ein bisschen enger zusammen rücken!" kam die Anweisung des Fotografen.

Ich blickte Anika prüfend an, um besser beurteilen zu können, ob ich sie berühren durfte.

Doch das erwies sich als völlig überflüssig.

Sie stellte sich direkt neben mich und schlang ihren Arm um meine Hüfte, woraufhin auch ich vorsichtig meinen Arm um sie legte.

Ich weiß, dass das eigentliche Ziel die Entstehung eines schönen Fotos war, doch ich hatte mein persönliches Ziel schon jetzt erreicht.

Je mehr Zeit wir miteinander verbrachten, desto unbeschwerter verhielt sie sich in meiner Gegenwart.

Der Fotograf schoss schnell ein Foto nach dem anderen und schon löste sie sich wieder von mir.

„Hast du noch Lust zu tanzen?" fragte ich und ließ sie widerwillig los.

„Magst du meine Freunde etwa nicht?" antwortete sie mit einer Gegenfrage.

„Doch! Aber findest du es nicht auch blöd, ihnen etwas vorzuspielen?"

„Doch."gab sie kleinlaut zurück.

„Dann lass uns tanzen!" fügte sie hinzu und lächelte.

Ich hielt ihr meine Hand hin, um uns einen Weg durch die Menschen bis zur Tanzfläche zu bahnen.

Zu meiner Überraschung legte sie ihre immer noch eiskalten Finger in meine warme Handfläche.

Gott, je näher wir der Musik kamen, desto mehr gerieten meine Sinne durcheinander.

Die Lautstärke der Musik führte dazu, dass mir die Ohren klingelten. Der Bass und die ständig wechselnden bunten Lichter störten meine Wahrnehmung enorm und verursachten mir Kopfschmerzen.

Doch ihre Berührung beruhigt mich. Sie machte das Ganze drum herum erträglich.

Wie selbstverständlich legte sie ihre freie Hand auf meine Schulter und ich berührte ihre Taille.

Und dann verging die Zeit wie im Flug.

Obwohl mir mittlerweile bereits das fünfte Lied durch getanzt hatten, ruhten immer noch die skeptischen oder bewundernden Blicke von einigen ihrer Mitschüler auf uns.

Und die von ihren Freunden sowieso.

Aber das war mir so was von egal.

Ich goss einfach nur ihre Gegenwart und erfreute mich daran, dass sie sich plötzlich wieder so unbeschwert gegenüber mir benahm.

Sie lachte und ihre Augen funkelten, während wir unaufhörlich über die Tanzfläche wirbelten.

Am Ende von „Shut up and Dance" stand sie atemlos, aber nur so vor Begeisterung sprühend vor mir.

Sie war so wunderschön. Und sie wirkte so glücklich.

Gerade als ich mich von ihr lösen wollte, ertönten die ersten Töne von „A Thousand Years" und sie sah mich genau so unsicher an, wie ich mich in diesem Moment fühlte.

Alle anderen Mädchen auf der Tanzfläche schlangen ihre Arme um den Hals ihres Pranters.

Die Männer umfassten mit beiden Händen die Taillen ihrer Partnerinnen und zogen sie ganz eng an sich.

Jetzt gab es zwei Möglichkeiten: Entweder die Tanzfläche fluchtartig verlassen oder..

Ich nahm wahr, wie sich ihr Blick veränderte.

Auffordernd sah sie mich mit ihren großen, funkelnden Augen an.

Ich hielt ihrem Blick stand, trat noch einen Schritt auf sie zu und zog sie vorsichtig an mich.

Mindestens genauso langsam und bedacht legte sie ihre Arme um meinen Hals.

So, als ob sie Angst vor meiner Reaktion gehabt hätte.

Doch all das nahm ich kaum noch war.

Ihr Gesicht war nur noch Zentimeter von dem meinen entfernt.

Und ihr Körper auch.

Natürlich war ich ihr auch zuvor schon so nahe gewesen, doch das war Jahre her.

Ich war vollkommen überwältigt und doch voller Freude darüber, dass sie sich auf mich einließ.

Ihre einzigartige Wirkung auf mich hatte sich in den letzten Jahren wohl noch verstärkt.

Sie zog mich an wie einen Magneten und ich musste all meine Willenskraft aufbringen, um ihr nicht noch näher zu kommen.

Seit einer Ewigkeit durfte ich endlich wieder glücklich sein.

Und sie war der einzige Grund dazu.

Mit andern Worten: Sie war mein ganz persönliches Glück.

Sie hatte eine unglaubliche Macht über mich, über die sie sich allerdings nicht bewusst war.

Und das sollte nach Möglichkeit auch so bleiben.

Langsam, im Takt zur Musik bewegten sich unsere Füße über den Hallenboden, aber ich wandte nicht einmal den Blick ab.

Ich hatte mich schon längst in den Tiefen ihrer braun-grünen Augen verloren.

Doch irgendwann musste ich mir ins Gedächtnis rufen, dass es schon spät war.

Früher oder später würde Sam's Geduldsfaden reißen, wenn ich nicht bald auftauchte.

Vorsichtig, um sie nicht zu erschrecken, beugte ich mich vor.

Ihre Haare berührten meine Nase und ich sog ihren Duft ein.

„Ich muss langsam los." flüsterte ich widerstrebend in ihr Ohr.

Ich wollte wirklich noch nicht gehen, aber wie immer hatte ich keine andere Wahl.

Für einen Moment meinte ich die Enttäuschung in ihren Augen sehen zu können, doch dann lächelte sie mich an.

„Okey. Ich bringe dich noch raus." sagte sie in einem völlig neutralen Tonfall.

Vielleicht hatte ich mir die Wiederbelebung unserer Beziehung zueinander auch nur eingebildet.

Oder es mir zu sehr gewünscht.

Doch dann war sie es, die meine Hand nahm und mich durch die mittlerweile fast leere Halle nach draußen führte.

Ich konnte kaum noch aufhören zu grinsen.

„Ich hoffe du gehst jetzt Zuhause in dein Bett." sagte sie mit hochgezogenen Augenbrauen, als wir schließlich in der Dunkelheit standen.

„Leider nicht." gab ich zu und kratzte mich am Nacken.

„Jake!"sagte sie empört und verschränkte die Arme.

„Es ist gleich vier Uhr!" fügte sie tadelnd hinzu.

„Ich weiß." antwortete ich mit einem Schulterzucken und sie schüttelte mit gespielter Entrüstung den Kopf.

Jetzt war also der Moment des Abschieds gekommen.

Und keiner von uns beiden wusste, wie wir uns verhalten sollten.

„Komm gut nach Hause." sagte sie nach langem Schweigen.

Zuerst nickte ich nur.

„Darf ich dich irgendwann Mal wieder besuchen kommen?" flüsterte ich und hatte wirklich Angst vor ihrer Antwort.

Doch sofort breitete sich ein Lächeln auf ihrem Gesicht aus und sie nickte.

„Bis dann." entgegnete ich und wandte mich schweren Herzens zum Gehen um.

Alles in mir sträubte sich dagegen, sie zu verlassen.

Doch ob es mir gefiel oder nicht: Ich musste endlich Seth ablösen und mindestens noch zehn Stunden als Wolf durch die Gegend laufen..

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chenupet 15. Apr 2019

Oh je .... dachte Jacob entspannt sich und hat sich besser im Griff... so schade . :(

chenupet 13. Mar 2019

OMG .... heftig .....

chenupet 12. Feb 2019

Oh je ..... einen Schritt vor und anderthalb Schritte zurück ....

Spannung pur .....

Wünsche Dir eine schöne Restwoche :)

Akina 17. Feb 2019
So ist es leider.. Dir auch :)