Lebensretter

vor 6 Mon.
Fanfiction zu den Büchern der Biss- Reihe von Stephanie Meyer. In dem Buch geht es um ein ganz normales deutsches Mädchen, Anika, das durch einen dummen Zufall mit dem Tracker James und seiner Gefährtin Victoria zusammen stößt. In diesem Moment trifft sie auch Jakob und das Wolfsrudel. Zwischen den beiden besteht von Beginn an eine gan..
Bis(s) Romanze P16 Mystery In Arbeit
Inhaltsverzeichnis

Kapitel 57 Juli 2016 Anika

Ich genoss meine freie Zeit in vollen Zügen.

Ich lag auf dem Balkon in der Sonne und hoffte, dass meine Haut nicht nur rot, sondern zur Abwechslung auch Mal braun werden konnte.

Die Sonne knallte nur so vom Himmel.

Es war Sommer und ich konnte tun und lassen was ich wollte.

Das Problem war nur: innerlich wusste ich nicht genau, was ich wollte.

Es war mittlerweile fast einen Monat her und ich hatte Jakob nicht ein Mal gesehen.

Und das war auch besser so.

Er brachte mich nur völlig durcheinander. Und das ohne jeglichen Sinn.

Ich würde mein Leben nicht ändern.

Trotz kleinerer Differenzen mit Jan war ich nach wie vor glücklich mit ihm.

Es funktionierte. Doch seit dem Abiball hatte ich ihm gegenüber ständig ein schlechtes Gewissen.

Nicht, weil irgendwas passiert war, was nicht hätte passieren dürfen, sondern weil Jakob mich völlig aus der Bahn geworfen hatte.

Ich liebte Jan. Aber ich hatte niemals auch nur für eine Sekunde aufgehört Jakob zu lieben.

Meine Gefühle für ihn waren nur auf Eis gelegt.

Und dieses Eis hatte bereits vor einigen Wochen angefangen zu tauen.

Gerade als ich diesen Gedanken wieder ganz schnell an die Seite schob, begann mein Handy zu vibrieren.

Träge setzte ich die Sonnenbrille ab, um einen flüchtigen Blick auf den Bildschirm zu werfen.

Doch dann fiel mir das Smartphone fast aus der Hand.

Mir stockte der Atem und mein Magen drehte sich um.

Jakob's Name blinkte immer wieder auf und ich wusste nicht, was ich tun sollte.

Was wollte er von mir?

Andererseits hatte ich ihm versprochen, dass wir es auf rein freundschaftlicher Basis versuchen könnten.

Zögerlich wischte ich über den grünen Hörer und hielt mir das Handy ans Ohr.

„Hallo?"fragte ich mit nervöser Stimme, stand auf und machte mich auf den Weg in mein Zimmer.

„Na du. Wie geht's dir?" fragte er mit sanfter, aber auch aufgeregter Stimme.

Er schien überrascht zu sein, dass ich seinen Anruf überhaupt entgegen genommen hatte.

„Ganz gut. Und dir?" antwortete ich zögerlich. Wollte ich die Antwort überhaupt wissen?

„Alles wie immer." Seine Worte verrieten ihn nicht, doch in seiner Stimme schwang Wehmut mit.

„Was gibt's?" fragte ich so locker wie möglich und versuchte es zu ignorieren.

Er schwieg und für einen Moment dachte ich, er hätte aufgelegt oder die Verbindung wäre abgebrochen.

„Ich musste deine Stimme hören." sagte er schließlich so leise, dass ich ihn kaum verstand.

Was sollte ich darauf erwidern?

Ich schloss die Augen.

Ich konnte ihm unmöglich sagen, dass ich ihn vermisst hatte.

Und das ich mich mindestens genauso sehr freute seine Stimme endlich wieder zu hören.

Manchmal kam es mir vor, als ob ich ständig unter Strom stände und Jakob der einzige auf diesem Planeten war, der mich vollständig beruhigen konnte.

Ich fühlte mich nur dann 100%ig wohl, wenn er in meiner Nähe war.

Ansonsten fehlte ein Teil von mir.

Seitdemer vor drei Jahren gegangen war, klaffte ein riesiges Loch in meiner Brust.

Der Schmerz, ihn verloren zu haben hatte mit der Zeit nachgelassen, doch er war nie ganz verschwunden.

Abe rdas durfte Jakob niemals erfahren.

Denn all das änderte nichts an unserer Situation.

„Jake.."setzte ich an, doch ich wusste nicht was ich sagen sollte.

„Ich weiß." entgegnete er niedergeschlagen, aber gefasst.

„Was hast du in deinen Ferien noch so vor?" Jetzt klang seine Stimme vollkommen neutral.

Das machte es leichter für mich, mit ihm zu sprechen.

So konnte ich nicht mehr fühlen, wie sehr er litt.

„Wir fahren morgen an den Godelheimersee zum Strandklänge- Festival"erzählte ich und versuchte dabei euphorisch zu klingen.

„Zelten?"fragte er nach. Skepsis lag in diesem einen Wort.

„Ja. Zwei Nächte." antworte ich zögerlich.

Ja, ich würde mit Jan in einem Zelt schlafen, aber das konnte er sich ja wohl denken.

Dann verstand ich endlich, wo das Problem lag.

Mindestens einer von ihnen würde mich im Auge behalten müssen.

„Bitte tu dir das nicht an." flüsterte ich, doch er überging meine Äußerung einfach.

„Dann wünsche ich euch viel Spaß." Er meine es gut, doch seine Worte verfehlten vollkommen ihre Wirkung.

„Was machst du jetzt?" wollte ich wissen, obwohl ich es mir schon denken konnte.

„Wir treffen uns gleich bei Sam." entgegnete er seufzend.

Er klang alles andere als begeistert. Die Tatsache, dass er sein ganzes Leben damit verbrachte, das meine zu retten, zerrte nach wie vor an seinen Kräften.

„Es tut mir leid." sagte ich leise. Und das meinte ich auch so.

„Wie oft habe ich dir schon gesagt, dass es da nichts zu entschuldigen gibt?" Endlich konnte ich wahrnehmen, dass er lächelte.

„Oft genug. Und trotzdem wird sich das nicht ändern." erwiderte ich.

„Mach's gut." flüsterte er.

„Du auch." Es dauerte einige Sekunden, bis er tatsächlich aufgelegt hatte.

Sobald ich mir sicher war, dass das Gespräch wirklich beendet war, vergrub ich das Gesicht in meinen Händen.

Er brachte mich völlig durcheinander.

Und im Moment hatte ich viel zu viel Zeit zum Nachdenken.

Um mich abzulenken begann ich damit, meine Sachen für das bevorstehende Camping-Wochenende zusammen zu suchen.

Bereits am nächsten Morgen fuhr mein Vater Jan, Marie, Dennis und mich zum Godelheimer See.

Wie bereits erwartet, waren wir die ersten und warteten, bis auch der Rest unserer Truppe eintraf.

Dann machten wir uns daran, unsere Zelte aufzubauen.

Michelle, Marie und Dennis verzweifelten an ihrem Camping-Palast, indem zur Not auch zehn Personen Platz gefunden hätten.

Direkt neben mir und Jan bauten Lisa und Jan-Phil auf der linken, und Nele und Mettgen auf der rechten Seite ihr Zelt auf.

Einige Meter weiter richteten Leonie und Lea ihren Schlafplatz her, der direkt gegenüber von dem von Stefan und Ann-Kathrin lag.

Das sechste Zelt wurde von Florian und einigen weiteren Jungs bewohnt.

Als wir es endlich geschafft hatten, war es bereits Mittag und die Jungs schmissen den Grill an.

Und öffneten sich das erste Bier.

Nach dem Essen setzten wir uns erst einmal alle zusammen an den See und genossen die Aussicht.

Ann-Kathrin, Michelle und Lea schliefen in der Sonne, Leonie und Lisa sprangen in den See und Nele und Mettgen gingen spazieren.

Jan und ich hockten am Ufer und ich hätte schwören können, dass sein Blick auf Lisa und Leonie lag, die einige Meter von uns entfernt im Bikini herumtollten.

Ich hingegen trug nur ein einfaches, schwarzes Top und eine helle Jeansshort.

Also wer konnte es ihm verübeln?

Leonie zog mit ihren hellblonden, sogar nahezu weißen Haaren, ihren strahlend blauen Augen und ihrem dazu passenden, blauen Bikini sowieso die Blicke der meisten Männer auf sich.

Und Lisa erst recht.

Da konnte ich generell nicht mithalten.

Also sagte ich nichts uns starrte nur auf das in der Sonne schimmernde Wasser.

„Ist alles okey?" fragte Jan, legte den Arm um mich und zog mich näher an sich heran.

„Ja klar." gab ich zurück und ließ meinen Kopf gegen seine Schulter sinken.

„Freust du dich nicht auf heute Abend?" fragte er misstrauisch und sah mich mit seinen braun-grünen Augen an.

„Doch klar!" entgegnete ich, bevor er sich zu mir herüber lehnte und mich küsste.

Er hatte ja recht. Es gab keinen Grund sich nicht zu freuen.

Wir hatten traumhaftes Wetter und ein legendäres Wochenende vor uns.

Es war Zeit, die Gedanken, die nach wie vor in meinem Kopf umher spukten, zu verdrängen.

Nach und nach gesellten sich die Andern wieder zu uns, woraufhin die Party begann.

Gegen 20:00 Uhr trat unsere Gruppe also den 30 Minütigen Fußweg vom Campingplatz bis zum Sandstrand des Sees an, an dem das Open-Air Festival stattfinden sollte.

Mit den ganzen besoffenen im Schlepptau, kam mir der Weg noch viel länger vor, als er ohnehin schon war.

Die Jungs waren alle, bis auf Dennis, relativ besoffen, aber immer noch in der Lage selbstständig gerade aus zu laufen.

Nele und Lisa waren wie immer ziemlich aufgedreht und rannten immer wieder vor, sobald wir sie wieder eingeholt hatten.

Ob das bei den beiden nur am Alkohol lag, sei einfach mal dahin gestellt.

Den beiden war alles zuzutrauen.

Lea, Leonie und Marie trödelten dafür um so mehr.

Ich lief im gleichbleibenden Tempo neben Michelle, Ann-Kathrin und Dennis her.

„In unserem Zelt ist alles voller Wespen!" beschwerte sich Dennis und verschränkte die Arme vor der Brust.

„Wenn du dein Essen überall rumliegen lässt! Aber wir werden es schon überleben.

Stell dich nicht so an." meckerte Michelle.

Ann-Kathrin war immer noch damit beschäftigt, ihre langen, dicken Haare, die ihr bis zur Taille hingen zu entknoten.

Und dann sahen wir auch schon die Menschenmassen vor dem Eingang stehen.

Mit so einem Andrang hatte keiner von uns gerechnet.

In der Schlange angekommen, zückte auch ich meine Klappbürste aus der Handtasche und kämmte meine sowieso schon glatten Haare durch.

Ich trug eine schwarze, lange Jeans und ein dunkelrotes Top mit Spitze.

Notdürftig zog ich den dazu passenden Lippenstift noch einmal nach.

Schneller, als eigentlich gedacht waren wir an der Reihe, gaben unsere Tickets ab und durften das Gelände betreten.

Es war atemberaubend.

Trotz der Menschenmassen hatte der See nach wie vor etwas zauberhaftes.

Die bunten Lichter der Scheinwerfer reflektierten auf dem Wasser.

Die Jungs liefen gleich weiter zur nächsten Jägermeisterbude, wir Mädchen und Dennis wollten erst einmal den Anblick des Sonnenuntergangs über dem See genießen.

Als es langsam dunkel wurde, zog uns die Musik vor die Bühne, auf der verschiedene DJ's auflegten.

Obwohl viele Lieder nicht direkt meinem Musikgeschmack entsprachen, machte es einen heiden Spaß.

Als ich das nächste Mal auf mein Handy schaute, war es bereits Mitternacht.

Auch die männlichen Mitglieder unserer Clique hatten sich mittlerweile dazu durchdringen können, mit uns zu tanzen.

Jan stand auf einmal direkt hinter mir und umfasste meine Taille.

Zuerst ließ ich mich leicht gegen ihn sinken, doch dann spürte ich wie seine rechte Hand immer tiefer glitt und meinem Hintern begrabschte.

Na klar, er war sternhagelvoll. Aber das musste jetzt wirklich nicht sein. Und erst recht nicht mitten in der Öffentlichkeit.

Also drehte ich mich zu ihm um.

„Lass das bitte! Nicht hier!" schrie ich gegen die Musik an, doch er beachtete meine Worte nicht.

Stadtessen zog er mich unsanft zu sich heran, legte seine Hand an meinen Hinterkopf und begann mich zu küssen.

Sein Atem stank bestialisch nach Schnaps.

Sofort drückte ich ihn von mir weg.

Ich wollte nicht zwischen all diesen Leuten mit ihm rummachen.

Erst recht nicht so.

„Nein!"sagte ich bestimmt aber ruhig, worauf hin er sich umdrehte und ging.

Irritiert schüttelte ich den Kopf, ließ mir aber den Spaß von ihm nicht verderben und tanzte einfach weiter zu „No Money" von Galantis.

Eigentlich war dieses Verhalten sogar typisch für ihn, wenn er betrunken war.

Erst nach einer halben Stunde begann ich mir Sorgen zu machen.

Er hatte sich immer noch nicht wieder blicken lassen.

Vielleicht lag er irgendwo betrunken in einer dunklen Ecke?

Vielleicht ging es ihm schlecht?

Vielleicht hatte er durch den Alkohol seine Orientierung verloren?

„Habt ihr Jan gesehen?" schrie ich Ann-Kathrin und Michelle ins Ohr, doch die beiden schüttelten nur den Kopf.

„Ich schau Mal nach wo er ist!" teilte ich den beiden mit und bahnte mir meinen Blick durch die Menge. Die zu „Don't let me down" von den Chainsmokers zu tanzten begann.

Gerade als ich meine Suche aufgeben wollte, sah ich ihn.

Er trug nach wie vor eine schwarze Jenas und das dunkelblaue Hemd, welches ich ihm zu Weihnachten geschenkt hatte.

Doch sein Hemd schien nun offen geknöpft zu sein.

Jan stand in der Nähe der Dixi-Klos mit einem mir völlig fremden Mädchen.

Viel mehr als ihre Silhouette konnte ich in der Dunkelheit nicht erkennen, doch sie hatte lange, blonde Locken, eine zierliche Figur und übermäßig lange Beine.

Ich ging wie selbstverständlich auf die beiden zu, doch dann erstarrte ich in der Bewegung.

Er hatte seine Hände um ihre Hüfte gelegt.

Ich wollte schreien, doch kein Laut kam aus meiner Kehle.

Er legte seine Lippen, die keine Stunde zuvor noch die meinen berührt hatten, auf ihre, woraufhin das Mädchen ihm ihre Zunge in den Hals steckte.

Dann schien die Welt für eine ganze Weile still zu stehen.

Und meine kleine, heile Welt zerbrach vor meinen Augen.

Mein Herz setzte für einen Schlag aus.

Die Szene die sich mir bot, war mehr als eindeutig.

Warum tat er mir das nur an?

Ich dachte, er hätte mich geliebt.

Tränen strömten mir über das Gesicht und mir wurde speiübel, dennoch war ich unfähig mich zu bewegen.

Ich musste ihn ansehen, ob ich wollte oder nicht. Vielleicht musste es sein, damit ich das Geschehen vor meinen Augen überhaupt realisieren konnte.

Nach gefühlten Stunden wurde mir bewusst, dass meine Beine noch funktionierten und ich mir das Bild vor meinen Augen nicht mehr länger antun musste.

Mechanisch setzte ich mich in Bewegung und rannte in die entgegengesetzte Richtung.

Ich hatte keine Ahnung wohin ich lief, aber ich wollte einfach nur weg.

Weit weg.

Soweit wie mich meine Füße tragen würden.

Blind vor Tränen ließ ich das Festivalgelände hinter mir und stürmte in die Dunkelheit, während nach wie vor die Stimme von Daya „ Don'tlet me down" in meine Ohren dröhnte.

Ich stolperte, stand auf und rannte einfach weiter.

Bis mich aus dem nichts zwei große, warme Hände ergriffen.

Ich brauchte einige Sekunden, bis ich begriff, dass die Hände und die Stimme, welche beruhigend auf mich einredete, zu ihm gehörte.

Behutsam zog er mich in seine Arme und ich spürte, wie ich langsam, aber sicher immer ruhiger wurde.

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chenupet 15. Apr 2019

Oh je .... dachte Jacob entspannt sich und hat sich besser im Griff... so schade . :(

chenupet 13. Mar 2019

OMG .... heftig .....

chenupet 12. Feb 2019

Oh je ..... einen Schritt vor und anderthalb Schritte zurück ....

Spannung pur .....

Wünsche Dir eine schöne Restwoche :)

Akina 17. Feb 2019
So ist es leider.. Dir auch :)