Lebensretter

vor 9 Mon.
Fanfiction zu den Büchern der Biss- Reihe von Stephanie Meyer. In dem Buch geht es um ein ganz normales deutsches Mädchen, Anika, das durch einen dummen Zufall mit dem Tracker James und seiner Gefährtin Victoria zusammen stößt. In diesem Moment trifft sie auch Jakob und das Wolfsrudel. Zwischen den beiden besteht von Beginn an eine gan..
Bis(s) Romanze P16 Mystery In Arbeit
Inhaltsverzeichnis

Kapitel 58 Juli 2016 Jakob

Im Vorfeld hatte ich lange mit Leah diskutiert, ob ich mir dieses Wochenende in ihrer Nähe wirklich an tun wollte.

Jetzt wusste ich, dass es die richtige Entscheidung gewesen war, mit ihr zukommen.

Ich wusste nicht was passiert war, doch ich spürte ihren Schmerz und ihre Verzweiflung.

Ich roch ihre Angst.

Sie brauchte mich.

Ohne groß darüber nachzudenken nahm ich meine menschliche Gestalt an und rannte aus dem Wald auf sie zu.

Sie irrte im stockdunklen völlig aufgelöst über eine Wiese und stolperte mir entgegen, ohne mich wahrzunehmen.

Ich stellte mich ihr in den Weg und umfasste vorsichtig ihre Schultern, doch sie reagierte im ersten Moment gar nicht darauf.

Tränen strömten unaufhörlich über ihre Wangen und sie wurde von heftigen Schuchtzern geschüttelt.

Panik stieg in mir auf.

„Anika, was ist passiert?" fragte ich so ruhig wie möglich, doch es bereitete mir große Schmerzen sie so zu sehen.

Sie sah mich an, ihre Unterlippe bebte und sie schien unfähig zu sprechen.

Also zog ich sie vorsichtig in meine Arme und hielt sie einfach nur fest, bevor sie endgültig zusammen brach.

Wieder erwartend schlang sie ihre Arme um mich und krallte sich an mir fest.

Vergessen schienen all unsere Differenzen, aber ich konnte mich nicht darüber freuen.

Ich litt mit ihr, obwohl ich nach wie vor nicht wusste, was überhaupt passiert war.

Doch je länger wir so dastanden, desto mehr schien sie sich zu beruhigen.

Ihre Schluchtzer verebbten, ihre Atmung und ihr Puls normalisierten sich langsam.

Nur stumme Tränen liefen nach wie vor über ihr mit Wimperntusche verschmiertes, verletztes und zu gleich wunderschönes Gesicht.

„Was ist passiert?" versuchte ich es noch einmal ohne sie loszulassen.

„Jan. Er hat eine andere.." Ihre Stimme war brüchig und sie schaffte es nicht den Satz zu vollenden.

Doch das war gar nicht nötig. Was passiert war, war eindeutig.

Wie konnte er nur so dumm sein?

Wusste er denn gar nicht was er an ihr hatte?

Er hatte ihr das Herz gebrochen.

Und das machte mich unglaublich wütend.

Niemand durfte ihr weh tun.

Meine Hände und Oberarme begannen zu beben und ich löste mich sofort von ihr um in Richtung Festival zu stürmen, doch sie hielt meine Hand fest.

„Bitte nicht. Bleib hier." flüsterte sie und sah mich mit ihren glasigen, vom Weinen leicht geröteten Augen, flehend an.

Innerlich zerrissen schloss ich die Augen und zwang mich zur Ruhe.

Was sollte ich auch tun?

Ich konnte ihn schlecht vor den Augen aller Menschen in der Luft zerfetzen, auch wenn das mein erster Gedanke war.

Sie brauchte mich.

Also versuchte ich meine Wut wieder in den Griff zu bekommen und zog sie erneut an mich heran.

Eigentlich sollte ich mich über den Bruch zwischen den beiden freuen.

Seit Monaten hatte ich mir nichts sehnlicher gewünscht.

Doch jetzt konnte ich es einfach nicht mehr ertragen, sie so leiden zusehen.

Ich wolle, dass sie glücklich ist.

Um jeden Preis.

„Danke."flüsterte sie direkt neben meinem Ohr.

„Wofür?"gab ich zurück und hielt sie gerade soweit von mir weg, dass ich ihr in die Augen sehen konnte.

„Dafür, dass du hier bist." antwortete sie und schlug die Augen nieder.

„Ich war gerade in der Nähe." sagte ich mit einem leichten Lächeln auf den Lippen und zwinkerte ihr zu.

Auch ihre Mundwinkel zuckten kurz, doch die Verzweiflung schien zuüberwiegen.

„Was soll ich denn jetzt machen? Wo soll ich denn nur hin?" schluchzte sie von Neuem, als ihr ihre Situation der betrogenen Freundin bewusst wurde.

„Schhht"versuchte ich sie zu beruhigen und streichelte ihr sanft über die weichen, braunen Haare.

In meinem Kopf hatte ich die Lösung bereits parat, aber ob sie darauf eingehen würde?

„Ich begleite dich zu euren Zelten, dann packen wir deine Sachen und verschwinden hier." schlug ich vor und brannte auf ihre Antwort.

„Und wo soll ich dann hin? Ich will es meiner Mutter nicht erklären .."verzweifelt schüttelte sie den Kopf.

„ Du kommst mit zu mir nach Hause und bleibst die nächsten zwei Nächtebei mir. Natürlich nur, wenn du möchtest." erklärte ich und senkte den Blick.

Ich hoffte so sehr, dass sie das Angebot annehmen würde, wusste aber nicht ob ich ihr Vertrauen schon soweit zurück gewonnen hatte.

Sie ließ sich mit ihrer Antwort so viel Zeit, dass ich ich ihr vor Anspannung und Ungeduld doch wieder in die Augen sah.

Sie wirkte vollkommen verunsichert und versuchte wohl einzuschätzen, wie ernst gemeint dieses Angebot war.

„Meinst du, dass das eine gute Idee ist?" fragte sie zurückhaltend, doch ich wusste genau, dass ich sie bereits auf meiner Seite hatte.

„ Das wäre nicht das erste Mal, dass du bei mir übernachtest."entgegnete ich grinsend und auch sie begann endlich zu lächeln.

„Okey."willigte sie ein.

Ich konnte mein Glück nicht fassen und strahlte über das ganze Gesicht.Sie gab mir tatsächlich noch eine Chance. Ich fühlte mich, als könnte ich Bäume ausreißen.

Aber ich wusste genau, dass ich es nicht noch einmal versauen durfte.

Ich musste mich von nun an wirklich zusammen reißen.

„Komm."sagte ich, nahm ihre Hand und zog sie mit mir in Richtung Zeltplatz.

Eine ganze Weile liefen wir schweigend nebeneinander her.

„Ich muss Lea Bescheid sagen. Sie werden mich sonst suchen." sagte sie plötzlich wie aus dem Nichts heraus.

Der Gedanke, dass sie ihrer Freundin erzählen würde, was passiert war und das sie die nächsten zwei Tage mit mir verbringen würde, gefiel mir ganz und gar nicht.

Aber sie hatte Recht. Sie musste jemandem Bescheid geben.

Und Lea wusste sowieso schon alles über mich und würde es so schnell wohl auch nicht wieder vergessen.

„Okey."willigte ich ein und biss mir auf die Lippe, woraufhin sie meine Hand losließ und ihr Handy aus der Tasche kramte.

Nur wenige Sekunden später ertönte Lea's aufgedrehte Stimme, die fast von der Musik übertönt wurde.

„Hallo?"brüllte sie.

„Lea! Hier ist Anika. Es geht mir gut, aber ich verbringe die nächsten zwei Tage bei Jakob.

Sag den anderen einfach, dass ich krank geworden bin.

Mach dir keine Sorgen." antwortete auch Anika automatisch lauter.

„Du hast geweint." stellte Lea plötzlich mit ernster Stimme fest.

Und wieder einmal war ich verblüfft darüber, wie gut die beiden sich doch kannten.

„Ja. Ich kann dir morgen alles erzählen. Aber nicht jetzt. Ruf mich einfach an." versuchte Anika ihre Freundin zu beruhigen.

„Okey. Pass auf dich auf." war am andern Ende der Leitung zu hören.

„Mach ich. Du aber auch."Ihre Stimme wurde leiser und drohte zu brechen, weshalb sie nach diesen Worten direkt auflegte.

Was konnte ich nur tun, damit es ihr besser ging?

„Hey..dieses Arschloch hat dich gar nicht verdient. Er ist keine einzige Träne und keinen einzigen traurigen Gedanken wert." sagte ich ruhig.

Wieder dauerte es eine halbe Ewigkeit, bis ich eine Antwort erhielt.

„Und du schon?" ihre Stimme klang plötzlich distanziert.

Mit diesem Umschwung hatte ich nicht gerechnet.

„Nein. Aber du weißt, dass ich dir so etwas niemals antun würde."flüsterte ich und senkte den Blick.

Sie nickte zustimmend.

„Und trotzdem habe ich dir tausende nachgeweint." Ihre Stimme schien nach wie vor Kilometer weit weg zu sein, doch ihr Blick war warm, zärtlich und zerbrechlich zu gleich.

„ Dich zu verlassen war der größte Fehler, den ich je gemacht habe."Jetzt war es meine Stimme, die es kaum noch schaffte meinen Worten Ton zu verleihen.

Allein der Gedanke an den Schmerz, welchen die Trennung verursacht hat, begannen meine Hände zu zittern.

Aufgrund der Dunkelheit schien sie es glücklicherweise nicht zu bemerken, doch sie schwieg weiter vor sich hin.

Sie hatte mir noch nicht vollkommen verziehen.

Die Vergangenheit stand immer noch zwischen uns.

Mittlerweile waren wir an ihrem Zelt angelangt und sie blieb wie angewurzelt davor stehen.

„Soll ich..?" fragte ich vorsichtig, woraufhin sie dankbar nickte.

Also kroch ich in das Zelt hinein und packte ihre Sachen zusammen, während sie draußen wartete und nach wie vor ins Leere starrte.

„Danke."entgegnete als ich wieder auf sie zu kam.

Ichs tellte ihre Tasche auf das feuchte Gras.

„Ist es okey für dich, wenn ich mich jetzt verwandle?" wollte ich von ihr wissen.

Die letzten Male, an denen sie mich als Wolf gesehen hatte, waren traumatisch für sie gewesen.

Ihre Augen weiteten sich für einen Moment und sie schluckte, nickte dann aber.

„Es ist alles gut. Ich tu dir nichts." Ich weiß, dass meine Worte vollkommen albern und sinnlos waren, doch ich spürte ihre Angst. Ihre Angst vor mir in meiner tierischen Gestalt.

Und es tat weh, wenn sie mich so ansah, wie in diesem Moment.

Aber ihr Vertrauen musste ich mir wohl erst wieder verdienen.

„Warte hier." sagte ich mit einem aufgesetzten Lächeln und verschwand in der Dunkelheit.

„Ist das eigentlich dein Zelt?" wollte ich noch wissen, bevor ich meine Wolfsgestalt annahm.

„Nein, es ist Jan's." rief sie mit nervöser Stimme zurück.

„Sehr gut." entgegnete ich noch mit einem höhnischen Grinsen.

Langsam und bedacht ging ich auf sie zu und blieb direkt vor ihr stehen.

Von Sekunde zur Sekunde schien ihre Angst der Faszination zu weichen.

„Wow. Du bist echt noch größer geworden." sagte sie bewundernd und streckte die Hand nach mir aus, woraufhin ich den Kopf senkte.

Ich brummte zufrieden, als sie begann mich hinter dem linken Ohr zu kraulen.

Gott wie sehr hatte ich sie vermisst. Jede Kleinigkeit.

Selbst die Art, wie sie mich jedes Mal als Wolf begrüßte.

Doch dann fiel mir mein Racheplan wieder ein.

Widerwillig hob ich den Kopf und ging an ihr vorbei auf das Zelt zu.

Prüfend warf ich ihr einen Blick über die Schulter zu, doch sie blickte mich nur fragend an.

Dann begann ich in Windeseile die Zeltwände mit meinen Krallen und Zähnen zu zerfetzen.

Das hatte er mehr als verdient.

Als ich mich wieder völlig ruhig und gelassen zu ihr umdrehte, wirkte sie zunächst schockiert.

Doch dann zuckten ihre Mundwinkel nach oben und ihre Augen funkelten für einen Moment auf.

Langsam aber sicher, schien sie sich besser zu fühlen.

Und ich würde in den nächsten Tagen alles dafür geben, dass sie dieses Arschloch und das, was er ihr angetan hatte schnellstmöglich vergessen konnte.

Ich würde für sie da sein. Tag und Nacht.

Einfach immer, wenn sie mich brauchen würde.

Mit mir selbst zufrieden stolzierte ich zu ihr zurück, nahm die Henkel ihrer großen, schwarzen Kunstledertasche in die Schnauze und legte mich direkt neben sie, auf die Erde.

Erwartungsvoll sah ich sie an, obwohl ich langsam spürte, wie mich die Müdigkeit einholte.

Es müsste mittlerweile nach ein Uhr sein und in den letzten Tagen hatte ich nicht mehr als drei oder vier Stunden pro Nacht geschlafen.

Aber das brauchte sie ja nicht zu wissen,

Sie würde sich nur wieder viel zu viele Gedanken machen und ein schlechtes Gewissen haben.

Nun hoffte ich inständig, das Sam mir zumindest in den nächsten zwei Tagen mehr Freiheiten lassen würde, doch ich musste zuerst mit ihm darüber verhandeln..

Doch jetzt musste sie sich erst einmal dazu überwinden, auf meinen Rücken zu klettern.

Nach wie vor sah sie mich mit ihren großen, schönen Augen zögerlich an.

Ich stupste sie sanft mit meiner Schnauze an, um sie zum Aufsteigen zu bewegen.

Tatsächlich breitete sich ein Lächeln auf ihren Lippen aus und sie legte eine Hand auf meine Rücken und fuhr mir durch das dicke, weiche, rostbraune Fell.

Ich genoss ihre Berührung und schloss für einen Moment die Augen, woraufhin sie in der Bewegung verharrte.

Jede noch so kleine Bewegung oder Veränderung der Körperhaltung meinerseits verunsicherte sie.

Sofort schlug ich die Augen wieder auf.

„Bist du sicher?" fragte sie noch einmal und blickte mir dabei tief in die Augen.

Ich war unfähig meinen Blick von dem ihren zu lösen, nickte aber entschieden.

Daraufhin atmete sie einmal tief durch und schwang dann endlich ihr Bein über meinen Rücken.

Sobald sie Platz genommen hatte, erhob ich mich langsam und spürte, wie sie ihre zarten Finger in meinem Fell vergrub.

Vorsichtig schnappte ich mir den den Henkel ihrer Tasche und nahm das Leder zwischen die Zähne.

Obwohl ich ihr Gewicht auf mir spürte, war sie für mich leicht wie eine Feder.

Sobald ich mich in Bewegung setzte und das Tempo beschleunigte, spürte ich, wie sich ihre Stimmung veränderte.

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chenupet 30. Nov 2019

Hallo Akina,

das waren wieder spannende Kapitel.
Ich hoffe Du schreibst weiter und meldest Dich bei einer anderen Plattform an.
Fände es sehr schade, wenn diese tolle Geschichte für immer verschwinden würde.
Wünsche Dir ein schönes Wochenende.

LG Chenupet

chenupet 15. Apr 2019

Oh je .... dachte Jacob entspannt sich und hat sich besser im Griff... so schade . :(

chenupet 13. Mar 2019

OMG .... heftig .....