Lebensretter

vor 3 Mon.
Fanfiction zu den Büchern der Biss- Reihe von Stephanie Meyer. In dem Buch geht es um ein ganz normales deutsches Mädchen, Anika, das durch einen dummen Zufall mit dem Tracker James und seiner Gefährtin Victoria zusammen stößt. In diesem Moment trifft sie auch Jakob und das Wolfsrudel. Zwischen den beiden besteht von Beginn an eine gan..
Bis(s) Romanze P16 Mystery In Arbeit
Inhaltsverzeichnis

Kapitel 62 Juli 2016 Anika

In meiner Tasche fand ich eine dunkel blaue Jeans, die eigentlich für den kommenden Abend auf dem Festival bestimmt war.

Dazu streifte ich mir ein schwarzes, schulterfreies Shirt über den Kopf, schlüpfte in meine ebenfalls schwarzen Sneaker und machte mich auf den Weg ins Badezimmer.

Jakob saß immer noch am Küchentisch und aß nun das siebte Brötchen.

Ich konnte nicht anders, als zu lachen, bevor ich im Bad verschwand.

Schnell kämmte ich meine mittlerweile trockenen Haare und tuschte mir die Wimpern.

Als ich die Tür wieder öffnete, war Jakob verschwunden.

Also lief ich durch die Wohnküche zu seinem Zimmer und klopfte zögerlich an die Tür.

„Komm rein!" rief er sofort.

Ich trat ein und konnte gerade noch ein Blick auf seinen freien Oberkörper erhaschen, bevor er sich das schwarze T-Shirt über den Kopf zog.

Auch er hatte seine kurze Hose gegen eine lange, schwarze Jeans ausgetauscht.

Es war immer wieder ungewohnt, ihn so normal gekleidet zu sehen.

Ein Grinsen konnte ich mir nicht verkneifen.

„Können wir los?" fragte er und erwiderte mein Lächeln.

„Klar!"entgegnete ich während ich auf dem Absatz kehrt machte und in Richtung Haustür lief.

Obwohl ich seine Schritte nicht hörte, wusste ich, dass er mir folgte.

„Nur um das festzuhalten. Ich weiß immer noch nicht, ob das so eine gute Idee ist!" sagte er bevor wir beide in den schwarzen Golf stiegen.

Die Erinnerung, an meine letzte Fahrt mit diesem Auto versetzte mich in eine andere Zeit zurück.

In eine Zeit, als Jakob so ausgelaugt war, dass er zum Autofahren garnicht mehr im Stande gewesen war.

Würde es wieder so sein, wenn wir uns beim nächsten Mal sehen würden?

„Woran denkst du?" riss er mich aus meinen Gedanken.

„An unsere letzte gemeinsame Autofahrt." entgegnete ich ehrlich und musste dabei sogar Lächeln.

Im Nachhinein betrachtet, war das Ganze schon fast lustig.

„Oh nein! Bitte nicht." erwiderte er beschämt.

„Du hast gefragt." entgegnete ich und zuckte mit den Schultern.

Jetzt schüttelte auch er belustigt den Kopf.

„Wie sieht der Plan aus?" wollte ich von ihm wissen, als wir unser Ziel fast erreicht hatten.

„Durch die Stadt bummeln, Plakate von vermissten fotografieren, die Augen offen halten und uns möglichst unauffällig verhalten." antwortete er und parkte gekonnt zwischen zwei Autos ein.

Bei dieser Autofahrt, hatte ich mich zum ersten Mal sicher gefühlt und sein Fahrstil war zwar etwas zu schnell, aber ansonsten tadellos.

Es war Samstag und die Straßen waren von Menschenmassen überladen.

Jakob seufzte, bevor wir uns mitten in das Getümmel begaben.

„Du magst keine Menschenmassen, was?" harkte ich nach und versuchte ihn aufzuziehen.

„Ist das so offensichtlich?" erwiderte er und stieß mich leicht mit der Schulter an.

Seite an Seite bummelten wir durch die Straßen, wobei er sein Schritttempo wie selbstverständlich dem meinen anpasste.

Tatsächlich hingen an den Straßenlaternen überall Plakate von vermissten Personen.

Mir lief es eiskalt den Rücken herunter.

Bereits in wenigen Wochen, würde eine meiner engsten Freundinnen ebenfalls in dieser Stadt wohnen.

„Jake. Lea wohnt bald auch in Paderborn." Der Klos in meinem Hals erschwerte es mir, die Worte auszusprechen.

„Ihr wird nichts passieren. Wir passen auf." war sein erster Impuls, doch dann schien er zu überlegen.

„Besteht die Möglichkeit, dass sie den Umzug etwas hinauszögert, wenn du ihr die Wahrheit erzählst?" überlegte er dann.

„Ich kann es versuchen." gab ich zurück und dachte bereits darüber nach, wie ich Lea diese Botschaft relativ schonend überbringen konnte.

Plötzlich blieb Jakob stehen und obwohl ich ihn nicht einmal berührte, konnte ich spüren, wie sich sein gesamter Körper anspannte.

Seine Nasenflügel bebten.

Schon allein das reichte, damit sich auch bei mir alle Härchen am Körper aufstellten.

„Sie sind hier ganz in der Nähe." sprach er aus, was ich eigentlich schon wusste.

„Wie viele sind es?" harkte ich nach.

„Ein dutzend. Vielleicht auch mehr." presste er hervor. Seine Hände bebten.

Plötzlich lief er mit schnellen Schritten um eine Kurve und ich folgte ihm in eine Nebenstraße.

Ich konnte erahnen, dass er auf das alte, ehemalige Fabrikgebäude am Ende der Straße zusteuerte.

„Jakob, was hast du vor?" schrie ich schon fast, aber es wäre ohnehin niemandem aufgefallen.

Wir waren alleine.

„Ich muss näher ran! Warte hier!" entgegnete er barsch und lief weiter, ohne mich anzusehen.

Je näher wir dem Gebäude kamen, desto heftiger reagierte Jakob's Körper auf die Anwesenheit der Vampire.

Mittlerweile zitterten nicht nur seine Hände und Arme, sondern auch sein gesamter Oberkörper.

Es war Mitten am Tag. Er durfte sich jetzt nicht verwandeln.

Und er durfte auf keinen Fall alleine in dieses Gebäude gehen.

Dann würde ich ihn vermutlich nie wiedersehen.

Das Adrenalin schoss durch meine Adern.

Ich musste verhindern, dass er dieses Gebäude betrat.

Also lief ich los und griff nach seiner, vor meinen Augen fast verschwimmender, Hand.

„Lass mich hier nicht alleine!" flehte ich ihn an.

Tatsächlich verharrte er in der Bewegung und schenkte mir seine Aufmerksamkeit.

Erst jetzt schien er zu bemerken, dass ich tatsächlich Angst hatte.

Trotzdem schien er hin und her gerissen zu sein.

Und sein Körper hatte sich schon längst entschieden.

Unter anderen Umständen hätte ich schon längst einen Sicherheitsabstand zu ihm eingenommen, doch jetzt hielt ich nach wie vor seine Hand.

„Bitte Jakob. Du kannst da nicht allein reingehen." bettelte ich weiter.

Wohl wissend, dass ich ihn wenn er wollte, ohnehin nicht am Gehen hindern konnte.

Doch dann schloss er die Augen und atmete einmal tief durch.

Tatsächlich nahm das Zittern ab er nickte mir zu.

Dann umfasste er meine Hand fester, machte auf dem Absatz kehrt und zog mich in die entgegengesetzte Richtung hinter sich her.

Er hatte immer noch Mühe, gegen seine Instinkte anzukämpfen.

Ich wehrte mich nicht gegen seinen Griff.

„Was hast du vor?" fragte ich dennoch kleinlaut.

„Zum Auto" presste er hervor und zog mich weiter.

Dort angekommen ließ er mich los und stützte sich mit beiden Händen am Fahrzeugdach ab.

"Steig ein!" kommandierte er, doch ich blieb regungslos stehen.

Ich konnte nur ansatzweise erahnen, wie schwer es für ihn gewesen sein musste, sich seinen tierischen Instinkten zu widersetzten und seine menschliche Gestalt beizubehalten.

Zuerst warte ich einfach nur ab.

Auch mir steckte der Schreck noch in den Gliedern.

Als nur noch seine Hände zitterten trat ich näher an ihn heran und legte meine Hand auf seine Schulter.

Nur wenige Sekunden später wandte er sich zu mir um.

„Oh Gott. Es tut mir leid." sagte er beschämt.

„Das muss es nicht. Du hast das gut gemacht." erwiderte ich, doch er schüttelte nur den Kopf.

„Geht's wieder?" fragte ich und versuchte zu lächeln, doch es wolle mir nicht so recht gelingen.

„Ja. Lass uns fahren." antworte er uns stieg in den Wagen.

Ich tat es ihm gleich.

Die ersten Minuten sagte keiner von uns auch nur ein einziges Wort.

„Alles okey?" fragte er irgendwann vorsichtig.

Erst nickte ich nur.

„Hättest du mich wirklich alleine da stehen lassen?" Die Frage brannte mir auf der Zunge.

„Ich..ich bin mir nicht sicher. Ich habe einfach nur noch rot gesehen.

Es tut mir leid." versuchte er sich zu erklären.

Ich schwieg.

Zum einen konnte ich ihn verstehen und schlussendlich hatte er sich richtig entschieden.

Aber wenn er nicht auf mich gehört hätte, wären wir mittlerweile vielleicht beide tot.

„Kannst du mir verzeihen?" wollte er wissen als er das Auto wieder in der kleinen Garage parkte.

„Ja. Es ist für mich nur schwer zu verstehen.."gab ich zurück.

„Ich weiß. Und ich weiß, dass es falsch war. Ich habe total überreagiert." versuchte er erneut sich zu entschuldigen.

„Jakob es ist alles gut. Lass uns reingehen." sagte ich und lächelte ihn vorsichtig an.

Wir liefen dicht bei einander, doch einige Meter vor der Haustür blieb er unschlüssig stehen.

Ich wandte mich zu ihm um, doch er wich meinem Blick aus.

„Ich muss.." stammelte er vor sich hin.

Na toll. Er musste seinem Herr und Meister Bericht erstatten.

„Okey. Ich warte drinnen." Obwohl ich alles andere als begeistert war, setzte ich ein Lächeln auf.

Ich wollte nicht, das er geht.

Doch ich sprach meine Gedanken natürlich nicht aus.

Und überhaupt. Wahrscheinlich hätte das rein gar nichts geändert.

Auch in seinem Gesicht stand die Enttäuschung über die Entwicklung des Nachmittags.

Aber es schien, als habe er keine andere Wahl.

Mit einem entschuldigendem Lächeln drehte er sich um und joggte in Richtung Wald.

Ich blieb allein zurück.

Sobald er aus meinem Sichtfeld verschwunden war, drohte mich meine Angst einzuholen und ich lief schnell ins Haus.

Billy war nach wie vor nicht zu Hause.

Ich war der einzige Mensch weit und breit.

Der Gedanke daran, dass nur wenige Kilometer zwischen mir und einer Horde blutrünstiger Vampire lagen, führte dazu, dass ich unfreiwillig zu zittern begann.

Und wie sehr wünschte ich mir, dass er mich nicht allein gelassen hätte.

Ich schlang die Arme um den Oberkörper und ging in Jakob' s Zimmer.

Wie gerne hätte ich Alice angerufen.

Aber ich hatte Jakob versprochen zu warten.

Und das tat ich auch.

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chenupet 15. Apr 2019

Oh je .... dachte Jacob entspannt sich und hat sich besser im Griff... so schade . :(

chenupet 13. Mar 2019

OMG .... heftig .....

chenupet 12. Feb 2019

Oh je ..... einen Schritt vor und anderthalb Schritte zurück ....

Spannung pur .....

Wünsche Dir eine schöne Restwoche :)

Akina 17. Feb 2019
So ist es leider.. Dir auch :)