Lebensretter

vor 4 Mon.
Fanfiction zu den Büchern der Biss- Reihe von Stephanie Meyer. In dem Buch geht es um ein ganz normales deutsches Mädchen, Anika, das durch einen dummen Zufall mit dem Tracker James und seiner Gefährtin Victoria zusammen stößt. In diesem Moment trifft sie auch Jakob und das Wolfsrudel. Zwischen den beiden besteht von Beginn an eine gan..
Bis(s) Romanze P16 Mystery In Arbeit
Inhaltsverzeichnis

Kapitel 63 Juli 2016 Anika

Stunden waren vergangen.

Und immer noch keine Spur von Jakob.

Um 20:00 Uhr lief ich auf und ab durch die Wohnküche.

Von Minute zu Minute wurde ich unruhiger.

Wo war er nur so lange?

Die Sonne stand immer noch hell am Himmel, verlor jedoch langsam ihre Kraft.

In meiner Verzweiflung griff ich zu meinem Smartphone und wählte die Nummer von Shelli, um mir die Zeit zu verrieben und mich ein wenig abzulenken.

„Ohlaa!"begrüßte sie mich auf der andern Seite der Leitung.

„Na du." gab ich zurück und lehnte mich an die Fensterbank.

„Wie ist das Festival?" wollte sie wissen.

Ich antwortete nicht sofort.

„Ich bin nicht mehr auf dem Festival.. ich bin bei Jakob." platzte ich schließlich her raus.

Stille.

Ich konnte nicht einschätzen, wie sie auf diese Nachricht reagieren würde.

Immerhin hatte sie Jakob erst einmal gesehen. Und da war er auf sie losgegangen und hatte sie verletzt.

„Was?"brüllte sie ins Telefon und ich kniff die Augen zusammen.

Bereit für ihre Standpauke.

„Wie geil ist das denn! Ich wusste es! Was ist passiert?" rief sie euphorisch.

„Jan ist passiert. Mit einer hübschen, blonden Bitch." erklärte ich kurz und knapp.

„Oh!"wieder machte sie eine Pause.

„Und dann?" harkte sie nach.

„Er war da. Er hat mich gerettet." antwortete ich lachend.

Wie albern sich das anhörte.

„Seit wann bist du bei ihm? Wie ist er so drauf? Läuft da was?"

Ich seufzte.

„Also..seit letzter Nacht bin ich bei ihm. Und bisher gibt er sich wirklich Mühe...

Und nein! Da läuft nichts!" Obwohl ich versuchte so überzeugend wie möglich zu klingen, ging meine Stimme bei den letzten Worten eine Oktave höher.

„Ja ja!" lachte sie am anderen Ende der Leitung.

Sie glaubte mir kein Wort.

Aber wie auch, wenn ich mir nicht einmal selbst glaubte.

„Und wo ist er jetzt?" wollte sie plötzlich wissen.

„Kümmert sich um Vampirprobleme. Schon viel zu lange." meiner Stimme war die Enttäuschung anzuhören.

„Mach dir keine Sorgen, den haut so schnell nichts um." Und das meinte sie vollkommen ernst.

„Da sprichst du wohl aus Erfahrung!" versuchte ich das Gespräch umzulenken.

Vergebens. Sie ging nicht darauf ein.

„Was für ein Vampirproblem?" harkte sie nach.

Na super.

Aber was solls..

„ Das Rudel ist sich noch nicht sicher, aber wahrscheinlich stellt Victoria eine Vampirarmee auf um mich endgültig zu töten."

Es wunderte mich selbst, wie selbstverständlich diese Worte über meine Lippen kamen.

Und diese Nachricht brachte selbst Michelle zum Schweigen.

„Können sie dich beschützen?" Ausnahmsweise war ihre Stimme vollkommen ernst.

„Wenn sie es nicht können, kann es niemand." erwiderte ich und wusste genau, dass diese Antwort tatsächlich der Wahrheit entsprach.

„Tu mir den Gefallen und halt dich für ne Weile von Paderborn fern, ja?" bat ich sie.

„Okey."willigte sie sofort ein.

Sie konnte wohl auch mal vernünftig sein.

„Ich melde mich wieder bei dir, wenn ich mehr weiß, okey?" Gerade kam mir die Idee für Jakob und mich zu kochen.

„Okey. Kommst du nächstes Wochenende mit Ronja und Sina vorbei, vorausgesetzt du lebst noch?"

wollte sie wissen bevor wir das Gespräch beendeten.

„Ich schaue was sich machen lässt." gab ich zurück und legte auf.

Im Moment hatte ich wirklich andere Probleme.

Und eins davon war immer noch nicht nach Hause gekommen.

Mit neuer Motivation ging ich zum Kühlschrank.

Ich brauchte eine Aufgabe.

Nach fünf Minuten hatte ich tatsächlich die nötigsten Lebensmittel zusammen gesucht, um einen Nudel- Schinkenauflauf mit Ei zu machen.

Um 21:00 Uhr war das Essen fertig.

Und von Jakob war weit und breit nichts zu sehen.

Also schaltete ich den Backofen aus und nahm wieder meine Position vor dem Fenster ein.

Es dämmerte bereits und der Himmel färbte sich orange.

Und dann war da endlich wieder dieses Gefühl.

Ich wusste, dass er wieder in der Nähe war.

Trotzdem war ich mir für einen Moment nicht sicher, ob mein Instinkt mir nicht doch einen Streich spielte.

Doch dann trat er tatsächlich zwischen den Bäumen am Waldrand hervor.

Meine Stimmung veränderte sich augenblicklich.

Euphorie stieg in mir auf und ein breites Lächeln erschien auf meinem Gesicht.

Erst als er näher kam, bemerkte ich seine schlaffe Körperhaltung und seine verhältnismäßig langsamen, schleppenden Schritte.

Sofort trat ich einige Meter vom Fenster zurück.

Er sollte nicht merken, dass ich ihn beobachtete.

Aber was war nur passiert?

Es dauerte einige Sekunden, doch dann öffnete sich endlich die Haustür.

Besorgt ging ich auf ihn zu und er lächelte mich an.

Er hatte sich wieder aufgerichtet, doch bei genauerem hinsehen, wirke er relativ mitgenommen.

Auf seinen Armen waren mehrere kleinere, fast verheilte Wunden zu erkennen, die ich als Vampirbisse identifizieren konnte.

Er versuchte sich nichts anmerken zu lassen, doch ich wusste genau, dass das Gift ihm vermutlich immer noch Schmerzen zufügte.

„Was ist passiert?" fragte ich leise und wollte zunächst unmittelbar vor ihm stehen bleiben, doch er öffnete seine Arme und zog mich hinein.

Und ob ich wollte oder nicht, er beruhigte mich alleine mit dieser Geste.

„Mach dir keine Sorgen, es ist alles in Ordnung. Es tut mir leid, dass ich so lange weg war.

Das war nicht geplant." erklärte er ruhig und sah plötzlich unglaublich ausgelaugt aus.

„Wo wart ihr?" bohrte ich weiter nach während ich meinen Kopf gegen seine Brust sinken ließ.

Ich war unendlich froh, ihn halbwegs heile wieder hier zu haben.

„Wir haben den Blutsaugern einen Besuch abgestattet und es kam zum Kampf. Es waren viel zu viele. Mindestens dreißig. Wir mussten uns zurückziehen." gab er niedergeschlagen zu.

Ich schwieg. Ich hatte gehofft, dass sich die Befürchtung einer Vampirarmee nicht bestätigen würde.

„Hier riecht es aber gut." sagte Jakob und löste sich soweit von mir, dass er mir in die Augen sehen konnten.

Obwohl sie auf eine Art müde wirkten, schienen sie gleichzeitig zu leuchten.

„ Ja, ich muss den Auflauf nur noch einmal kurz Warm machen." verkündete ich und ein Hauch von seiner guten Laune sprang wieder auf mich über.

„Okey, gib mir eine Minute." sagte er sanft, ließ mich los und ging in sein Zimmer.

Schnell schaltete ich den Ofen an und deckte den Tisch.

Dann schlenderte ich auf sein Zimmer zu.

Die Tür stand sperrangelweit offen.

Als ich hinein sah, lag Jakob lang ausgestreckt auf dem Bett.

Seine Augen waren geschlossen und sein Atem ging ruhig und regelmäßig.

Er bemerkte mich nicht.

Ein mulmiges Gefühl breitete sich in mir aus.

Ich traute mich nicht näher an ihn heran und blieb unschlüssig und hilflos im Türrahmen stehen.

Der Klos in meinem Hals wurde von Sekunde zu Sekunde größer.

Doch dann nahm ich das Geräusch des Schlüssels wahr, der sich im Schloss der Haustür drehte.

Sofort drehe ich mich um und wischte die einzelne Träne weg, die mir die Wange herunter lief.

Aber es war schon zu spät.

Billy hatte die Wohnküche bereits betreten und meine Reaktion sehr wohl mitbekommen.

Für einen Moment sah er mich fast schon mitleidig an, dann wanderte sein Blick zu dem Auflauf, der nach wie vor im Ofen stand.

Dann zogen sich seine Mundwinkel nach oben und in seinen Augen blitzte der Schalk auf.

Er gab der Haustür einen kräftigen Schubs und sie viel mit einem lauten Knall ins Schloss.

Selbst ich zuckte zusammen.

AusJakob's Zimmer ertönte ein warnendes, lautes Knurren.

Alle Härchen an meinem Körper stellten sich auf.

Genau das war es, wovor ich Angst hatte.

Doch dann wurde das animalische Geräusch von Billys rauer Stimme übertönt:

„Jakob! Hast du gekocht?" rief er durch das Haus und grinste mich stumm an.

Ich versuchte zurück zu lächeln, doch es gelang mir nicht so recht.

Billy zwinkerte mir aufmunternd zu, zog seine Jacke aus und hängte sie umständlich an die für ihn nur schwer zu erreichende Gadrobe.

Dann vernahm ich kaum hörbare Schritte hinter mir.

Automatisch machte ich einen Schritt zur Seite, um zu verhindern, dass er unmittelbar hinter mir stand.

Trotzdem riskierte ich einen Blick in sein verschlafenes Gesicht.

Seine Augen musterten mich fragend und ließen nicht von mir ab.

„Nein. Anika hat gekocht." antwortete Jakob seinem Vater kurz und kanpp.

„Na dann guten Appetit!" wünschte uns Billy und verließ das Zimmer.

„Danke!"rief ich ihm nach und holte wortlos den Auflauf aus dem Ofen.

Jetzt war wieder einer dieser Momente, in denen ich keine Ahnung hatte, wie ich mich verhalten sollte.

„Es tut mir leid.." setzte er an, doch ich unterbrach ihn sofort.

„Es ist alles gut." entgegnete ich, doch ich konnte nicht verhindern, dass meine Stimme etwas anderes ausdrückte, als meine Worte.

Er kam auf mich zu und ich unterdrückte den Impuls, vor ihm zurück zu weichen.

Trotzdem konnte ich ihm nichts vormachen,

„Du hast es gehört?" stellte er fest und fuhr sich mit der Hand durchs Gesicht.

Ich nickte nur. Was hätte ich sonst darauf erwidern sollen?

Schnell begann ich damit, einen riesigen Auflaufberg auf seinen und einen deutlich kleineren auf meinen Teller zu häufen.

Die Ablenkung funktionierte beinahe so gut, als würde man einem Hund einen frischen Knochen hinwerfen.

„Lecker!"war das einzige Wort, dass er zwischen den ersten Bissen mit vollem Mund murmelte.

Er musste wirklich Hunger haben.

Ich selbst stocherte zunächst nur in meinem Essen herum, obwohl ich zuvor wirklich Hunger gehabt hatte.

Aber der Appetit war mir vergangen.

Keiner von uns sagte auch nur ein Wort.

Und leider war es keine angenehme vertraute Stille, wie sonst schon so oft.

Nein, es war einfach nur unangenehm.

Dieses peinliche Schweigen war vermutlich auch der Grund dafür, dass ich mich doch noch dazu entschied, meinen Teller zu leeren.

„Du denkst ich habe dich angelogen?" fragte er plötzlich.

Diese Frage brachte mich völlig aus dem Konzept.

Dachte ich das?

Verwirrt sah ich ihn an und sein Blick wurde weich.

„Das passiert wirklich nur noch sehr selten... Ich habe mich mich erschreckt bei dem Knall."

Ich war verwundert über seine Ehrlichkeit.

Flehend streckte er seine Hand über den Tisch in meine Richtung.

Plötzlich fühlte ich mich in die Frühstückssituation am Morgen zurück versetzt.

Sie kam mir vor wie in einem andern Leben.

Und der gestrige Tag erst recht.

Es war so viel passiert.

„Bitte vertrau mir." flehte er.

Eigentlich gab es da nichts mehr zu überlegen.

Er war der einzige Mensch auf diesem Planeten, dem ich 100%ig vertraute.

Nur eben nicht in dieser Beziehung.

Aber ich hatte es versprochen.

Und ich wollte ihm ihm in jeglicher Hinsicht vertrauen.

Und was hatte ich zu verlieren?

Ohne ihn wäre ich bereits vor vielen Jahren gestorben.

Als Antwort legte ich meine Hand in seine geöffnete, warme Handfläche und lächelte ihn an.

Erleichtert lächelte er zurück und wirkte augenblicklich viel entspannter.

Jetzt, nachdem ich meine Entscheidung getroffen hatte, ging es auch mir viel besser.

Doch dann stand ich auf um die Teller in die winzige Spülmaschine zu räumen.

„Lass stehen! Ich mach das schon!" forderte er mich auf.

„Nein."erwiderte ich mit einem Lächeln auf den Lippen und räumte einfach weiter auf.

Aus dem Augenwinkel konnte ich beobachten, wie er die Ellenbogen auf die Tischplatte stützte, das Gesicht in seine Hände legte und für einen Moment die Augen schloss.

Um ihm zu beweisen, dass ich ihm wirklich vertrauen wolle trat ich, nachdem das Geschirr verstaut war, direkt hinter ihn und legte vorsichtig meine Hand auf seine nackte Schulter.

Er zuckte zusammen und richtete sich auf, doch bevor ich meine Hand zurück nehmen konnte, legte er die seine schon auf meine Finger.

„Jetzt hast du ja doch schon alles aufgeräumt." murrte er und erhob sich langsam.

„Was willst du machen?" wollte er wissen, doch ich verschränkte die Arme vor der Brust.

„Jakob es ist halb 11. Wir machen heute gar nichts mehr!" sagte ich bestimmt.

Wie erwartet schüttelte er sofort den Kopf.

„Wir haben in den letzten Jahren viel zu wenig Zeit miteinander verbracht." warf er ein.

Und damit hatte er so was von Recht.

„Aber ich bleibe doch noch bis morgen Mittag." versuchte ich ihn zu überzeugen.

„Komm schon." versuchte er mich zu bequatschen.

„Vorschlag: Wir gucken noch nen Film, gehen aber vorher schon ins Bad.

Dann müssen wir später nur noch den Fernseher ausmachen." völlig perplex sah er mich an.

Doch er verkniff sich anscheinend seinen blöden Kommentar und verschwand kopfschüttelnd in Richtung Badezimmer.

Zumindest war er einsichtig.

War er jetzt sauer auf mich oder einfach nur müde?

Schnell zog ich mich um und schlüpfte in die schwarze Leggins und das schwarze, langärmlige Shirt.

Ich war gerade noch dabei, mir vor dem Spielgel meine Haare durchzukämmen, als er schon wieder das Zimmer betrat.

Und jetzt lächelte er wieder.

Mir fiel ein Stein vom Herzen.

Ich erwiderte es und schob mich an ihm vorbei.

Schnell putzte ich mir die Zähne und schminkte mich ab.

Aber vermutlich konnte ich mich noch so beeilen.

Bis ich zurück im Zimmer wäre, würde er sowieso längst eingeschlafen sein.

So leise wie möglich ging ich in sein Zimmer und wurde Mal wieder überrascht.

Entgegen meiner Erwartungen saß er im Schneidersitz auf dem Bett und hatte mehrere Filme vor sich ausgebreitet.

Kopfschüttelnd und grinsend ging ich auf ihn zu.

Etwas war anders, als noch wenige Minuten zuvor.

„Ich habe eine kleine Vorauswahl getroffen. Du entscheidest!" verkündete er und sah mich mit seinen ruhigen, aber gleichzeitig vor Begeisterung sprühenden Augen an.

Was war hier während meiner Abwesenheit passiert?

Misstrauisch und zugleich glücklich setzte ich mich auf die Bettkante neben ihn.

Immerhin war diesmal kein Horrorfilm unter seinen Favoriten.

Horror hatte ich für heute auch mehr als genug.

Stadtessen glitten meine Augen über die Cover von „Die Miniions", „Die Bestimmung", „Interstellar" und einige weitere.

„Den hier!" verkündete ich schließlich und deutete auf das Cover von „Mockingjay".

Ich hatte den Film zwar bereits mit Marie, Nele, Ann-Kathrin und Lea im Kino gesehen, aber ein zweites Mal konnte ja bekanntlich nicht schaden.

Ohne Wiederworte, aber mit einem Funkeln in den Augen erhob sich Jakob, packte die übrigen Filme zurück in die Schublade und legte den Film ein.

Ich wusste währenddessen nicht, wie ich mich nun verhalten sollte und blieb erst einmal auf der Bettkante sitzen.

„Wie kommt es eigentlich, dass du so viele DVD's besitzt?" fragte ich ihn um die Stille zu durchbrechen.

„Gute Frage!" antwortete er lachend.

„Als Kind habe ich sie gesammelt. Und jetzt kauft mein Vater immer noch alle, die ihm in die Hände fallen." fügte er hinzu.

Lässig schlenderte er zu mir hinüber.

„Mach's dir bequem." forderte er mich auf und platzierte eines der Kissen so an der Wand, dass es als Rückenlehne verwendet werden konnte.

Dann setzte er sich und klopfte mit der flachen Hand auf die Matratze neben sich.

Ohne mir weiter den Kopf darüber zu zerbrechen, nahm ich seine Einladung an und lehnte mich direkt neben ihn an das Kissen.

„Erzählst du mir, was heute Abend passiert ist?" forderte ich ihn auf.

„Da gibt es nicht viel zu erzählen. Wir wollten nur herausfinden, mit wie vielen Blutsaugern wir es zu tun hatten und dann haben sie uns überrascht." Und mit dieser Antwort schien sich das Thema für ihn auch schon erledigt zu haben.

Ich schwieg.

Und kurz darauf stieß er mir seinen Ellenbogen in die Rippen und lachte.

„Hey! Zerbrich dir nicht den Kopf darüber. Es ist alles gut gegangen."

Seine Augen funkelten spitzbübisch.

Er hatte plötzlich so gute Laune, dass ich tatsächlich beschloss die Sache fürs erste auf sich beruhen zu lassen.

„Was ist eigentlich los mit dir?" fragte ich schließlich und ertappte mich dabei, wie er mich mit seiner Stimmung ansteckte.

„Ich bin froh, dass du hier bist." entgegnete er grinsend.

Ich nickte nur, denn ich konnte mir seine Stimmungsschwankung nicht erklären.

Doch dann fiel der Groschen.

„Du hast Cola getrunken, richtig?" fragte ich mit einer hochgezogenen Augenbraue.

Er seufzte.

„Ist das so offensichtlich?" frage er mit einem vorsichtigem Lächeln.

„Ohja! Jakob dass bringt doch.."

„Es verschafft mir Zeit mit dir. Bitte sei nicht sauer." Fiel er mir ins Wort.

Eigentlich hatte er ja Recht.

Trotzdem war es keine Lösung, aber auch kein Grund um böse auf ihn zu sein.

In gespielter Entrüstung verschränkte ich die Arme vor dem Oberkörper.

Doch eigentlich wünschte ich mir nur ihn zu berühren.

Den Film hatten wir beide schon längst vergessen.

„Hör auf zu Schmollen und komm her!" sagte er, legte seine Hand um meine Taille, zog mich an sich heran.

Dankbar ließ ich es zu, dass er seinen Arm um mich legte und bettete meinen Kopf an seiner Schulter.

Von mir aus könnte dieser Moment ewig dauern.

„Denkst du diese Manipulation mit dem Gift der Jägerwespe würde wirklich funktionierten?" wollte ich gegen Ende des Films von ihm wissen.

„Das kann gut sein." gab er träge von sich.

Die Wirkung des Koffeins schien langsam aber sicher nachzulassen.

„Sollen wir uns hinlegen?" fragte ich und wandte den Kopf zu ihm um.

Überrascht stellte ich fest, dass ich unsere Nasen beinahe berührten.

Sofort begann mein Bauch zu kribbeln und die Röte stieg mir ins Gesicht.

Vermutlich schlug mir mein Herz mal wieder bis zum Hals. Wie peinlich.

Aber vielleicht war er auch zu müde um es überhaupt zu bemerken.

„Nein. Wir gucken den jetzt noch zu Ende." sagte er matt, ließ seine Stirn gegen die meine sinken und schloss die Augen.

Bemerkte er gar nicht, was für einen Einfluss er auf mich hatte?

Doch als er seine Augen wieder aufschlug, konnte ich ganz deutlich die freudige Erregung in ihnen erkennen.

Die Luft um uns herum schien zu knistern.

Doch dann schlug ich die Augen nieder.

Ich wollte ihm keine falschen Hoffnungen machen.

Und selbst wenn.. ich war eindeutig noch nicht so weit.

Gestern hatte ich noch jemand anderen geküsst.

Und dem Anschein nach wäre eine solche Art der Beziehung mit Jakob sowieso nicht möglich.

Er reagierte sofort und wandte sein Gesicht wieder dem Fernseher zu.

Er war so viel verständnisvoller als ich gedacht hatte.

Um ihm zu zeigen, wie dankbar ich ihm war kuschelte ich mich noch näher an ihn her ran und er legte den Kopf in den Nacken.

Als der Abspann des Films begann, löste ich mich langsam aus seinem Griffund stellte erst dann fest, dass er bereits im Halbschlaf gewesen war.

Er zuckte zusammen und riss sofort die Augen auf, gab aber keinen Ton von sich.

„Sorry"flüsterte ich und setzte mich aufrecht hin.

Er tat es mir gleich.

„Es gibt nichts, wofür du dich entschuldigen müsstest." erinnerte er mich.

„Na, verliert das Coffein seine Wirkung?" fragte ich provokant.

„Ja."gab er zu und fuhr sich mit der Hand übers Gesicht.

„Na dann!" Ich löste mich aus seinen Armen, stand auf und schaltete den Fernseher aus.

Jakob richtete sich kurz auf, allerdings nur, um sein Kissen wieder an seinen Platz zu legen und sich hinein fallen zu lassen.

Wortlos schaltete ich das Licht aus und schlüpfte unter die Bettdecke.

Um ihn nicht weiter zu stören, lag ich direkt an der Kante.

„Willst du aus dem Bett fallen?" flüsterte er.

Meine Augen hatten sich noch nicht an die Dunkelheit gewöhnt, weshalb ich seine Gesichtszüge nicht erkennen konnte.

Ohne noch länger auf meine Antwort zu warten strecke er seinen Arm nach mir aus, legte ihn um mich und zog mich ganz nah an sich herran.

„Jake.."begann ich zu protestieren und versteifte mich.

Sofort hielt er in der Bewegung inne, löste seinen Griff aber nicht.

„Bitte."flehte er.

Und ohne, dass er es aussprechen musste spürte ich, wie viel ihm daran lag.

Ich war hin und her gerissen.

Zum einen wollte ich ihm so nah wie möglich sein, doch zum anderen war da immer noch die Angst.

„Vertrau mir." in seiner leisen Stimme schwang Hoffnung mit.

Anstatt einer Antwort rückte ich an ihn heran, legte meinen Kopf auf die Schulter seines ausgestreckten Arms und meine Hand auf seine nackte, warme Brust.

Er hob seinen Kopf an, gab mir einen Kuss aufs Haar und und atmete erleichtert aus.

Schon wenige Sekunden darauf wurde sein Atem ruhig und gleichmäßig.

Er war sofort eingeschlafen.

Und ich fühlte mich so sicher und geborgen, wie schon seit vielen Jahren nicht mehr.

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chenupet 15. Apr 2019

Oh je .... dachte Jacob entspannt sich und hat sich besser im Griff... so schade . :(

chenupet 13. Mar 2019

OMG .... heftig .....

chenupet 12. Feb 2019

Oh je ..... einen Schritt vor und anderthalb Schritte zurück ....

Spannung pur .....

Wünsche Dir eine schöne Restwoche :)

Akina 17. Feb 2019
So ist es leider.. Dir auch :)