Lebensretter

vor 4 Mon.
Fanfiction zu den Büchern der Biss- Reihe von Stephanie Meyer. In dem Buch geht es um ein ganz normales deutsches Mädchen, Anika, das durch einen dummen Zufall mit dem Tracker James und seiner Gefährtin Victoria zusammen stößt. In diesem Moment trifft sie auch Jakob und das Wolfsrudel. Zwischen den beiden besteht von Beginn an eine gan..
Bis(s) Romanze P16 Mystery In Arbeit
Inhaltsverzeichnis

Kapitel 64 Juli 2016 Jakob

Die Tatsache, dass sie sich bewegt hatte, holte mich langsam aber sicher aus dem Schlaf.

Das Erste was ich wahrnahm, war ihr süßer Duft, der mich völlig zu berauschen schien.

Ich spürte ihre Haare an meiner Nasenspitze.

Wie gerne hätte ich mich noch einmal zurück in das Reich der Träume begeben, doch auch im Halbschlaf konnte ich spüren, dass sie wach war.

Und das wahrscheinlich schon seit längerer Zeit.

Vermutlich traute sie sich einfach nur nicht, sich aus meinen Armen zu lösen.

Widerwillig zwang ich mich dazu, meine Augen zu öffnen.

Und sofort blickte ich in ihre wunderschönen braunen Augen.

Freude und Unsicherheit waren in ihnen zu erkennen.

„Hey."begrüßte ich sie und streckte meine Hand nach ihrer Wange aus, doch meine Stimme klang noch heiser und verschlafen.

Ich räusperte mich.

„Guten Morgen." erwiderte sie und strahlte plötzlich übers ganze Gesicht.

Anscheinend hatte sie wirklich mit dem Schlimmsten gerechnet.

„Habe ich dich geweckt?" fragte sie und setzte sich auf.

„Im entferntesten Sinne schon." gab ich zu und erwiderte ihr Lächeln.

„Sorry."sagte sie zwar, musste dabei aber ein Lachen unterdrücken.

„Siehst du, es geht auch anders." sprach ich schließlich ihre Gedanken aus und ließ meinen Kopf noch einmal zurück ins Kissen sinken.

„Ich habe es nicht für möglich gehalten." gab sie zu und biss sich auf die Unterlippe.

Wann hatte ich sie zuletzt so glücklich und unbeschwert gesehen?

„Willst du noch weiter schlafen?" fragte sie und setzte sich noch einmal aufs Bett, doch ihre Miene wurde ernster.

„Nein."gab ich sofort zurück und setzte mich auf.

„Wie spät ist es ?" fügte ich hinzu und suchte nach meinem Handy.

„Gleich zehn Uhr." antwortete sie und hielt ihr Smartphone in die Höhe.

„Die Zeit vergeht viel zu schnell." murmelte ich, woraufhin sie nur nickte.

Bereits in wenigen Stunden musste ich sie nach Hause bringen.

Plötzlich hatte ich es wirklich eilig, endlich aus dem Bett zu kommen.

„Heute mache ich Frühstück! Bin nur eben schnell im Badezimmer."informierte ich sie und stand auf.

„Aber.."setzte sie an.

„Wage es nicht!" unterbrach ich sie und grinste sie an.

Sofort hob sie resignierend die Hände in die Luft, lächelte aber.

Warum konnte nicht jeder Tag genau so beginnen?

Die Dusche verließ ich in Rekordzeit wieder, zog eine meiner dunklen,kurzen Hosen und ein dunkelgrünes T-Shirt an.

Zaghaft klopfte ich an die Tür meines eigenen Zimmers.

„Das Bad ist frei. Ich mache dann jetzt Frühstück!" verkündete ich,nach wie vor mit einem Dauergrinsen im Gesicht.

Ich konnte mein Glück mit ihr kaum fassen.

Doch ich wusste ganz genau, dass dieses Glück schon sehr bald von dunklen Schatten überlagert sein würde.

Früher oder später würde es zum Kampf mit den Blutsaugern kommen.

Und diesen würden wir, obwohl sich in naher Zukunft viele junge Männer dem Rudel anschließen werden, nicht alle überleben.

In den nächsten Tagen und Wochen würde es wohl meine Aufgabe sein, die neuen Wölfe zu trainieren.

Und ihnen zu helfen, mit ihrer neuen Identität als Monster klar zukommen.

Wie sollte ich das schaffen, wenn ich nicht einmal selbst schaffte, meine animalische Natur zu akzeptieren?

Schon am Nachmittag sollte ich den Babysitter für einen jungen Mann, Scott Davis, spielen, der sich jeden Moment zum ersten Mal verwandeln könnte.

Er war bereits vor einigen Tagen mit seinem Vater von La Push nach Deutschland gereist.

Das Gute war, dass er bereits wusste, was ihm bevorsteht.

Sein Vater, der ebenfalls zu unserer Blutlinie gehört, hatte ihn vorbereitet.

Zum einen war es also sein Instinkt, zum andern wohl auch das Pflichtbewusstsein, welches ihn hierher gezogen hatte.

Ginge es nach mir, hätte ich dafür gesorgt, dass er in den USA geblieben wäre.

So hätte vermieden werden können, dass die Verwandlung bei ihm ausgelöst wird.

Ich wünschte niemandem dieses Schicksal.

Doch laut Sam brauchten wir jeden Mann, den wir kriegen konnten.

Wir mussten aufrüsten.

Doch von all dem sollte sie zumindest jetzt noch nichts erfahren.

Ich hatte sie gerade erst wieder.

Und sie war glücklich.

Auf keinen Fall wollte ich die letzten Stunden mit ihr damit verbringen, ihr zu erklären wie aussichtslos die Situation zur Zeit schien.

Kopfschüttelnd beschloss ich, mich vorerst auf etwas anderes zu konzentrieren.

Zum Beispiel auf das Frühstück.

Ich hatte gerade den Tisch gedeckt und die Brötchen, die mein Vater glücklicher Weise besorgt hatte, auf den Tisch gestellt, als sich die Badezimmertür öffnete.

Wie immer sah sie mehr als bezaubernd aus.

Ihre Haare waren noch triefnass und wirkten dadurch dunkler, als im trockenen Zustand.

Jetzt hatten sie nahezu die gleiche Farbe wie ihre funkelnden Augen.

Sie trug nur einen schlichten, schwarzen Jumpsuit.

„Fertig?"fragte sie lächelnd.

„Klar. Setz dich." erwiderte ich und schon waren meine negativen Gedanken der letzten Minuten vergessen.

Zur Abwechslung versuchte ich mich auch bei Tisch halbwegs zu benehmen, anstatt alles essbare in mich hinein zu stopfen.

„Wann musst du nach Hause?" wollte ich von ihr wissen, während ich mein drittes Brötchen schmierte.

„Wie lange hast du Zeit? Ich bin da flexibel." gab sie zurück doch ihre Miene verfinsterte sich.

Scheiße. Sam würde mir mit Sicherheit keinen weiteren Aufschub geben.

„Ich..ich muss um vier Uhr in Lemgo sein und Embry ablösen." brachte ich hervor und fuhr mir mit der Hand über die Stirn.

„Ablösen?Wovon?" Sie verschränkte die Arme und sah mich aufmerksam an.

Scheiße. Das hatte ich ja mal wieder gut durchdacht.

„Einer von uns muss rund um die Uhr jemanden beobachten, der sich vermutlichin den nächsten Tagen verwandeln wird." erklärte ich schließlich ehrlich und hätte mir dafür selbst eine Ohrfeige verpassen können.

„Oh."erstaunt und traurig zugleich blickte sie mich an.

„Tut mir leid." versuchte ich mich für die höhere Gewalt, der ich mich unterwerfen musste, zu entschuldigen.

Aber sie ging gar nicht darauf ein.

„Kann man es nicht irgendwie verhindern, dass die Verwandlung bei ihnen ausgelöst wird?"

fragte sie mich stattdessen.

„Nur wenn man sie von Vampiren fernhält, bis sie vollständig erwachsen sind." gab ich zurück.

Dieser Weg wäre natürlich auch mir am liebsten.

Was hätte ich dafür gegeben, wenn sich vor einigen Jahren jemand dafür eingesetzt hätte, meine erste Verwandlung zu verhindern.

Doch niemand hatte es getan.

Und jetzt lag dieser Fluch ein Leben lang auf mir.

„Und warum versucht ihr nicht, es aufzuhalten?" fragte sie vorsichtig.

Scheiße.

„Weil wir für den Fall, dass es zu einem Kampf kommt, jeden Mann gebrauchen können." ich schloss die Augen um das Entsetzen auf ihrem Gesicht nicht sehen zu müssen, dennoch konnte ich es deutlich spüren.

Blind griff ich über den Tisch hinweg nach ihren Händen.

„Es ist eine reine Vorsichtsmaßnahme. Aber wir müssen vorbereitet sein." versuchte ich sie zu beruhigen.

Ich wollte nicht, dass sie Angst hatte.

Da sie nichts sagte, war ich gezwungen ihr doch wieder in die Augen zu sehen.

„Was wäre, wenn die Cullens herkommen würden um im Kampf zu helfen?"schlug sie vor und zuerst fiel mir die Kinnlage runter.

Wie kam sie nur auf diese Idee?

Diese dreckigen Blutsauger sollten bloß dableiben, wo sie waren.

„Nein."sagte ich bestimmt und merkte selbst erst nicht, dass meine Hände zu zittern begannen.

„Das wäre keine gute Idee. Werwölfe und Vampire. Das funktioniert einfach nicht zusammen." sagte ich deutlich ruhiger.

Sie nickte nur resignierend und wich meinem Blick aus.

Jetzt hatte ich die Stimmung wohl endgültig kaputt gemacht.

Innerlich ärgerte ich mich zutiefst über meine Reaktion, doch meine Meinung änderte das noch lange nicht.

Doch irgendwann hielt ich das bedrückende Schweigen nicht mehr aus.

„Wie darf ich dich denn später nach Hause bringen?" fragte ich und lächelte vorsichtig.

„Wie wie?" entgegnete sie und legte die Stirn in Falten.

Endlich sah sie mir wieder in die Augen.

Ich hasste es, wenn sie mir den Blick in ihre Augen bis hin zu ihrer Seele verwehrte.

In solchen Momenten fiel es mir schwer, ihre Gefühle und ihre Reaktion richtig einzuschätzen.

„Na per Wolf, mit dem Auto oder mit dem Motorrad?"

Jetzt zuckten ihre Mundwinkel und ihre Augen begannen wieder zu leuchten.

„Das ist aber ein schwierige Frage!" antwortete sie lächelnd.

Anscheinend hatte ich es doch noch geschafft, die letzten Stunden mit ihr zu retten.

Und sie gingen viel zu schnell vorbei.

Gegen ein Uhr machten wir uns dann tatsächlich auf den Weg zu ihr nach Hause.

Sie hatte sich für das Motorrad entschieden, was mich persönlich sehr freute.

Ich hatte meine Maschine seit Wochen nicht benutzt.

Außerdem war ich froh darüber, dass ich mich zumindest jetzt noch nicht meiner tierischen Gestalt hingeben musste.

Momentan genoss ich jede Sekunde auf zwei Beinen, doch meine Stunden als Mensch waren gezählt.

Und auch die Fahrt war viel zu schnell vorbei.

Meine bis zu diesem Zeitpunkt noch gute Laune drohte zu kippen, als wir in ihre Straße einbogen.

Wehmütig schaltete ich den Motor aus und ließ nur widerwillig zu, dass sie ihre Hände, die sie zuvor um meinen Oberkörper geschlungen hatte, von mir löste.

Ich wollte mich nicht von ihr verabschieden.

Am liebsten wäre ich nie wieder von ihrer Seite gewichen.

Und erst recht nicht wenn ich daran dachte, welche Gefahr auf uns zukam.

„Hey was ist los?" fragte sie, nachdem sie abgestiegen war und ich mit hängendem Kopf nach wie vor auf der Maschine saß.

„Ich will mich nicht von dir verabschieden." gab ich ehrlich zu und versuchte sie anzulächeln.

Sie legte ihre Hand auf die meine, die immer noch auf dem Lenker lag.

Jetzt stand auch ich auf, ließ ihre Hand jedoch nicht los.

„Dann komm einfach ganz schnell wieder." flüsterte sie und schlang ihre Arme um meinen Hals, woraufhin ich sie noch einmal fest an mich zog.

„Ich versuche es." entgegnete ich, denn ich konnte es ihr nicht versprechen.

„Du kannst immer vorbei kommen..egal wie spät es ist." flüsterte sie in mein Ohr.

Ihre Stimme klang flehend.

„Danke für Alles." fügte sie hinzu und gab mir einen Kuss auf die Wange.

„Kommst du klar?" fragte ich vorsichtig und sog noch einmal den Duft ihrer Haare ein.

Immerhin war es noch keine 48 Stunden her, dass sie sich von ihrem Freund getrennt hatte.

„Ja."gab sie mir klar und deutlich zu verstehen.

Dies bezüglich konnte ich wohl zumindest halbwegs beruhigt sein.

„Ich muss los." brachte ich widerwillig hervor und schlug die Augen nieder.

Langsam löste sie sich von mir.

„Pass auf dich auf." sagte sie, doch ihr Lächeln erreichte ihre Augen nicht.

Ihre Atmung ging schneller als zuvor.

Aber es machte keinen Sinn den Abschied noch schmerzlich in die Länge zu ziehen.

„Du auch." entgegnete ich, gab ihr noch einen letzten Kuss auf die Stirn und wandte mich gegen meinen Willen wieder meinem Motorrad zu, startete den Motor und fuhr los.

Das letzte was ich von ihr sah war, dass sie mir zum Abschied winkte.

Und schon jetzt begann ich sie zu vermissen.

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chenupet 15. Apr 2019

Oh je .... dachte Jacob entspannt sich und hat sich besser im Griff... so schade . :(

chenupet 13. Mar 2019

OMG .... heftig .....

chenupet 12. Feb 2019

Oh je ..... einen Schritt vor und anderthalb Schritte zurück ....

Spannung pur .....

Wünsche Dir eine schöne Restwoche :)

Akina 17. Feb 2019
So ist es leider.. Dir auch :)