Lebensretter

vor 4 Mon.
Fanfiction zu den Büchern der Biss- Reihe von Stephanie Meyer. In dem Buch geht es um ein ganz normales deutsches Mädchen, Anika, das durch einen dummen Zufall mit dem Tracker James und seiner Gefährtin Victoria zusammen stößt. In diesem Moment trifft sie auch Jakob und das Wolfsrudel. Zwischen den beiden besteht von Beginn an eine gan..
Bis(s) Romanze P16 Mystery In Arbeit
Inhaltsverzeichnis

Kapitel 65 August 2016 Anika

Langsam aber sicher neigten sich auch die längsten Ferien meines Lebens dem Ende zu.

Mir blieben noch wenige Tage, um den Sommer in vollen Zügen zu genießen.

Die ersten Tage nach dem Festival waren nicht einfach für mich gewesen.

Das schlimmste war es, immer und immer wieder erzählen zu müssen, dass Jan mich betrogen hatte.

Doch die Tatsache an sich machte mir rein gar nichts mehr aus.

Das war Schnee von gestern.

Ich lag gemeinsam mit Sina, Lisa und ihrer hässlichen französischen Bulldogge Lotta am Twistesee in der Sonne.

„Was ziehst du Samstag an?" wollte Lisa von mir wissen und lugte hinter ihrer riesigen Sonnenbrille hervor.

Samstag war es mal wieder so weit.

Alle Jahre wieder: Schützenfest Eissen.

„Öhm gute Frage. Weiß ich noch nicht." entgegnete ich uns schloss wieder die Augen.

Immerhin hatte ich noch drei Tage Zeit, mir ein Outfit zu überlegen.

„Dito."murmelte sie und ließ ihren Kopf wieder auf das Handtuch sinken, welches sie als Kissen benutzte.

„Wie ist die Ausbildung?" Das interessierte mich wirklich.

Lisa hatte am 1.08. ihre Ausbildung bei der HNA in Kassel begonnen und hatte bisher noch nicht all zu viel darüber erzählt.

„Anstrengend."stöhnte sie und presste sich den Handrücken gegen die Stirn.

„Haha!"ich konnte mir ein schadenfreudigendes Grinsen nicht verkneifen.

Ich freute mich auf mein FSJ.

Und es würde definitiv entspannter werden als jede Ausbildung auf diesem Planeten.

„Halt die Klappe!" lachte sie und schlug mit ihrem Handtuch nach mir, woraufhin Sina sofort zu kläffen anfing.

Dieser verdammte Hund.. den ich über alles liebte.

Als sich alle wieder beruhigt hatten, schloss auch ich meine Augen.

Das Einzige, was mich jetzt noch störte war die grunzende, keuchende Atmung von Lotta.

Doch auch das versuchte ich auszublenden.

Und ob ich es wollte oder nicht.

Von diesem Moment an kreisten meine Gedanken mal wieder nur um Jakob.

Wir hatten uns seit dem Festival-Wochenende nicht mehr gesehen, doch er meldete sich immer bei mir, sobald er die Möglichkeit dazu hatte.

Für mehr fehlte ihm die Zeit.

Auch wenn er es nicht zugeben wollte, ich wusste genau, dass die Situation ernst war.

Und ob er es nun wollte oder nicht, ich hatte Alice darüber informiert.

Natürlich hatte sie sofort angeboten vorbei zu kommen um zu helfen, doch ich hatte ihr versichert, dass es zumindest im Moment noch nicht notwendig sei.

Das hoffte ich zumindest.

Ich musste unbedingt mit Jakob sprechen.

Er hatte mir versprochen vorbei zu kommen, sobald es für ihn möglich wäre.

Und ich wartete.

Ich wartete jede Nacht.

Es ging mittlerweile sogar soweit, dass ich mein Fenster immer einen Spalt auf ließ und nie die Rolleden herunter ließ, damit Jakob fürden Fall der Fälle sofort durchs Fenster kommen konnte.

So wie früher.

Bis ich einschlief, war mein Blick immer starr auf das Fenster gerichtet.

Doch er kam nicht und entschuldigte sich fast täglich dafür.

Auch unsere Gespräche wurden immer kürzer, bis von ihnen nur noch kurze, unregelmäßige Whatsapp- Nachrichten übrig blieben.

Es war mehr als frustrierend.

Ich vermisste ihn so sehr, wollte ihm aber auch nicht auf die Nerven gehen.

Er hatte schließlich mehr als genug zu tun.

Nachdem ich am Abend also das Seewasser von meinem Körper gewaschen hatte, saß ich alleine im meinem Zimmer vor meinem Laptop.

Ich sortierte die Fotos aus den vergangenen Monaten und löschte die Bilder, die ich einfach vergessen wollte.

Anschließend suchte ich die schönsten Fotos heraus, um die Lücken an der Wand, in denen zuvor Bilder von Jan und mir gehangen hatten, zu füllen.

Schon nach kurzer Zeit blieb mein Blick an dem Foto von mir und Jakob auf meinem Abiball hängen.

Es war wunderschön.

Und wir wirkten beide so normal.

Natürlich sah er auch auf dem Foto unbeschreiblich gut aus, doch von den Problemen, die überall um uns herum lauerten, war nichts zu sehen.

Auf dem Foto wirkten wir einfach nur glücklich und unbeschwert.

Selbst auf dem Foto fesselten mich seine liebevollen, sanften, braunen Augen.

Ich konnte nicht anders und schob es in den Ordner zu den Fotos, die ich bei Rossmann entwickeln lassen wollte.

Ohne lange zu überlegen zog ich das Bild vom Laptop auf mein Handy und schickte es ihm bei Whatsapp.

Wann auch immer er diese Nachricht lesen würde.. wenn er sie überhaupt lesen würde.

Doch den Gedanken schob ich ganz schnell wieder zur Seite.

Ich würde es spüren, wenn ihm etwas schlimmes passiert wäre.

Das redete ich mir zumindest ein.

Frustriert klappte ich den Laptop zu und schaltete den Fernseher ein, um auf andere Gedanken zu kommen.

Mittlerweile war es Nacht geworden und Sina lag bereits ausgestreckt auf meinem Bett.

Ich lag auf dem Sofa und starrte mehr an die Zimmerdecke, als auf den flackernden Bildschirm.

Und dann spürte ich es, doch ich wagte es noch nicht, mich zu freuen.

Vor Spannung hielt ich die Luft an, setzte mich auf und lauschte.

Als ich tatsächlich den Aufprall eines Kieselsteins an meiner Fensterscheibe hörte, machte mein Herz vor Freude einen Sprung.

Sofort war ich auf den Beinen und lief zum Fenster.

Und tatsächlich.

Im Lichtschein der Straßenlampe stand Jakob und lächelte mich an.

Ich selbst grinste vermutlich wie ein Honigkuchenpferd.

„Darf ich?" fragte er gerade so leise, dass ich seine Worte verstehen konnte und deutete mit dem Finger nach oben.

„Klar!"rief ich und trat einen Schritt zurück.

Eine Sekunde später stand er direkt vor mir.

Für einen Moment musterte ich ihn von oben bis unten.

Glücklicherweise stellte ich fest, dass er zumindest auf den ersten Blick körperlich unversehrt aussah.

Er breitete seine starken Arme aus und ich fiel ihm um den Hals.

Endlich fühlte ich mich wieder vollkommen.

„Wie geht es dir?" flüsterte ich, während er mich immer noch fest an sich zog.

Zuerst sagte er nichts.

„Ich bin ziemlich erledigt und ich habe nicht viel Zeit." sagte er schließlich und seiner Stimme war die Erschöpfung deutlich anzuhören.

Wenn er schon so offen zugab, wie es ihm wirklich ging musste es wirklich ernst sein.

Ich wollte mich ein Stück von ihm lösen, um ihn ansehen zu können,doch er lockerte seinen Griff nicht.

„Nicht."murmelte er direkt neben meinem Ohr.

„Warum bist du dann.." ich wusste nicht, wie ich meine Frage beenden sollte, ohne dass sie ihn verletzte.

Doch er verstand mich auch ohne viele Worte.

„Ich musste dich einfach sehen." erhielt ich als Antwort.

„Ich habe dich auch vermisst." flüsterte ich, legte meine Hand an seine Wange und lehnte mich etwas zurück, um ihm doch noch ins Gesicht sehen zu können.

Obwohl neben dem Fernseher meine Nachttischlampe die einzige Lichtquelle war, konnte ich deutlich die dunklen, tiefen Furchen unter seinen Augen erkennen.

Ich fuhr die lila schimmernde Linie sanft mit meinem Daumen nach und er schloss die Augen.

Obwohl es Jahre her war, kam mir dieser Moment so vertraut vor.

„Komm wir gehen ins Bett." sagte ich leise, aber bestimmt.

Erst als ich mich von ihm löste viel mein Blick auf Sina, die leise knurrend und völlig erstarrt mit gesträubtem Fell auf dem Bett stand.

Die Panik stand in ihren Augen.

In einem Moment tat sie mir unendlich leid. Sie schien sich doch noch anden Vorfall vor drei Jahren erinnern zu können,

Trotzdem wollte ich, dass sie einfach still ist.

Die Situation löste einen Funken Angst bei mir aus.

Das letzte Mal, als Sina sich gegen Jakob gewandt hatte, hätte sie sterben können.

Eine Wiederholung dieser Bilder in meinem Kopf wollte ich auf jeden Fall vermeiden.

„Sina. Ruhe jetzt!" zischte ich sie an und spürte auch in mir Angst aufsteigen, was die Reaktion meines Hundes nur verschlimmerte.

„Lass sie ruhig. Es ist alles gut." sagte Jakob dafür seelenruhig.

„Ich werde ihr nichts tun." fügte er hinzu.

Mit einem prüfenden Blick vergewisserte ich mich, dass er sich tatsächlich vollkommen unter Kontrolle zu haben schien.

Mit einem leisen Seufzer ließ er sich im Schneidersitz auf den violetten, kleinen Teppich auf den Fußboden sinken.

„Setz dich zu mir und ruf sie zu dir." sagte er sanft und nahm meine Hand.

Ich gehorchte und Sina kam tatsächlich langsam und vorsichtig auf uns zugeschlichen.

Ich streichelte sie, bis sie sich allmählich beruhigte.

Zuerst befürchtete ich, dass Jakob bereits im Sitzen neben mir einschlafen würde, doch dann streckte er langsam seine riesige Hand nach meiner kleinen, schwarzen Hündin aus.

„Auch ihr Vertrauen muss ich erst wieder zurückgewinnen" murmelte er und streichelte sanft über ihr Fell.

"Sie würde für dich sterben, weißt du das?" fügte er hinzu, doch ich nickte nur.

Nachdem sich der Hund wieder aufs Bett verzogen hatte, stand ich auf und reichte ihm meine Hände, um ihm beim Aufstehen zu helfen.

„Soll ich Sina rausschmeißen?" fragte ich noch bevor er sich aufs Bett fallen ließ.

„Nein. Das klappt schon. Mach dir nicht immer so viele Sorgen." sagte ermit einem müden Lächeln.

„Okey."willigte ich ein. Ich hatte mir vorgenommen, ihm zu vertrauen.

Doch erst jetzt fiel mir auf, dass wir noch nie zuvor gemeinsam in meinem Bett geschlafen hatten.

Aber irgendwann war ja bekanntlich immer das erste Mal..

Er lag sowieso schon mit geschlossenen Augen auf meinem Kopfkissen.

„Bist du morgen früh noch hier?" fragte ich leise, für den Fall, dass er schon eingeschlafen war.

Mühsam öffnete er noch einmal die Augen.

„Oh sorry." brummte er.

„Du musst dich dafür nicht entschuldigen." sagte ich und rückte näher an ihn heran.

„Ich muss in drei Stunden wieder los." murmelte er noch und schlang seinen Arm um mich.

Also bereits um fünf Uhr morgens.

Soll ich den Wecker stellen?" fragte ich, weil ich noch genau wusste wie sehr er sich geärgert hatte, als er wegen mir das letzte Mal verschlafen hatte.

„Mhm."brummte er, was ich einfach mal als ein -Ja- interpretierte.

„Schlaf gut." flüsterte ich lächelnd, doch er war bereits eingeschlafen.

Pünktlich um fünf Uhr morgens begann mein Handywecker zu bimmeln.

Die Lautstärke des Klingelns steigerte sich nur langsam und ich bemühte mich den Ton möglichst schnell auszuschalten, doch es war zu spät.

Jakobs gesamter Körper spannte sich an, was dazu führte, dass er mich mit seinem Arm noch näher an sich presste.

Dann riss er abrupt seine Augen auf und ihm entfuhr das altbekannte, angsteinflößende Knurren, welches mich oft bis in meine Träume verfolgt hatte.

Ich schnappte nach Luft und mein Herz sprang mir fast aus der Brust, doch ich traute mich nicht, mich zu bewegen.

Die Sekunden die vergingen, kamen mir vor wie Stunden in denen ich um mein Leben fürchtete.

In diesem Moment war er unberechenbar.

Doch dann konnte ich wahrnehmen, wie er blinzelte, sich aufsetzte und mich sofort aus seinen Armen frei gab.

Reflexartig sprang ich auf und entfernte mich einen Meter vom Bett, bevor ich mich wieder zu ihm umwandte.

Meine Angst war verflogen, sobald er meinen Blick suchte. Doch mein Körper musste sich erst noch wieder beruhigen.

„Entschuldige..der Wecker..der Schlafmangel.." stammelte er vor sich hin und sah mich besorgt, verwirrt und traurig zugleich an.

Ich erwiderte nichts und versuchte wieder ruhig zu atmen.

Langsam stand er auf und ging auf mich zu.

Jetzt konnte ich klar und deutlich die Angst in seinen Augen sehen.

Angst vor meiner Reaktion auf ihn.

„Alles gut." sagte ich leise und wich seinem Blick aus.

„Ist es nicht. Das hätte nicht passieren dürfen. Ich hätte.." er stockte, als ob ihm die Erinnerung fehlen würde.

„Du bist eingeschlafen." half ich ihm auf die Sprünge und zuckte mit den Achseln.

„Oh scheiße.." fluchte er und seine Hände begannen zu zittern.

„Jake, nicht." bettelte ich. Ich hatte Angst, das alles wieder von vorne beginnen und wir wieder in den Kreislauf geraten würden, in dem wir gesteckt hatten, bis vor drei Jahren alles eskalierte.

Als ob er meine Gedanken erraten konnte, nickte er.

Im Gegensatz zu früher, schaffte er es nun tatsächlich sich zu beruhigen.

Wir mussten beide lernen, anders mir solchen Situationen umzugehen.

„Ich bin der schlechteste Freund der Welt." seufzte er niedergeschlagen.

„Nein. Du bist der Beste." sagte ich lächelnd und überwand nun noch die letzte Distanz zwischen uns.

Vorsichtig umarmte er mich.

„Ich muss los." murmelte er widerwillig und löste sich von mir, allerdings nur, um mir im Anschluss daran einen Kuss auf die Stirn zugeben.

„Jake wir müssen reden." meine Stimme war klar und deutlich.

Obwohl er schon auf dem halben Weg zum Fenster war, verharrte er in der Bewegung und wandte sich noch einmal zu mir um.

„Wegen gerade eben?" Angst lag in seinen müden Augen.

„Nein. Nicht nur. Aber die Vampire.." erleichtert atmete er aus.

„Ich weiß." antwortete er und presste Daumen und Zeigefinger gegen den Nasenrücken.

„Wann?"harkte ich vorsichtig nach.

Er senkte den Blick und schüttelte den Kopf. Er konnte es mir nicht sagen.

„Bitte mach dir keine Sorgen. Ich komme wieder sobald ich kann.

Und versuche mich besser zu benehmen."

Er lächelte mich noch einmal an, bevor er in die Morgendämmerung sprang.

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chenupet 15. Apr 2019

Oh je .... dachte Jacob entspannt sich und hat sich besser im Griff... so schade . :(

chenupet 13. Mar 2019

OMG .... heftig .....

chenupet 12. Feb 2019

Oh je ..... einen Schritt vor und anderthalb Schritte zurück ....

Spannung pur .....

Wünsche Dir eine schöne Restwoche :)

Akina 17. Feb 2019
So ist es leider.. Dir auch :)