Lebensretter

vor 5 Mon.
Fanfiction zu den Büchern der Biss- Reihe von Stephanie Meyer. In dem Buch geht es um ein ganz normales deutsches Mädchen, Anika, das durch einen dummen Zufall mit dem Tracker James und seiner Gefährtin Victoria zusammen stößt. In diesem Moment trifft sie auch Jakob und das Wolfsrudel. Zwischen den beiden besteht von Beginn an eine gan..
Bis(s) Romanze P16 Mystery In Arbeit
Inhaltsverzeichnis

Kapitel 66 September 2016 Anika

In den letzten Wochen verbrachte ich meine Zeit damit, mich auf meiner neuen Arbeitsstelle zurecht zu finden.

Und ich musste zugeben, es war anstrengender als ich gedacht hatte, machte aber auch super viel Spaß.

Die Kinder waren mir schon jetzt ans Herz gewachsen.

Meistens war ich erst um kurz nach vier Zuhause, zog mich um und verbrachte dann noch mindestens zwei Stunden täglich mit Sina und Wegui am Stall.

Das hinderte mich jedoch nicht daran, dass ich jeden Abend auf Jakob wartete.

Vergeblich.

Doch trotzdem hatte ich etwas, auf das ich mich nun freuen konnte.

Als ich in meiner Mittagspause auf mein Handy sah, hatte ich einen Anruf in Abwesenheit von Jakob.

Während der Arbeit hatte ich es immer auf stumm geschaltet, doch er hatte zum Glück eine Nachricht hinterlassen.

„Hey, hast du heute Abend schon was vor? Ich lad dich zum Essen ein."stand darin.

Ein breites Grinsen breitete sich auf meinem Gesicht aus.

Wie gut, dass heute Freitag war.

„ Ich nehme Ihre Einladung sehr gerne an, kann mein Essen aber sehr wohl selbst bezahlen. Um wie viel Uhr darf ich mit ihnen rechen?" antwortete ich, um ihn aufzuziehen.

Die letzten drei Stunden in der OGS, in denen ich selbstverständlich nicht auf mein Handy schaute, zogen sich wie Kaugummi.

Um vier Uhr kramte ich sofort mein Handy aus der Tasche.

„Ich würde Sie um 19:00 Uhr abholen. UND ICH LADE SIE EIN!" spielte er mein Spiel mit.

Mir blieben also keine drei Stunden mehr.

Wegui durfte sich also heute über einen freien Tag freuen.

Zuhause angekommen sprang ich sofort unter die Dusche.

Doch erinnerte mich selbst daran, meine Vorfreude zu zügeln.

Ich wusste nicht, in welcher Verfassung er sich befand.

Aber eigentlich freute ich mich nur darauf, ihn endlich wieder zu sehen.

Und ich musste endlich erfahren, was in Paderborn und Höxter vor sich ging.

Die Frage, die mich jedoch noch mehr beschäftigte war, ob Victoria die heimliche Marionettenspielern dieser Vampirarmee war.

Sobald ich aus der Dusche getreten war, griff ich nach meinem Handy und wählte Alice Nummer.

Schon beim zweiten Klingeln ging sie ran.

„Hey!"trällerte sie euphorisch ins Telefon.

„Na du!" begrüßte ich sie deutlich ruhiger. Natürlich freute ich mich, ihre Stimme zu hören doch der Grund für meinen Anruf war ernst.

„Was ist los?" fragte sie sofort und auch sie klang plötzlich besorgt.

„Noch nichts.." begann ich.

„Aber es werden mehr Vampire?" anscheinend hatte sie damit schon gerechnet.

„Und mehr Werwölfe." fügte ich hinzu.

„Brauchen sie Hilfe?" wollte sie wissen.

„Ich weiß es nicht.. Jakob spricht kaum mit mir darüber.." erklärte ich leise.

„Dieser dumme Köter!" fluchte sie und ich verdrehte vermutlich die Augen.

„Ich werde es heute schon aus ihm herausbekommen." versuchte ich ihre Schimpftirade zu stoppen.

„Du weißt, dass du auf mich und meine Familie zählen kannst?" fragte sie ruhig.

„Danke Alice." flüsterte ich.

Es war beruhigend zu wissen, sie auf meiner Seite zu haben.

Auch wenn schon genug Menschen jeden Tag ihr Leben für mich riskierten.

Ich betete, dass die Cullens nicht auch noch in mein persönliches Drama mit Victoria hineingezogen werden müssten.

„Wie läuft es mit dir und Jakob?" es war beeindruckend, wie schnell sie sowohl das Thema, als auch ihre Stimmlage wechseln konnte.

Jetzt klang sie wie ein neugieriges, kleines Mädchen.

„Er hat sehr viel zu tun.. ich habe ihn schon lange nicht mehr gesehen..aber heute Abend will er mich zum Essen einladen." zum Ende meines brüchigen Satzes schummelte sich wieder dieses dämliche Grinsen auf mein Gesicht.

„Dann ist das also ein Date?" ich konnte ihr Grinsen selbst durch den Hörer hindurch hören.

„Nein!Ja.. Ich weiß es nicht." stammelte ich vor mich hin.

„Also Ja. Dann wünsche ich euch viel Spaß. Und pass auf dich auf."sagte sie aufrichtig, doch die Warnung ihrer Worte war nicht zu überhören.

„Mache ich." gab ich zurück.

Am liebsten hätte ich sie gefragt, wann wir uns wiedersehen würden, doch ich wollte nicht, dass sie sich wegen mir quält.

Aber eine Freundschaft, die ausschließlich über den telefonischen Kontakt erfolgte, machte uns beide traurig.

Trotzdem verkniff ich mir die Frage.

„Ich habe dich lieb." sagte ich stattdessen zum Abschied.

„Ich dich auch." entgegnete sie mit engelsgleicher Stimme und legte auf.

Gott war ich auf einmal nervös.

Warum konnte ich mir nicht erklären, schließlich kannten wir uns schon so lange.

Und Alice Frage beschäftigte mich ebenfalls.

Hatten wir jetzt tatsächlich ein Date?

Ungeduldig rannte ich von einem Zimmer ins andere, um meine Klamotten zusammen zu suchen.

Da es draußen schon deutlich kälter geworden war, entschied ich mich für ein dunkelrotes Oberteil mit Spitze, eine schwarze Jenas und schwarze Stiefeletten mit Absatz.

Dem Anlass entsprechend schminkte ich mich etwas stärker als sonst und legte zum Oberteil passenden roten Lippenstift auf.

Gleichzeitig fragte ich mich jedoch, warum ich diesen ganzen Zirkus überhaupt veranstaltete.

Jakob hatte mich bereits mehrfach vollkommen ungeschminkt und oben drein noch total verheult gesehen.

Wozu also der Aufwand?

Aber jetzt war es sowieso zu spät.

Um das Ganze abzurunden legte ich mir noch lange, glitzernde Ohrringe und das dazu passende Armband an.

Und dann wartete ich.

Um halb acht war von ihm immer noch nichts zu sehen.

Meine Mutter musterte mich mit einem mitleidigen Blick.

Sie war wohl der Meinung, dass ich die Trennung mit Jan noch immer nicht überwunden hatte und nun auch noch von Jakob versetzt wurde.

„Er wird kommen! Schau mich nicht so an." sagte ich bissig, woraufhin sie mit erhobenen Händen im Wohnzimmer verschwand.

Ich hingegen stand am Küchenfenster und starrte auf die Straße vor unserem Haus.

Gerade, als ich selbst die Hoffnung aufgegeben hatte, raste ein schwarzer Golf in unsere Straße und blieb abrupt vor unserem Haus stehen.

Erleichterung stieg in mir auf.

Schon wenige Sekunden später klingelte es und wie durch ein Wunder schwieg mein Hund.

Schnell sprang ich die Treppenstufen hinunter um ihm zu öffnen.

Als mein Blick den seinen traf, waren wir beide für einen Moment sprachlos.

Er trug eine blaue Jenas und ein schwarzes Hemd, dessen Ärmel er hochgekrempelt hatte.

Seine funkelnden Augen fesselten mich.

Wie schaffte er es, jedes Mal noch besser auszusehen, als ich ihn in Erinnerung hatte?

„Wow!"entfuhr es ihm schließlich und er strahlte mich an.

„Du siehst super aus." fügte er hinzu und trat einen Schritt auf mich zu.

„Du auch." gab ich das Kompliment zurück.

Das verhinderte jedoch nicht, dass mir die Röte ins Gesicht stieg.

Trotz der unglaublichen Wirkung, die er auf mich hatte entgingen mir die tiefen, dunklen Ringe unter seinen Augen nicht.

In meinem Kopf breitete sich der Gedanke aus, das es wohl möglich besser wäre, uns hier einen schönen Abend zu machen.

Doch bevor ich länger darüber nachdenken konnte, hatte er mich auch schon in seine Arme gezogen.

Und mich überkam dieses vertraute, wohlig warme Gefühl.

Seine Umarmung vertrieb alle Zweifel und jeden negativen Gedanken.

„Können wir los?" fragte er schließlich und gab mich frei.

„Jake.."setzte ich an und musterte ihn genau.

Sofort legte er mir den Zeigefinger auf die Lippen.

„Keine Widerrede. Hör auf dir so viele Gedanken zu machen." sagte er sanft.

Das Essen und der eventuell darauf folgende Kinobesuch machten mir nicht so viele Sorgen, die Autofahrt dafür aber um so mehr.

„Du bist ja relativ unzerstörbar, oder?" fragte ich während die Idee noch in meinem Kopf reifte.

Er runzelte überrascht die Stirn.

„Ja, warum?" fragte er skeptisch.

„Dann lass mich fahren." bat ich.

„Du kannst fahren?" fragte er grinsend.

„Ja. Stell dir vor." antwortete ich mit gespielter Entrüstung.

„Allerdings nicht sehr gut. Ich hasse es. Und ich bin einmal durch die Prüfung gerasselt." gab ich kleinlaut zu.

Das Ganze schien ihn nur noch mehr zu amüsieren.

„Hallo? Ein bisschen mehr Mitgefühl bitte! Jede einzelne Fahrstunde war der reinste Horror!" klärte ich ihn auf.

„Das muss ich selbst sehen! Du darfst fahren." entgegnete er lachend.

Hatte ich mir gerade wirklich selbst eine Autofahrt nach Warburg aufgehalst?

Normalerweise weigerte ich mich strikt gegen jeden Versuch meiner Mutter, mich zum Fahren zu überreden.

Ich seufzte frustriert.

„Na komm, so schlimm ist es nicht!" sagte Jakob und legte aufmunternd den Arm um mich.

„Dann nehmen wir aber das Auto von meiner Mum." verkündete ich und lief schnell die Treppe hinauf, um den Schlüssel zu holen."

Natürlich musste ich erst vorher fragen.

Mama war zwar überrascht, hatte aber nichts dagegen.

Mit dem Schlüsselring über dem erhobenen Zeigefinger schritt ich demonstrativ die Treppe hinunter.

„Na dann los!" verkündete er und hielt mir die Haustür auf.

Oh man.. hätte ich doch nur nichts gesagt.

Mit klopfendem Herzen stieg ich auf der Fahrerseite unseres schwarzen Ford Kugas ein und schnallte mich an während Jakob auf dem Beifahrersitz Platz nahm.

Dann drückte ich den Startknopf und löste die Handbremse.

„Du bist ja wirklich total nervös." stellte Jakob amüsiert fest.

Ich verdrehte nur die Augen und legte den ersten Gang ein.

Grade verstand ich absolut keinen Spaß.

Die ersten Minuten beobachtete er aufmerksam jede meiner Bewegungen, was es deutlich schwieriger machte, sich auf den Verkehr zu konzentrieren.

Ich musste dem Drang widerstehen ihn anzusehen.

Trotz der greifbaren Spannung in der Luft, verlief die Fahrt schweigsam.

Nach etwa der Hälfte der Strecke beobachtete ich aus dem Augenwinkel, dass Jakob sich auf seinen Ellenbogen gestützt ans Fenster lehnte und von Zeit zu Zeit für wenige Sekunden die Augen schloss.

Ich tat ihm allerdings den Gefallen und benahm mich, als ob ich nichts bemerkt hätte.

Das Ganze hätte ansonsten sowieso nur in einer endlosen Diskussion über immer und immer das gleiche Thema geendet hätte.

„Wo wollen wir denn überhaupt hin? All you can eat?" fragte ich schließlich als wir das kleine Städtchen Warburg erreicht hatten.

„Von mir aus gerne." antwortete er etwas träge und setzte sich wieder kerzengerade hin.

Ich nickte nur und nahm Kurs auf den einzigen Mongolen in Warburg.

Genau da, waren wir schon einmal zusammen gewesen.

Doch es war so lange her.

In Erinnerungen schwelgend hielt ich auf dem Parkplatz vor dem Restaurant.

Endlich konnte ich ihn wieder ansehen.

Er sah noch um einiges fertiger aus, als vor einer halben Stunde doch ich verkniff mir meinen Kommentar.

„Sieh mich nicht so an." sagte er leise und riss mich damit aus meinen Gedanken.

Sofort senkte ich den Blick , doch er griff nach meiner Hand.

„Hey, so war das nicht gemeint." sagte er sanft und hob mein Kinn an.

Er lächelte.

Und dieses Lächeln war ansteckend.

„Hast du Hunger?" wollte ich von ihm wissen.

„Ich bin am verhungern!" gab er zu, löste seine Hände von mir und stieg aus dem Wagen.

Lächelnd schüttelte ich den Kopf und folgte ihm.

Im Restaurant war so gut wie gar nichts los.

Sobald wir an einem der Tische Platz genommen hatten, kam auch schon die Bedienung um unsere Getränkebestellung aufzunehmen.

Zu meiner großen Verwunderung bestellte Jakob nur ein Wasser.

Genau wie ich.

Er musste die Verwirrung in meinem Blick bemerkt haben: „Ich habe aus meinen Fehlern gelernt. Mach dir keine Sorgen." flüsterte er.

Dann stand er grinsend auf um sich über das Büfett herzumachen.

Ich folgte ihm und erinnerte mich mal wieder daran, ihm einfach zu vertrauen.

Etwa eine halbe Stunde später, schien Jakob einen Großteil seines Hungers gestillt zu haben, da er zwar schon den sechsten Teller vor sich hatte, diesen aber nun gesittet und im normalen Tempo verspeiste.

Es wurde also Zeit, endlich ein Gespräch zu beginnen.

Eigentlich hatte ich keine große Lust dazu, einen so schönen Abend mit diesem Thema zu versauen, doch ich hatte keine andere Wahl.

Außerdem hatte ich sehr wohl bemerkt, dass er etwas vor mir zu verbergen versuchte.

So schweigsam war er sonst nie.

„Jakob wir müssen reden." sagte ich schließlich und legte die Gabel neben meinen leeren Teller.

Mit einem Seufzer unterbrach auch er seine Mahlzeit.

„Ich weiß." gab er zu und wirkte plötzlich tot ernst.

„Wegen neulich.. es tut mir leid. Wir haben im Moment so viel um die Ohren.

Das ist keine Entschuldigung, aber ich kann dir versichern, dass du trotzdem nicht in Gefahr warst." vorsichtig sah er mich an.

„Das meinte ich nicht." sagte ich lächelnd und hielt seinem verunsicherten Blick stand.

Ich wusste genau, dass er wegen den ganzen Vampiren nicht mehr wusste, wo oben und unten war.

Wenn ich länger darüber nachdachte, machte mir sein Knurren nach wie vor Angst.

Doch es war kein Grund mehr für mich, mich von ihm fern zu halten.

Und ich konnte es ihm nicht übel nehmen.

Sein Ausdruck veränderte sich. Die Traurigkeit wich aus seinen Augen.

Dennoch blieb seine Miene ernst.

„Es wird dir nicht gefallen." sagte er leise und beugte sich vor.

Ich sah ihn nur auffordernd an.

Er atmete fustriert aus und richtete den Blick vor sich auf die Tischplatte.

„Es werden immer mehr Vampire. Und wir sind uns sicher, dass Victoria die Anführerin dieser Armee ist. Wir haben ihre Spur sowohl in Paderborn, als auch in Höxter aufnehmen können, verloren sie aber genau so schnell wieder.

Sie ist klug und bewegt sich immer durch irgendein Gewässer.

Da haben wir keine Chance." erklärte er und vergrub das Gesicht in den Händen.

Ich spürte, wie mir die Tränen in die Augen stiegen.

Ich würde sterben. Mein Tod war unausweichlich.

Und mit mir würde ich noch viele, unschuldige Leben nehmen.

Trotzdem versuchte ich meine Gefühle unter Kontrolle zu behalten.

Ich wollte, dass er weitersprach.

„Aber auch wir werden mehr. Unser Rudel ist bereits um ein Mitglied gewachsen und es werden weitere folgen."

Vermutlich waren seine Worte ein Versuch, mich zu beruhigen, führten aber nur dazu, dass ich mich noch schuldiger fühlte.

„Dieser Scott"? Fragte ich nach und versuchte mich auf seine Worte zu konzentrieren.

„Ja genau, Scott Davis" sagte Jakob matt und schien gedanklich ganz woanders zu sein.

„Wie ist er so?" wollte ich wissen, doch in diesem Moment interessierte mich die Antwort nicht wirklich.

Auch Jakob schien wenig Interesse daran zu haben, sich über sein neues Rudermitglied zu unterhalten.

„Ganz okey. Er kommt erstaunlich gut mir der Situation klar." sagte er kurz ab.

Ich nickte nur und vermied es ihn anzusehen, da ich immer noch mit den Tränen kämpfte.

„Hey, sieh mich an." sagte er sanft, streckte über den Tisch seine Hand nach mir aus und hob mein Kinn an.

Sobald sein Blick den meinen kreuzte, kullerte eine stille Träne über mein Gesicht.

„Es wird alles gut.." flüsterte er. Doch zum ersten Mal in meinem Leben glaubte ich ihm nicht.

„Wie denn?" fragte ich, doch meine Stimme versagte.

Mir war durchaus bewusst, dass das Restaurant nicht der richtige Ort war, um über dieses Thema zu sprechen.

Aber ich konnte nicht mehr länger warten.

„Wir werden kämpfen. Und wenn wir noch etwas Zeit haben, wird sich unser Rudel weiter vergrößern. Dann haben wir eine reelle Chance.

„Nein. Das will ich nicht. Haltet sie von hier fern!" sagte ich bestimmt und er sah mich perplex an.

„Aber.."setzte er an um mich umzustimmen.

„Nein Jakob. Ich will nicht dafür verantwortlich sein, dass diese jungen Menschen ihr bisheriges Leben aufgeben und jeden Tag für michriskieren müssen." Mein Entschluss stand fest.

Er schien meine Entschlossenheit wahrzunehmen, denn seine Hände begannen zu zittern.

Verzweifelt umklammerte er mit beiden Händen die Tischplatte.

„Das hast du nicht zu bestimmen." sagte er immer noch ruhig, doch die Anspannung in seiner Stimme war nicht zu überhören.

Er kämpfte bereits mit sich.

„Was ist mit den Cullens? Sie könnten helfen." platzte ich heraus, wohlwissend, dass es das Fass zum überlaufen bringen konnte.

Doch zu meiner Überraschung schien er wirklich darüber nachzudenken.

„Das gefällt mir zwar ganz und gar nicht, aber du hast Recht." sagte er schließlich und atmete zitternd aus.

Mit dieser Reaktion hatte ich nicht gerechnet und trotz der verfahrenen Situation freute ich mich darüber.

Er konnte also doch über seinen Schatten springen.

„Warte hier." sagte er, nahm seinen Autoschlüssel und sein Portmonee aus der Hosentasche und stand auf.

Mit weit aufgerissenen Augen sah ich ihn an.

„Ich muss das mit Sam klären. Ich bin in fünf Minuten wieder da."beruhigte er mich und lächelte mich aufmunternd an.

Ich nickte und er verschwand mit schnellen Schritten aus dem Restaurant.

Die wenigen Minuten, die er fort war, nutze ich dazu, um mich wieder zu beruhigen.

Und trotzdem kam es mir vor wie Stunden, bis er endlich wieder den Raum betrat.

Sein Gesichtsausdruck gab nichts über den Verlauf seiner Unterhaltung mit Sam preis.

Er war noch dabei die obersten Knöpfe seines Hemdes zu schließen, als er mit schnellen Schritten auf mich zu trat.

Erwartungsvoll sah ich ihn an.

„Er vertraut ihnen nicht, hat aber zugestimmt um unser aller Leben zu schützen." verkündete Jakob leise und mit einem sarkastischen Lächeln.

Obwohl es nur ein kleiner Schritt war, stieg sowohl Hoffnung, als auch Erleichterung in mir auf.

„Danke."flüsterte ich und nahm seine Hand.

Sofort verwandelte sich sein gespieltes in ein echtes, strahlendes Lächeln.

„Lass uns Alice anrufen." schlug ich vor, woraufhin er demonstrativ den Kopf auf die Tischplatte fallen ließ.

„Hey!Benimm dich!" ermahnte ich ihn und musste lachen.

Damit hatte er wohl sein Ziel erreicht.

„Na gut." stimmte er zu und ich wählte ihre Nummer.

Bereits beim ersten Klingeln nahm sie ab.

„Hey! Wie war dein Date?" trällerte sie sofort in das Telefon.

Jakob konnte sich sein breites Grinsen nicht verkneifen.

„Wir sind noch mitten drin." gab ich zu und wurde knallrot.

„Oh..Hallo Jakob." sagte sie in einem deutlich reservierterem Ton.

„Hall oAlice." erwiderte er in normaler Lautstärke, doch ich wusste genau, dass sie ihn hören konnte.

Auch in seiner Stimme schwang ein höchst aggressiver Unterton mit.

Vermutlich konnten sie beide nicht anders.

„Das Rudel wäre dankbar, wenn ihr uns hier helfen könntet." sagte ich und Jakob fiel die Kinnlage runter.

Vermutlich hätte er mir am Liebsten das Handy aus der Hand gerissen, doch ich legte mir den Zeigefinger auf die Lippen.

Wenn ich auch nicht viel zur Lösung des Problems beitragen konnte, zwischen Wölfen und Vampiren vermitteln konnte ich.

Den beiden standen eindeutig ihre Instinkte im Weg.

Tatsächlich ließ er mich gewähren.

„Wir sind dabei." sagte Alice ernst.

„Danke."flüsterte ich und war wirklich gerührt von ihrer Entschlossenheit.

„Hey, das ist doch selbstverständlich. Du bist meine beste Freundin."sagte sie deutlich sanfter.

„Wann sollen wir kommen?" fuhr sie wieder in ihrer vorherigen Stimmlage fort.

„So schnell wie möglich. Sicher ist sicher." gab Jakob an meiner Stelle zurück.

„Okey. Wir werden allerdings noch vorher auf die Jagd gehen müssen. Nächste Woche werden wir bei euch sein." sagte sie sachlich.

„Danke."sagte ich erneut.

„Nichts zu danken. Wir sehen uns dann!" erwiderte sie und ich meinte sogar Vorfreude in ihrer Stimme hören zu können.

Dann hatte sie aufgelegt.

„Zufrieden?"harkte er nach.

„Fürs Erste." gab ich zurück und musste Lächeln.

Doch als mein Blick an seinem Gesicht hängen blieb, musste ich feststellen, dass seine Augen mittlerweile nicht nur klein, sondern auch geschwollen waren.

Als er bemerkte, wie mein Blick sich veränderte, schaute er weg.

„Wollen wir nach Hause?" fragte ich in einem gut gelaunten Ton.

„Oh nein. Das kannst du vergessen." antwortete er und sah mich nun doch wieder an.

„Soll ich dir einen Spiegel vorhalten?" fragte ich mit hochgezogenen Augenbrauen.

Lächelnd schüttelte er den Kopf. Die Botschaft war wohl angekommen.

„Tust du mir einen Gefallen?" wollte er wissen und beugte sich zu mir hinüber.

„Alles."antwortete ich viel zu schnell und merkte sofort, dass ich in seine Falle getappt war.

Ich lächelte kopfschüttelnd, doch auf seinem Gesicht breitete sich ein Grinsen aus.

„Bitte lass uns für den Rest des Abends so tun, als ob wir ein ganz normales Date hätten.

Bitte versuch diesen ganzen Vampirkram zumindest für ein paar Stunden zu vergessen.

Und bitte hör auf mich so anzusehen und dir Sorgen zu machen. Es geht mir gut."

Auch ich hatte mich zu ihm vorgebeugt und stimmte seiner Forderung ohne zu zögern zu.

Ich hatte mich sowieso schon wieder in den Tiefen seiner dunklen Augen verloren.

Und wieder war da siese elektrische Spannung zwischen uns.

Ich fühlte mich so sehr zu ihm hingezogen, dass es schwer war dem Drang zu widerstehen sich hier im Restaurant auf seinen Schoß zu setzten, um näher bei ihm zu sein.

Als ich daran dachte, wie sich seine Lippen auf meine legen würden, schoss mein Puls in die Höhe.

Was ihm natürlich nicht entging.

Seine müden Augen begannen plötzlich zu leuchten und sein sonst so ruhiger Atem beschleunigte sich.

Er spürte es also auch.

„Was hast du vor?" fragte ich leise und begriff in dem Moment gar nicht, wie zweideutig diese Frage zu verstehen war.

Er räusperte sich und lehnte sich etwas zurück.

„Was hälst du von Kino?" wollte er wissen und zog eine Augenbraue hoch.

„Lass mich raten, wieder irgendeinen Horrorfilm?" Ich spiegelte seinen Gesichtsausdruck.

„Conjuring 2 läuft in einer halben Stunde." er verschränkte die Arme und hielt meinem Blick stand, obwohl er genau wusste, dass er mich längst auf seiner Seite hatte.

„Okey."willigte ich ein und hob die Hände in die Luft.

„Na dann los." forderte er mich auf, bezahlte die Rechnung und stand auf.

„Fährst du?" quengelte ich doch er schüttelte nur lächelnd den Kopf und schob mich vor sich her aus dem Restaurant.

„Beim nächsten Mal." versprach er.

Während der kurzen Fahrt zum Kino gab Jakob mir eine kurze Zusammenfassung des ersten Teils.

Auf dem Parkplatz angekommen sah ich ihn an und bemerkte, wie er versuchte sein Gähnen zu unterdrücken.

„Bist du dir sicher?" fragte ich noch einmal vorsichtig.

„Ja. Und du bist drauf und dran dein Versprechen zu brechen." sagte er und stieß mich mit dem Ellenbogen an.

Demonstrativ griff ich mit meiner rechten Hand in der Luft nach einem unsichtbaren Schlüssel, um meine Lippen, zumindest im Bezug auf dieses Thema, abzuschließen.

An der Kinokasse versuchte ich ihn noch zu überreden, dass ich bezahlen konnte, doch er winkte ab.

Zumindest ließ er sich zu einem Wasser und einer Tüte Popcorn von mir einladen.

Als wir den fast leeren Kinosaal betraten, fiel sein Blick auf einen der Paar-Sitze.

Demonstrativ steuerte ich auf genau diesen Sitz zu und setzte mich.

Zufrieden ließ sich Jakob neben mich fallen und mache sich über sein Popcorn her.

Als die Lichter im Kino ausgingen, rückte ich näher an ihn her ran.

„Es tut mir leid, wenn ich mich gleich alle zwei Minuten erschrecke, aber das ist wohl deine Schuld." flüsterte ich in sein Ohr.

„Na komm her du Angsthase. Ich beschütze dich." sagte er lächelnd, legte den Arm um mich und zog mich ganz nah an sich heran.

Und dann ging der Horror auch schon los.

Meine Vorwarnung stellte sich als die reine Wahrheit her raus, doch Jakob schien sich jedes Mal zu amüsieren, wenn ich zusammen zuckte.

Irgendwie schaffte er es dennoch, sich auf den Film zu konzentrieren.

Knappe zwei Stunden später sah er zwar aus wie gerädert, hatte es zu meinem großen Erstaunen aber geschafft nicht einzuschlafen.

Als wir wieder vor dem Auto standen, war es bereits kurz nach zwölf.

Bevor ich einmal um den Waagen herum, zur Fahrerseite, ging, schlang ich meine Arme um seinen Hals und gab ihm einen Kuss auf die Wange.

„Danke für den schönen Abend." hauchte ich direkt neben seinem Ohr.

Er hatte seine starken Arme um mich geschlungen und sein Kopf ruhte auf meiner Schulter.

„Ich muss mich bei dir bedanken," murmelte er.

Obwohl ich es nicht sah, wusste ich, dass er seine Augen geschlossen hatte.

Ich löste mich von ihm, bevor er noch im Stehen einschlafen würde.

„Na komm, steig ein." forderte ich ihn auf und er gehorchte sofort.

Während der Autofahrt erzählte ich ihm von meiner Arbeit und den Kindern in der OGS.

Ich quatschte ihn voll, um zu verhindern dass er bereits im Auto in einen tiefen Schlaf fällt und forderte von Zeit zu Zeit eine Antwort oder eine Reaktion von ihm.

Ich war mir fast schon sicher, dass ich ihm tierisch auf die Nerven ging, doch er hatte es ja nicht anders gewollt.

Ich sollte keinerlei Rücksicht nehmen.

Das hatte er nun davon.

„Wie lange kannst du bleiben?" fragte ich schließlich und musste die Frage wiederholen, weil er sie beim ersten Mal überhaupt nicht wahrgenommen hatte.

Sein Kopf lehnte an der Fensterscheibe und seine Augen fielen ihm immer wieder zu.

Sobald ich ihn ansprach zuckte er immer wieder zusammen.

Ihn so zu sehen tat mir unendlich leid, doch ich wusste, dass er das auf keinen Fall hören wollte.

„Bis morgen früh um fünf." antwortete er matt.

„Das ist aber nicht besonders lange.." laberte ich weiter vor mich hin.

„Jakob, wir sind da." sagte ich etwas lauter als ich vom Auto aus unser elktrisches Garagentor öffnete.

„Sorry."murmelte er, rieb sich die Augen und setzte sich wieder aufrecht hin.

„Alles gut." antwortete ich sofort.

Und ich meinte es auch so. Ich war einfach so unendlich froh, dass er überhaupt hier war.

Und ich war ihm so unglaublich dankbar.

Ich schaltete den Motor aus und sah ihn an.

Er schaffte es kaum noch meinem Blick standzuhalten.

Wortlos stiegen wir aus dem Auto und gingen ins Wohnhaus.

„Du hast es gleich geschafft, aber erst müssen wir noch an meinen Eltern vorbei." breitete ich ihn vor und er straffte seine Körperhaltung.

Schnell wünschte ich meiner Mutter und meinem Vater eine Gute Nacht, während Jakob sich lautlos die Treppe zu meinem Zimmer hinauf schlich.

„Du sprichst über den Abend, als wäre er die reinste Qual für mich gewesen." stellte er fest als ich meine Zimmertür hinter uns und Sina geschlossen hatte.

„War er das denn nicht?" fragte ich ihn.

Abrupt blieb er stehen und wandte sich zu mir um.

Jetzt stand er direkt vor mir und legte seine Hand an meine Taille.

„Ich habe das Ganze mindestens genauso für mich gemacht, wie für dich." flüsterte er.

Sein Gesicht war dem meinem so nahe, dass ich seinen warmen, süßen Atem auf meiner Haut spüren konnte.

Doch er bewegte sich nicht mehr.

Er stand einfach nur da und sah mir in die Augen.

Und wieder begann mein Puls zu rasen, während seine Augen zu glühen begannen.

Obwohl ich dieses unglaubliche Verlangen spürte.. war ich noch nicht soweit.

„Geh du zuerst ins Bad." sagten wir beide gleichzeitig, woraufhin wir beide mit einem beschämten Lächeln den Blick senkten.

Widerwillig löste ich mich von ihm und lief ins Badezimmer.

In Rekordzeit war ich fertig.

Ich wollte ihm nicht noch mehr von seiner Zeit zum Schlafen nehmen.

Als ich zurückkam stand er nur in Boxershort am Fenster und wartete bereits auf mich.

Sofort schob er sich an mir vorbei und ich nahm seinen Platz am Fenster ein.

Die Nacht war sternenklar und wunderschön.

Der Mond hatte seinen vollen Zustand schon beinahe erreicht.

Hatte Jakob deshalb am Fenster gestanden?

Doch bevor ich weiter darüber nachdenken konnte, war er auch schon zurück.

Sofort ließ ich die Rolleden runter und Jakob ließ sich ohne ein weiteres Wort aufs Bett fallen.

Ich ging auf ihn zu.

Obwohl er die Augen geschlossen ließ, breitete er seinen Arm aus.

Ich war mir nicht sicher, ob das nun als Einladung zu verstehen war, weshalb ich einen Moment unschlüssig vor dem Bett stehen blieb.

Gequält öffnete er noch einmal die Augen.

„Bitte hab keine Angst vor mir." murmelte er verschlafen, woraufhin ich nun doch ins Bett krabbelte und mich an ihn kuschelte.

Er seufzte zufrieden, legte den Arm um mich und gab mir einen Kuss auf die Stirn.

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chenupet 15. Apr 2019

Oh je .... dachte Jacob entspannt sich und hat sich besser im Griff... so schade . :(

chenupet 13. Mar 2019

OMG .... heftig .....

chenupet 12. Feb 2019

Oh je ..... einen Schritt vor und anderthalb Schritte zurück ....

Spannung pur .....

Wünsche Dir eine schöne Restwoche :)

Akina 17. Feb 2019
So ist es leider.. Dir auch :)