Lebensretter

vor 4 Mon.
Fanfiction zu den Büchern der Biss- Reihe von Stephanie Meyer. In dem Buch geht es um ein ganz normales deutsches Mädchen, Anika, das durch einen dummen Zufall mit dem Tracker James und seiner Gefährtin Victoria zusammen stößt. In diesem Moment trifft sie auch Jakob und das Wolfsrudel. Zwischen den beiden besteht von Beginn an eine gan..
Bis(s) Romanze P16 Mystery In Arbeit
Inhaltsverzeichnis

Kapitel 6 August 2011 Anika

Die Hälfte meiner Sommerferien war schon vorbei. In Eissen war Schützenfest, weshalb ich und meine Mädels uns das gesamte Wochenende bei Marie eingenistet haben.

Gut, dass sie zwei Zimmer hatte.

Ich schlief mit ihr zusammen im Bett, Michelle schlief auf einer Luftmatratze auf dem Boden.

In dem größeren Zimmer nahmen Nele und Lisa das Sofa in Beschlag, während Lea und Ann-kathrin ebenfalls auf Luftmatratzen schlafen mussten.

Das war vielleicht ein Durcheinander. Und wir mussten, bevor wir uns fertig machen und schminken konnten, alle hintereinander Duschen. Alle, in ein und derselben Dusche.

Das dauerte eine halbe Ewigkeit.

Schließlich hatten wir es doch geschafft.

Kurz bevor wir zur Halle aufbrechen wollten, stießen auch Stefan, Jan, Florian, und Dennis, einige der männlichen Mitglieder unserer Clique zu uns.

Stefan war die gesamte Zeit damit beschäftigt, Ann-kathrin schöne Augen zu machen.

Zwischen Lea und Florian hingegen herrschte eine noch immer etwas angespannte Stimmung. Die beiden waren noch bis vor einem Jahr ein Paar gewesen und versuchten sich jetzt als Freunde.

Florian war außerdem der Sohn meiner Reitlehrerin und der Besitzer meines Pflegepferdes Dixie.

Jan und Dennis kenne ich, so wie auch Stefan schon seit dem Kindergarten. Zu Dennis ist außerdem noch zu erwähnen, dass er höchstwahrscheinlich schwul ist. Er scheint sich da selbst aber noch nicht zu 100% sicher zu sein.

„Willst du was trinken?" fragte mich Jan nachdem wir Mädels von der Tanzfläche zurück kamen. Die Jungs waren einfach noch viel zu unreif.

„Ja gerne! Ein Wasser bitte!" schrie ich ihm über den Lärm hinweg ins Ohr.

Kurze Zeit später hatte ich also auch noch – ohne zahlen zu müssen - etwas zutrinken.

Viel besser konnte es doch gar nicht laufen.

Zusammen verbrachten wir wirklich einen tollen, lustigen Abend.

Als ich nachts wieder neben Marie lag, hatte ich leider Gottes wieder Zeit zum nachdenken. musste Wie immer vor dem Einschlafen ging mir meine Begegnung mit den Vampiren und Jakob Black nicht aus dem Kopf.

Es waren mittlerweile über zwei Monate vergangen und ich hatte nichts mehr von ihm gehört.

Und damit rechnete ich auch gar nicht mehr.

Das machte mich nicht nur traurig, es versetzte mich auch jeden Abend aufs Neue in Panik.

Was war, wenn er mich komplett vergessen hatte? Was war, wenn die Vampire die Wölfe besiegt, verletzt oder sogar getötet hatten?

Bei diesem Gedanken lief mir eine Träne über die Wange.

Das würde nicht nur heißen, dass ich Jakob nie wieder sehen würde, sonder auch, dass mein Leben jeden Moment vorbei sein könnte. Die beiden Vampire könnten mich jederzeit ungehindert töten und aussaugen. Und jeder,der versuchen würde das zu verhindern, würde mit mir streben.

Dadurch, dass James es auf mich abgesehen hatte, brachte ich alle Menschen, die sich in meiner Nähe befanden in Gefahr. Jetzt waren es meine Freunde, sonst meine Familie.

Was hatte mein Leben noch für einen Sinn?

Jedenfalls keinen positiven mehr.

In den letzten Wochen hatte ich auch schon mit der Idee gespielt, mich selbst den Vampiren auszuliefern oder mein Leben selbst zu beenden, bevor sie es tun konnten.

Würden sie mich schnell töten oder mich lange quälen?

Ich hatte wirklich viel zu viel Zeit zum Nachdenken.

Eigentlich bin ich überhaupt nicht der Typ, der total schnell aufgibt oder geschweige denn einen Selbstmord in Erwägung zieht.

Ich hatte zuvor noch nie über meinen eigenen Tod nachgedacht.

Aber ich wollte niemanden in Gefahr bringen. Niemand sollte wegen mir verletzt oder getötet werden. Die gesamte Situation erschien mir so aussichtslos.

Aber eigentlich liebte ich mein Leben. Und ich war viel zu egoistisch und besaß zuwenig Selbstlosigkeit um es einfach aufzugeben.

Deshalb hatte ich diesen Gedanken eigentlich wieder verworfen.

Ich wünschte ich könnte mit jemandem reden, aber das war leider undenkbar. Ich hatte versprochen niemandem etwas zu verraten. Ich hatte es IHM versprochen.

Würde ich doch nur Jakob wiedersehen. Ich hatte noch so viele Fragen und.. ich mochte ihn. Ich mochte ihn wirklich sehr gern. Es fühlte sich sogar so an,als ob ich ihn vermissen würde. Aber das konnte gar nicht sein, ich kannte ihn ja kaum.

Und er sah wahrscheinlich nur irgend ein kleines Mädchen in mir. Ich sollte mir also keine Hoffnungen machen, dass er sich in irgendeiner Form für mich interessierte.

Irgendwann schaffte ich es dann doch noch einzuschlafen.

Am nächsten morgen, naja gut, es war bereits Mittag, wurde ich von meiner Mutter abgeholt.

Es war Montag und sie kam gerade von der Arbeit. Um ihr das Kochen zu ersparen, ließ sie mich noch einmal schnell an der Schützenhalle raus und ich holte zwei Mini- Calzonen für uns, von denen ich mich schon das ganze Wochenende ernährt hatte.

„Wie war das Wochenende?" fragte sie neugierig. „Super!" ich strahlte.

Das war vielleicht ein bisschen übertrieben. Aber besser ich machte den Eindruck rundum glücklich zu sein, bevor sie auf die Idee kam, dass etwas nicht stimmte.

Zuhause angekommen begrüßte ich zuerst einmal Sina und ging dann duschen.

Und zwar ganz inRuhe.

Am Nachmittag ging ich noch nach draußen, um die Sonne zu genießen. Sicher fühlte ich mich dabei nicht, aber ich konnte mich ja auch nicht nur im Haus verkriechen.

Am Abend legte ich mich auf mein Sofa, stellte den Fernseher an und versuchte mich ein wenig zu entspannen.

Ich fand tatsächlich einen Film, der mich ablenkte und zugleich interessierte. „ Mir dir an meiner Seite" war zwar eine ziemliche Schnulze, aber genau so etwas brauchte ich jetzt.

Zu einem Comedy-Film war ich nicht in Stimmung und auf einen Horrofilm konnte ich auch gut verzichten. Ich lebte in einem.

Es war ca. 9 Uhr,der Film lief bereits 45 Minuten und ich war völlig in ihn vertieft.

Dann vernahm ich ein Geräusch. Es war ein Pfiff. Kurz darauf flog ein Steinchen gegen mein Fenster.

Das war doch nicht etwa? Oder doch?

Mein Herz begann laut stark zu pochen. Mein Puls schnellte in die Höhe.

Schon war ich auf den Beinen und lief zum Fenster.

Tatsächlich! Unten,vor meinem Haus stand Jakob!

Da es noch hell war,sah ich ihn an diesem Tag zum ersten Mal bei Tageslicht.

Er sah einfach so gut aus! Diesmal trug er sogar Schuhe, eine kurze Jeans und ein schwarzes T-shirt.

Auch ich war heute,mit einer Jeansshort und einem schwarzen Top eindeutig besser bekleidet als bei unserer letzten Begegnung.

Jakob lächelte.„Hey!" rief er.

Ich musste ebenfalls lächeln. Sein Lächeln war so ansteckend.

„Kannst du runterkommen?" wollte er von mir wissen.

„Klar!" Und schon war ich auf dem Weg nach unten.

Ich verklickerte meiner Mutter, dass ich noch eine Runde mit Sina spazieren gehen würde und nahm sie mit.

Jakob wartete einige Meter von meinem Haus entfernt.

Sina versteckt sich hinter mir. Sie schien genau zu spüren, dass er anders war.

Als wir voreinander standen, wusste ich nicht was ich tun sollte. Ihn umarmen? Ihm die Hand geben?

Im Endeffekt tat ich keins von beidem.

„Wie geht es dir?"fragte ich ihn und starrte dabei auf die riesige Wunde an seinem linken Arm.

„Es ist alles gut." versuchte er mich zu beruhigen. „Das ist nur ein Kratzer."

„Das sieht mir aber nicht danach aus." Ich fühlte mich so unendlich schuldig, da ich mir genau denken konnte wobei das passiert ist.

„Was ist mit den Anderen?" Ich hatte eine riesige Angst vor seiner Antwort.

„Wir leben alle noch, es ist alles gut!" lachte er.

Die Antwort beruhigte mich, aber es kam mir fast so vor, als würde er mich auslachen.

„Wenn du möchtest, werde ich dir alles in Ruhe erzählen." schlug er vor.

Ich nickte.

Ich musterte ihn erneut von Kopf bis Fuß. Es sah so gut aus! Aber darum ging es gerade nicht.

Ich versuchte herauszufinden, wie es ihm wirklich ging. Waren die Wölfe gerade erst zurückgekehrt? Dafür sah Jakob allerdings halbwegs erholt aus.

„Seit wann seit ihr zurück?" sprach ich meinen Gedanken aus.

„Seit gestern Nachmittag."

Ich glaube er sah meinem Blick an, dass ich mir eine andere Antwort erhofft hatte.

„ Es tut mir Leid,ich wäre gerne eher zu dir gekommen. Ich will und kann mir gar nicht vorstellen wie die letzten Monate für dich gewesen sein mussten.

Aber es ging leider nicht eher.

Vorgestern Abend hatten wir einen ziemlich heftigen Kampf mit den beiden Blutsaugern."

Er senkte eine Weile den Kopf. Ich sagte nichts und wartete, bis er weiter sprach.

„ Sam, Quil undich wurden dabei so schwer verletzt, dass wir vorerst aufgebenmussten. Es tut mir so Leid. Ich weiß, ich habe dir versprochen,dass dir nichts passieren wird, und dieses Versprechen werde ich auchhalten, Daran hat sich nichts geändert."

„Was ist denn genau passiert?" meine Stimme drohte zu brechen, ich hatte einen riesigen Kloß im Hals.

„ Wir haben die beiden Wochenlang verfolgt, aber irgendwie waren sie uns immer einen Schritt voraus. In Italien haben wir es dann endlich geschafft sie einzukreisen. Es kam zum Kampf, den wir von vornherein eigentlich nur verlieren konnten. Die vorherigen Wochen hatten ganz schön an unseren Kräften gezerrt. Nachdem Sam, Quil und ich verwundet waren sind sie geflohen, da ich es vorher noch geschafft hatte James seinen Arm abzubeißen. Den hat er aber dummerweise wieder mitgenommen."

„ Wie schwer warstdu verletzt?" Ich sah ihm tief in die Augen. Ich wollte die Wahrheit wissen und keine Beschönigungen mehr hören.

„ Nunja, mein Arm ist nicht gebrochen, mir wurde dort quasi nur die komplette Haut abgezogen. Da ist in ein paar tagen aber wirklich nichts mehr von zusehen."

Er sah mich nicht an. Ich vermutete, dass das noch nicht alles war, was er mir zu sagen hatte. Deshalb wartete ich und versuchte ruhig zu atmen. Es fiel ihm offensichtlich sehr schwer, mit mir darüber zu reden.

„ Der dreckige Blutsauger hat mich gegen eine Felswand geschleudert. Dadurch hat er mir mehrere Rippen gebrochen und mir eine Gehirnerschütterung verpasst. Ich war ein paar Minuten bewusstlos."

Er starrte seine eigenen Füße an, als schämte er sich für das, was ihm passiert war.

Mir hingegen kullerten schon wieder die Tränen übers Gesicht. Das war alles meine Schuld. Nur wegen mir mussten er und die anderen so sehr leiden.

„Gestern und die letzte Nacht waren wir damit beschäftigt, irgendwie nach Hause zukommen.Wir waren nicht mehr in der Lage zu rennen, weshalb der Heimweg sehr langwierig war.

Ich wäre wirklich gerne eher gekommen, bitte glaub mir das. Aber in dem Zustand in dem ich mich befand, hätte ich dir nicht unter die Augen treten können.

Ich musste erst nach Hause. Essen, duschen, schlafen und die Verletzungen etwas verheilen lassen."

Ich war nicht in der Lage irgendwas dazu zu sagen. Ich war geschockt. Mittlerweile strömten Mir die Tränen nur so aus den Augen. Ich war bei so etwas so eine Heulsuse.

Ich war eben insgeheim noch enttäuscht gewesen, dass er nicht direkt zu mir gekommen war, und jetzt?! Ich fühlte mich so dumm, ich war so egoistisch.

Da ich nichts sagte,sah Jakob mir mich nun direkt an und ich war diejenige die seinem Blick nun auswich.

„Hey, mir geht's schon wieder viel besser und den anderen auch. Es wird alles wiedergut." versuchte er mich zu trösten. Dabei machte er einen Schritt auf mich zu, blieb dann aber doch nur relativ unbeholfen stehen.

„ Es ist nicht deine Schuld." flüsterte er.

„Doch ist es."schluchzte ich.

„Nein, ist es nicht. Und wenn du mal genauer darüber nachdenkst weißt du das auch." erwiderte er im festen, aber zugleich sanften Ton.

„Wie lange braucht ihr, um zu heilen?" brachte ich schließlich heraus um das Gespräch in eine etwas andere Richtung zu lenken.

Auch er schien dankbar darüber zu sein.

„Es kommt immer auf die Art und die Schwere der Verletzung an, aber ganz so schnell,wie im Film zum Beispiel, geht es nicht. Fleischwunden benötigen einige Tage, Knochenbrüche in etwa eine Woche. Wenn man aber sowieso schon geschwächt ist oder mehrere Verletzungen gleichzeitig hat.Beeinflusst dies auch die Dauer der Heilung. Wir sind aber alle in wenigen Tagen wieder kerngesund."

Ich nickte, das hoffte ich sehr.

Wie ging es ihm jetzt wohl wirklich? Hatte er starke Schmerzen? Ich konnte es nicht einschätzen und ihn wohl kaum danach fragen. Das ginge eindeutig zuweit.

„Wie bist du überhaupt hierher gekommen?" fragte ich stattdessen.

„ Sam, Quil undich haben heute und morgen noch frei, quasi ein Erholungsurlaub."Er lachte.

Mir war immer noch nicht zum Lachen zu mute, aber auch meine Stimmung besserte sich. Noch hatte er mir meine Frage nicht beantwortet.

„ Wir sollen uns in den nächsten Tagen noch nicht wieder wandeln, damit wir schneller heilen. Ich bin mit dem Motorrad da, es steht um die Ecke. Die anderen bewachen abwechselnd die Umgebung, für den Fall, dass die Blutsauger zurückkommen sollten. Es sieht aber so aus, als ob wir in nächster Zeit hier in der Gegend bleiben.

Sie zu jagen hat wenig Sinn gemacht. Sam ist außerdem dabei, die Cullens nach Unterstützung zu fragen. Die nächsten Tage wird aber vermutlich relativ wenig passieren. Du musst dir keine Sorgen machen."

„Kommen die Cullens dann hierher?"

„Das wissen wir nochnicht genau, aber möglich ist es."

Er schien darüber nicht gerade glücklich zu sein, aber die Wölfe mochten bekanntlich ja auch keine Vampire.

„Warum sollten sie denn überhaupt? Eigentlich haben sie ja nichts damit zu tun."

„ Manche von ihnen,insbesondere Carlisle und Alice tun alles, um den Menschen zu helfen.Ich denke nicht, dass sie ablehnen wenn Sam sie schon um Hilfe bittet. Aber wir haben ja schließlich auch noch unseren stolz." Erlachte erneut.

Ich sah ihn wieder einfach nur an. Es tat mir alles so unendlich Leid.

Entweder er war ein Meister darin, seine Gefühle zu überspielen, oder es ging ihm den Umständen entsprechend tatsächlich gut.

„ Wolltest du nicht eigentlich mit deinem Hund spazieren gehen?" Mit diesen Worten ging er in die Hocke um Sina zu sich zu locken. Dabei konnte er ein leises Stöhnen nicht unterdrücken. Ich meine auch gesehen zu haben, wie sich sein Gesichtsausdruck für eine Sekunde schmerzvoll verzerrte.

Die gebrochenen Rippen machten ihm wohl doch zu schaffen. In meinem Hals bildete sich augenblicklich wieder ein dicker Klos.

Er hingegen blieb dabei,alles zu überspielen.

„Hast du was dagegen,wenn ich dich begleite?" fragte er mit seinem wunderschönen Lächeln.

Außerdem hatte er es tatsächlich geschafft, meinen Hund zu streicheln. Sina war bei Fremden, insbesondere bei Männern eher skeptisch. Selbst mein Hund mochte ihn, da konnte ich ja wohl schlecht nein sagen.

Zusammen schlenderten wir durch die Straßen von Peckelsheim. Er erzählte mir von seinem Vater und vom Rudel. Dabei fiel mir auf, dass er den Sicherheitsabstand vom letzten Mal deutlich verringert hatte.

„Wenn du möchtest,kannst du die anderen auch mal als Menschen kennen lernen, du weißt ja sowieso Bescheid." schlug er vor.

„Ich glaube nicht, dass das so eine gute Idee ist. Die hassen mich doch alle. Du müsstest mich auch hassen."

Er griff nach meinem Handgelenk und drehte mich so, dass ich nun direkt vor ihm stand.

Mit ernstem Blick schaute er mir direkt in die Augen.

„ Ich hasse dich nicht.Ich glaube, ich könnte dich niemals hassen." flüsterte er.

Für eine Sekunde vergaß ich zu Atmen und mein Herz machte einen Sprung. Wie konnte es sein,dass er mich mochte? Am liebsten hätte ich ihn umarmt, aber zumeinen hatte ich Angst ihn zu berühren, weil ich ihm nicht weh tun wollte, zum anderen wusste ich nicht, ob er es überhaupt zulassen würde. Doch bevor ich in Ruhe darüber nachdenken konnte, was ich tun sollte ergriff Jakob auch schon die Initiative. Er legte seinen gesunden Arm um mich und zog mich langsam an sich heran. Damit hatte ich nicht gerechnet.

Seine Andere Hand platzierte er vorsichtig auf meinen Rücken. Er hatte mich mit beiden starken, muskulösen Armen umschlungen. Ich erwiderte, ganz behutsam um ihm nicht irgendwie weh zu tun, seine Umarmung.

Ich spürte die außergewöhnliche Wärme, die von ihm ausging. Von deinem Geruch war ich wie berauscht.

Ich konnte mich nicht erinnern, wann ich mich zuletzt so sicher gefühlt hatte oder wann ich zuletzt so glücklich und zufrieden gewesen war.

Jakob war riesig und ich nicht besonders groß, weshalb mein Kopf an seiner Brust lag.

Ich konnte seine Herzschlag spüren, wir atmeten im gleichen Rhythmus.

Er hatte sein Kinn aufmeine Schulter gelegt, sodass er mit dem Gesicht meine Haare berührte. Es schien ihn nicht zu stören.

Ich hatte keine Ahnung,wie lange wir dort so standen, aber ich genoss jede einzelne Sekunde.

„Danke." flüsterte ich. Er hatte es geschafft, dass ich zum ersten Mal seit Monaten völlig ruhig und entspannt war.

Schließlich lösten wir uns voneinander und traten langsam den Rückweg an.

„ Und die anderen hassen dich auch nicht. Sie sind sogar sehr neugierig auf dich."nahm er das Gespräch von eben wieder auf.

„Okey, du hast mich überredet." jetzt musste auch ich lächeln.

Ich hätte die ganze Zeit grinsen können wie ein Honigkuchenpferd.

„Super! Wann und wo muss ich erst noch in Erfahrung bringen" entgegnete er grinsend.

Wow! Das heißt auf jeden Fall, dass er nochmal wiederkommt! Innerlich führte ich einen kleinen Freudentanz auf.

Dann fiel mir ein, dass ich keine Ahnung hatte, wo Jakob jetzt überhaupt lebte.

„Wo wohnst du eigentlich?"

„Wir sind alle nach Tühle gezogen, in ein sehr kleines Dorf in der Nähe von Paderborn.Und selbst dort lebe ich mit meinem Vater relativ außerhalb in einem sehr kleinen Haus. Eigentlich ist es mehr eine große Hütte"antwortete Jakob kleinlaut.

„Oh Gott, dann warst du mit dem Motorrad ja schon ziemlich lange unterwegs!" Ich bekam schon wieder ein schlechtes Gewissen.

„Nun ja, ca. eine Stunde. Hätte ich mich wandeln können hätte es bestimmt nur halb solange gedauert." Er schien mit seiner Schnelligkeit prahlen zu wollen. Für ihn war es wahrscheinlich das Normalste auf der Welt sich in einen fast 2 Meter großen Wolf zu verwandeln, aber ich hatte mich an diesen Gedanken noch nicht gewöhnt. Es erschien mir, obwohl ich ihn bereits mit eigenen Augen in Wolfsgestalt gesehen hatte, als unvorstellbar, dass er sich quasi jede Sekunde verwandeln könnte.

Wir liefen eine Weile schweigend nebeneinander her.

„Bist du schon lange ein.."

„Ein was? Ein Monster?"plötzlich war seine Miene sehr ernst. Scheiße.

„Nein!" stieß ich sofort hervor. Aber konnte ich mir da so sicher sein? Seine Reaktion auf die Farge verunsicherte mich noch mehr.

Er sagte nichts. Das Schweigen kam mir vor wie eine Ewigkeit. Der Abstand zwischen uns vergrößerte sich mit jedem Schritt. Was hatte ich da nur angerichtet?

„Nein, ich bin erst seit einigen Wochen ein Werwolf." Seine Stimme war kalt. Er sah mich nicht an.

Wir wahren fast wieder bei meinem Haus angelangt. Seine Schritte beschleunigten sich.

Womit hatte ich ihn sowütend gemacht?

Ich fasste ihn am Handgelenk seines gesunden Arms um ihn dazu zu bringen mich anzusehen.

Für einen Augenblick dachte ich es hätte funktioniert, doch dann entzog er mir seine Hand.

Ich bemerkte erst jetzt,dass seine beiden Hände stark zitterten. Er ballte die Hände zu Fäusten geballt und die Zähne aufeinander gebissen. „Ich muss jetzt gehen!"stieß er hervor und lief, in einem noch schnellerem Tempo in die Richtung, in der er sein Motorrad geparkt hatte.

Ich stand immer noch da wie vom Donner gerührt. Was in aller Welt hatte ich getan, das er sich auf einmal so benahm? In Sekundenschnelle war er aus meinem Blickfeld verschwunden. Er ließ mich einfach stehen.

In der Ferne hörte ich,wie er sein Motorrad startete und davon raste.

Obwohl ich wusste, dass er längst weg war stand ich immer noch fassungslos an der gleichen Stelle.

Er war wirklich weg.

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chenupet 15. Apr 2019

Oh je .... dachte Jacob entspannt sich und hat sich besser im Griff... so schade . :(

chenupet 13. Mar 2019

OMG .... heftig .....

chenupet 12. Feb 2019

Oh je ..... einen Schritt vor und anderthalb Schritte zurück ....

Spannung pur .....

Wünsche Dir eine schöne Restwoche :)

Akina 17. Feb 2019
So ist es leider.. Dir auch :)