Lebensretter

vor 6 Mon.
Fanfiction zu den Büchern der Biss- Reihe von Stephanie Meyer. In dem Buch geht es um ein ganz normales deutsches Mädchen, Anika, das durch einen dummen Zufall mit dem Tracker James und seiner Gefährtin Victoria zusammen stößt. In diesem Moment trifft sie auch Jakob und das Wolfsrudel. Zwischen den beiden besteht von Beginn an eine gan..
Bis(s) Romanze P16 Mystery In Arbeit
Inhaltsverzeichnis

Kapitel 74 September 2016 Anika

Obwohl ich am nächsten Tag zur Arbeit musste, fand ich keinen Schlaf.

Für Ende September war es noch ungewöhnlich warm draußen.

Meine Eltern waren noch auf einer Geburtstagsfeier von Bekannten.

Auch Alice war heute ausnahmsweise nicht bei mir.

Sie und ihre Familie waren jagen.

Allein stand ich vor dem offenen Fenster und betrachtete den Vollmond, der hell am Himmel stand.

Ich fühlte mich einsam und verloren.

Es war eine wunderschöne, sternenklare Nacht, doch die bevorstehenden Tage und Wochen ließen mir keine Ruhe.

Tagsüber war ich immer irgendwie abgelenkt: Durch meine Freunde, die Arbeit oder Wegui, doch jetzt blieb mir nur noch Sina, die auf meinem Bett lag und mich mit ihren großen, braunen Hundeaugen aufmerksam ansah.

„Na komm." flüsterte ich schließlich, woraufhin sie sofort aufsprang und zur Zimmertür lief.

Eine kleine Nachtwanderung war jetzt genau das, was ich brauchte um schlafen zu können.

Schnell steifte ich meine Jeans über meine meine hellblaue Boxershort, die ich zum Schlafen trug.

Mein dunkelblaues Schlaftop ließ ich einfach an. Mich würde ohnehin niemand sehen.

Wenige Minuten später schlenderte ich mit Sina über den Neuen Teich und war in Gedanken schon bei Freitag.

Es war kälter als ich gedacht hatte und trotzdem hatte ich es überhaupt nicht eilig.

Ich hatte Jakob zu gesagt, sah dem Abend jedoch eher skeptisch entgegen.

Im Moment erschien mir alles so sinnlos.

Ich legte meinen Kopf in den Nacken und betrachtete den atemberaubenden Anblick des Sternenhimmels, der sich mir bot.

Es war so schön.

Und trotzdem wirkte alles um mich herum so ausweglos und fest gefahren.

Nicht nur, dass entweder mein eigener Tod, oder der einer der Personen, die mir unglaublich wichtig waren, unmittelbar bevor stand.

Nein, auch mit Jakob kam ich kein Stück weiter. Ganz im Gegenteil. Unsere Zeit schien rückwärts zu laufen, während sich die Welt um uns immer schneller drehte.

Ehrlich gesagt wusste ich nicht einmal, was passiert war.

Natürlich, er stand vierundzwanzig Stunden am Tag unter Strom. Er hatte selbst vor mir zugegeben, dass er überfordert war.

Und nicht nur das: Er hatte Angst.

Das erklärte seine plötzliche Wut, die ständige Schlaflosigkeit und seine permanente Gereiztheit.

Aber seit wann reagierte er so intensiv und heftig auf meine Nähe?

Obwohl diese Gefühle ja eigentlich durchweg positiv waren, trieben sie einen Keil zwischen uns.

Sie wurden zu einem der vielen Probleme, die zwischen uns standen.

Zeitweise hatte ich das Gefühl, dass er meine Nähe bereits mied, um die Kontrolle zu behalten.

Und das, obwohl ich ihn im Moment so dringend gebraucht hätte.

Ich hatte Angst. Ich fühlte mich hilflos und alleine.

Alleine konnte ich nur noch sehr schlecht schlafen.

Er war der Einzige, der mich zumindest für den Moment beruhigen konnte, indem er bei mir war.

Bei ihm fühlte ich mich sicher und geborgen.

Aber er war nicht hier.

Auch die Erkenntnis, dass er Angst hatte führte dazu, dass die meine sich nur noch verstärkte.

Fröstelnd schlang ich die Arme um den Oberkörper.

Doch dann schnellte mein Kopf in die Höhe.

Ich war nicht alleine.

Das Gefühl von Freude und einem mulmigen Gefühl, welches ich mir nicht erklären konnte, durchströmten mich gleichzeitig.

Sofort drehte ich mich um und erkannte in der Ferne zwei funkelnde Augen, die mir allzu bekannt vorkamen.

Erleichterung stieg in mir auf, doch dann vernahm ich ein leises Knurren aus der Richtung.

„Ich weiß, ich sollte nicht mehr alleine hier draußen rumlaufen."sagte ich und ging weiter auf ihn zu.

Ohne seiner Warnung Beachtung zu schenken, geschweige denn sie ernst zu nehmen.

Ich war gerade an dem Punkt, an dem ich ihm wieder blind vertraute.

„Aber ich bin ja gar nicht alleine." fügte ich lächelnd hinzu und drehte mich um, um auf Sina zu deuten, doch die stand wie angewurzelt und mit gesträubtem Fell einige Meter hinter mir.

Skepsis stieg in mir auf.

Als ich meinen Blick wieder nach vorne wandte, blieb auch ich stehen.

Jetzt konnte ich den großen, rostbraunen Wolf im Mondschein erkennen.

Sein Anblick sorgte dafür, dass sich jedes einzelne Härchen auf meinem Körper aufstellte.

Jakob stand da, knurrte leise vor sich hin und fletschte die Zähne.

Was ich vor wenigen Sekunden noch für einen spaßigen Tadel gehalten hatte, war nun tot ernst.

Er fokussierte mich mit seinem animalischem Blick, in dem jegliche Menschlichkeit fehlte.

Und schon war mein Vertrauen in ihn dahin.

Es war Vollmond. Wie hatte ich das nur vergessen können? Ich hatte ihn in diesem Zustand noch nie zu Gesicht bekommen.

Vermutlich zu Recht.

Ich wusste nicht, was von dem Jakob, den ich so gut kannte nun noch in diesem Wolfspelz steckte.

Ich wusste nicht, ob er mich so tatsächlich angreifen würde.

Ich konnte sein Verhalten nicht im geringsten einschätzen.

Was allerdings nicht zu übersehen war: Er war wütend.

„Jake..es tut mir leid." flüsterte ich, doch meine Stimme versagte.

Trotzdem verstummte das Knurren.

Was sollte ich jetzt tun?

„Kannst du mich verstehen?" fragte ich leise, ohne mich auch nur einen Zentimeter zu bewegen.

Den Blick hielt ich gesenkt, um ihn nicht weiter zu provozieren.

Er nickte kaum merklich und gab seine aggressive Körperhaltung auf.

Trotzdem wirkte er angespannt.

Ich hingegen atmete erleichtert aus. Er wollte mir nichts tun.

Trotzdem hielt ich den Blick gesenkt.

Aber wie sollte ich mich jetzt verhalten?

Eine Ewigkeit standen wir einfach nur da, ohne einander aus den Augen zulassen.

„Darf ich zu dir rüber kommen?" fragte ich ihn schließlich, woraufhin er wieder zögerlich nickte.

Seine unsichere Reaktion beruhigte mich nicht gerade.

Mit klopfendem Herzen näherte ich mich dem riesigen Raubtier.

Einen Meter vor ihm blieb ich stehen, da er Anstalten machte, zurück zu weichen.

Jetzt, wo ich ihn aus der Nähe betrachten konnte, erkannte ich ihn kaum wieder.

Natürlich wusste ich, dass es Jakob war, der da vor mir stand. Zumindest noch zu einem kleinen Teil.

Seine Augen waren genauso dunkel und schön wie immer.

Doch jetzt waren es die eines wilden Tieres.

Jeglicher Ausdruck von Wärme, Sicherheit, Geborgenheit .. und der Liebe, die ich selbst ihn ihnen sah, wenn er unfassbar wütend auf mich war, fehlte.

Zum ersten Mal fühlte ich mich irgendwie unwohl in seiner Nähe.

So als ob ich nicht bei ihm sein sollte.

Plötzlich wollte ich einfach nur noch weg.

Ich empfand Angst, vor dem was er war.

Schon wieder.

Noch Minuten zuvor war ich mir sicher gewesen, dass wie diesen Zustand ein für alle Mal überwunden hatten.

Dabei hatte genau der gleiche Wolfskörper mich zu Boden gedrückt und ich hatte keinerlei Angst empfunden. Ganz im Gegenteil. Ich hatte den Moment genossen.

Doch bei seinem aktuellen Anblick schien mir das undenkbar.

„Ich..gehe nach Hause." teilte ich ihm mit und wich langsam vor ihm zurück.

Doch dann stellte ich fest, dass Sina immer noch wie erstarrt einige Meter von uns entfernt stand.

Sie würde sich nicht an Jakob vorbei trauen.

„Ich hole den Hund." versuchte ich dem riesigen Wolf mitzuteilen und bewegte mich langsam auf Sina zu.

Was ihm nicht Recht zu sei schien.

Sofort nahm er wieder seine aggressive Haltung ein.

Er duckte sich, legte die Ohren an und knurrte.

Durch seine hochgezogenen Lefzen wurden seine messerscharfen, gigantischen Reißzähne entblößt, die im Mondlicht aufblitzten.

„Bitte."flehte ich und verspürte den Impuls wegzurennen,

Allerdings nicht ohne meinen Hund.

Also bewegte ich mich langsam weiter und drehte ihm den Rücken zu.

Wenn er mich angriff, wollte ich es zumindest nicht sehen.

Mit jedem Schritt hörte ich, wie das Knurren lauter und bedrohlicher wurde.

Dennoch wagte ich es nicht, einen Blick nach hinten über die Schulter zu werfen.

Ich zwang mich, langsame Schritte und ruhige Bewegungen zu machen, damit er nicht dazu veranlasst wurde, mich anzugreifen.

Endlich hatte ich mein kleines, zitterndes Fellknäuel erreicht und hob es sofort auf meinen Arm.

Jetzt musste ich mich zu ihm umdrehen.

Zu meiner Überraschung war er mir gefolgt und stand nun zwischen mir und meinem Heimweg.

Nach wie vor fokussierte er mich mit seinem Blick.

Rund um sein Maul hatte sich Schaum gebildet. Jetzt sah er aus wie ein tollwütiges Tier.

„Bitte lass uns gehen." flüsterte ich panisch.

Die Situation schien ihn zu irritieren. Unsicher trat er vom einen Bein aufs andere, griff uns jedoch nicht an. Er wollte es nicht. Er schien mit sich zu kämpfen und war hin und her gerissen.

Ich konnte nur erahnen, was gerade in ihm vorging.

Auch in seinem Blick ließ sich Panik erkennen.

Und als ich das erkannte, fasste ich neuen Mut.

Langsam und mit einem großen Bogen ging ich um ihn herum.

Je weiter ich mich von ihm entfernte, desto leiser erschien mir das Knurren, bis es irgendwann vollkommen verstummte.

Ich beschleunigte meine Schritte, bis ich schließlich rannte.

Als die Haustür hinter mir ins schloss fiel, lehnte ich mich für einen Moment dagegen und schloss die Augen.

Ich musste erst einmal wieder zu Atem kommen. Und das realisieren, was ich gerade erlebt hatte.

Fest stand, dass Jakob mich belogen hatte. Zumindest was den Vollmond anging.

Andererseits hatte er angedeutet, dass er bei Vollmond nicht mehr er selbst ist.

Doch er hatte es nicht näher ausführen wollen.

Und jetzt wusste ich auch warum.

Obwohl mir der Schock noch in den Gliedern steckte, konnte ich es ihm nicht übel nehmen.

Als wir über das Thema gesprochen hatten, war unser Verhältnis noch ein anderes gewesen.

Zu dem Zeitpunkt hatte er verzweifelt versucht, mein Vertrauen zurück zu gewinnen.

Ich konnte verstehen, dass er mich nicht alles erzählt hatte.

Und mit einem hatte er Recht gehabt.

Er konnte sehr wohl noch zwischen Freund und Feind unterscheiden.

Es war ihm schwer gefallen, doch ich wusste genau, er wollte mir nicht weh tun.

Sonst hätte er es einfach getan.

Bei dem Gedanken, ihm noch am gleichen Tag wieder gegenüber zu stehen, drehte sich mir der Magen um.

Aber vielleicht hatte er auch keinerlei Erinnerungen an das, was vorgefallen war.

Irgendwann fanden meine Füße dann doch den Weg in mein Zimmer.

Wie ferngesteuert zog ich meine Jenas aus und legte mich in mein Bett.

Ich habe keine Ahnung, ob es Minuten oder Stunden dauerte, bis ich einschlief.

Ich hatte jegliches Zeitgefühl verloren.

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chenupet 15. Apr 2019

Oh je .... dachte Jacob entspannt sich und hat sich besser im Griff... so schade . :(

chenupet 13. Mar 2019

OMG .... heftig .....

chenupet 12. Feb 2019

Oh je ..... einen Schritt vor und anderthalb Schritte zurück ....

Spannung pur .....

Wünsche Dir eine schöne Restwoche :)

Akina 17. Feb 2019
So ist es leider.. Dir auch :)