Lebensretter

vor 3 Mon.
Fanfiction zu den Büchern der Biss- Reihe von Stephanie Meyer. In dem Buch geht es um ein ganz normales deutsches Mädchen, Anika, das durch einen dummen Zufall mit dem Tracker James und seiner Gefährtin Victoria zusammen stößt. In diesem Moment trifft sie auch Jakob und das Wolfsrudel. Zwischen den beiden besteht von Beginn an eine gan..
Bis(s) Romanze P16 Mystery In Arbeit
Inhaltsverzeichnis

Kapitel 75 September 2016 Jakob

Ich rannte durch den Wald, als ich langsam spürte wie meine Menschlichkeit zurück kehrte.

Die Sonne ging langsam auf. Der Einfluss des Vollmondes verlor seine Wirkung auf mich.

Ich war jedes Mal erleichtert, wenn diese Nacht des Monats hinter mir lag.

Doch jetzt strömte auch eine Flut von Erinnerungen auf mich ein.

Erst jetzt begriff ich, was ich getan hatte.

Diese animalischen Erinnerungen waren nie schön.

Oft kam es vor, dass Fetzen von dem Reißen eines Rehs oder eines Wildschweins vor meinem inneren Auge auftauchten.

Oder dass ich, um eben diese Beute, mit meinen Rudermitgliedern kämpfte.

Doch jetzt war ich eindeutig zu weit gegangen.

Ich konnte mich erinnern, wie ich vor Wut schäumend mit gefletschten Zähnen vor ihr stand.

Ich erinnerte mich an ihren panischen Blick.

Es versetzte mir einen Stich in mein Herz, welches nun wieder nur für sie schlug.

Das schlimmste war jedoch, dass ich keine Erinnerung daran hatte, was ich danach getan hatte.

Hatte ich sie verletzt? Was war passiert?

So schnell mich meine Beine nach dieser Nacht noch trugen, rannte ich nach Hause.

Weil mein Herz wie wild schlug, schaffte ich es nicht auf Anhieb, meine menschliche Gestalt anzunehmen.

Meine Sorge um sie und meine Wut auf mich selbst trieben mich in den Wahnsinn.

Irgendwann schaffte ich es dann doch, mich soweit zu beruhigen, dass die Verwandlung möglich war.

Achtlos schlüpfte ich in meine Boxer-Short und sprintete zum Haus.

Hektisch wühlte ich in meiner Nachttischschublade nach meinem Handy, bis ich es endlich fand.

Mit zitternden Händen wählte ich ihre Nummer und lief ruhelos in meinem Zimmer auf und ab.

Nichts. Sie ging nicht dran.

Doch aufgeben kam für mich nicht in Frage.

Und tatsächlich, jetzt nahm sie bereits beim zweiten Klingeln ab.

„Hallo?"flüsterte sie ins Telefon. Ihre Stimme klang distanziert und verschlafen zu gleich.

Mit einem Blick auf die Uhr stellte ich fest, dass es nicht einmal halb sieben war.

Bestimmt hatte ich sie geweckt.

Doch alleine der Klang ihrer Stimme führte dazu, dass mir ein Stein vom Herzen fiel.

„Oh Gott sei Dank! Geht es dir gut? Habe ich dir weh getan?" Meine Stimme klang matt und heiser.

Und das, obwohl mein Puls immer noch auf 180 war. Die Vollmondnacht hatte ihre Spuren hinterlassen.

„Es..es ist alles okey." ertönte ihre brüchige, verängstigte Stimme.

Aber immerhin schien ich sie nicht verletzt zu haben.

Dafür hatte sie Angst. Vor mir. Schon wieder.

„Es tut mir so leid." flüsterte ich und ließ mich kraftlos auf mein Bett sinken.

Sie schwieg. Ich vergrub das Gesicht in meiner freien Hand, während ich vergeblich auf eine Reaktion von ihr wartete.

„Erzähl mir, was passiert ist." flehte ich schließlich.

„Du kannst dich nicht erinnern?" fragte sie und ich spürte, wie sehr sie mit den Tränen kämpfte.

Mit dieser Information hatte sie nicht gerechnet.

„Es sind nur noch Ausschnitte und Bilder.. wie aus einem Traum."versuchte ich zu erklären und hatte wirklich Mühe, mich auf das Gespräch zu konzentrieren.

„Jetzt reiß dich zusammen Jakob!"ermahnte mich meine innere Stimme.

Doch sie schien es zu bemerken.

„Es ist nichts passiert. Ich muss jetzt gleich zur Arbeit." wich sie mir aus und wollte auflegen.

„Anika bitte, wir müssen darüber reden." Eigentlich sollten die Worte beruhigend auf sie wirken, doch sie klangen wie ein genervtes Stöhnen.

Ich machte die Situation nicht gerade besser.

„Aber nicht jetzt." antwortete sie vollkommen verunsichert.

Ich hasste mich selbst für meine Unfähigkeit, die Situation zu retten.

„Später?"fragte ich hoffnungsvoll und war darauf bedacht, in einer freundlicheren Stimmlage zu sprechen.

Ich musste sie später sehen. Ich musste die Dinge wieder in Ordnung bringen.

„Jakob du hast mich angelogen." tiefe Enttäuschung lag in ihren Worten, die nicht mehr waren als ein zitterndes Flüstern.

„Nein. Nein, ich habe dich nicht angelogen. Ich.. wusste nicht wie ich es dir sagen sollte.." jetzt war ich derjenige, der nur noch vor sich hin stotterte.

Denn sie hatte Recht. Gelogen hatte ich zwar nicht, aber ich hatte ihr wichtige Details vorenthalten.

Ich hatte nicht damit gerechnet, sie in einer Vollmondnacht zufällig zu treffen.

Und das, obwohl ich aus den vergangenen Monaten wusste, dass ich auch da schon um ihr Haus geschlichen sein musste.

Egal wie, egal wann. Sie zog mich an wie ein Magnet.

„Bitte ich werde dir später alles erklären. Lass mich dich abholen." Ich war verzweifelt. Durch und durch.

Wieder stieg die Angst in mir auf, sie zu verlieren.

Und zwar wegen meinem idiotischen Verhalten.

Ich wollte mir gar nicht ausmalen, wie ich mich ihr gegenüber verhalten haben musste. Doch eigentlich war es der Wolf, der ihr gegenüber gestanden hatte.

„Anika, das heute Nacht.. das war nicht ich.. jedenfalls nicht wirklich. Nur noch zu einem sehr kleinen Teil.." redete ich weiter auf sie ein, während meine Stimme zwischenzeitlich versagte.

Ich war mit den Nerven vollkommen am Ende.

„Ich weiß. Ich habe es in deinen Augen gesehen." sagte sie leise unddeutlich ruhiger als zuvor.

„Warum hast du es mir nicht gesagt?" wollte sie wissen. Jetzt klang ihre Stimme nicht mehr ängstlich, sondern verletzt.

„Ich konnte es nicht." gab ich zu und schüttelte den Kopf über meine eigene Blödheit.

„Ich erkläre dir später alles. Versprochen." fügte ich hinzu und hoffte inständig, dass sie mich überhaupt noch sehen wollte.

Stille.Sie ließ sich Zeit bei ihrer Entscheidung.

Ungeduld stieg in mir auf. Ich ballte die zitternde, freie Hand und biss mir auf die Lippe.

„Hältst du das für eine gute Idee?" fragte sie sorgenvoll.

Das war eindeutig die falsche Frage.

„Siehst du." sagte sie als ich nicht reagierte.

Sie hatte mein Schweigen richtig interpretiert, was ich natürlich nicht zugeben konnte.

„Ich bin um vier Uhr in Borgentreich." sagte ich bestimmt, wozu ich meine ganze Willenskraft aufbrachte.

„Okey."antwortete sie leise und resignierend.

„Bis später." gab ich noch zurück, legte sofort auf und ließ mich auf das Bett zurück fallen.

Ich wachte erst auf, als Leah stürmisch in mein Zimmer platzte.

Sofort saß ich kerzengerade und knurrend im Bett, doch sie ignorierte es einfach.

„Los jetzt! Wir müssen ein paar Vampire vermöbeln!" verkündete sie mit einem breiten Grinsen.

„Leah!"stöhnte ich und warf mein Kissen nach ihr, dass sie natürlich auffing.

„Los!Jetzt stell dich nicht so an du Memme!" fuhr sie unbeirrt fort.

In diesem Moment hasste ich sie, doch ich wusste, dass sie Recht hatte.

Mit einem Blick auf die Uhr stellte ich fest, dass ich keine zwei Stunden geschlafen hatte.

Und viel mehr Zeit hatte Leah auch nicht gehabt.

„Warum zur Hölle bist du so gut drauf?" brummte ich vor mich hin und rieb mir meinen schmerzenden Kopf.

Was hätte ich darum gegeben, einfach im Bett zu bleiben.

Aber es half alles nichts.

„Hallo? Heute haben wir endlich Mal eine Möglichkeit unseren Frust ab zu lassen. Komm jetzt. Sonst rastet unser Oberwölfchen wieder aus"sagte sie gut gelaunt.

Ohne ein weiteres Wort stand ich auf und folgte ihr aus dem Haus.

Das Training mit den Cullens lief ähnlich wie beim letzten Mal.

Sie musterten uns immer noch argwöhnisch mit ihren, nun wieder goldenen Augen.

Sie waren erst kürzlich jagen gewesen.

Jetzt verstand ich.

Deshalb war Alice gestern nicht bei Anika gewesen, was mir nur Recht war.

Aber das erklärte, warum sie gestern ganz alleine unterwegs gewesen war.

Es ärgerte mich, dass es ausgerechnet diese Nacht gewesen war.

Doch jetzt musste ich mich auf das wesentliche konzentrieren.

Theo und Melanie waren unsere stummen Zuschauer.

Sie fanden sich immer noch nicht mit dem zu Recht, was sie waren.

Geschweige denn mit den Vampiren.

Aber wie sollten sie auch?

Alle anderen, mich eingeschlossen, verspürten ebenfalls das Bedürfnis, die Vampire einfach ein für alle Mal zu erledigen.

Doch unser menschlicher Verstand arbeitete gegen unseren animalischen Instinkt.

Und ich hoffte inständig, dass es auch so bleiben würde.

Obwohl ich nichts lieber tun würde, als ihnen die Köpfe abzureißen, wusste ich auch das es das letzte war, dass ich tun durfte.

Das würde nicht nur meine und den von meinem Rudel, sondern auch ihren Tod bedeuten.

Ohne die Allianz mit den Cullens hätten wir den Kampf gegen Victorias Neugeborenen-Armee schon verloren, bevor er begonnen hatte.

Und selbst wenn nicht: Sie würde mich für den Rest ihres Lebens hassen, wenn ich ihrer kleinen, schwarzhaarigen Vamirfreundin den Gar ausmachen würde.

Obwohl uns zumindest beim Training zwei Wölfe fehlten, waren die Verhältnisse relativ ausgewogen.

Dafür, dass die Cullens frisch genährt waren und uns die Nachwirkungen des Vollmondes noch in den Knochen steckten, waren wir ziemlich gut.

Mal gewannen die Cullens und mal wir Wölfe.

Ehrlich gesagt, machte es sogar Spaß.

Doch mit der Zeit schwanden unsere Kräfte, was die Blutsauger, insbesondere Emmet und Rosalie, sehr zu belustigen schien.

Alice hingegen hatte fast schon einen mitleidigen Gesichtsausdruck aufgelegt, als sie mich wieder und wieder atakierte.

Um kurz vor drei beendete Carlisle die Trainingseinheit.

Zum Glück.

Wir gingen alle bereits auf dem Zahnfleisch, was wir vor den Vampiren aber natürlich niemals zugegeben hätten.

Trotz unseres starkem Leistungsabfalls war Jasper zufrieden mit uns.

Gerade,als wir uns zum Gehen abwenden wollten, trat Alice einen Schritt vor.

„Es wird nicht mehr lange dauern. Höchstens eine Woche. Ich habe gesehen, wie sie sich vorbereiten. Die Armee ist vollständig. Sie sind bereit.

Wir müssen jederzeit damit rechnen, dass es losgehen kann. Doch von Victoria selbst habe ich nichts gesehen." sagte sie mit ernster Stimme.

Ihre sonst so lebendige und ausdrucksstarke Mimik schien wie in Stein gemeißelt.

„Sie wollen wissen, woher sie erfahren können, wann es genau losgeht."übersetzte Edward Sams Gedanken.

„Ich werde es sehen, wenn sie aufbrechen." antworte Alice ihm.

„Wenn wir es rechtzeitig mitbekommen, könnten wir sie auf der riesigen Lichtung bei Scharmede abfangen." erklärte Carlisle den Plan, dem ich nicht weiter folgen konnte.

Für mich brach gerade eine Welt zusammen.

Eine Woche war gar nichts.

Ich hatte noch eine Woche mit ihr.

Wer weiß, was uns dann erwartete.

Meine Pfoten drohten einzuknicken, doch ich kämpfte dagegen an.

Ich dachte es wäre zumindest heute mein größtes Problem, mich halbwegs zusammen zu reißen um vernünftig mit ihr über die vergangene Nacht zu reden.

Jetzt musste ich ihr auch noch mitteilen, dass der Kampf unmittelbar bevor stand.

Ich redete mir ein, dass die Neugeborenen keine Chance gegen uns hatten.

Sie waren dumm und ausschließlich von dem Instinkt gesteuert, zu töten.

Natürlich, sie waren stärker und in der Überzahl.

Aber wir wussten genau, was uns erwartete.

Wir hatten eine Strategie, mit der wir sie schnell vernichten würden.

Sie würden keine Chance haben.

Mit diesem Gedanken tröstete ich mich jedenfalls.

Doch dann beschloss ich, diese Sorge erst einmal zur Seite zu schieben.

Ich musste sie abholen und wollte sie auf keinen Fall warten lassen.

Sie sollte nicht die Möglichkeit haben, es sich doch noch anders zu überlegen und einem Treffen mit mir aus dem Weg zu gehen.

Also rannte ich nach Hause und duschte in Rekordzeit, während sich meine Freunde vermutlich alle ins Bett fallen ließen und bis zum Abend schlafen würden.

Schnell zog ich eine helle Jeans und ein schwarzes T-Shirt an, bevor ich mich auf den Weg zur Garage machte.

Beim Auto angekommen, stellte ich fest, dass der Tank so gut wie leer war. Damit würde ich vermutlich nicht einmal mehr bis zur nächsten Tankstelle kommen.

Fluchend knallte ich die Fahrertür zu und startete stattdessen mein uraltes Motorrad.

Obwohl ich es wirklich eilig hatte, schaffte ich es kaum, mich auf den Verkehr zu konzentrieren.

Wieder kamen Zweifel in mir auf, ob es die richtige Entscheidung gewesen war, sie doch noch abzuholen.

Doch die tat ich damit ab, dass wir vor dem Kampf kaum noch Zeit miteinander verbringen konnten.

Jede Minute war kostbar.

Pünktlich auf die Minute bog ich in die Straße ein, in der sich die OGS befindet.

Obwohl ich ihre Nähe sehr deutlich spüren konnte, war sie noch nirgendwo zu sehen.

Also wartete ich.

Keine zwei Minuten später erschien sie in meinem Blickfeld.

Sie trug eine dunkelblaue Jeans, hellgraue Addidas-Schuhe, ein dunkelrotes Oberteil und darüber eine graue Lederjacke.

Ihre graue S-Oliver Tasche hing über ihrer rechten Schulter.

Ihre langen Haare trug sie, wie fast immer, offen.

Neben ihr liefen zwei kleine Mädchen, die sie vermutlich von der Turnhalle der Grundschule in die OGS brachte.

Als ihr Blick den meinen traf, wirkte sie zunächst verängstigt, erwiderte dann aber schüchtern mein Lächeln.

Das kleine, blonde Mädchen, welches ihre Hand hielt, folgte ihrem Blick.„ Anika, wer ist das?" wollte sie wissen.

Vor der Tür der OGS blieb sie stehen, ging in die Hocke und strich dem Mädchen eine blonde, lange Haarsträhne aus der Stirn.

„Das ist Jakob. Er holt mich jetzt ab." erklärte sie mit sanfter Stimme, konnte sich ein Grinsen und einen flüchtigen Blick in meine Richtung nicht verkneifen.

„Ist das dein Freund?" fragte das etwas ältere, braunhaarige Mädchen und griff nach Anikas anderer Hand.

Bei dieser Frage lief Anika knallrot an, was mich amüsierte.

Sie war sich durchaus bewusst, dass ich trotz der Entfernung jedes Wort hören konnte.

„Nein Zoe. Aber er ist mein bester Freund. Nimmst du bitte Dinara mit rein?" antwortete sie und verband die beiden Hände der Mädchen miteinander.

Zoe schien mit der Antwort nicht zufrieden zu sein und wollte eine weitere Frage stellen, doch Anika winkte den beiden bereits zum Abschied zu.

Es war schön zu beobachten, wie sie mit den Kindern um ging.

Es war nicht zu übersehen, wie viel Spaß ihr die Arbeit machte.

„Bis nächste Woche ihr beiden!" sagte sie bevor sie die beiden in Richtung Tür schob.

Erst, als die beiden das Gebäude betreten hatten, wandte sie ihren Blick von ihnen ab. Und mir zu.

Sie schlug jedoch gleich die Augen nieder.

Mit gesenktem Blick kam sie langsam auf mich zu.

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chenupet 15. Apr 2019

Oh je .... dachte Jacob entspannt sich und hat sich besser im Griff... so schade . :(

chenupet 13. Mar 2019

OMG .... heftig .....

chenupet 12. Feb 2019

Oh je ..... einen Schritt vor und anderthalb Schritte zurück ....

Spannung pur .....

Wünsche Dir eine schöne Restwoche :)

Akina 17. Feb 2019
So ist es leider.. Dir auch :)