Lebensretter

vor 9 Mon.
Fanfiction zu den Büchern der Biss- Reihe von Stephanie Meyer. In dem Buch geht es um ein ganz normales deutsches Mädchen, Anika, das durch einen dummen Zufall mit dem Tracker James und seiner Gefährtin Victoria zusammen stößt. In diesem Moment trifft sie auch Jakob und das Wolfsrudel. Zwischen den beiden besteht von Beginn an eine gan..
Bis(s) Romanze P16 Mystery In Arbeit
Inhaltsverzeichnis

Kapitel 80 Oktober 2016 Anika

Die nächsten Tage verliefen ähnlich.

Ich wusste nicht mehr wohin mit mir. Tagsüber funktionierte ich. Ich ging arbeiten, reiten und mit dem Hund raus.

Jedes Mal mit dem Gedanken, dass es das letzte Mal sein könnte.

Um Nachts überhaupt ein Auge zumachen zu können, nahm ich jeden Abend eine Schlaftablette.

Doch selbst die zeigte keine Wirkung.

Jakob gab sich wirklich alle Mühe.

Obwohl er eigentlich weder die Zeit, noch den Kopf dafür hatte sich auch noch um mich zu kümmern, kam er jede Nacht zu mir.

Und obwohl Jakob und ich uns wohl noch nie so regelmäßig gesehen hatten, hatten wir nie zu vor so wenig miteinander gesprochen.

Er kam und war bereits zwei Minuten später nicht mehr ansprechbar.

Ohne hin blieb er höchstens zwei bis drei Stunden pro Nacht bei mir.

Wir hatten keine Gelegenheit, um miteinander zu reden.

Ich wusste nicht einmal, was das Rudel den ganzen Tag machte.

Da ich auch Alice kaum noch zu Gesicht bekam, nahm ich an, dass die Cullens und das Rudel rund um die Uhr mit Training und dem erstellen einer Kampfstrategie beschäftigt waren.

Alle waren damit beschäftigt, mein Leben zu retten.

Ich konnte nichts tun. Zumindest jetzt noch nicht.

Und ich wusste trotz allem nicht, wann ich mich zuletzt so einsam und allein gefühlt hatte.

Mein schlechtes Gewissen wuchs mit jeder Stunde.

Ich fühlte mich so schuldig. Insbesondere gegenüber Jakob.

Er schlug sich die Tage und Nächte um die Ohren, um mich zu beschützen.

Und trotzdem versuchte er noch irgendwie für mich da zu sein.

Auch wenn er sich nur noch auf mein Bett fallen ließ, mich umarmte und keine zwei Sekunden später eingeschlafen war, war das alles was ich brauchte.

Er war es, was ich brauchte.

Die Schlaftabletten und seine beruhigende Wirkung auf mich führten dazu, dass ich zumindest einige Stunden schlafen konnte.

Doch als ich am Donnerstag auf ihn wartete, sah ich bereits an seinem angespannten Gesichtsausdruck, dass etwas nicht stimmte.

Er saß noch im Fensterrahmen und hatte die Lippen aufeinander gepresst. Tiefe dunkle Ringe schimmerten selbst im gedimmten Licht meiner Nachttischlampe unter seinen Augen.

Als er meinem Blick auswich und kaum merklich den Kopf schüttelte, wusste ich das es so weit war.

Eigentlich hätte ich in Tränen ausbrechen müssen, doch vermutlich waren keine mehr übrig.

Mir wurde übel und ich merkte, dass meine Hände zitterten.

Doch ich hatte genau gewusst, dass der Tag kommen würde.

„Wann?"hauchte ich und er wagte es endlich mich anzusehen.

Schmerz und Angst lagen in seinem Blick.

„Morgen Mittag." antwortete er heiser.

„Was hat Alice gesehen?" wollte ich wissen.

„Wir werden es schaffen, sie bei Scharmede auf der Lichtung abzufangen. Wir sollten morgen früh direkt aufbrechen." sagte er nun etwas gefasster, starrte aber wieder zu Boden.

„Okey."gab ich zurück und ging auf ihn zu.

Vorsichtig nahm ich seine Hand und zog ihn ins Zimmer.

Sobald seine Füße den Boden berührt hatten zog er mich in seine Arme und presste mich so fest an sich, dass mir die Luft weg blieb.

Trotzdem ließ ich es zu und erwiderte seine Umarmung.

Erst als sich sein Griff etwas lockerte, merkte ich dass ich weinte.

„Ja keich habe Angst." schluchzte ich und jetzt war ich diejenige, die sich hilflos an ihn klammerte.

„Wir schaffen das." gab er mit zitternder Stimme zurück, doch es klang so, als ob er sich nicht einmal selbst überzeugen könnte.

Ich konnte es nicht sehen, doch ich war mir sicher, dass er Tränen inden Augen hatte.

„Komm, du musst dich ausruhen." sagte ich als er sich nach einigen Minuten von mir löste.

Doch als ich ihn zum Bett führen wollte, entzog er mir energisch seine Hand.

„Nein."sagte er mit lauter, wütender Stimme und begann unruhig im Zimmer auf und ab zu laufen.

„Nein."begann er noch einmal und bemühte sich um einen ruhigeren Ton.

Seine Nerven lagen blank.

„Die Cullens sind jagen, um sich für den Kampf morgen zu stärken und damit sie nicht so extrem auf dein Blut reagieren." erklärte er und schlug sich die Hände vors Gesicht, während er immer noch auf und ab lief.

Ich wartete ab und hoffte, dass er sich beruhigen würde.

Tatsächlich dauerte es nicht lange, bis er sich wieder mir zuwandte.

„Gott es tut mir leid. Ich wollte dich nicht anschreien." sagte er nun mit kraftloser Stimme und nahm meine Hand.

„Bitte leg dich hin." flüsterte ich, doch er schüttelte den Kopf.

„Ich kann nicht. Alle sind Zuhause um sich auszuruhen. Ich bin der einzige, der auf dich aufpasst. Wenn ich jetzt einschlafe, ich weiß nicht ob ich es rechtzeitig bemerke wenn diese Blutsaugerin oder einer ihrer Handlanger hier aufschlägt." sagte er gequält.

„Und wenn du dich jetzt nicht hinlegst, kannst du morgen nicht kämpfen. Bitte." flehte ich.

Ich musste ihn überzeugen. Sonst würde ich ihn verlieren. Für immer.

Er schien mit sich zu ringen.

„Bitte."wiederholte ich noch einmal, woraufhin er resignierend nickte.

Mir fiel ein Stein vom Herzen.

Ohne Wiederstand ließ er sich von mir zum Bett führen.

„Legd u dich heute bitte an die Wand." sagte er und ich gehorchte ohne auch nur eine weitere Frage zu stellen.

So lag er zwischen mir und allem, was durch die Fenster oder die Tür in mein Zimmer gelangen konnte.

Dann zog er mich fest an sich.

Doch auch er schien für den Moment noch zu aufgewühlt zu sein, um augenblicklich einzuschlafen.

„Es wird alles gut." flüsterte er in mein Ohr und gab mir einen Kuss aufs Haar.

Ich konnte fühlen, wie sein Herzschlag langsamer und sein Atem ruhiger wurde.

„Weck mich auf, wenn du mich brauchst." murmelte er noch und schloss seine Augen.

Er schlief. Doch mir war nach wie vor speiübel.

Irgendwann schlief ich tatsächlich ein, allerdings nur um eine halbe Stunde später panisch aufzuwachen.

Sie verfolgte mich bis in meine Träume. Doch das Schlimmste war es nicht, mich selbst sterben zu sehen.

Nein.

Am Schlimmsten war es meine Freunde auf dem Schlachtfeld verlieren zusehen.

Bevor allerdings jemand ernsthaft verletzt wurde, wachte ich schweißgebadet auf.

Wieder und wieder.

Auch Jakob verzog jedes Mal schmerzhaft das Gesicht und verstärkte seinen Griff um meinen Oberkörper.

Ich versuchte mich möglichst schnell wieder zu beruhigen, damit er nicht aufwachte.

Was hätte ich dafür gegeben, wenn es schon vierundzwanzig Stunden später gewesen wäre, und wir beide unversehrt in meinem Bett liegen würden.

Und alles ein für alle Mal vorbei wäre.

Verzweifelt klammerte ich mich an den Hoffnungsschimmer, das doch noch alles gut werden würde.

Doch die Nacht schien kein Ende zu nehmen.

Meine Nervosität und Angst wuchs mit jedem Blick auf die Uhr.

Um fünf Uhr morgens beschloss ich, meine Augen erst gar nicht mehr zu schließen.

Eine Stunde später setzte ich mich langsam auf. Ich konnte nicht mehr ruhig liegen bleiben.

Wir mussten ohnehin bald aufbrechen.

Sofort öffnete er die Augen und sah mich verwirrt an, ließ mich aber nicht los.

„Ist alles okey?" fragte er verschlafen und schien erst jetzt wieder zu begreifen, was uns heute bevor stand.

„Es ist sechs Uhr. Wir müssen bald los." wich ich seiner Frage aus.

Sein Gesichtsausdruck verfinsterte sich augenblicklich.

„Konntest du schlafen?" wollte er wissen und sah mich besorgt an.

„Es ging." log ich.

Er solle sich jetzt auf andere Dinge konzentrieren.

„Es wird alles gut." sagte er noch einmal und fuhr mit seinem Daumen über meine Hand.

Ich nickte nur. Es viel mir schwer ihm zu glauben.

„Ich mach schnell Frühstück." sagte ich und verließ mechanisch das Bett.

Er sollte auf keinen Fall mit leerem Magen in den Kampf ziehen.

Erst beim Schmieren der unzähligen Toasts fiel mir ein, dass ich mich bei der Arbeit krankmelden musste.

Es war der letzte Freitag vor den Herbstferien, in denen die OGS geschlossen hatte.

Doch es waren die ersten Ferien in meinem Leben, auf die ich mich kein bisschen freuen konnte.

Ich nahm mir fest vor, um halb acht meine Chefin anzurufen um mich krank zu melden.

Im Notfall würde Carlisle mir nach dem ganzen Schlamassel ein Artest ausstellen müssen.

Vorausgesetzt wir waren noch am Leben.

Mit dem Teller, auf dem sich ein ganzes Toastbrot in Scheiben stapelte, kam ich zurück ins Zimmer und stellte ihn wortlos auf den Rand der Matratze.

„Danke."sagte er nur und musterte mich.

Zehn Minuten später, hatte er einen Großteil des Essens inhaliert und sah mich wieder sorgenvoll an.

„Du musst auch was essen." sagte er bestimmt und hielt mir einen Toast mit Nutella vor den Mund.

Ich schüttelte den Kopf.

„Jakob mir ist jetzt schon schlecht." protestierte ich, doch er ließ nicht locker.

Tatsächlich biss ich einige Male an, doch dann stand ich einfach auf.

„Iss du den Rest. Ich bin im Bad." verkündete ich geistesabwesend und verließ den Raum.

Ich entschied mich für eine schwarze Jeans und ein schwarzes, enganliegendes Oberteil mit dreiviertellangen Ärmeln.

Die Klamotten spiegelten meine Stimmung optimal wieder.

Bewusst beschloss ich keine Schminke aufzulegen, obwohl mein Gesicht leichenblass wirkte.

Die hätte am heutigen Tag vermutlich sowieso nicht lange überlebt.

Dabei hatte ich mir fest vorgenommen, mich zusammen zu reißen.

Keiner von ihnen brauchte jetzt ein labiles, verängstigtes Mädchen.

Ich wäre ihnen nur ein Klotz am Bein, dabei wollte ich ihnen helfen.

Bevor ich den Raum verließ ermahnte ich mich selbst positiv zu denken und stark zu sein. Alles andere würde niemandem helfen.

Ich musste meine Panik bestmöglich verbergen.

Ich atmete noch einmal tief durch, bevor ich mit gefestigter Miene wieder zu ihm ins Zimmer trat.

Ich lächelte ihn vorsichtig an, als ich wieder auf ihn zu ging.

Er erwiderte es, doch auch er versuchte nur seine Anspannung zu überspielen.

„Bin gleich wieder da." sagte er mit gespielter Gelassenheit und schob sich an mir vorbei.

Ich steckte mein Handy in die Hosentasche und lief noch einmal in die Küche, um meiner Mutter einen Zettel zu schreiben.

„Hallo Mama,

es ist alles in Ordnung aber ich musste schon los.

Ichmelde mich später.

Anika"kritzelte ich schnell auf einen Einkaufszettel.

Bevor ich mich wieder nach oben lief, nahm ich das Taschenmesser meines Vaters aus der Küchenschublade und betrachtete dessen Klinge.

Es würde definitiv weh tun. Aber es war die einzige Möglichkeit um zu helfen.

Schnell ließ ich es in meiner anderen Tasche verschwinden und schlich erneut die Treppe hoch, um meine Eltern nicht doch noch zu wecken.

Jakob war bereits zurück in meinem Zimmer.

„Bereit?"fragte er vorsichtig und streckte mir seine große, warme Hand entgegen.

Ich nickte und ergriff sie.

Bevor er mich zum Fenster zog, hielt ich noch einmal inne und umarmte meine kleine Hündin, die das bisherige Geschehen misstrauisch beobachtet hatte.

Auch sie spürte meine Angst.

„Wir werden heute Abend wieder kommen. Du musst dich nicht verabschieden."flüsterte er sanft und sorgte dafür, dass ich ihn ansehen musste.

Er schaffte es für den Moment tatsächlich, mir ein positives Gefühl zu vermitteln.

Als ich nickte nahm er mich ohne einen weiteren Kommentar auf den Arm und drückte mich an seine nackte Brust, während er das Fenster öffnete.

Dann sprangen wir aus dem Fenster.

Unten angekommen setzte er mich zwar auf die Füße, ließ seinen Arm aber um meine Schultern liegen.

Im Schutz der Bäume ließ er mich wiederwillig los.

„Ich werde mich noch einmal zurück verwandeln, wenn wir da sind."erklärte er. Bevor er verschwand.

Ich musste mich also noch nicht von seiner menschlichen Gestalt verabschieden.

Bei dem Gedanken stiegen mir die Tränen in die Augen, doch ich zwang mich ruhig zu bleiben.

Und dann war er auch schon wieder bei mir.

Seine großen, braunen Augen ruhten auf mir, als er sich langsam näherte und sich vor mir hinlegte.

Ohne zu zögern stieg ich auf seinen Rücken, woraufhin er sich sofort in Bewegung setzte.

Es dauerte nicht einmal eine halbe Stunde, bis wir die Lichtung bei Scharmede erreicht hatten.

Die Landschaft war wirklich schön und es war schwer vorstellbar, dass sie sich in wenigen Stunden in ein Schlachtfeld verwandeln würde.

Langsam ließ ich mich von Jakob's Rücken gleiten, blieb jedoch direkt an seiner Seite stehen.

Nur einige Meter von uns entfernt trat der Rest des Rudels aus dem Schatten des Waldes hervor.

Sie traten bereits in der altbekannten Formation auf.

Nur das Jakob an Sam's rechter Seite fehlte.

An seiner Stelle stand jetzt Scott dort und ich konnte spüren, dass Jakob neben mir ein Knurren unterdrückte.

Die Augen des dunkelbraunen Wolfes funkelten ihn spitzbübisch an.

Sams Ausdruck hingegen wirkte so ernst wie nie zu vor.

Und der der meisten anderen Wölfe auch.

Obwohl niemand einen Ton von sich gab, wusste ich genau, dass sie miteinander kommunizierten.

Nach einigen Minuten löste sich die Formation auf und das Rudel verschwand wieder im Dickicht.

Dann kam Leah, in menschlicher Gestalt, als erstes auf mich zu, woraufhin sich nun auch Jakob zurück zog.

„Guck nicht so." begrüßte sie mich und zog mich in ihre Arme.

„ Ich versuche es." gab ich leise zurück.

Und schon spürte ich Jakob wieder direkt an meiner Seite.

Gerade als ich mich von Leah löste, spürte ich, dass sich die Stimmung von Grund auf änderte.

Sowohl Jakob als auch Leah waren plötzlich noch angespannter als zuvor.

Ich drehte mich um und sah in der Ferne, die Cullens auf uns zu kommen.

Hinter uns stand der Rest des Rudels.

Zu meiner großen Überraschung in ihrer menschlichen Gestalt.

Die Vampire bewegten sich im gemäßigtem Tempo auf uns zu, nur Alice stand plötzlich direkt vor mir.

Sorge lag in ihren großen, schönen Augen, die aussahen wie flüssiges Gold.

„Hey."hauchte sie mit gedämpfter Stimme und umarmte mich.

Am liebsten wäre ich in Tränen ausgebrochen.

Vielleicht war es das letzte Mal, dass ich meine Freundin in den Armen hielt.

Schon in wenigen Stunden konnte alles anders sein, als jetzt.

Doch das konnte ich mir nicht erlauben.

„Na du." entgegnete ich und presste die Lippen aufeinander, um einen Gefühlsausbruch zu vermeiden.

Ich nahm wahr, dass Sam das Rudel zusammen rief und Leah und Jakob sich nur wiederwillig von uns entfernten.

„Stehst du kurz vor einem Nervenzusammenbruch?" flüsterte Alice direkt in mein Ohr und ich wusste nicht, ob sie es Ernst meinte oder ob sie nur versuchte die Stimmung aufzulockern.

Ich nickte kaum merklich.

„Nimm die." sagte sie und legte mir eine kleine Tablette in die Hand.

Fragend sah ich sie an.

„Es ist nur eine Beruhigungstablette. Schaden wird sie auf keinen Fall."trällerte sie so, als ob uns eine lustige Klassenfahrt, und nicht ein Kampf um Leben und Tod bevorstehen würde.

Doch ihr Erscheinungsbild sagte etwas anderes.

Sie trug wie ich ein schwarzes Oberteil und dazu eine schwarze Leggins.

Ihre kurzen schwarzen Haare hatte sie zu einem kleinen Pferdeschwanz zusammen gebunden.

Mit einem Schulterzucken nahm ich die Tablette und schluckte sie herunter.

Sie hatte Recht. Schaden konnte sie auf keinen Fall.

Dann fiel mir auf, dass auch die übrigen Familienmitglieder der Cullens schwarz gekleidet waren.

Esme trug ebenfalls einen Pferdeschwanz, Rosalie hatte ihre lockige, blonde Mähne zu einem langen Zopf geflochten.

Als ich mich endlich von Alice löste, wandte ich mich wieder zum Rudel um.

Die Quileute wirkten deutlich angespannter als die Vampire, aber vielleicht konnnten sie es auch nur nicht so gut verbergen.

Quil hatte beruhigend seine Hand auf Jakob's Schulter gelegt.

Embry stand zu seiner linken.

Paul und Jared standen etwas abseits. Genau wie Theo.

Doch im Gegensatz zu den beiden schien Melanies rothaariger Bruder dem Kampf entgegen zu fiebern.

Er hatte die Arme vor der muskulösen Brust verschränkt und die Hände zu Fäusten geballt.

Theo presste die Lippen aufeinander. Seine blauen Augen funkelten wütend.

Was mir vorher nie aufgefallen war: Er sah auf eine spezielle Art und Weise wirklich furchteinflößend aus.

Dann suchten meine Augen weiter nach seiner Schwester, die zu meiner großen Überraschung nun direkt neben Leah stand.

Als sie meinen Blick auf sich spürte, lächelte sie mir zu.

Wieder einmal fragte ich mich, warum Melanie so nett zu mir war.

Aber ich mochte sie wirklich.

Seth befand ich auf der andern Seite seiner Schwester.

Seine Laune war für meine Begriffe viel zu gut, doch ich wusste von Jakob, dass er sich darauf freute ein paar Blutsaugern den Kopf abzureißen.

Scott stand mit ernster, aber ruhiger Miene direkt neben Sam.

Alle hörten ihrem Rudelfürer aufmerksam zu, doch Sam wirkte fast so, als würde er im nächsten Moment die Nerven verlieren.

Ich hörte nicht was sie sagten, doch sie schienen letzte Absprachen untereinander zu treffen.

Sanft legte mir Alice den Arm um die Schulter, Carlisle kam auf uns zu.

„Hallo Anika." sagte er ruhig und freundlich.

„Hallo."gab ich zurück und versuchte zu lächeln, was mir tatsächlich gelang.

DieTablette begann also zu wirken.

„Bist du dir sicher, das du das wirklich tun möchtest?" fragte er und verzog keine Miene.

Ich spürte, wie Jakob's Blick mich von hinten durchbohrte.

Es passte ihm ganz und gar nicht, dass ich alleine zwischen zwei Vampiren stand.

„Ja."antwortete ich und holte demonstrativ das kleine Taschenmesser aus meiner Hosentasche.

Carlisle nickte nur, doch Alice schien völlig in Gedanken zu sein und starrte ins Leere.

„Sie kommen!" schrie sie und schien vollkommen schockiert, von dem was sie gesehen hatte.

Nur den Bruchteil einer Sekunde später hatten sich sowohl Vampire, als auch Werwölfe um Alice herum versammelt.

„Wie lange noch?" wollte Jasper wissen.

„Etwa eine viertel Stunde." antwortete Edward an Alice Stelle.

Sie war immer noch in Trance und drückte meine Hand mit ihren eiskalten Porzellanfingern.

„Es sind viele. Sehr viele." fuhr er mit düsterer Miene fort und fuhr sich durch die Haare.

Ein Raunen ging durch die Reihen der Werwölfe. Doch Jasper übernahm sofort das Kommando.

„Okey, wir stellen uns an die Front, ihr bleibt etwas weiter hinten."kommandierte er im Millitärston.

„Nein. Ich bleibe auch weiter hinten." meldete sich Alice wieder zu Wort.

„Ich bleibe bei dir." sagte Jakob, der plötzlich direkt an meiner anderen Seite stand und meine Hand nahm.

„Nein."schaltete sich Sam sofort ein.

„Du bist einer unser besten Kämpfer. Du und ich kämpfen direkt hinter den Cullens." befahl Sam und Jakob begann zu zittern.

„Ich bleibe bei ihr." rief Leah sofort, was dazu führte, das Jakob sich tatsächlich wieder etwas beruhigte.

„Ich auch." vernahm ich plötzlich Melanies zarte Stimme.

Sam nickte nur.

„Scott, Seth und Theo! Ihr kommt mit mir und Jakob.

Quil, Embry, Paul und Jared, ihr bildet das Mittelfeld." kommandierte Sam.

Niemand wagte es jetzt noch Weideworte zu geben.

„Wir schaffen das! Auf Position!" brüllte er dann.

Alle warfen sich noch einmal aufmunternde Blicke zu, dann verschwanden Quil, Embry, Paul und Jared als erstes im Dickicht, um sich zu verwandeln.

Theo und Melanie umarmten sich kurz, dann joggte auch Theo in den Wald.

Melanie zögerte und warf mir noch einen Blick zu, dann folgte sie ihrem Bruder.

Leah fiel Seth um den Hals und fuhr durch seine Haare, woraufhin er nur lachte.

„Es wird alles gut Schwesterherz." rief er noch lachend, bevor er verschwand.

Auch Sam und Scott machten sich auf den Weg.

„Sam?"rief ich und er drehte sich zu mir um.

„Danke."hauchte ich, woraufhin er mir zu nickte und tatsächlich lächelte.

Auch die Cullens nahmen ihre Position an der Front ein.

Rosalie überraschte mich, indem sie plötzlich vor mir stand und mich kurz umarmte.

Seit wann mochte sie mich?

„Nur damit du es weißt: Ich bin aus freien Stücken hier und helfe dir gerne." flüsterte sie in mein Ohr und schmunzelte.

„Danke Rosalie." antwortete ich perplex, doch da stand sie schon fast wieder auf der andern Seite der Lichtung.

Jetzt waren nur noch Alice, Jakob, Leah und ich übrig.

Genau die Personen, um die ich am meisten Angst hatte.

„Ich bin noch Mal kurz bei Jasper. Bin sofort wieder da." entschuldigte sich Alice.

Leah trat vor und zog mich noch einmal fest in ihre Arme.

„Ich weiche nicht von deiner Seite." sagte sie und ich wusste, es war ein Versprechen.

Jakob stand einfach nur da und war drauf und dran die Fassung zu verlieren.

„Vertrau mir, ich passe auf sie auf." sagte Leah und legte ihre Hand auf seine Schulter, dann joggte sie auf die Bäume zu.

Und dann wusste ich, dass es so weit war.

Eine stille Träne rann über mein Gesicht.

Ungeachtet dessen, dass Jakob bereits am gesamten Oberkörper bebte, schlang ich meine Arme um seinen Hals.

Ich presste mich an ihn.

Als ich ihn wieder ansah bemerkte ich, dass auch er Tränen in den Augen hatte.

„Ich will dich nicht hier alleine lassen." flüsterte er doch seine Stimme brach.

„Vergiss mich. Konzerntrier dich auf den Kampf. Nur auf den Kampf. Leah passt auf mich auf. Und Alice. Du musst dir um mich keine Sorgen machen."sagte ich und war selbst erstaunt darüber, wie entschlossen meine Stimme klang.

Am liebsten hätte ich mich an ihn geklammert und ihn nicht mehr losgelassen.

Meine Panik drohte erneut mich zu überwältigen.

Aber ich ließ es nicht zu.

Als er den Kopf schüttelte, nahm ich sein Gesicht fest in meine Hände.

„Du schaffst das. Ich glaube an dich. Ich.." doch den letzten Satz sprach ich nicht zu Ende.

Ich hätte ihm gerne gesagt, dass ich ihn liebte.

Doch zum einen wusste ich, dass er sich schon seit langem darüber im Klaren war.

Und zum anderen war es der falsche Zeitpunkt.

Mit gequältem Gesichtsausdruck zog er mich noch einmal an sich und hatte nicht die Absicht, mich all zu schnell wieder loszulassen.

„Heute Abend feiern wir." wechselte er das Thema, wurde jedoch von dem Knurren des großen, schwarzen Wolfes unterbrochen.

Zitternd schloss er die Augen und gab mir noch einen Kuss auf die Stirn.

Dann ließ er mich los und war im Wald verschwunden.

Sofort nahmen Melanie und Leah ihre Plätze einige Meter vor mir ein.

Alice kam zurück und stellte sich einige Meter vor die beiden.

Auch alle anderen begaben sich auf ihre Positionen.

Minuten, die mir wie eine Ewigkeit vorkamen vergingen.

Alle hatten den Blick starr nach vorne gerichtet. Niemand bewegte auch nur einen Muskel.

Außer Jakob.

Der riesige, rostbraune Wolf suchte immer wieder meinen Blick.

Meine Aufgabe war es vorerst, einfach nur ruhig zu bleiben.

So konnte ich ihnen am besten helfen.

Mein Herz raste, doch ich konzentrierte mich auf meine Atmung.

Und dann ging alles ganz schnell.

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chenupet 30. Nov 2019

Hallo Akina,

das waren wieder spannende Kapitel.
Ich hoffe Du schreibst weiter und meldest Dich bei einer anderen Plattform an.
Fände es sehr schade, wenn diese tolle Geschichte für immer verschwinden würde.
Wünsche Dir ein schönes Wochenende.

LG Chenupet

chenupet 15. Apr 2019

Oh je .... dachte Jacob entspannt sich und hat sich besser im Griff... so schade . :(

chenupet 13. Mar 2019

OMG .... heftig .....