Lebensretter

vor 9 Mon.
Fanfiction zu den Büchern der Biss- Reihe von Stephanie Meyer. In dem Buch geht es um ein ganz normales deutsches Mädchen, Anika, das durch einen dummen Zufall mit dem Tracker James und seiner Gefährtin Victoria zusammen stößt. In diesem Moment trifft sie auch Jakob und das Wolfsrudel. Zwischen den beiden besteht von Beginn an eine gan..
Bis(s) Romanze P16 Mystery In Arbeit
Inhaltsverzeichnis

Kapitel 85 Oktober 2016 Jakob

Als ich aufwachte, war es noch stockdunkel draußen.

Mich durchfuhr ein stechender Schmerz.

Mein linkes Bein fühlte sich an, als ob es von tausend kleinen Hammerschlägen zertrümmert werden würde. Dabei heilte es bereits.

Die Schmerzmittel vom Doc. hatten ihre Wirkung nun endgültig verloren.

Aber mein rechter Arm fühlte sich schon um einiges besser an.

Obwohl die Schmerzen im Gegensatz zu gestern mehr als auszuhalten waren, zumindest wenn ich mich nicht bewegte, war an Schlaf für mich nicht mehr zu denken.

Ich drehte den Kopf und sah direkt in ihr wunderschönes, schlafendes Gesicht.

Ihre kleine, zarte Hand lag nach wie vor in meiner.

Aber sie lag am äußersten Rand der Matratze.

Erst jetzt fiel mir wieder ein, was die letzten Minuten passiert war, bevor ich eingeschlafen sein musste.

Sie hatte sich mir geöffnet. Sie hatte mir vertraut. Nach allem was ich getan hatte. Sie war bereit gewesen, es mit mir zu versuchen. Sie gab mir die Chance, die ich mir seit Jahren erträumt hatte.

Egal wie schwer es gewesen wäre.

Ich wollte nichts lieber als mit ihr zusammen zu sein.

Und mein Ausbruch konnte ich mir selbst nicht mehr erklären.

Nicht Mal eine Minute nachdem ich die Worte ausgesprochen hatte, hatte ich sie zu tiefst bereut.

Was war nur wieder in mich gefahren.

Ich hatte sie verletzt.

Das war selbst jetzt, wo sie schlief, noch all zu gut an ihrer Körperhaltung zu erkennen.

Aber was hatte ich auch erwartet?

Und als wäre mein Verhalten vorhin nicht schlimm genug gewesen.. auch den Kuss, von dem ich seit Jahren geträumt hatte, hatte ich versaut.

Zwar hatte ich sie nicht einfach am Strand zurück gelassen, so wie beim ersten Mal, doch auch heute hatte ich mich genau so wenig im Griff gehabt.

Und jetzt lag sie zwar in meinem Bett, erschien mir aber trotzdem noch zu weit weg.

Eigentlich wollte ich sie nicht aufwecken, aber ich ertrug es nicht, dass sie mir gegenüber so distanziert war.

Ich wollte sie so nah wie möglich bei mir haben.

Ich wollte es wieder in Ordnung bringen.

Vorsichtig löste ich meine Hand von ihrer, allerdings nur, um etwas näher an sie heran zu rücken.

Ich biss die Zähne zusammen und presste die Lippen aufeinander, doch ich schaffte es tatsächlich mich einige Zentimeter in ihre Richtung zu bewegen.

Langsam schob ich meine zitternde Hand unter ihrem Oberkörper hindurch, um sie näher an mich heran zu ziehen.

Sofort schlug sie die Augen auf.

„Sorry."brachte ich leise hervor und versuchte so normal wie möglich zu klingen, doch meine zitternden Hände und meine schwere, ungleichmäßige Atmung verrieten mich.

„Was ist los? Gehts dir schlechter? Soll ich Carlisle anrufen?" fragte sie besorgt.

„Nein! Alles gut. Ich wollte nur.." begann ich, brach dann aber ab und wandte den Blick ab.

Sie wollte sich aufsetzen, aber ich verstärkte meinen Griff um ihre Schultern.

„Nein. Mach dir keine Sorgen. Komm bitte einfach her."hauchte ich mit zitternder Stimme, woraufhin ihr Blick den meinen suchte.

Einen Augenblick lang verlor ich mich in den tiefen ihrer schönen, braunen Augen, doch dann nickte sie.

Vorsichtig kam sie näher, bis sie direkt neben mir lag und bettete den Kopf an meiner Schulter, die Hände presste sie jedoch an den eigenen Oberkörper.

„Es ist okey. Du kannst mich berühren." versuchte ich sie zu überzeugen.

Ich wollte, das alles so war, wie vor meinem Ausbruch. Doch sie redete nicht mit mir.

Vermutlich war es dumm. Aber ich wollte ihr zeigen, dass es auch anders geht.

Also versuchte ich unter großer Anstrengung meinen immer noch ziemlich kaputten, rechten Arm anzuheben.

Als sie spürte was ich vorhatte, senkte sie den Blick und versteifte sich vollkommen, sagte aber nichts.

Sie hatte Angst. Vor meiner Reaktion.

Mit Mühe schaffte ich es tatsächlich, meine rechte Hand an ihre Wange zu legen.

Woraufhin sie mich mit geweiteten Pupillen ansah.

„Vertrau mir. Das wird nicht noch Mal passieren. Egal was du machst. Schimpf mit mir oder schrei mich an, aber bitte rede mit mir." bat ich, während ich mit meinem Daumen sanft über ihre Wange fuhr.

Mein Arm zitterte und ich musste ein Stöhnen unterdrücken.

Es fühlte sich an, als würde mein Arm wieder in Millionen kleine Stücke zerbröseln, so wie es vor einigen Stunden auch noch der Fallgewesen war.

„ Jakob bitte lass das. Du darfst dich nicht zu viel bewegen." sagte sie schließlich mit unsicherer Stimme.

„Gut, dass du auf mich aufpasst." entgegnete ich und schaffte es trotz allem sie anzulächeln.

Dann ließ ich den Arm sinken und legte den Kopf in den Nacken.

Sobald ich die Augen geschlossen hatte, spürte ich, wie sich ihre rechte Hand auf mich zu bewegte.

Obwohl ich darauf vorbereitet war, zucke ich zusammen als sie meine nackte Brust mit ihren Fingern berührte.

„Es tut mir leid." flüsterte sie sofort. Unsicherheit lag nach wie vor in ihrer Stimme.

„Muss es nicht." entgegnete ich, als ich mich wieder halbwegs entspannt hatte und gab ihr einen Kuss auf die Stirn.

„Warum bist du wach?" fragte sie nach einer Weile und suchte meinen Blick.

Ich hätte lügen können, aber sie hätte mir ohnehin nicht geglaubt.

„Die Schmerzmittel wirken nicht mehr. Aber es geht schon." entgegnete ich und stupste sie aufmunternd mit meiner Nasenspitze an.

Diese Geste verfehlte ihre Wirkung nicht. Sie lächelte.

Ein Funkeln blitze in ihren Augen auf.

Selbst bei den kaum vorhandenen Lichtverhältnissen konnte ich sehen, wie ihr die Röte ins Gesicht stieg. Ihr Herzschlag wurde schneller, ihre Atmung schwerer.

Und dann war der Moment da. Der Moment um sie zu küssen.

Zum ersten Mal war ich mir wirklich sicher, dass sie es wollte. Dass sie es zulassen würde.

Aber ich konnte es nicht. Obwohl ich in diesem Moment nichts mehr wollte.

„Gib mir noch ein bisschen Zeit, okey?" hauchte ich und hatte Angst, dass sie meine Äußerung missverstand.

Sie sollte auf keinen Fall denken, dass ich Zweifel hatte.

Denn das war absolut nicht der Fall.

Das Problem war, dass ich meinen Körper nicht mehr unter Kontrolle hatte, wenn sie mir zu nah kam.

Schon jetzt spürte ich die Hitze, die mich bereits durchströmte und mir schließlich zu Kopf steigen würde.

Aber wäre es nur das, hätte es mich nicht davon abgehalten sie zu küssen.

Dann hätten wir zumindest einige, wundervolle Sekunden zusammen.

Vielleicht würde ich die Verwandlung auch noch weiter herauszögern können.

Doch wenn sich unsere Lippen jetzt berührt hätten, würde ich augenblicklich am ganzen Körper zu beben beginnen. Und das würde mir unvorstellbare Schmerzen zufügen.

Ob es mir gefiel oder nicht, ich musste erst heilen.

„Okey."flüstere sie zurück und lächelte mich an.

„Versuch weiter zu schlafen." flüsterte ich ihr zu und war völlig berauscht von ihrem Duft.

„Du auch." gab sie zurück und bewegte vorsichtig ihre Finger auf meiner Brust.

Zu meiner großen Überraschung war es ein angenehmes Gefühl.

Ihre Hand schwebte förmlich über meiner Brust.

Doch ihre sanfte Berührung führte auch dazu, dass mein Puls sich langsam aber sicher erhöhte.

Trotzdem genoss ich das Gefühl von ihren Fingern, die zärtlich die Linien meiner Muskeln nach fuhren.

Entspannen konnte ich mich trotzdem nicht.

Als sie mich wieder ansah, zog sie sofort ihre Hand zurück.

„Du tust mir nicht weh."sagte ich als ich in ihr verunsichertes Gesicht blickte.

„Da sagt sein Gesicht aber etwas anderes." antwortete sie.

„Aber nicht wegen dir. Mein Bein bringt mich um." gab ich kleinlaut, aber mit einem Lächeln zu, um die Bedeutung meiner Worte abzuschwächen.

Sie schwieg.

„Hey, das ist kein Grund um sich Sorgen zu machen." erinnerte ich sie und nahm sie noch fester in den Arm.

Sie seufzte leise und schlang ihren Arm wieder um meine Brust.

Endlich hörte sie auf, mich wie ein rohes Ei zu behandeln.

Obwohl mich ihre plötzliche Berührung zusammen, zucken ließ, war ich wirklich froh darüber.

Ich wollte nicht, dass sie sich Sorgen machte.

Ich wollte nicht, dass sie sich so zögerlich bewegte. Voller Angst, mir Schmerzen zu zufügen.

Dabei hätte ich diese nur zu gern ertragen. Um sie bei mir zu wissen. Um sie glücklich zu machen.

Ich würde alles für sie tun. Selbst wenn sie mir bei jeder Berührung einen Stromschlag verpassen würde, ich würde mich immer noch danach sehnen.

Und jetzt war ich einfach nur froh, das sie in meinem Arm lag.

„Woran denkst du grade?" fragte sie schließlich und riss mich aus meinen Gedanken.

„Daran, dass ich dich für nichts auf der Welt jemals gehen lassen würde."

„Ich werde nicht gehen.. solange du mich nicht dazu aufforderst."antwortete sie trotzig und spielte dabei ganz bewusst auf mein vorheriges Benehmen an.

„Selbst dann solltest du bleiben." antwortete ich und merkte selbst, wie bescheuert sich das anhörte.

Sie lächelte und schüttelte den Kopf.

„Und du?" fragte ich sie. So oft fragte ich mich, was in ihrem kleinen, hübschen Kopf so vor ging.

„Wie es weiter geht." antwortete sie leise und zunächst wusste ich nicht, worauf genau diese Äußerung bezogen war.

Doch dann sah ich die Angst in ihren Augen.

„Der Großteil ihrer Armee ist vernichtet, aber einige sind wohl geflohen. Aber alleine hat sie keine Chance. Und das weiß sie." antwortete ich ruhig, doch innerlich stieg Wut in mir auf.

„Sie wird sich etwas anderes ausdenken. Sie wird nicht aufgeben." sagte sie ausdruckslos und starrte ins Leere.

„Und wir auch nicht." konterte ich sofort.

„Ich will nicht, dass noch jemand wegen mir verletzt wird. Oder sogar stirbt." sagte sie bestimmt und traurig zu gleich.

Ich schwieg. Das konnte ich ihr unmöglich versprechen.

„Denk nicht mehr daran." forderte ich sie schließlich auf, woraufhin sie nur verächtlich schnaubte.

„Irgend eine Idee, wie wir morgen den Tag herumkriegen?" versuchte ich das Thema zu wechseln und schloss die Augen.

„Gute Frage, genau das gleiche wie heute?" erwiderte sie trocken, konnte sich ein Lächeln aber dennoch nicht verkneifen.

„Oh bitte nicht. Ich muss hier raus." stöhnte ich und sah voller Sehnsucht aus dem Fenster.

„Ich glaube das dauert noch ein paar Tage." warf sie ein, doch ich schüttelte demonstrativ den Kopf.

„Wir werden sehen." erwiderte ich und konnte mir ein Grinsen nicht verkneifen.

„Du bist so stur." beschwerte sie sich, doch ich wusste genau, dass sich ihre Stimmung erheblich verbessert hatte.

Und deshalb war auch ich zufrieden.

Meine Lieder waren mittlerweile schwer wie Blei, doch mein gesamtes Beinfühlte sich an, als hätte es Feuer gefangen.

„Kann ich irgendetwas tun?" flüsterte sie irgendwann und legte ihre Hand an meine Wange.

„Nein. Versuch noch ein bisschen zu schlafen." gab ich zurück und versuchte sie zu beruhigen.

Sie sagte nichts mehr, doch es dauerte noch über eine halbe Stunde, bis sie schließlich wieder einschlief.

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chenupet 30. Nov 2019

Hallo Akina,

das waren wieder spannende Kapitel.
Ich hoffe Du schreibst weiter und meldest Dich bei einer anderen Plattform an.
Fände es sehr schade, wenn diese tolle Geschichte für immer verschwinden würde.
Wünsche Dir ein schönes Wochenende.

LG Chenupet

chenupet 15. Apr 2019

Oh je .... dachte Jacob entspannt sich und hat sich besser im Griff... so schade . :(

chenupet 13. Mar 2019

OMG .... heftig .....