Lebensretter

vor 9 Mon.
Fanfiction zu den Büchern der Biss- Reihe von Stephanie Meyer. In dem Buch geht es um ein ganz normales deutsches Mädchen, Anika, das durch einen dummen Zufall mit dem Tracker James und seiner Gefährtin Victoria zusammen stößt. In diesem Moment trifft sie auch Jakob und das Wolfsrudel. Zwischen den beiden besteht von Beginn an eine gan..
Bis(s) Romanze P16 Mystery In Arbeit
Inhaltsverzeichnis

Kapitel 87 Oktober 2016 Anika

Ich saß mit Leah auf der Veranda und genoss die letzten Sonnenstrahlen, die der Herbst so zu bieten hatte.

Eigentlich hatte ich den ganzen Tag mit ihr verbracht.

Wir hatten zusammen gefrühstückt, obwohl ich das ja eigntlich mit Jakob machen wollte.

Aber wer weiß, wann er von den Toten auferstanden wäre.

Am Nachmittag sahen wir uns im Wohnzimmer mehre Folgen Gossip Girl an, obwohl mir bei der Serie immer noch der Durchblick fehlte.

Aber Leah liebte es.

„Schläft er immer noch?" riss sie mich aus meinen Gedanken.

„Warum, willst du mich loswerden?" fragte ich und sah sie mit einem gespielt vorwurfsvollen Blick an.

„Nein. Aber ganz ehrlich. Ich verstehe nicht, warum er von dir verlangt, dass du hier bleibst. Du verschwendest deine Zeit. Er wird schon wieder, aber warum lässt du dich mit ans Bett, bzw. an dieses Haus fesseln?" plapperte sie vor sich hin und gestikulierte mit den Händen.

„Ich bin gerne hier." entgegnete ich nur und schloss die Augen, damit die Sonne mich nicht blendete.

„Dann weck ihn wenigstens langsam auf." antwortete sie schulterzuckend.

„Oh man. Du willst mich wirklich loswerden." murmelte ich, brach jedoch ab, da Sue plötzlich in der Tür stand.

„Ich glaube, dass wird nicht nötig sein." sagte sie mit ihrer ruhigen, sanften Stimme und lächelte uns an.

Ich begrüßte sie schüchtern.

„Den Geräuschen in seinem Zimmer nach zu urteilen, ist er bereits wach."fügte sie hinzu und ging zurück ins Haus.

„Geräusche?"fragend sah ich Leah an, die sofort den Blick senkte.

Natürlich hatte sie es gehört. Deshalb wollte sie, dass ich zu ihm gehe.

Ich stand auf und lief in sein Zimmer.

Jetzt hörte auch ich die angestrengte Atmung und das Stöhnen, klopfte aber trotzdem zaghaft an der Tür.

„Komm rein." presste er hervor.

Als ich die Tür öffnete, traute ich meinen Augen nicht.

Wie auch immer es geschafft hatte, er saß aufrecht im Bett.

Er atmete schwer, schaffte es aber mich anzulächeln.

„Was hast du gemacht?" fragte ich noch völlig irritiert, doch er klopfte nur neben sich auf die Matratze.

Und in diesem Moment war er schon fast wieder der Alte.

Dadurch, dass er eine andere Position eingenommen hatte, wirkte er schon viel weniger krank, schwach und bewegungsunfähig.

„Wie geht es dir?" fragte ich und war verblüfft, mit welcher Selbstverständlichkeit er sofort den Arm um mich legte.

„Besser."antwortete er kurz und knapp. Er kämpfte noch mit dem Nachbeben der Bewegung.

Ich wartete, denn ich hatte erst kürzlich wieder erfahren müssen, wie reizbar er in so einer Situation war.

„Wie spät ist es?" fragte er etwa eine Minute später und klang wieder vollkommen ruhig.

„Gleich halb vier." antworte ich, woraufhin er sich mit der Hand vor die Stirn schlug.

„Es tut mir leid." murmelte er voller Reue.

„Alles gut. Mach dir keinen Kopf. Leah hat mich bespaßt." antwortete ich lächelnd, aber er wirkte nicht überzeugt.

„Wollten wir nicht eigentlich zusammen Frühstücken?" wollte er kopfschüttelnd wissen.

„Habe ich leider schon mit Leah." gab ich zurück und streckte ihm die Zuge raus.

„Verräterin."gab er grinsend zurück.

„Jetzt wäre es wohl eher Zeit für ein spätes Mittag- oder ein frühes Abendessen?" schlug er vor.

„Schon unterwegs." antwortete ich und befreite mich nur widerwillig aus seinem warmen, starken Arm.

„Danke."gab er zurück und sah mir nach, wie ich in der Küche verschwand.

Da er nun wieder in der Lage zu sein schien, Messer und Gabel halten zu können, kippte ich zwei Packungen Nudeln in einen großen Topf und fand tatsächlich noch einige Fix-Tüten, aus denen ich eine Tomatensoße zaubern konnte.

Da ich mir allerdings sicher war, dass ihm die fleischliche Beilage bei diesem Gericht fehlen würde, schnitt ich noch die letzte Dose Knackwürstchen, die ich finden konnte, in die Soße.

Als ich mit einem Teller für mich und einer großen Schüssel voll für ihn zurück ins Zimmer kam, wirkten seine Augen gierig.

Natürlich,er hatte in den letzten Tagen viel weniger zu sich genommen als sonst.

Und trotzdem kam in solchen Momenten der Wolf in ihm zum Vorschein.

Er fixierte das Essen in meiner Hand mit seinem Blick.

Vor Verwunderung blieb ich stehen.

Tatsächlich dauerte es einige Sekunden, bis er es schaffte seinen Blick vom Essen und wieder mir zuzuwenden.

Beschämt senkte er den Blick.

Ich beschloss, die bizarre Situation zu ignorieren, ging zu ihm und reichte ihm die Schüssel samt Besteck.

Er zuckte kurz zusammen, als er sie vorsichtig auf seinen Schoß stellte, begann aber sofort damit, das Essen in sich hinein zu schlingen.

Zögerlich setzte ich mich zu ihm auf die Bettkante und ließ ihn gewähren.

Sein Verhalten bereitete mir Unbehagen.

Ich wusste nicht genau warum, aber die Situation war mehr als angespannt.

Trotzdem aß auch ich meine Portion und wartete bis er mit seiner fertig war.

Erst jetzt, suchte er meinen Blick.

Langsam streckte ich meine Hand nach seiner Schüssel aus, um ihm Nachschub zu holen, doch er stoppte mich.

„Warte."sagte er leise.

Sofort zog ich die Hand zurück und hielt den Blick gesenkt.

„Habe ich dir Angst gemacht?" wollte er wissen.

„Nein..aber.." ich stockte. Was sollte ich sagen? Einem wilden Tier sollte man beim Fressen lieber nicht zu nahe kommen?

Diesen Eindruck hatte er zumindest auf mich gemacht.

„Es tut mir Leid. Ich benehme mich wie ein wildes Tier." sagte er kopfschüttelnd und umfasste mein Handgelenk.

„Du hast nichts vor mir zu befürchten." flüsterte er und zog mich direkt neben sich.

Eben war ich mir da nicht so sicher gewesen, aber ich vertraute ihm.

„Es kommt nicht wieder vor." fügte er leise hinzu.

„Alles gut." gab ich zurück und lächelte ihn an.

Dann nahm ich ihm die Schüssel ab und holte ihm noch eine Schüssel voll.

Als ich jetzt zurück kam, bot sich mir tatsächlich ein ganz anderes Bild.

Seine ruhigen, liebevollen Augen ruhten auf mir.

„Wenn ich wieder fit bin bediene ich dich auch von vorne bis hinten. Versprochen." sagte er beschämt.

„Mach dir keinen Kopf. Ich mache das gerne." antwortete ich und setzte mich wieder neben ihn.

Erst jetzt nahm er mir langsam die Schüssel aus der Hand und begann nun wesentlich ruhiger und gesitteter zu essen.

„Bist du schon satt?" wollte er wissen und hielt mir eine volle Gabel vor die Nase.

„Ja, danke." gab ich zurück und ließ meinen Kopf gegen seine Schulter sinken.

Sobald er aufgegessen hatte, schlang er seinen Arm um mich.

„Kannst du mir gleich mal beim aufstehen helfen?" fragte er schließlich.

Ich sah in ungläubig an. Das war ja wohl nicht sein ernst.

„Bitte. Ich muss wirklich mal ins Bad. Und morgen sowieso zur Beerdigung."gab er kleinlaut zurück.

„Jakob dafür ist es noch zu früh." versuchte ich ihn von seinem Vorhaben abzubringen.

Dabei wusste ich genau, dass sein Entschluss fest stand.

„Bitte. Ich kann hier nicht weiter rum liegen." flehte er.

„Willst du dann nicht wenigstens Sam oder so Bescheid sagen? Sie können dir helfen." schlug ich vor, doch er schüttelte sofort den Kopf.

„Die Blöße gebe ich mir nicht, Nicht nochmal." sagte er im ernsten Tonfall. Sein Blick verfinsterte sich.

„Wie soll ich dir helfen? Ich kann dich nicht halten, wenn du fällst."Die Verzweiflung war meiner Stimme anzuhören.

„Ich falle nicht." sagte er lächelnd und schüttelte den Kopf.

Da war ich mir nicht so sicher. Nach so langem Liegen konnte auch ihm der Kreislauf weg sacken.

Von seinen Schmerzen mal ganz abgesehen.

Trotzdem nickte ich. Er wollte mich dabei haben. Ich sollte ihm helfen. Ich konnte es ihm nicht verweigern.

„Danke."hauchte er, beugte sich vor und gab mir einen Kuss auf die Wange.

Ich konnte nicht verhindern, dass ich rot anlief.

Doch Jakob war schon dabei, sich von der Wand abzurücken.

Er presste die Lippen aufeinander, während er langsam zur Bettkante rutschte, gab aber keinen Laut von sich.

Behutsam legte ich meine Hand an seinen Rücken, um ihm das aufrechte Sitzen zu erleichtern.

Ich dachte, er wollte zunächst eine Pause machen, doch dann berührte er mit seinem rechten Bein den Boden.

Als er auch das linke, geschiente Bein aufsetzte, stöhnte er auf und kniff die Augen zusammen.

Durch meine Hand an seinem Rücken spürte, ich, dass er zu zittern begann.

„Stell dich vor mich." kommandierte er und klang dabei viel härter, als vermutlich beabsichtigt.

Trotzdem schwieg ich und gehorchte.

„Bitte gib mir deine Hand." sagte er nun und war um einen freundlichen Ton bemüht, als er seine zitternde, linke Hand nach mir ausstreckte.

Wieder gehorchte ich.

Er sah mich an, als er einen immer stärker werdenden Druck auf meine Hand ausübte.

Er stöhne laut auf, biss dann aber die Zähne zusammen.

Und dann, schneller als ich es für möglich gehalten hatte, stand er tatsächlich direkt vor mir.

Ich hatte schon fast vergessen wie groß er war.

Er stand. Und alleine durch diesen Anblick stiegen Glücksgefühle in mir auf.

Er bebte und atmete schwer. Es war nicht zu übersehen, dass er starke Schmerzen hatte.

Doch er war endlich wieder mehr lebendig, als tot.

Mit jeder Minute wurde er wieder mehr zu meinem Jakob.

Am Liebsten wäre ich ihm um den Hals gefallen, doch er schloss die Augen und wirkte für seine Verhältnisse auf einmal relativ blass.

„Jakob setz dich wieder hin, bevor du zusammen klappst." redete ich auf ihn ein.

Abgesehen von einem kaum merklichen Kopfschütteln erhielt ich keinerlei Reaktion.

Er schwankte.

Ich wusste mir nicht anders zu helfen und machte doch noch einen Schritt auf ihn zu.

Ganz vorsichtig legte ich meine Arme um seinen Oberkörper.

Seine sonst so starken Arme legten sich schlaff um mich und hielten sich an mir fest.

Seinen Kopf legte er auf meine Schulter und sagte kein Wort.

Ein Großteil seines Gewichts schien auf mir zu lasten.

Ich befürchtete, dass seine Beine jeden Moment unter ihm weg sacken würden.

Ich hätte ihn unmöglich halten können.

Doch dann hob er irgendwann den Kopf und ließ seine Stirn gegen meine sinken.

„Danke."flüsterte er und schaffte es irgendwie zu lächeln.

Jetzt, wo er sich nicht mehr bewegte hörte er auch auf zu zittern.

„Und jetzt?" fragte ich vorsichtig.

„Zum Badezimmer." presste er hervor und löste seinen rechten Arm von mir.

Den linken legte er um meine Schultern, um sich abstützen zu können.

Und was dann folgte, war alles andere als schön mit anzusehen.

Schritt für Schritt näherten wir uns dem Badezimmer.

Obwohl er es vor mir zu verbergen versuchte. Er litt unheimlich.

Jede noch so kleine Bewegung ließ ihn zusammen fahren.

Bei jedem Schritt unterdrückte er ein Stöhnen.

Seine Atmung ging schwer und unregelmäßig.

Er zitterte und schwitzte.

Als wir nach einer gefühlten Ewigkeit die Badezimmertür erreicht hatten, sah ich ihn besorgt an.

Wie wollte er es alleine schaffen? Was war, wenn er stürzte? Oder sich vor Anspannung verwandelte?

Ich machte mir Sorgen und hatte Angst, sagte aber nichts.

„Danke."sagte er und ließ mich los, um sich auf der Türklinke abzustützen.

„ Wenn irgendwas ist, ich bleibe hier." sagte ich noch und befürchtete, dass ich ihn mit meinem Verhalten erneut in den Wahnsinn trieb.

Doch zu meiner Überraschung versuchte er zu lächeln.

„Es kann etwas dauern."sagte er noch, bevor er es tatsächlich ins Badezimmer schaffte und die Tür hinter sich schloss.

Und damit hatte er Recht.

Ich hatte mich auf die andere Seite des Esszimmers begeben und sah aus dem Fenster.

Niemand schien Zuhause zu sein.

Eine dreiviertel Stunde später drehte sich der Schlüssel im Schloss der Badezimmertür.

Kraftlos lehnte er sich in den Türrahmen, sah aber trotzdem um einiges besser aus als vorher.

Die Dusche hatte ihm mehr als gut getan.

„Tust du mir einen Gefallen?" fragte er ruhig, sah aber auf den Boden.

Ich nickte sofort, ohne vorher groß darüber nachzudenken.

„Geh bitte kurz zu dem Schuppen, indem mein Auto steht. Rechts an der Wand ist ein grüner Schrank. In dem müssten noch Krücken sein."erklärte er beschämt.

Wieder nickte ich nur und lief aus dem Haus.

Die Entfernung vom Haus bis zum Schuppen rannte ich sogar.

Es konnten kaum mehr als zwei Minuten vergangen sein und doch sah es so aus, als könnte er sich kaum noch auf den Beinen halten.

„Danke."murmelte er, als ich ihm eine der Gehhilfen in die linke Hand gab.

Die andere legte ich erst einmal zur Seite. Sein rechter Arm war noch viel zu schwach, um seinen Körper zu stützen.

Stattdessen stellte ich mich wortlos an seine rechte Seite, woraufhin er langsam seinen rechten, noch nicht vollständig geheilten Arm um meine Schulter legte.

Wortlos half ich ihm zurück ins Zimmer.

Als er sich schwerfällig auf die Bettkante setzte, schaffte er es nicht mehr sein Stöhnen zu unterdrücken.

Auch ich setzte mich mit einigem Abstand neben ihn auf die Bettkante, verschränkte die Hände in meinem Schoß und starrte auf meine Finger.

Ich konnte nichts tun um ihm zu helfen.

Außer ihn in Ruhe zu lassen und den Mund zu halten. Alles andere würde ihn nur wütend machen.

So wie letzte Nacht.

„Ist alles okey?" fragte er schließlich und legte seine warme, braune Hand auf meine.

Überrascht sah ich ihn an.

„Ja klar." antwortete ich und lächelte ihn an.

„Komm."sagte er leise und zog mich an seine linke Seite.

„Leg du dich erst mal wieder hin." kommandierte ich und zu meiner großen Überraschung gehorchte er sofort.

Sein schiefes Lächeln und die plötzliche Euphorie in seinen Augen, hätten ihn verraten müssen.

Doch dann geschah etwas, mit dem ich in keinem Fall gerechnet hatte.

Mit einer Kraft, die ich nicht für möglich gehalten hätte, zog er an meinem Arm und zog mich mich dicht an sich.

Er stöhnte leise, doch ehe ich mich versah zog er mich mit sich auf die Matratze.

Die rechte Hand umfasste vorsichtig meine Taillie.

Die linke legte er an meine Wange und zog mein Gesicht zu sich heran.

Er zögerte kurz. Schon jetzt atmete er schwer und hatte eindeutig mit sich zu kämpfen.

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chenupet 30. Nov 2019

Hallo Akina,

das waren wieder spannende Kapitel.
Ich hoffe Du schreibst weiter und meldest Dich bei einer anderen Plattform an.
Fände es sehr schade, wenn diese tolle Geschichte für immer verschwinden würde.
Wünsche Dir ein schönes Wochenende.

LG Chenupet

chenupet 15. Apr 2019

Oh je .... dachte Jacob entspannt sich und hat sich besser im Griff... so schade . :(

chenupet 13. Mar 2019

OMG .... heftig .....