~Nach dir kommt nichts~

vor 1 Mon.
Denise grauste es, wenn sie alleine den Namen Tokio Hotel im Fernsehen oder Radio hörte. Sie war von sich überzeugt, dass sie der größte Hater der Welt war. Doch dass hatte seinen guten Grund. Sie war vor dem großen Durchbruch von Tokio Hotel Bills Freundin und er war ihre große Liebe. Doch wie das Schicksal so spielte, verließ Bill Denise..
Tokio Hotel Romanze P16 Romanze In Arbeit

Hater hoch 10

„Sie starten gerade voll durch und sind nun dabei auch ganz Europa zu erobern. Viele ihrer Fans lernten Deutsch, um die Songs mitsingen zu können. Ein Wahnsinn. Der Hype um die Teenieband hört wohl nie auf. In Deutschland werden wir wohl nicht mehr so viel von ihnen zu sehen bekommen. Aber wir sind uns sicher, die richtigen Fans reisen bis ans Ende der Welt für ihre Lieblingsband. Das wars von uns und wir geben weiter an unseren Wetterspezialisten.“

Toll. Genau so etwas mochte man hören, wenn man früh morgens von seinem Wecker geweckt wurde. Es ging wie immer um die heiß begehrte Teenieband TOKIO HOTEL. Wie mich dieser Name ankotzte.
Keiner konnte mich derzeit verstehen, nicht einmal meine beste Freundin Saskia. Auch sie war dem Tokio Hotel Hype verfallen und konnte an nichts anderes mehr denken. Sogar wenn ich mit ihr am Weg zum Shoppen war, liefen die CD´s im Auto auf und ab. Doch wie sollte sie auch wissen, warum ich so eine Abneigung hatte?
Wir kannten uns erst ein Jahr und sie wusste noch sehr wenig von meiner Vergangenheit. Zumindest was das Thema Männer und Beziehungen anging.
Trotzdem war sie in diesem einen Jahr zu jeder Tages- und Nachtzeit für mich da und das schätzte ich an ihr.
Uns wurde ziemlich schnell klar, dass wir nicht mehr ohne einander leben konnten und so wurden wir zu besten Freundinnen.
Natürlich hatten wir auch verschiedenen Interessen und natürlich auch einen ganz anderen Musikgeschmack, wie man erkennen konnte, aber trotzdem waren wir unzertrennlich und jede unserer Freizeitaktivitäten übten wir gemeinsam aus.

Nun zu meiner NICHT Begeisterung zu der wohl beliebtesten Teenieband derzeit - Tokio Hotel.
Man wusste ja, dass es zwei Seiten gibt. Die Fanseite und die Haterseite. Nun, derzeit musste ich mich auf die Haterseite stellen.
Ich hatte da so ein kleines Geheimnis, dass fast niemand wusste, außer meine Eltern. Ich hatte keiner Freundin etwas davon erzählt, weil ich keinen Bock hatte, zu viel Aufmerksamkeit hervorzurufen.

Noch bevor Tokio Hotel berühmt wurde, war ich ein Jahr lang mit Bill Kaulitz zusammen. Es war die schönste Beziehung, die ich je hatte, auch wenn wir beide noch sehr sehr jung waren und eigentlich keine Ahnung hatten, was es heißt, eine Beziehung zu führen.
Trotzdem war die Zeit mit Bill wunderschön und ich möchte sie nicht missen. Er war liebevoll, zärtlich und ich teilte viele Erlebnisse mit ihm.
An dem Tag, an dem die Band berühmt wurde und in jedem Radio- und Fernsehsender rauf und runter lief, kam dann unser Schicksal.
Bill hatte kaum noch Zeit für unsere Beziehung. Wir durften uns nicht öffentlich zeigen, da wir sonst die Karriere der Jungs gefährden konnten. Ich konnte nicht mehr Backstage mit auf die Konzerte, da mich dort ja jemand sehen hätte können. Wir durften uns nicht mehr küssen und Bill hatte sowieso keine Zeit mehr, etwas mit mir zu unternehmen. Also machte er Schluss.

Leider blieb mir dieser Tag sehr fest in Erinnerung und jeder Beziehungsversuch nach ihm scheiterte. Ich fing an, alle Männer mit ihm zu vergleichen. Doch keiner schaffte es, so zu sein wie er. Für mich war Bill das Bild von einem perfekten Partner. Ehrlich gesagt war er das auch heute noch, obwohl ich nicht wusste, ob ihm der Erfolg nicht schon zu Kopf gestiegen war und er heutzutage mega eingebildet war.

Ich hatte seit unserer Trennung keinen Kontakt mehr mit ihm. Natürlich konnte man sich vorstellen, dass ich nicht begeistert war, meinen Ex in JEDER Werbung und in JEDEM Radiosender zu hören und zu sehen. Das brachte mich dazu, nur noch auf Netflix fernzusehen und im Auto nur CD´s zu hören.

Klar, Bill und Co standen gerade am Anfang ihrer Karriere und ich dachte ich sei die einzige Person, die nicht ALLES geben würde, um mit einem von den Jungs zu sprechen. Saskia schon.
Sie fuhr total auf Tom ab und hatte sogar vereinzelt in ihrem Zimmer Bilder von ihm.
Könnt ihr euch vorstellen wie schwer es für mich war, jedes Mal SEINEN Bruder zu sehen und nichts zu sagen? Saskia wollte alles über Tom wissen und um ehrlich zu sein, hätte ich ihr so vieles erzählen können. Auch Sachen, die sie nur von ihm persönlich erfahren konnte. Doch ich hatte immer noch dieses eine Geheimnis vor ihr und ich wusste nicht, wie lange ich es noch verschweigen konnte.

Nun war aber Schluss mit meiner Vergangenheit. Die Geschichte die jetzt kam, war noch viel spannender.

******

Nachdem ich also schon genervt geweckt wurde, checkte ich meine Nachrichten auf meinem I Phone. Saskia hatte mir 8 Nachrichten geschickt und ich konnte mir schon vorstellen, um was es ging.

„Guten Morgen Maus. Du wirst nicht glauben können, was passiert ist. Ich habe bei einem Gewinnspiel mitgemacht. Ich wusste ja sowieso, dass ich nicht gewinnen würde, hab´s aber trotzdem gemacht. Und stell dir vor. Ich habe zwei Tickets gewonnen. Für das nächste Tokio Hotel Konzert in Deutschland. Ist das nicht toll ♥♥♥♥♥♥?“

Wow, von so vielen Herzemojis wurde mir etwas schwindelig. Um ehrlich zu sein, hatte ich nichts anderes erwartet. Ich wusste, dass es um die Jungs in ihrer Nachricht ging.

Gelangweilt und etwas genervt tippte ich zurück „Wow gratuliere Süße. Endlich kannst du deinen Tom live erleben. Ich wünsche dir ganz ganz viel Spaß und pass auf, dass du nicht gleich in Ohnmacht fällst.“

Kam das unfreundlich rüber? Ich wollte Sassi, so wie ich sie immer nannte, natürlich nicht das Gefühl geben, als würde es mich überhaupt nicht interessieren, dass sie Karten gewonnen hatte. Leider war es aber so und ich konnte mich nur schwer verstellen. Deshalb war ich etwas froh darüber, dass sie NUR eine Nachricht schrieb und nicht angerufen hatte.

Ein paar Sekunden später klingelte mein SMS-Ton wieder.
„Vielen Dank. Aber eigentlich habe ich keinen, der mit mir dort hin geht. Und auch wenn ich weiß, dass du die Band hasst und du eigentlich gar keine Lust hast, dort jemals hin zu gehen, bitte ich dich nur um einen Gefallen. BIIIIIITTE tu mir nur einmal im Leben etwas Gutes und geh mit mir dort hin. Ich werde dich nie mehr um einen Gefallen bitten, wenn du das für mich tust. Hab dich lieb. ♥♥♥♥♥“

Wie bitte? Ich musste die Nachricht zwei Mal lesen, um sie zu verstehen. Meine beste Freundin, die wusste wie ich zu Tokio Hotel stand, wollte mit mir auf ein Konzert gehen? Und wie nett sie es formuliert hatte.
Das schönste an der Nachricht waren wieder einmal die Herzen und das „Hab dich lieb“.

Was sollte ich denn jetzt machen? Ich konnte doch nicht einfach NEIN sagen oder? Hätte ich ihr doch nur von der Beziehung mit Bill erzählt. Dann hätte sie sicherlich auch verstanden, warum ich für nichts auf der Welt auf dieses Konzert wollte.
Sollte ich ihr jetzt die Wahrheit sagen? Ich wusste nicht weiter.

„Sassi, du weißt wie sehr ich die Band hasse. Und du weißt auch, dass ich alles für dich tun würde. Aber meinst du nicht, du solltest mit jemanden hin gehen, der die Musik leiden kann? Schließlich würde es tausende Mädchen geben, die lieber dort wären als ich?“

Mein Magen drehte sich und ich hatte ein schlechtes Gewissen. Meine beste Freundin hatte nur einen Wunsch und zwar mit mir auf dieses Konzert zu gehen. Und was machte ich? Ich versaute ihr gerade in diesem Moment diese Vorfreude. Ach, wenn sie nur gewusst hätte, warum dass alles.

„Ich weiß, dass du nicht willst. Ich wollte einfach dich fragen, weil wir jede freie Minute miteinander verbringen und ich einfach mit dir dort hin möchte. Vielleicht ist es ja dann doch nicht so schlimm und dir gefällt es. Wenn es zu schlimm wird, kannst du ja immer noch nach draußen gehen. Komm schon Süße. Bitte. Nur dieser eine Abend ♥♥.“

Die Herzen wurden weniger. Ich wusste, dass sie begriffen hatte, dass ich wirklich keine Lust hatte. Doch direkt ins Gesicht sagen bzw. schreiben, konnte ich es auch nicht. Ich konnte doch auf kein Tokio Hotel Konzert gehen. Nicht nach alledem, was passiert war.

Was wohl Bill gedacht hätte? Seine Ex stand in der ersten Reihe unter tausenden kreischenden Mädchen und himmelte ihn an? Oh nein. Alleine die Vorstellung, machte mich etwas traurig.
Ich konnte dass nicht. Schon alleine der Gedanke, Bill nach so langer Zeit wieder zu sehen, brach mir das Herz.
Anscheinend war ich immer noch nicht ganz über ihn hinweg und es tat mir mehr als nur weh, wenn ich an unsere Beziehung zurückdachte.

Was sollte ich Sassi denn antworten? Sie war jede freie Minute für mich da. Hatte mir zugehört bei all meinen Problemen. Sie wusste auch, dass ich meinen Ex nie ganz vergessen konnte, nur hatte ich ihr nie gesagt, wer dieser bestimmte Exfreund war.
Natürlich ging es um Bill. Doch das konnte ich ihr nicht sagen.
Mein schlechtes Gewissen plagte mich und ich beschloss, ihr ein Angebot zu machen.

„Na gut. Weil du meine beste Freundin bist. Ich gehe mit dir dort hin aber nur wenn du mir versprichst, dass wir NICHT in der ersten Reihe stehen und nicht herumkreischen. Ich möchte so unauffällig bleiben wie möglich. Und wenn ich es gar nicht mehr aushalte, dann kann ich jederzeit raus? Deal?“

Genau in derselben Sekunde, als ich den Absendebutton gedrückt hatte, bereute ich meine Nachricht.
Oh Gott wie dumm war ich? Ich musste zu einem Tokio Hotel Konzert. Und was noch viel schlimmer war, ich musste Bill wiedersehen. Ob ich wollte oder nicht.

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