Ein Engel für Anna

vor 3 Tagen
Er sah ihr Gesicht vor sich. Diese unglaublich traurigen Augen und es gab ihm einen Stich ins Herz. Gabriel wollte ihr so gerne helfen. Das schönste Lächeln bringt nichts wenn die Augen nicht strahlten. Dann hörte er etwas und er runzelte die Stirn. Es klang wie ein Wimmern, ein Schluchzen und seine Schritte wurden schneller.
Supernatural Romanze P16 Drama Beendet
Inhaltsverzeichnis

1

„Mach bitte Tisch 17 fertig!“
Ihre Mutter stieß so schwungvoll die Küchentüre auf, dass Anna beinahe die Kartoffeln auf den Boden gefallen wären.
„Hab ich doch“, murmelte sie immer noch ein wenig erschrocken.
„Das Gulasch fehlt!“, sagte ihre Mutter etwas genervt und fischte den Bon aus dem kleinen Kübel. Anna verdrehte die Augen, als sie auf den Küchen Bon sah und zu ihrer eigenen Schande feststellen musste, dass sie es übersehen hatte.
Wer kann sich auch an so einem Tag konzentrieren. Jetzt einmal ehrlich.
In dem kleinen Familienhotel wurde gerade eine kleine SPN-Convention abgehalten.
‚Klein‘, nannte Anna es, wenn nur einige Schauspieler anwesend waren.
Die wichtigsten. Gabriel. Gabriel war anwesend. Bisher hatte sie ihn nur aus der Ferne gesehen, aber das alleine hatte schon zahlreiche Stromschläge durch ihren Körper geschickt.
Noch dazu, wo er jetzt wieder solo war. Nein, das gönnt man keinem, aber man kann ja ein wenig träumen und fantasieren. Ein kleines Lächeln schlich sich auf Annas Gesicht als sie daran dachte.
„Erde an Anna, wird das heute noch was mit dem Gulasch?“
Die penetrante Stimme ihrer Mutter riss sie aus ihren Gedanken und sie machte sich an die Arbeit.
„Ja ich mache ja schon“, antwortete sie trotzig.
Nachdem es im Hotel ruhig wurde, da die meisten Fans im Saal waren schlich Anna durch die Gänge.
Die Tür war verschlossen, aber sie hörte die Band spielen und Gabriel singen.
Wieder ein Blitz der quer durch ihren Körper schoss.
Diese Stimme. So rau, so männlich, so unglaublich erotisch.
Anna seufzte leise und drückte ihr Ohr an die Türe um zu lauschen.
„Ah hier bist du. Ich habe dich schon gesucht, hol doch bitte ein paar Weinflaschen aus dem Keller.“
Sie drehte sich ruckartig um, um in die Augen ihres Vaters zu blicken der ihr zuzwinkerte.
Wie gerne wäre sie jetzt hinter der Tür und könnte in die wunderschönen Augen
ihres Schwarm sehen.
Mit einem genervten Stöhnen machte sie sich auf in den Keller. Manchmal hasste sie die Arbeit.
Heute war so ein ‚manchmal‘. Aber sie tat was ihr Vater ihr aufgetragen hatte, aus dem einfachen Grund, weil sie heute Nachmittag dabei sein durfte. Sie durfte sich wie ein normaler Fan verhalten und kurz zu einem Panel, durfte an den Lippen von Gabriel hängen und jedes Wort tief in jede einzelne Pore ihres Köpers einsaugen.
Aber sie hatte auch lange betteln müssen, es hat sie viel Mut gekostet, ihre Eltern darum zu bitten.
Und auch jede Menge Anstrengung, sie schlussendlich davon zu überzeugen.
Seit dem Vorfall vor zwei Jahren, waren ihre Eltern übervorsichtig, wenn nicht geradezu panisch und ja … man könnte es als anhänglich oder klettenhaft bezeichnen.
Aber Anna war kein kleines Kind mehr. Das was damals geschehen ist, war vorbei.
Es dauerte, aber es war vorbei.
Aber es war nicht leicht. Es zehrte an ihrer Psyche, ihrem Selbstvertrauen und ihrem Selbstwertgefühl. Sie war ein offenes, fröhliches Mädchen, was sich schlagartig änderte, aber sie war auf einem guten Weg wieder in ein normales Leben zurückzufinden.
Dann war es endlich so weit. Inmitten 50 plappernden, kreischenden und quirligen Mädchen fand sie einen Platz in einer der vorderen Reihen.
Und dann tosender Applaus. Sie drehte sich um und Gabriel schmiss mit einem Lächeln die Türe hinter sich zu. Annas Herz schlug viel zu schnell und sie war sich sicher,
für dieses Lächeln sterben zu können.
Jedes Mal wenn er in ihre Richtung sah, vergaß sie zu atmen.
Jedenfalls bildete sie sich ein, dass er in ihre Richtung schaute, was aber wahrscheinlich einem Wunschdenken gleich kam.
Und diese Haare. Wie gerne würde sie ihre Hände reinstecken und Strähne für Strähne durch ihre Finger gleiten lassen.
Sie bewunderte die Fans, die den Mut fanden, ihm eine Frage zu stellen und ärgerte sich, dass sie so schüchtern geworden war.
Und dann klingelte Annas Handy. Verdammt, sie hatte vergessen es auszumachen.
Mit zitternden Händen drückte sie die Taste um es zum Stillstand zu bringen.
Natürlich, ihre Mutter. Kurz darauf eine Sms: ‚Ich brauche dich in der Küche!‘
Zum Ärgern blieb nicht viel Zeit, denn alle drehten sich zu ihr um, auch Gabriel.
Anna wurde roter als eine Tomate und stammelte eine Entschuldigung.
Die Türe zum Ausgang schien kilometerweit entfernt zu sein und ihr Herz drohte zu zerspringen.
Sie spürte die Blicke im Rücken und fing an zu zittern.
„Ich hoffe für dich es ist wichtig, du verpasst hier eine Menge“, hörte sie Gabriel durch
das Mikrofon sagen und als sie es wagte sich umzudrehen sah sie, dass er grinste.
Na wenigstens hatte er sie jetzt bemerkt. Auch wenn das ein zutiefst peinlicher Moment war.
Anna konnte nichts darauf antworten, die Kehle war wie zugeschnürt.
Fluchtartig verließ sie den Raum und hatte Tränen in den Augen.
Tränen, weil ihr nicht mal eine Stunde vergönnt war, glücklich zu sein.
Tränen, weil sie sich über sich selber ärgerte.
Tränen, weil sie sich über ihre Mutter ärgerte.

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