All of me

vor 1 Tagen
Sterek-One-Shot-Sammlung, Verschiedene Kurzgeschichten und Szenenbeschreibungen inspiriert durch den Song "All of me" von John Legend
Teen Wolf Drama P12-M+M Romanze In Arbeit

My head´s under water but I´m breathing fine

"Ruf Scott!" hatte Derek gebrüllt, doch dann war Stiles das glitschige Telefon einfach so entglitten. Er hatte sich bloß nach dem verdammten Ding bücken wollen, doch beim Versuch es wieder aufzuheben hatte der paralysierte Derek sich offenbar nicht mehr halten können. Er war ganz einfach in den dummen Pool gefallen, war versunken wie ein Stein und ohne Stiles Hilfe würde er mit Sicherheit ertrinken.

Stiles warf noch einen letzten Blick auf sein Handy am Boden, ehe er dem Alpha mit einem beherzten Kopfsprung hinterher hechtete, um ihn zu retten.

Im Eintauchen in das kühle Nass wurde Stiles etwas klar: Die Situation vorhin hätte auch ganz anders verlaufen können, als plötzlich dieses monströse Vieh hinter ihm aufgetaucht war. Derek hätte sich auch ganz einfach die bewusstlose Erica schnappen, verschwinden und Stiles seinem Schicksal überlassen können, doch das hatte er eben nicht getan. Stattdessen hatte der tolle Übermacker sich zwischen Stiles und diese widerliche Echse geworfen, um gegen sie zu kämpfen und hatte Stiles zugerufen, dass er weglaufen solle, wobei er dann von dem Ungeheuer gekratzt und dadurch vergiftet und paralysiert worden war.

War das wohl bloß der reine übergriffig-überbeschützerische Alpha-Reflex gewesen, oder bedeutete es mehr als das? Stiles wagte es kaum zu hoffen, aber möglicherweise war es Derek ja doch nicht vollkommen gleichgültig, ob er lebte, oder starb, auch wenn der, dumme, alte Grummelwolf immer so furchtbar feindselig tat?

Stiles hatte den Versunkenen erreicht, schnappte sich einen Arm und zerrte ihn wieder zurück an die Wasseroberfläche, wo Derek gierig nach Luft schnappte:

"Wo ist es hin? Wo ist es? Kannst du es sehen?" fragte Stiles und sie beide blickten sich panisch nach der echsenartigen Kreatur um. Von ihr selbst war zwar gerade weit und breit nichts zu sehen, dafür hörten sie nun ihr Gebrüll.
Es wäre ja auch zu schön um wahr zu sein gewesen, wenn das Biest sich nun einfach so gesagt hätte `In Ordnung, für heute habe ich genug Unheil gestiftet. Jetzt beginnt mein wohlverdienter Feierabend und ich gehe heim zu Misses Monster. Macht´s gut, Leute!´

Stiles blickte sich hektisch nach allen Seiten um, doch gerade war von der Kreatur gerade wieder nirgendwo etwas zu sehen. Er paddelte angestrengt mit den Füßen und dem einen freien Arm, den er zur Verfügung hatte. Den anderen hatte er fest um Dereks schmale Hüfte gewunden, damit der Gelähmte ihm nicht entglitt. Eher beiläufig bemerkte Stiles dabei, dass Dereks Körper sich genauso anfühlte, wie er sich das immer vorgestellt hatte, stahlharte Muskeln und nicht ein Gramm überschüssiges Fett.
Eine Unverschämtheit!

Das Ganze wäre längst nicht so mühsam, wenn sich ihrer beider Kleider nicht so vollständig mit Wasser vollgesogen hätten. Natürlich hätte Stiles anfangen können, sie beide auszuziehen, um sich diese ganze Lebensrettungssache ein wenig leichter zu machen, aber nicht, wenn das erstens bedeutete, dass er dafür vor diesem athletischen Halbgott seinen blassen, mageren Körper herzeigen musste und er zweitens dann auf unbestimmte Zeit Haut an Haut mit Mr. Fitness hier im Pool herumpaddeln musste.
Nein, besten Dank, da zog er doch wirklich den Tod durch ertrinken vor.
(Und möglicherweise stimmte etwas mit seinen Prioritäten nicht?)

In seine höchst peinlichen Gedanken hinein bellte Derek nun ungeduldig:
"Und holst du mich nun hier raus, ehe ich ertrinke?"

Stiles zuckte schuldbewusst ein wenig zusammen und erwiderte lauter als nötig:
"Du hast Angst zu ertrinken? Ist dir eigentlich das Ding mit den messerscharfen Zähnen aufgefallen?

"Und ist dir aufgefallen, dass ich vom Nacken abwärts gelähmt in acht Fuß tiefem Wasser treibe?" knurrte der Werwolf böse.

Warum musste der Kerl eigentlich immer so herumbrüllen? Stiles war vielleicht bloß ein minderbemittelter, kleiner Mensch, aber sein Gehör funktionierte dennoch recht gut. Unter normalen Umständen hätte er sicherlich einen Konter parat gehabt, aber weil er vor lauter Anstrengung kaum Luft bekam und außerdem mit jedem Wort stets ein wenig von dem widerlichen Chlorwasser schluckte, blickte Stiles sich lediglich noch einmal in der Schwimmhalle um, so gut er es vermochte, verkündete dann: "Okay! Ich sehe es nicht!" und schickte sich nun an, gemeinsam mit Derek zum Beckenrand hinüberzuschwimmen, an die Stelle, wo er sein Handy hatte fallenlassen.

„Warte, warte! Stop!“ rief Derek aus.

Stiles folgte dem Blick des Werwolfs und da erblickte auch er es; zunächst war es nur der Schatten und dann tauchte die hässliche Echse im Original und in Lebensgröße auf und tapste am Beckenrand entlang, genau auf Stiles Handy zu.

„Worauf wartet es?“ fragte Stiles verwirrt, denn schließlich lagen; oder vielmehr schwammen sie hier doch wie auf dem Präsentierteller, oder etwa nicht?

Nun wurden die beiden jungen Männer Zeugen von etwas eigenartigem. Das Ungeheuer patschte mit einer seiner Klauen auf die Wasseroberfläche und zog sich dann erschrocken zurück:
„Hast du das gesehen?“ fragte Stiles stirnrunzelnd: „Anscheinend kann es nicht schwimmen?“

Na das waren doch mal gute Neuigkeiten, dachte Stiles! Sie würden also ertrinken, anstatt gefressen, oder in Fetzen gerissen zu werden. Und wenn man sie beizeiten fände, dann würden sie auch nicht allzu sehr aufquellen und gäben am Ende wenigstens noch recht hübsche Leichname ab.
Aber noch war es zum Glück nicht so weit. Noch war Stiles entschlossen zu kämpfen.


Eine ganze Weile später sah die Sache dann schon ein wenig anders aus. Sie paddelten nun schon eine gefühlte Ewigkeit hier herum, Stiles spürte seine Beine kaum noch und er hatte das ungute Gefühl, dass er bald einen Krampf bekommen würde und das bedeutete das Aus für sie beide:
„Wir müssen uns etwas anderes einfallen lassen. Ich schaffe das hier nicht länger.“ ließ er den Werwolf also wissen.
Er warf einen Blick hinüber zu seinem Telefon:

„Nein, nein, nein, nein, nein! Denk nicht einmal daran!“ herrschte der Alpha ihn an, als sei er gerade ernsthaft in der Position, irgendwelche Kommandos zu bellen.
Also wirklich!

„Kannst du mir nicht wenigstens dieses eine Mal vertrauen?“ bat Stiles mit so viel Geduld, wie er in diesem Moment aufbringen konnte.

Und was antwortete Derek wohl darauf?
„Nein!“
Einfach nur Nein.
Warum sollte ein höher entwickeltes Wesen wie Derek Stiles, der ja bloß ein niederer Mensch war, gegenüber auch irgendeine Erklärung abgeben, richtig?
Dieser blöde Penner!

„Ich halte dich hier am Leben, okay! Kriegst du das mit?“ grollte Stiles, nun ernstlich in seinen Gefühlen verletzt:

„Ja!“ gab Derek zurück: „Und wenn Lähmung nachlässt; wer wird dann dieses Ding bekämpfen! Du oder ich?

"Also deshalb halte ich dich bereits seit zwei Stunden über Wasser?“
Stiles war fassungslos.
SO dachte Derek also von ihm?
Und das nach allem, was sie bereits gemeinsam durchgestanden hatten?
Das war doch einfach nicht zu fassen!
Und nun setzte Derek sogar noch einen drauf, indem er sagte:

"Jupp. Du vertraust mir nicht, ich vertraue dir nicht! Du brauchst mich, um zu überleben und darum lässt du mich auch nicht los!“

Das war der Tropfen, der das Fass zum überlaufen brachte. Stiles hätte Derek in dieser Minute am liebsten umgebracht! Er wollte ihn boxen, kratzen, oder ohrfeigen, doch er tat nichts davon.

Anstatt dessen tat er etwas vollkommen anderes; etwas verrücktes und irrationales, denn er zog den wehrlosen Derek in seine Arme und kam ihm mit seinem Gesicht näher und näher, bis schließlich seine Lippen auf denen des Werwolfs lagen:
„Du bist echt ein Idiot, weißt du das, Derek!“ knurrte er noch, ehe er den Gelähmten von sich stieß und zu seinem Handy hinüber paddelte.


Derek sank langsam hinab auf den Grund des Beckens. Mit seinen Augen folgte er der Gestalt in dem roten Trainingsanzug über ihm.
Eigentlich sollte er nun wohl Todesangst haben, oder nicht? Doch er fühlte sich friedlich. Beinahe war ihm so, als könne er unter Wasser atmen.
Das Wasser, dass Derek umgab, kühlte seinen bewegungsunfähigen Körper aus.
Doch seine Lippen glühten!


Das mit dem Anruf bei Scott hatte nicht funktioniert, denn dieser hatte Stiles einfach so weggedrückt, da er ebenjener Minute mit Allison im Haus der Argents herumschnüffelte und sich dabei nicht erwischen lassen durfte. Und dafür hatte Stiles nun so viel riskiert? Er ließ sein blödes, nutzloses Handy auf den Grund des Pools sinken und tauchte ab, um Derek ein weiteres Mal vor dem Ertrinken zu retten, auch wenn dies ihrer beider unweigerliches Ende bloß aufschieben würde.
Doch Stiles kämpfte weiter und betete für ein Wunder.

Und das Wunder geschah, denn genau der Minute, als Stiles endgültig die Kräfte endgültig verließen, war urplötzlich Scott zu Stelle. Er rettete die beiden vor dem Ertrinken und es gelang ihm am Ende sogar, das Ungeheuer zu vertreiben, welches sie um ein Haar ihr Leben gekostet hätte.

Über den Kuss hatte Stiles und Derek bislang nicht ein einziges Wort verloren, als hätte es ihn nie gegeben. Dereks Paralyse verschwand nach einer Weile einfach so von allein und auch Erica hatte sich von ihrer Kopfverletzung scheinbar wieder vollkommen erholt.

Und so gingen sie schließlich alle ihrer Wege und Stiles fragte sich, ob er Derek nach dieser Nacht und dem, was er getan hatte überhaupt jemals wiedersehen würde?

Gott, was hatte er da bloß angestellt? Und vor allem... wieso hatte er es überhaupt getan?
War er denn vollkommen verrückt geworden, einfach so Derek, den schlechtgelauntesten, ungehobeltsten, nervtötendsten unter den Wölfen zu küssen?

Stiles war vorhin so wahnsinnig wütend gewesen und gleichzeitig so furchtbar erschöpft und dann hatte er die Worte vernommen und dieses schöne, vollkommene und gleichzeitig so versteinerte Gesicht vor sich gesehen. Und eine Stimme in ihm; laut genug, um jede Vernunft niederzubrüllen hatte ihm zugerufen, dass er diese Felsenmauer durchbrechen musste.
Na ja, und das hatte er dann eben auch getan! Er hatte auf die Konsequenzen gepfiffen und war ganz allein seinem Herzen gefolgt.
Offenbar hatte er ja wohl den Verstand verloren?

Stiles war allein zuhause, denn sein Dad hatte heute Nachtdienst. Er duschte eine Ewigkeit lang, um den Gestank von Chlor loszuwerden und weil seine wehen Muskeln nach der Strapaze das heiße Wasser so unendlich genossen. Dann schließlich schlüpfte er in T-Shirt und Boxershorts und sank in sein Bett. Eigentlich hatte er zwar einen Bärenhunger, doch das musste warten, denn zum Essen war er viel zu erschöpft.
Als Stiles jedoch endlich lag, war es ihm trotz aller Müdigkeit lange Zeit unmöglich einzuschlafen. Es wurde schon fast wieder Morgen, als er endlich in eine Art Dämmerzustand fiel.
Daraus schreckte er jedoch schnell wieder auf, als er vernahm, wie sein Schlafzimmerfenster von außen geöffnet wurde. Stiles zwang sich die Augen zu öffnen und erkannte im spärlichen Licht der ersten Morgenröte, wie Derek durch sein Fenster einstieg.

Stiles sagte nichts, auch nicht, als der Werwolf nun an seine Bettseite trat und mit einem schwer zu deutenden Blick auf ihn hinabschaute.

Auch Derek selbst gab kein Wort von sich. Was er stattdessen tat, war sich seine Schuhe auszuziehen, dann zu Stiles ins Bett zu steigen.

Dies hier war ein Traum, oder? Es musste ein Traum sein und es war nicht der erste mit erotischem Inhalt, den Stiles je gehabt hatte, also musste es wieder einer sein!

Derek brachte sich über ihn, ließ sich auf ihm nieder, küsste ihn, schob einen Oberschenkel zwischen die Beine von Stiles, ließ eine Hand unter sein T-Shirt wandern, spielte mit seinen Nippeln, bis sie hart wurden und begann schließlich an seinem Hals zu knabbern.

Nein, dies hier war kein Traum!

„Heißt das, du vertraust mir nun?“ fragte Stiles den Werwolf schüchtern

Derek hob den Kopf und schenkte ihm ein Lächeln, dass der Sonne, die in diesem Moment aufging Konkurrenz machen konnte.

Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Es wurden noch keine Kommentare geschrieben.