Der beste Fehler meines Lebens

vor 2 Mon.
Eine Nacht mit zu viel Alkohol lässt sowohl Draco Malfoy als auch Astoria Greengrass den größten Fehler ihres Lebens begehen. Sich aufeinander einzulassen. (Drastoria)
Harry Potter P12 Romanze Beendet
Inhaltsverzeichnis
  • OS
Bemerkung des Authors: Anmerkung: Der kleine One Shot wurde von mir auf FF.de bereits am 05.08.2018 veröffentlicht.

OS

Anmerkung: Der kleine One Shot wurde von mir auf FF.de bereits am 05.08.2018 veröffentlicht.


Wenn sie das hier überstehen würde, dann würde sie nie wieder in ihrem ganzen verdammten Leben an Sex denken. Nie mehr wieder. Wenn es nach ihr ginge, würde sie sofort in ein Kloster eintreten. Das würde sie tun. Und doch wusste Astoria ganz genau, dass sie selbst schuld war an diesem Zustand. Sie selbst schuld war, dass sie hier schweißgebadet, bebend durch die Schmerzen, hier lag. Nun, zumindest zur Hälfte. Sie hatte sich ganz sicher nicht dieses Baby alleine gemacht. Aber der Erzeuger war wie immer nicht da. Wie war sie nur auf den dummen Einfall gekommen, es könnte einmal anders sein und er würde sein verdammtes Versprechen halten und hier sein, sobald es soweit war? Das war doch klar gewesen. Das war so typisch für Draco Malfoy. Für ihren Mann.

Den Mann, den sie niemals geheiratet hätte, wenn sie eine Wahl gehabt hätte. Eine Wahl, die sie nicht hatte. Seinetwegen. Sie schrie gegen den Schmerz erneut an und hörte kaum zu, was die Hebamme oder Daphne ihr zusprachen. Sie war selbst schuld. Sie ganz alleine. Draco Malfoy war verschrien im Ministerium als Frauenheld und Aufreißer. Dieser arrogante Mistkerl. Sie hatte es gehasst, als ihr Chef aufgehört hatte zu arbeiten und Malfoy als Anwalt für das Ministerium nachrutschte in der Rechtsabteilung. Sicher, die Büromitarbeiter in der Abteilung waren für alle Anwälte, Staatsanwälte und Richter zuständig, aber er hatte keine Gelegenheit ausgelassen, ihr die dümmsten Aufgaben aufs Auge zudrücken und sie als seine Sekretärin auserkoren, nachdem sie eine Einladung nach der anderen von ihm abgelehnt hatte. Dieses dumme manipulative Arschloch.

Ihr Körper zitterte, als die Wehe nachließ und sie versuchte ruhig zu atmen, während ihre Schwester, die neben ihr saß, ihre Stirn betupfte und ihr sagte, dass alles gut werden würde. Gar nichts würde gut werden. Überhaupt nichts. Das hier war falsch. Absolut falsch. Eine Katastrophe. Der größte Fehler ihres Lebens. Nein. Nein, der größte Fehler überhaupt war es gewesen, auf dieser dummen Ministeriumsfeier für die Mitarbeiter hinzugehen. Hinzugehen und viel zu viel Alkohol zu trinken. Auch nicht richtig. Er war es gewesen. Er hatte sie auf ein Glas Wein eingeladen, um sich zu entschuldigen. Um den Frieden zu betrinken, hatte er es genannt. Und dann noch ein Glas und noch eins. Abgefüllt, das hatte er sie. Berechnend. Auch wenn er das immer abstritt. Sie hatten sich unterhalten. Sie hatten geflirtet. Sie hatten sich geküsst bis hin zur wilden Knutscherei. Eins hatte zum anderen in dieser Nacht geführt.

Sie hatte nur noch Fetzen von dieser Nacht in Erinnerung und selbst diese würde sie am liebsten vergessen. Schamlos und verdorben. Das war die Nacht und das war sie. Das hatte schon immer ihre Mutter gesagt und sie hatte offenbar recht behalten. Oder nicht? Als sie am nächsten Morgen einigermaßen bei klarem Verstand gewesen war, hatte sie in dem Hotelzimmer ihre Sachen zusammengesucht und war auf und davon. Sie hatten kein Wort mehr darüber mehr verloren. Sich praktisch darüber an geschwiegen. Zumindest fast fünf Wochen. Bis sie an einem Dienstagvormittag sich im Mülleimer in der Arbeit übergeben hatte, weil sie genau gespürt hatte, dass sie es nicht mehr bis auf die Toiletten schaffen würde. Sie hatte an eine Grippe oder Magenverstimmung gedacht. An das warme schwüle Wetter, dass ihr nicht bekam. Irgendwie so etwas. Malfoy hatte sich bereit erklärt, gegen Astorias Willen, sie zu dem Betriebsarzt zu begleiten. Nur um sicherzugehen, dass sie dort heil ankam.

Sie wünschte sich immer noch, er hätte es nicht getan. Wünschte sich, er hätte ihr das geglaubt mit der Grippe, so wie sie selbst zu dem Zeitpunkt auch noch. Aber der Heiler hatte eine Vermutung und deshalb nur einen Diagnosezauber angewandt, bevor er gelassen gemeint hatte, dass Astoria nicht krank sei, sondern schwanger. Sie hatten beide den Heiler angesehen, als wäre verrückt und während Malfoy nachgefragt hatte, ob der Mann wirklich sicher war, war Astoria in einen hysterischen Lachanfall ausgebrochen. Weil es einfach nicht sein konnte. Sie war nicht naiv und Draco Malfoy war nicht ihr erster Mann gewesen, mit dem sie Sex gehabt hatte. Sie verhütete immer. Eigentlich. Sie konnte sich nicht daran erinnern in jener Nacht verhütet zu haben und als sie sich beruhigt hatte und Malfoy darauf angesprochen hatte, konnte der zwar amüsant Details vom Sex erzählen, aber nicht ob dieser Idiot irgendeinen Zauber zur Verhütung einer Schwangerschaft angewandt hatte.

Er hatte sie die Tage danach regelrecht verfolgt. Wollte mit ihr unbedingt darüber reden und als sie am Ende der Woche ihm verkündet hatte, dass sie einen Termin im Mungo ausmachen würde, um diesen Fehler zu beheben, war er ausgeflippt. Er, Draco Malfoy, bekannter schuldig gesprochener Todesser, nun geläuteter Anwalt im Ministerium und wohl der größte Frauenheld dieses Jahrhunderts, tickte aus, weil Astoria eine Abtreibung anstreben wollte. Nicht wegen dem Kind. Was konnte schon ein kleiner Zellhaufen dafür? Aber behalten wäre nicht infrage gekommen. Nicht ohne Ring am Finger. Nicht mit ihrer Familie. Malfoy hatte sie das nicht so gesagt, es eher aus seiner Sicht versucht zu erklären. Und sie dachte, die Sache hätte sich damit erledigt, als er wütend abgedampft war. Falsch gedacht.

Diese elendige Petze war zu ihrem Vater gerannt und Astorias Vater war alles andere als begeistert gewesen. Geschweige ihre Mutter. Ihre Mutter war es dann auch gewesen, die in Astorias Wohnung aufgetaucht war und verkündet hatte, dass es zu keiner Abtreibung kommen würde. Dass Charles, ihr Vater, gerade mit Lucius Malfoy über die Bedingungen einer Eheschließung verhandelte. Sie war aus allen Wolken gefallen und hatte Draco aufgesucht. Sie hatte ihn beschimpft mit allen erdenklichen Wörtern, die ihr eingefallen waren. Ihn angebrüllt. Ihn verantwortlich dafür gemacht, dass er ihr Leben zerstörte. Sie wollte ihn sogar schlagen, was er gut abgefangen hatte, um nur dann endlos gegen seine Brust zu weinen, weil er sie nicht losgelassen hatte und sie gar keine Möglichkeit gehabt hatte zu entkommen.

Es gab kein Entrinnen mehr. Die Hochzeit war groß und pompös gewesen und Astoria war sich nicht anwesend vorgekommen. So wie häufig in letzter Zeit. Sie machte sich oft darüber Gedanken, wie ihr Leben weiter verlaufen sollte. Wie ihr Kind groß werden sollte in einer Familie die oft so kalt und berechnend war und das auf beiden Seiten. Nur ihr Großvater, Hyperion, war anders gewesen. Aber er war schon lange nicht mehr am Leben. Sie wollte immer aus Liebe heiraten. Am besten einen einfachen Mann ohne großen Namen oder Titel. Melancholisch, nannte es ihre Frauenheilerin und hatte mit Sorge damals mit Malfoy gesprochen. Malfoy der nicht wusste, was er tun sollte, weil er genau wusste, dass Astoria ihn dafür hasste, dass er sie zu dieser Ehe gezwungen hatte und sie zwang dieses Kind zu bekommen. Was wenn sie das Kind auch hasste? Wenn sie es nicht lieben konnte? Was würde sie dann nur für eine Mutter werden?

„Du machst das sehr gut.“, meinte ihre Schwester und die Hebamme stimmte Daphne zu.
Gut? Sie lag hier seit Stunden.
Astoria sah ängstlich ihre Schwester an. „Das hier ist falsch. Einfach nur falsch.“
Daphne schüttelte den Kopf und strich ihr eine der Kastanienbraunen Locken aus dem Gesicht.
„Unsinn. Es wird alles gut. Du wirst schon sehen.“
Nein würde es nicht. Sie wusste das ganz genau. Es bildeten sich neue Tränen in ihren blauen Augen.
„Du hast dir das selbst zuzuschreiben.“, ertönte die Stimme ihrer Mutter die auf der anderen Seite des Zimmers stand und dem Geschehen mehr zuschaute, als Astoria beizustehen.
„Mutter.“, schimpfte Daphne.
„Es ist die Wahrheit. Wärst du nicht so leichtfertig mit deiner Jungfräulichkeit umgegangen.“ Wie gern sie ihrer dummen Mutter entgegenschreien würde, dass sie ihre verdammte Jungfräulichkeit bereits in Hogwarts im siebten Jahr verloren hatte. So wie viele ihrer Freundinnen. In welchem Jahrhundert lebten sie den alle? „Dann würdest du jetzt nicht hier liegen und…“
„Verschwinde!“, fuhr Astoria sie an und schrie vor Schmerz gegen die neue Wehe, während ihre Finger sich wieder in das Laken klammerten.

„Himmel.“, warf ihre Mutter augenrollend ein. „Das ist eine Geburt. Du tust gerade so, als würdest du abgestochen werden.“
„Verschwinde, habe ich gesagt.“, fuhr Astoria ihre Mutter wimmernd an und die Hebamme schimpfte laut.
„Mrs. Greengrass, sie sind hier wirklich keine Hilfe.“ Die ältere Frau, die vor Astorias Beinen kniete, sah sie an. „Astoria, Sie müssen weiter pressen.“
Sie schüttelte entschieden den Kopf. „Nein. Nein ich kann nicht.“
„Tori.“, fing Daphne an.
„Nein!“, unterbrach Astoria sie.
Das hier war nicht richtig. Was sollte sie jetzt schon mit einem Kind? Zum Teufel sie war dreiundzwanzig. Sie hatte keine Ahnung von Kindern. Oder vom Mutter sein. Außer das ihr der Gedanke Angst machte.
„Astoria, hör auf dich wie ein Kind zu benehmen.“, schaltete sich ihre Mutter wieder ein.
„Bring sie raus oder ich bringe sie um!“, drohte sie ihrer Schwester und ihre Mutter schnaubte abschätzig.
„Ich gehe nirgendwohin.“

Astoria lehnte ihren Kopf zurück. „Das ist nicht zu fassen. Was glaubst du, dass ich abhaue?“
„Möglich.“
„Mutter!“, mischte wieder Daphne ein. „Sie liegt hier in den Wehen.“
Das hier war ein Irrenhaus. Vermutlich war sie gar nicht im Mungo, sondern in einer Irrenanstalt. Alle vier Frauen sahen auf, als die Tür aufgerissen wurde und Astoria stöhnte auf.
„Wo warst du?!“
Malfoy. Er wirkte abgehetzt. „Wir hatten eine Verhandlung. Ich habe die Nachricht erst jetzt bekommen.“
„Du hast nichts verpasst. Astoria benimmt sich wieder kindisch.“, warf ihre Mutter ein und Astoria funkelte sie an.
„Wenn du nicht jetzt endlich verschwindest, verfluche ich dich hier und jetzt! Hast du gehört!“
Sie ertrug das nicht länger. Sie atmete schwer gegen den Schmerz und die Hebamme wirkte ärgerlich.
„Das ist wirklich nicht mehr zu ertragen. Ihre Tochter bekommt hier ein Kind.“

Die Hebamme blickte wieder Astoria an. „Schätzchen, sie müssen weitermachen. Damit ihr Baby endlich auf die Welt kommt.“
Astoria schüttelte entschieden den Kopf. „Nein. Nein.“
„Tori…“, murmelte Daphne und fuhr ihr durch die Haare.
„Raus, alle.“, verlangte Draco kalt. Sie sahen sie alle einen Augenblick stumm an. „Rede ich Koboldogack? Raus!“
Daphne schien wie sich regelrecht an Draco vorbeizuschleichen.
„Ich bin die Großmutter.“, fing Astorias Mutter an.
Großmutter. War das ein verdammter Witz? Diese Frau war nicht einmal eine richtige Mutter. Draco legte sein Sakko ab und krempelte seine Hemdärmel nach oben.
„Das ist mir ehrlich gesagt scheiß egal, Gloria. Entweder du verschwindest aus diesem Raum oder ich lass dich von der Security des Krankenhauses rausschmeißen. Deine Wahl.“
Ihrer Mutter klappte der Mund auf, bevor sie ihre Lippen zusammenkniff und das Zimmer verließ.

„Danke.“, sagte die Hebamme und Draco trat neben Astoria ans Bett.
„Hey.“, sagte er einfallslos und strich ihr über die schweißnasse Stirn.
„Du hast versprochen, dass du hier bist.“, wimmerte sie und er lächelte milde.
„Ich weiß. Aber jetzt bin ich da.“
Er griff nach ihrer Hand und küsste ihre Fingerknöchel. Sie schniefte.
„Astoria, Sie haben es fast geschafft. Man kann schon den Kopf sehen.“
Und dann? Dann würde ein Kind da sein und sie… Mutter sein? Nein. Das war eine schreckliche Idee. Sie würde vermutlich eine noch grässlichere Mutter als ihre eigene werden und wenn sie schon so verkorkst wurde, wie sehr würde Astoria erst das Baby verkorksen?
„Tori.“, sprach Malfoy ruhig und sie sah zu ihm auf. „Du schaffst das.“, sagte er sanft. „Wir kriegen das hin.“
Würden sie das? Würden sie das hinkriegen? Das alles hier war doch komplett verrückt und nur existent weil sie beide einen Fehler gemacht hatten. Nur darum.

„Sind Sie sicher, dass sie hierbleiben wollen?“, mischte sich plötzlich die Pflegerin ein, die Astoria fast schon vergessen hatte. „Viele Väter werden dabei ohnmächtig.“
„Ich werde meine Frau nicht alleine lassen.“, fuhr Draco die fremde Frau an. „Und ich falle auch nicht in Ohnmacht.“
Die Hebamme schmunzelte, Astoria sah es genau, bevor sie zu Astoria ermutigte.
„Los Astoria. Sie sind bereit.“ War sie nicht und doch hörte sie auf die Ältere und klammerte sich fest an Dracos Finger, dass sie glaubte, dass er vermutlich keinen Tropfen Blut mehr darin hatte. „Sehr gut. Sehr gut. Fast geschafft, Astoria.“
„Hast du gehört.“, sagte Draco und er küsste wieder ihre Finger, während Astoria weitermachte.
Sie sammelte ihre letzten Kräfte, als sie erneut von starken Schmerzen übermannt wurde und presste. Plötzlich schien der Eindruck auseinandergerissen zu werden von ihr genommen zu werden, während das Baby offenbar aus ihr glitt.

Sie hörte das heftige Brüllen eines Neugeborenen, während sie erschöpft in den Kissen lag.
„Wunderbar. Wunderbar.“, sagte die Geburtshelferin und Astoria blinzelte zu Draco hoch, als er ihr sanft die Haare aus dem Gesicht strich und sie auf die Stirn küsste.
„Gut gemacht, Liebling.“
Seit wann war sie sein Liebling?
„Was ist es?“, fragte sie erschöpft und wandte den Kopf zur Hebamme.
Sie schien das blutverschmierte kleine Ding einzuwickeln.
„Ein kleiner kerngesunder Junge.“
Draco lacht erstickt auf, als die Frau vorsichtig Astoria das Baby auf die Brust legte. Vorsichtig legten sich Astorias Arme um den kleinen zappelnden Säugling, der sich nur langsam beruhigte. Wie zerbrechlich er sich anfühlte.
„Hallo.“, sagte sie leise, als der Säugling blinzelte und noch leise wimmerte. Er hatte tiefblaue Augen. Augen, die ihr nur zu gut bekannt waren, weil sie die gleichen hatte. Astoria spürte Tränen. „Hallo mein Schatz.“

Er schien aufzuhören zu weinen und Astoria sah wieder zu Draco auf, als er vorsichtig mit den Fingern das Köpfen seines Sohnes berührte. Er lächelte breit und schien gleichzeitig zu weinen. Sie hatte Malfoy noch nie weinen sehen.
„Hallo Kleiner, willkommen.“, murmelte er und wischte sich dann über die Augen, bevor er Astoria unerwartet auf den Mund küsste. „Ich bin so stolz auf dich.“
„Wissen Sie schon, wie sie ihn nennen wollen?“, hakte die ältere Hexe nach und Astoria spürte deutlich Dracos Blick auf sich.
Sie hatte immer wieder ihn verscheucht, wenn er damit angefangen hatte einen Namen auszusuchen, was wirklich nicht leicht war. Denn er hatte zwar eine große Wohnung, in der sie gemeinsam wohnten seit der Eheschließung, aber ideal war sie trotzdem nicht, um sich aus dem Weg zu gehen. Sie sah auf ihren kleinen Sohn und streichelte ihn sanft. Sie wusste genau, welche Namen Draco bevorzugte. Sie hatte seine Liste gesehen.
„Scorpius.“, sagte sie ruhig. „Scorpius Hyperion.“, fügte sie hinzu, denn sie wollte, dass er auch den Namen ihres Großvaters trug.

„Woher…“, fing Draco an und sie unterbrach ihn.
„Ich habe deine Liste gesehen. Scorpius war deine erste Wahl. Also nennen wir ihn Scorpius.“ Ihre Vornamen für Jungs könnten da ohnehin nicht mithalten. „Scorpius Hyperion Malfoy. Das hört sich schön an. Oder nicht?“, sagte sie müde und Draco nickte.
„Ja. Das hört sich wirklich schön an.“
„Wir müssen den kleinen jetzt waschen und kurz untersuchen.“, erklärte die Hebamme und nahm den kleinen Säugling auf den Arm, um ihn der Pflegerin zu geben.
„Geh bitte mit.“, sagte Astoria ängstlich und Draco sah zwischen ihr und der Pflegerin hin und her.
„Bist du sicher?“
„Ja. Lass ihn nicht alleine. Bitte.“
Er küsste sie auf den Mund, schon wieder und folgte der Pflegerin, die mit ihren Sohn unterwegs war. Die Hebamme berührte sie kurz am Arm, bevor sie sich wieder hinsetzte.
„Er ist wirklich bezaubernd.“
Astoria nickte erschöpft. „Ja, ist er.“
Er war perfekt, dachte sie, während sie immer schläfriger wurde und kaum noch mitbekam was noch passierte.


Als sie wieder aufwachte, war sie eindeutig nicht mehr im Entbindungszimmer, sondern offenbar in einem Krankenzimmer. Sie fühlte sich immer noch müde und erschöpft. Sie spürte, dass sie offenbar umgezogen worden war. Sie blinzelte und sah neben sich ein Rollbettchen für ihren Sohn, doch es war leer. Sie wandte den Kopf auf die andere Seite und hielt sich still, als sie Draco am Fenster stehen sah mit dem Baby auf den Arm. Er hatte ein glückseliges Lächeln auf den Lippen, während er offenbar jeden Zentimeter des Babys bestaunte und den Kleinen sicher im Arm hielt.
„Erzähl es nicht deiner Mommy.“, fing Draco leise zu reden an und bestaunte seinen Sohn weiterhin. „Jeder glaubt, dass wir den größten Fehler gemacht haben in der Nacht als du gezeugt worden bist.“
Wirklich jeder. Ihre Freunde. Ihre Familien.

Der Kleine rührte sich etwas.
„Ja, wirklich.“, erzählte Draco weiter. „Aber weißt du was? Das war der beste größte Fehler, denn wir machen konnten. Auch wenn deine Mommy das vor deiner Geburt auch nicht geglaubt hat. Aber sonst wärst du nicht hier.“
„Erzähl ihm nicht so einen Unsinn.“, sagte sie sanft und Draco blickte auf und grinste weiterhin dämlich.
„Hey, Mommy ist wach.“
Sie setzte sich vorsichtig auf, als Draco sich auf den Rand des Bettes setzte.
„Scorpius.“, sagte sie und Draco reichte ihr vorsichtig ihren gemeinsamen Sohn.
Er war so winzig. So unglaublich klein. Er hatte einen hellblonden Flaum. Eindeutig Dracos Sohn. Er war so zerbrechlich und federleicht. So wertvoll. Sie musste ihn beschützen.
„Hey.“, fing Draco an und umfasste ihr Gesicht, um ihr die Tränen wegzuwischen. „Nicht weinen.“

Sie lachte erstickt. „Ich finde ihn nur so wunderbar.“ Draco grinste. „So wunderbar und beinahe hätte ich ihn…“
„Nicht.“, unterbrach Draco sie. „Das ist nicht wichtig. Nicht mehr.“
„Ich habe so Angst gehabt, dass ich das nicht hinbekomme. Das wir nicht…“
Sie brach, als er lächelnd den Kopf schüttelte. „Hör auf dir Gedanken deshalb zu machen.“
„Hattest du den nie Angst, dass wir das nicht schaffen?“
Er schüttelte wieder den Kopf. „Niemals.“
„Niemals?“
Er küsste sie sanft, bevor er sie wieder anlächelte.
„Niemals. Ich wusste schon vor unserer heißen Nacht, dass wir zusammengehören.“
„Du bist ein Idiot.“
„Ich weiß.“, meinte er grinsend und sie sahen wieder auf ihren gemeinsamen Sohn. „Aber das hier haben wir gut hinbekommen, oder nicht?“, flüsterte er und sie nickte, ohne die Augen von Scorpius zu nehmen.
Ja, das hatten sie.

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