Chaos in Hogwarts 3.1 - Weihnachten im Hause Snape

vor 7 Mon.
Harry und Severus wollen das erste Mal gemeinsam im Hause des Tränkemeisters Weihnachten feiern. Ob das wirklich so eine gute Idee ist?
Harry Potter Parodie P12-M+M Humor Beendet
Inhaltsverzeichnis
  • One-Shot

One-Shot

Zufrieden mit seiner Arbeit betrachtete der junge Mann die Plätzchen vor sich auf dem Backblech, als ihn ein Rumpeln zusammen zucken ließ. Dieses kam über ihm vom Dachboden und ließ ihn die Stirn in Falten legen. Was tat der Ältere da oben, wo sie doch noch genug vorzubereiten hatten, am heutigen Heiligabend? Schließlich feierten sie das erste Mal gemeinsam im Haus des Älteren und dann auch noch mit ihren Freunden, da musste noch einiges getan werden.

Als ein erneutes Rumpeln ertönte und das leise Fluchen des anderen zu hören war, beschloss der Jüngere doch einmal nachzusehen. Seufzend schob er das Backblech in den Ofen, um noch die letzten Plätzchen vor dem Eintreffen der Gäste fertig zu bekommen, denn schließlich würde nachher die Gans den Ofen ganz in Beschlag nehmen.

Nach einem Blick auf die Uhr machte sich der junge Gryffindor auf den Weg auf den Dachboden und wurde dort schon fast von einem alten Bilderrahmen getroffen, welcher von dem anderen nur achtlos hinter sich geworfen wurde. „Sev? Was suchst du denn hier? Wir müssen doch noch den Baum aufstellen und die Gans dann vorbereiten“, sprach Harry verwirrt, während er weiter auf den anderen zuging. Die Gans war zwar noch nicht bereit um weiter verarbeitet zu werden, da sie noch am Auftauen war, aber dennoch sollte der andere doch nicht seine Zeit hier oben verschwenden. Sie waren schließlich nicht umsonst heute morgen um fünf Uhr aufgestanden! Und jetzt war es schon halb sieben.

„Um den Baum aufzustellen, muss ich diesen vermaledeiten Christbaumständer erst einmal finden! Merlin, ich habe den sicher schon seit zwanzig Jahren nicht mehr benutzt“, kam es etwas gedämpft von dem Älteren, da er gerade in einer großen Holzkiste am Wühlen war. Mit hochgezogener Augenbraue mustere der Jüngere seinen Partner. „Du weißt schon, dass wir abgemacht hatten, in diesem Jahr einen Kunstbaum der Muggel zu nehmen? Ich habe ihn doch schon im Wohnzimmer stehen, zwar noch eingewickelt, aber er wartet nur darauf aufgestellt und geschmückt zu werden.“

Von diesen Worten wohl doch etwas erschrocken kam der Tränkemeister aus der Kiste heraus und musterte seinen jungen Geliebten. „Darüber haben wir nicht gesprochen. Ich habe gestern einen echten Weihnachtsbaum bei einem Händler bestellt und der wird wahrscheinlich jeden Moment geliefert“, gab Severus ruhig von sich, während er sein Gedächtnis nach der Information absuchte. Nein, er konnte sich definitiv nicht an ein Gespräch erinnern. Doch das Gesicht des anderen sagte ihm, dass es wohl doch so war, denn die Augen sprühten Wut, während der Mund gefährlich zuckte, als würde er anfangen wollen zu weinen. „Es tut mir leid, Schatz. Ich habe es wohl vergessen“, warf der ältere Schwarzhaarige daher schnell ein, bevor noch eine Katastrophe passieren würde, „Weißt du was? Dein Baum wird ja nicht die Nadeln verlieren. Wir stellen ihn auf jeden Fall im nächsten Jahr auf und in diesem Jahr nehmen wir noch einmal einen echten Baum, ist das in Ordnung?“

Sich innerlich scheltend, dass er nicht noch mal mit seinem Partner vor dem Kauf gesprochen hatte, sah der ehemalige Slytherin sein Gegenüber an und hoffte inständig, dass dieser auch mit dem Vorschlag einverstanden war. Leise seufzend nahm Harry die Arme wieder herunter. Er hatte noch nicht einmal bemerkt, dass er sie trotzig vor der Brust verschränkt hatte. „In Ordnung, aber wehe es läuft nächstes Jahr wieder genauso ab!“, warnte er den anderen mit durchaus furchteinflößenden Blick. Nur weil er jünger war, sollte der andere nicht denken, dass er komplett über ihn bestimmen konnte und er sich das einfach gefallen lassen würde. „Versprochen Schatz. Ich werde es mir gleich …“ Weiter kam der Hogwartslehrer nicht, denn in dem Moment ertönte die Haustürklingel. Und da sie ihre Freunde erst zum Mittagessen bestellt hatten, konnte es nur der Baum sein. „Wir suchen gleich zusammen, Sev. Holen wir ihn erstmal rein“, meinte Harry ruhig, ehe er als erstes die Treppe herunter ging und die Tür öffnete.

„Frohe Weihnachten. Ich habe hier eine Baumlieferung für Mister Snape. Wo soll ich ihn aufstellen?“, wollte auch schon ein rundlicher, etwas älterer Mann wissen, während man im Hintergrund einen LKW mit offener Ladefläche erkennen konnte, auf welchem ein jüngerer Mann gerade am hantieren war. Doch was Harry da auf dem LKW sah, verschlug ihm so die Sprache, dass er im ersten Moment nicht antworten konnte. „Natürlich im Wohnzimmer, wo denn sonst?“, drang aber schon die Stimme von Severus hinter ihm durch den Flur, was ihn wieder in die Realität brachte. „Sev? Der passt nicht ins Wohnzimmer. Komm mal bitte“, rief der junge Mann leicht erstickt, während er an den Wagen heran trat und sich den Baum ansah.

„Wieso passt der nicht, ich habe doch genau …“, doch auch dem Älteren blieb die Sprache für einen Moment weg, als er nach draußen trat und das Monster von einem Baum musterte, was dort einzig und allein auf dem Wagen lag. „Ich habe einen zwei Meter hohen Baum für zwanzig Pfund bestellt! Und keinen zwanzig Meter hohen Baum oder Mer… Gott weiß wie hoch der ist!“, rief er sogleich aufgebracht aus. Das war eine Katastrophe! Und er hatte auch noch bar bezahlt und diesen komischen Wisch unterschrieben, dass er den Baum nicht umtauschen konnte, weil es eben schon einen Tag vor Heiligabend war! „Nein, Mister Snape. In meinen Unterlagen steht eindeutig ein zwanzig Meter hoher Baum für zwanzig Pfund. Schließlich hatten wir gestern Ausverkauf und jede Größe zum gleichen Preis angeboten. Also wo möchten sie ihn hinhaben?“, wollte der Lieferant erneut wissen und wirkte dabei schon recht genervt von dem Ausbruch des anderen.

„Der passt nicht ins Wohnzimmer“, stellte Severus zähneknirschend fest. „Das nicht, aber der Hinterhof ist doch groß genug und wir kommen von hier aus dran. Dann stellen wir ihn da auf und die Nachbarn haben auch gleich was davon“, kam es in diesem Moment von dem jungen Potter, welcher einmal um den Wagen herum gelaufen war und sich den Baum genau angesehen hatte. Er wollte keine Magie auf den Baum anwenden, um ihn zu schrumpfen. Am Ende würden dadurch alle Nadeln ausfallen oder er krumm und schief werden. Er kannte sich eben nicht so gut mit so einer Art von Zauber aus, wie es vielleicht Neville oder Hermione gekonnt hätten. „Nun gut, dann stellen sie ihn bitte im Hinterhof auf“, stimmte Severus seufzend zu, ehe er wieder ins Haus ging und den Zugang zum Hinterhof öffnete.

Eine halbe Stunde später stand der Baum auch fest verankert im Hinterhof und ragte noch über die Hausdächer drüber. „Dann werde ich jetzt mal die grünen und silbernen Kugeln sowie die Lichterketten vervielfältigen, damit wir ihn schmücken können“, mit diesen Worten wollte der Ältere im Haus verschwinden, doch da hatte er die Rechnung ohne den Jüngeren gemacht. „Ich dachte eigentlich, dass wir ihn anders schmücken“, gab der Schwarzhaarige leise von sich.

„Aber Harry, es werden doch überwiegend Slytherins da sein heute, da passt rot-gold einfach nicht.“

„Ich hatte auch eher an blau-silber gedacht.“

„Wir sind keine Ravenclaws“, gab der Tränkemeister ruhig von sich.

„Es wäre aber für uns alle neutraler. Eben weil wir keine Ravenclaws sind“, entgegnete der Gryffindor schon fast trotzig. So langsam entwickelte sich dieses Weihnachten noch zu einem Tag der Diskussionen! Sie hatten schließlich alles vorher besprochen und wenn der andere sich nicht daran erinnerte oder es nicht wollte, so war das sicher nicht sein Problem!

Seufzend sah der Ältere den Baum an. Dieses Jahr war wohl wirklich der Wurm drin. Ein ganz großer, hässlicher Flubberwurm! „Weißt du was? Wir machen es ganz anders. Den Baum hier schmücken wir zur Hälfte rot-gold und grün-silber und im Wohnzimmer stellen wir doch deinen Baum auf und der wird dann blau-silber. Was sagst du dazu?“, versuchte er die Situation noch zu retten und tatsächlich stahl sich ein kleines Lächeln auf das Gesicht des Jüngeren. „In Ordnung, damit bin ich einverstanden und dann können auch alle zufrieden sein“, freute sich der junge Mann, während der Ältere schon ins Haus ging, um die betreffenden Sachen zu holen. „Ähm Schatz, ich will ja nichts sagen, aber hier stinkt es.“

„OH NEIN! Die Plätzchen!“

Wie von der Tarantel gestochen schoss der junge Gryffindor in die Küche und konnte nur noch schwarze Kohle aus dem Ofen ziehen, ehe er mit einem kurzen Zauber wieder für Frischluft sorgte. „Die habe ich durch den Baum ganz vergessen“, seufzte Harry enttäuscht und sah auf die schwarzen, undefinierbaren Formen herab. „Naja, du hast doch in den letzten Tagen genug gebacken, dass dürfte doch reichen“, versuchte Severus den anderen aufzumuntern. „Nein, ich habe keine mehr. Ich habe doch alle verschickt! An Molly, an Luna, an Neville und die anderen. Darum bin ich doch extra so früh aufgestanden, um noch welche für heute zu machen“, mit diesen Worten entsorgte der Held die Überreste im Mülleimer, denn auch ein Zauber hätte nur das Aussehen wieder herstellen können, aber der Geschmack wäre für immer verbrannt geblieben. Es gab eben nicht für alles einen passenden Zauber.

„Dann besorge ich nachher noch ein paar Zutaten und alle werden heute Nachmittag eben mithelfen die Plätzchen zu backen, wenn sie denn welche haben wollen“, gab der Ältere ruhig von sich. Er wollte nicht schon wieder eine Diskussion mit dem anderen haben und am Ende einen Streit vom Zaun brechen am heutigen Tag. „Danke Sev, das ist lieb von dir. Dann lass uns jetzt die Bäume machen, während die Gans noch weiter auftaut. Ich fürchte ich hätte sie früher aus dem Eisschrank nehmen müssen, dass wir das Essen doch etwas verschieben müssen.“

Etwas zerknirscht sah Harry auf die große, zehn Kilo Gans die in einer großen Schale auf der Arbeitsfläche abgedeckt stand und langsam am Auftauen war. „Das brauchen wir doch nicht, dafür gibt es einen ganz einfachen Zauber.“ Ohne das Harry auch nur noch etwas sagen konnte, hatte der anderen seinen Zauberstab geschwungen und die Gans komplett aufgetaut. „Bist du sicher, dass das der Gans nicht schadet?“, wollte der junge Mann skeptisch wissen und besah sich ihr Mittagessen genau. Rein äußerlich hatte sie sich nicht verändert, sie war nun nur komplett aufgetaut und das Wasser war verschwunden. „Unsinn, in Hogwarts kochen die Hauselfen doch schließlich auch mit Magie und bisher hat es dem Geflügel nie einen Abbruch getan. Ich werde jetzt mit dem Baum im Hof anfangen, während du die Gans in den Ofen bekommst und dann machen wir deinen Baum zusammen.“

Daraufhin konnte der Kleinere nur nicken und machte sich auch sogleich daran die Gans für den Ofen bereit zu machen. Was bei der Größe doch schon eine kleine Herausforderung war. Aber schließlich hatten sie ja alle zusammen beschlossen, dass sie schon ab Heiligabend von der Gans essen wollten und dann auch am ersten und zweiten Weihnachtstag und sie waren schließlich zu fünft.

Eine Weile später war die große Gans im Backofen verschwunden und Harry konnte sich nun dem Baum im Wohnzimmer widmen, während er durch das Fenster beobachten konnte, wie Severus gerade die letzten Lampen im Hof am großen Baum anbrachte. Merlin sei Dank hatte der andere wohl einen Verschleierungszauber auf sein Grundstück gerade gesprochen, denn sonst hätten die Nachbarn schon längst die Polizei gerufen, wenn sie den anderen so um den Baum herum schweben sehen würden. Doch wahrscheinlich würden sie ihn auf einer großen Leiter sehen, je nachdem was der Ältere für einen Zauber gewirkt hatte, um seine Aktion durchzuführen.

In aller Ruhe baute er währenddessen den künstlichen Baum auf und sah ihn sich noch einmal genau an. Hmm, Grün war so ganz klassisch. Irgendwie gefiel ihm das nicht, da ja schon ein grüner Baum im Hof stand. Und blau-silber würde auch bei einer anderen Baumfarbe viel besser zur Geltung kommen. Schnell hatte der Jüngere seinen Zauberstab geschwungen und schon zeigte sich der neue Baum in einem sanften Weiß. Ja, das sah doch schon wesentlich besser aus. Jetzt noch die passenden Kugeln und auf die Spitze den Eiskristall den er besorgt hatte, dann würde er richtig edel wirken.

„Du hast ihn schon aufgestellt. Aber war der nicht vorhin noch grün?“, wollte Ältere etwas verwirrt wissen, als er gerade von draußen rein kam und seinen jungen Geliebten im Wohnzimmer mit einem komischen Gesichtsausdruck vorfand. „Ja, aber ich fand weiß schöner und dann werden die blauen und silbernen Kugeln auch viel besser wirken“, gab eben dieser auch gerade von sich. Gut, wenn dieser meinte. Er hatte wirklich nichts dagegen, nachdem er jahrelang gar nicht geschmückt hatte, dass er nun etwas neues ausprobierte.

Ohne ein weiteres Wort zu sagen holte er die Kugeln und das Lametta von draußen herein, was beim Schmücken des großen Baumes übrig geblieben waren, ehe er noch einmal kurz auf dem Dachboden verschwand und wenig später mit Kerzen zurück kam. „Ich weiß, sie sind nicht Blau und Silber, aber das können wir ja mit einem einfachen Zauber schnell ändern“, gab der Meister der Tränke ruhig von sich und sah seinem Partner dabei zu, wie dieser sich die Kugeln ansah und sich am Ende für zwei verschiedene Sorten entschied, die er so häufig vervielfältigte, wie sie es an diesem Baum brauchten.

„Und jetzt kommt noch das Wichtigste“, mit diesen Worten verschwand der junge Mann in seinem Zimmer und kam kurz darauf mit einem länglichen Päckchen wieder.

„Hilfst du mir?“

Wer hätte diesem süßen Blick schon wiederstehen können?, dachte sich Severus schmunzelnd, ehe er seinen Schatz mit Leichtigkeit hochhob und ihn die wirklich schöne Spitze auf den Baum setzen ließ. Und dieses Strahlen in den Augen des Jüngeren ließ ihn die stressigen letzten Tage wieder vergessen. „Aber Sev, ist es nicht etwas gefährlich mit echten Kerzen? Der Baum ist schließlich aus Plastik“, warf Harry durchaus besorgt ein, als der andere ihn wieder runter gelassen hatte. „Mach dir keine Sorgen, dass sind magische Kerzen, die können nicht brennen“, gab der Schwarzhaarige ruhig von sich. Und er war sich ziemlich sicher, dass da nichts passieren konnte. Denn die Kerzen waren wirklich schon sehr alt und früher hatte er ja auch noch einen Baum aufgestellt und da war nie etwas passiert.

„In Ordnung, ich vertraue dir.“

Lächelnd lehnte sich der Jüngere an seinen Partner und betrachtete einen Moment den Baum.

„Ich gehe schon mal den Tisch decken und noch etwas aufräumen.“

Glücklich löste sich Harry von dem anderen und machte sich daran, alles weitere vorzubereiten, während der andere sich wenig später auch zum Einkaufen verabschiedete, damit sie doch noch Plätzchen backen konnten.

Wenige Stunden später war das Haus noch festlicher geschmückt, mit grünen Girlanden um den Fenstern und Tannenzweigen auf dem großen Esstisch. Aus der Küche roch es schon sehr lecker nach der Gans und die Zutaten für weitere Plätzchen befanden sich auch wieder in den Schränken. „Jetzt können die anderen kommen“, lächelte der jüngere Schwarzhaarige glücklich, während er die Kartoffeln abschüttete und das Gemüse abschmeckte. „Sie kommen sicher gleich, geh dich deshalb schon mal umziehen“, gab Severus schmunzelnd von sich. Sie hatten es nach den anfänglichen Schwierigkeiten doch noch geschafft es schön weihnachtlich zu machen und er selber trug auch schon etwas anderes als seine schwarzen Schulroben.

„Ja, mache ich. Passt du auf das Essen auf?“

„Natürlich und jetzt beeil dich, ich rechne jeden Moment mit den anderen.“

Das ließ sich der Jüngere nicht zweimal sagen, schon war er in seinem Zimmer verschwunden und zog sich um. Und kaum hatte er den letzten Knopf am Hemd geschlossen, klingelte es auch schon an der Tür. Wenigstens waren ihre Freunde heute auch pünktlich, sonst würde die ganze, schöne Planung noch den Bach runter gehen.

Gut gelaunt ging der junge Mann die Treppe herunter und wurde sogleich von seinem besten Freund umarmt. „Hey Kumpel, frohe Weihnachten. Mum lässt schöne Grüße ausrichten und bedankt sich ganz herzlich für die tollen Plätzchen“, sprudelte es auch schon aus dem Rothaarigen heraus, ehe er den Platz für seinen blonden Partner frei räumen musste. „Dir auch frohe Weihnachten, Ron. Hey Draco, dir auch frohe Weihnachten“, begrüßte der Kleinste der Runde den anderen mit einer kurzen Umarmung.

„Danke, Harry. Nett habt ihr es hier geschmückt, aber ist der Baum im Hof nicht etwas übertrieben? Natürlich bei uns im Manor steht auch so ein hoher Baum, aber hier ist er doch etwas zu wuch…“

„Draco, wir wollen heute nicht über die Dekoration sprechen, sondern einen schönen Tag genießen. Hier Harry, das hat mir Remus geschickt“, mit diesen Worten unterbrach Lucius seinen Sohn und reichte dem jungen Helden ein kleines Päckchen.

„Danke. Wie geht es Remus eigentlich?“

Er hatte seinen Ersatzpaten seit Beginn der Weihnachtsferien nicht mehr gesehen und machte sich doch etwas Sorgen wegen dem Ort, wo er seine Ferien verbringen wollte. „Oh, ihm geht es gut. Genauso wie Fenrir und Sirius. Sie sind alle beide gut in der Kolonie aufgenommen wurden und die Werwölfe dort bewundern ihn, dass er in seinem Alter nun doch noch den Entzug vom Wolfbanntrank machen möchte, da er ja sein Rudel nun immer um sich hat“, erklärte Lucius lächelnd, auch wenn er sich Sorgen um seinen Partner machte. Doch er vertraute da auf Fenrir, dass dieser auf seinen Welpen aufpassen würde.

„Das ist schön. Dann setzt euch schon mal ins Esszimmer, ich hole die Gans aus dem Ofen.“

Bestimmend sah der junge Mann die anderen an, ehe er das Päckchen von Remus auf einem kleinen Beistelltisch im Eingangsbereich ablegte und in die Küche ging. Dort waren die Kartoffeln und das Gemüse schon in Porzelanschalen umgefüllt und mit einem Wärmezauber belegt wurden. Lächelnd holte Harry einen große Platte hervor und öffnete den Ofen, um die Gans darauf zu legen, als er einen Schock bekam. Das durfte doch wohl nicht wahr sein! Entsetzt nahm er die Gans heraus und ja, sein Blick hatte ihn nicht getrübt.

Aus dem zehn Kilo schweren Tier war ein nur noch knapp zwei Kilo schweres Tier geworden. Das durfte doch nicht wahr sein! Eine Gans konnte doch nicht so stark zusammen schrumpfen! Oder…? Der Auftauzauber von Severus. Vielleicht hatte dieser nicht richtig gewirkt und der Gans nicht nur das Eis und Wasser entzogen, sondern auch noch das Gewicht. Wie sollten sie jetzt drei Tage davon essen?

Seufzend dekorierte der junge Mann ihr nun wesentlich kleineres Essen, ehe er eine Soße aus dem Sud herstellte und alles ins Esszimmer brachte. Natürlich fielen gleich alle Blicke auf das kleine Geflügel und ein sehr ernster Blick von ihm traf seinen Partner, welcher nur die Stirn runzelte, sich aber einen Kommentar verkniff. Da mussten sie sich wohl morgen bei seinem Vater einquartieren zum Essen.

„Lasst es euch schmecken.“

Ohne ein Wort über das Unglück mit der Gans zu verlieren, begann Severus eben diese aufzuschneiden und die Stücke an ihre Gäste und anschließend an sich und Harry zu verteilen. Wie konnte die Gans bitte schrumpfen? Das passierte doch nicht und wenn doch, dann nicht gleich um fast acht Kilo!

Das Essen verlief stillschweigend. Es war schon fast eine unangenehme Stille, ehe der Tränkemeister sein Besteck beiseite legte. „Ich muss kurz etwas überprüfen“, mit diesen Worten rückte er seinen Stuhl nach hinten, stand auf und verschwand im Keller des Hauses. Vielleicht hatte er ja noch etwas Fleisch eingelagert, damit ihr Essen die nächsten Tage gerettet war.

Innerlich seufzend räumte der junge Schwarzhaarige zusammen mit seinem besten Freund den Tisch ab, während die anderen beiden schon einmal ins Wohnzimmer gingen. Von dort aus vernahmen Ron und Harry nur wenige Augenblicke später einen spitzen Schrei, welcher sie in das betreffende Zimmer lockte. Dort konnten sie nur noch mit ansehen, wie Lucius seinen Zauberstab schwang und den brennenden Baum löschte. „Ich habe ihm doch gesagt, dass man keine echten Kerzen an einen Kunstbaum anbringt“, murmelte Harry erstickt und sah mit traurigem Blick auf die geschmolzenen Überreste des Baumes. So hatte er sich das erste Weihnachten im Haus seines Partners nun wirklich nicht vorgestellt! Gerade wollte er seinen Zauberstab ziehen, um alles wieder in Ordnung zu bringen, als er von der Straße her Sirenen hörte.

„Was ist das?“

„Das wird die Feuerwehr sein, Draco. Irgendein Nachbar wird die Flammen durchs Fenster gesehen und diese gerufen haben“, gab der junge Mann schnell Auskunft, ehe er geistesgegenwärtig einen Eimer mit etwas Wasser darin neben den Baum zauberte und den anderen andeutete, ihm unauffällig nach draußen zu folgen. Genau in diesem Moment kamen auch schon zwei Fahrzeuge der örtlichen Feuerwehr vorgefahren und ein jüngerer Mann in Ausrüstung wies sie an, bei einem Fahrzeug zu warten, während zwei weitere Männer ins Haus gingen und auch der ältere Schwarzhaarige nun aus dem Haus kam. „Was ist denn hier los?“, verlangte Severus sogleich zu wissen, nachdem ein Feuerwehrmann ihn aus dem Keller gescheucht hatte. „Der Baum hat gebrannt und ein Nachbar hat wohl die Feuerwehr gerufen“, zischte Harry leise, aber durchaus wütend dem anderen entgegen. Dieser konnte nur betrübt schweigen. So war ihr erstes gemeinsames Weihnachtsfest sicher nicht geplant gewesen.

Wenige Augenblicke später kamen auch schon die Männer der Feuerwehr wieder heraus und verkündeten, dass der Brand schon gelöscht gewesen sei und sie nun nur noch für Frischluft sorgen mussten. Einer dieser Männer kam, nachdem er seine Ausrüstung abgelegt hatte, auf ihre kleine Gruppe zu und musterte sie eingehend. „Mister Snape, wenn sie schon einen Kunstbaum im Haus aufstellen, dann sollten sie da auch künstliche Lichter dran machen. So wie sie es auch im Hof getan haben. Echte Kerzen sollte man generell nicht mehr verwenden und schon gar nicht an einem Kunstbaum! Dennoch frohe Weihnachten.“

Entgeistert sah Severus dem Mann nach. Versteh einer diese Muggel.

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