Den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen

vor 1 Mon.
Draco genießt sein Leben und seine Bekanntschaften. Dafür hat seine Familie langsam kein Verständnis mehr, die endlich möchte, dass Draco vernünftig wird und sich neben seiner Arbeit auch auf den Erhalt der Familie kümmert. Daran denkt er aber ganz und gar nicht und ist froh, dass seine beste Freundin ihn jedes Mal den Rücken stärkt und v..
Harry Potter P18 Romanze In Arbeit
Inhaltsverzeichnis
Bemerkung des Authors: Diese Geschichte wurde von mir am 27.08.2018 auf FF.de online und am 01.11.2018 fertig gestellt.

Kapitel 1

Er streckte sich verschlafen, als sein Zauberstab unter dem Kopfkissen vibrierte. Er griff danach und das Vibrieren hörte auf. Er schob den Frauenarm weg und drehte sich auf die Seite um weiterzuschlafen. Sein Kopf dröhnte leicht. Er blinzelte verwirrt, als ein nerviges Klingeln an seine Ohren drang.
„Merlin nochmal.“, fluchte er und tastete auf den Boden unter dem Bett. Er fand seine Hose und zog das Handy hervor. Der bekannte Name blinkte auf. „Tori.“, murmelte er als er abhob.
Warum zur Hölle hatte er sich überreden lassen dieses Muggelding anzuschaffen? Sicher es war praktisch um Kontakt zu halten und auch für die Arbeit ganz nützlich. Trotzdem.
„Wo bist du?“, fragte die bekannte Stimme und er hörte im Hintergrund das Geräusch von Leuten und Autos.
Sie war also schon auf den Beinen. Er hob müde den Kopf und sah auf seine Bettnachbarin. Blonde Locken und ein nicht zu verachtender nackter Oberbau wurden von ihm erblickt.
„Ashley B.“, brummte er und drehte sich gähnend auf den Rücken.
Diesen Busen würde er überall wiedererkennen.

„Himmel Draco. Nicht schon wieder Ashley B.“, schimpfte Astoria. „Die hängt dir noch ein Kind an. Dann kannst du sie heiraten.“
Er lachte rau. „Keine Sorge. Ich habe vorgesorgt.“
Er war nicht dämlich. Er wusste wie viele Frauen es auf sein Erbe und seinen Namen abgesehen hatten. Astoria schnaubte.
„Ich bin in fünfzehn Minuten da.“
Sie legte auf und er streckte sich einen Moment, bevor er aufstand und den Weg ins Bad suchte. Er duschte heiß, was seine Muskeln entspannten und ihn langsam wach werden ließ. Er hatte es gestern wirklich übertrieben. Blaise hatte noch gesagt, er sollte nachhause apparieren. Was Draco nicht getan hatte. Er hatte Ashley im Club getroffen. Sie hatten nicht viel miteinander gesprochen, sondern waren vom Knutschen hier gleich übergegangen zum gutem alten Sex. Er kannte die Blondine sicherlich schon seit zwei Jahren. Sie hatten immer wieder ein Stelldichein miteinander. Nichts Weltbewegendes. Sie war hübsch und der Sex gut. Was wollte Mann mehr?

Er stellte das Wasser ab, wickelte sich ein Handtuch um die Hüfte und begann seine Haare zu trocknen. Er tapste barfuß ins Schlafzimmer zurück und sammelte seine Kleidung zusammen, die er im Flur auf einen Haufen fallen ließ, als es Sturm klingelte. Die Wäsche sollte eine der Hauselfen abholen. Er ging zur Wohnungstür und machte auf. Nur um auf eine brünette junge Frau zu blicken, deren rehbraunen Augen funkelten. Astoria. Sie trug einen schwarzen Rock, der leicht ihre Beine umspielte und dazu eine kurzärmelige weiße Bluse. Ihre Haare waren zu einem hohen Zopf gebunden.
„Morgen.“, meinte er strahlend und sie stieß ihn zur Seite, um die Wohnung zu betreten.
„Ich bin morgen pünktlich. Versprochen.“, äffte sie seine Worte von gestern Abend nach und er rollte mit den Augen, während er die Haustür zuschmiss.
Sie ging zielsicher in die Küche. Sie kannte sich hier bereits aus und das obwohl es weder ihre noch seine Wohnung war. Das sollte schon was heißen.

Sie sah ihn böse an, während sie den Behälter mit den zwei Kaffeepappbechern auf die Küchenablage stellte und die braune Tüte daneben.
„Ich bin nicht deine Hauselfe, Draco.“, sagte sie böse. „Ich habe Montagmorgen wirklich besseres zu tun, als vor deiner Wohnung zu warten, um dann festzustellen, dass du wieder nicht da bist. Dir dein scheiß Zeug zu holen und dich von deinen nächtlichen Sportbetätigungen abzuholen. Ohne scheiß. Weißt du eigentlich, was ich bin?“
Er nahm ihr die Kleiderbügel in dem Schutzbeutel ab. Frische Klamotten. Seine frischen Klamotten. Und drückte ihr einen Kuss auf die Wange.
„Meine allerliebste und beste Freundin.“
„Wichser.“, meinte Astoria und er gluckste, während er ins Bad ging, um sich umzuziehen.

Er kannte Astoria praktisch schon ein ganzes Leben lang. Was wohl so üblich war, wenn die Eltern der hohen Gesellschaft angehörten und natürlich auch die Kinder zusammen spielen ließen. Richtig befreundet und sich besser kennen, taten sie aber erst, nachdem Draco sein siebtes Schuljahr, nach dem Krieg, wiederholt hatte und mit Astoria in einem Jahrgang war. Er wusste immer noch nicht, wie es eigentlich zustande gekommen war, aber sie verstanden sich auf Anhieb. Es war beinahe gruselig. Zumindest sagte das damals sehr oft Blaise.
„Draco hat eine Freundin, die er nicht knallt. Es geschehen noch Wunder.“
So ein Unsinn. Astoria war … Wie eine kleine Schwester die er nicht hatte. Seine bessere Hälfte, die mitdachte, wenn er es schon nicht mehr tat.

Ohne sie wäre er vermutlich immer noch nicht mit dem Studium fertig und er wäre sicherlich schon von der Arbeit gefeuert worden. Sie war ein rettender Schutzengel. Sein rettender Schutzengel. Er zog die frische Unterwäsche an, dass Hemd und den grauen Anzug, den sie mitgebracht hatte und ging mit der ungebunden Krawatte zurück in die Küche, nachdem er sein Handy eingesteckt hatte.
„Oh Bagel zum Frühstück.“, fing er an und wollte bei ihrem abbeißen, doch sie stieß ihn weg.
„Finger weg. Das ist meiner. Du hast dir keinen Bagel verdient.“
„Ach komm schon, Tori. Sei nicht böse, ja?“ Er sah dabei zu, wie sie provokant in ihren Serrano Bagel biss und er sah sie weiterhin an, bevor sie die braune Papiertüte rüber schob. Er grinste, als er die Tüte öffnete und der gleiche Bagel darin war. „Du bist ein Schatz.“
„Nein. Ich bin eine Idiotin, dass ich das schon wieder mache. Das nächste Mal gehe ich einfach in die Arbeit.“

Er biss in den Bagel hinein. „Sei nicht böse auf mich. Das ertrage ich nicht.“
„Spinner.“, schimpfte sie und ihre Augen richteten sich auf seine Krawatte. „Bei Merlin und Morgana, wann lernst du das?“ Er streckte seine Hände aus, als sie seine Krawatte band, damit er sie nicht mit seinem Bagel beschmierte. „Du bist so ein verdammtes Kind.“
„Du hast mich trotzdem gern.“, grinste er.
„Arschloch.“, murmelte sie und setzte sich dann wieder auf den Barhocker um ihren Bagel weiter zu essen. Sie beide blickten auf, als Ashley in einem Bademantel hereinkam.
„Du schon wieder.“, maulte die Blondine und Astoria rollte mit den Augen.
„Guten Morgen Ashley.“
Ashley küsste Draco auf die Wange und umarmte ihn von hinten.
„Musst du wirklich schon gehen, Darling?“
Draco verkniff sich ein Lachen, als Astoria so tat, als müsste sie sich übergeben. Wer war hier kindisch?
„Ja.“, erwiderte Draco und befreite sich von der Blondine, während Astoria ihren Kaffeebecher packte und schon von der Küche heraus spazierte. Er selbst griff nach dem zweiten Becher. „Aber vielleicht sieht man sich bald wieder.“

Draco holte Astoria unten auf der Straße ein. Er ging neben ihr her, während sie Richtung Büro gingen. Sie sagte nichts. Bis zu der letzten Kreuzung vor dem Bürokomplex in dem sie arbeiteten.
„Mal ehrlich Draco, was findest du an diesen dummen Hühnern?“
Er zuckte die Schultern. „Das ist rein körperlich.“
„Dein Schwanz bringt dich irgendwann noch in Schwierigkeiten.“ Er gluckste und sie rollte mit den Augen. „Ernsthaft. Dein Vater sitzt dir doch ohnehin schon im Nacken. Musst du ihn noch mehr provozieren?“
Solange er kein uneheliches Kind zeugte, war das Lucius egal. Er lag Draco schon seitdem Studium in den Ohren endlich eine Verlobte zu suchen und sich zu binden.
„Du musst an die Familie denken. An den Fortbestand.“, schimpfte sein Vater immer.
„Ich weiß gar nicht, was er sich so aufregt. Er wurde selbst erst Vater mit zweiunddreißig.“
Astoria schnaufte angestrengt aus. „Deine Eltern waren aber bereits in Hogwarts einander versprochen und haben geheiratet, als deine Mutter einundzwanzig war.“

„Hast du meine Familienchronik auswendig gelernt?“, fragte er scherzend und sie gingen über den Fußgängerüberweg, als es grün wurde.
„Das war nicht nötig. Der Unterscheidet sich nicht viel von dem meiner Eltern.“
„Bitte hör auf beleidigt zu sein. Du weißt das ich, das nicht ertrage.“
„Ich bin nicht beleidigt.“, erklärte sie. „Ich hasse es nur, wenn man sich auf dich nicht verlassen kann.“
Als sie das Gebäude betraten, stiegen sie in den Aufzug ein und Draco kniff sie leicht in die Seite.
„Ich mache es wieder gut. Versprochen.“
Er küsste sie erneut auf die Wange und sie boxte ihn.
„Hör auf. Wie sieht denn das aus?“ Er lachte leise, während der Aufzug nach oben in die fünfte Etage fuhr, wo sich die Kanzlei befand, in der sie beide arbeiteten. Sie waren nur die kleinen Rädchen in der großen Kanzlei. Gut zwanzig Anwälte arbeiteten unter den drei Geschäftsgründern und sie waren zwei von den zwanzig. „Guten Morgen, Martha.“, begrüßte Astoria eine der drei Empfangsdamen.
„Guten Morgen, Miss Greengrass. Ihre Post ist bereits auf ihrem Schreibtisch. Ihre auch, Mr. Malfoy.“

Er nickte stumm und wollte schon gehen, als Martha meinte. „Und sie haben Blumen bekommen, Miss.“
„Danke.“ meinte Astoria knapp und er folgte ihr in ihr Büro.
Das Büro, das nur eine Tür von seinem entfernt war. Und tatsächlich stand auf dem Schreibtisch ein bunter Blumenstrauß.
„Wer schickt dir Blumen?“, wollte er wissen und Astoria griff nach der Karte.
„Robert.“, meinte sie knapp und er ächzte auf.
„Du gehst doch nicht wirklich mit diesem Langweiliger Robert Harris aus.“
„Er hat mich zum Abendessen am letzten Sonnabend eingeladen und er ist kein Langweiler.“
„Er passt nicht zu dir.“, erklärte Draco sachlich.
Sie würde verkümmern.
„Draco, das geht dich einen Dreck an und jetzt geh in dein Büro und mache deine Arbeit. Oder muss ich dich dort auch noch hinbringen?“
Er rollte mit den Augen. „Schon gut. Schon gut.“ Er wollte gehen und blieb in der Tür stehen. „Aber beim Mittagessen heute bleibt es, oder?“
Sie nickte. „Sicher.“
Das war seine Astoria. Sie war nie lange auf ihn sauer und dafür mochte er sie.

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