lifetime love

vor 15 Tagen
Mut ist eine Tugend. Jeder ist in seinem Leben, auf seine Art und Weise mutig.Manchmal wird es belohnt, manchmal wird man dafür verachtet.Aber immer wieder, stellt einen das Leben, vor Dinge die Mut erfordern. Was wenn man diesen Mut schon eher gehabt hätte? Wäre dann alles anders verlaufen?
Harry Potter Drama P18-M+M Romanze In Arbeit
Inhaltsverzeichnis
  • Im verbotenem Wald

Im verbotenem Wald

Malfoy, dieser Idiot, hatte uns bei McGonagall angeschwärzt, weil er uns bei Hagrid gesehen hatte. Nun saßen wir alle gemeinsam im Schlamassel und mussten Strafarbeit machen.

Filch empfing uns am späten Abend in der großen Halle und brachte uns mit einer Lampe, in der schwach eine Kerze brannte, hinüber an den Rand des verbotenen Waldes. Auf dem Weg dahin erzählte er uns, dass dort, fiese und gefährliche Kreaturen hausen und wir uns Sorgen darüber machen sollten, ob wir lebend wieder heraus kämen. Die einzige Genugtuung, die wir hatten war, dass Malfoy genauso in den verbotenen Wald musste, wie wir. Er fand es zwar sehr ehrenvoll, uns verraten zu haben nur leider hatte sein unterbelichtetes Hirn, nicht mitbekommen, dass auch er sich außerhalb seiner Kerker aufhielt, nach der Sperrstunde. Tja, manchmal war es eben nur semi-originell, sich bei den Lehrern einschleimen zu wollen. Gerade bei Professor McGonagall.

Am Rande des verbotenen Waldes, wartete Hagrid ungeduldig auf uns.

„Da seid ihr ja endlich“, brummte er. „Harry, Hermine, Ron, “ grüßte er uns persönlich, da er wusste, dass wir ja eigentlich nur seinetwegen hier waren.

Und auch wussten wir, dass es gleichzeitig eine Entschuldigung an uns war.

„Hier, Hagrid, hast du die Bälger. Ich hoffe ihnen stößt nichts zu, aber versprechen würde ich ihnen das nicht.“brummte Filch missmutig und wackelte dann zurück zum Schloss.

„Schüler dürfen nicht in den verbotenen Wald“, schnarrte Malfoy.

„Nun, Mister Malfoy, heute schon“ ,gab Hagrid murmelnd von sich.

„Irgendetwas im verbotenen Wald schlachtet Einhörner ab. Es gibt nichts Grausameres, als das reinste Wesen auf dieser Welt zu schänden“, erklärte er weiter.

„Und wie sollen wir das Etwas finden? Geschweige denn das Einhorn?“ fragte Malfoy wieder und ich glaubte mich zu täuschen, aber ich hörte so etwas wie Angst und Zweifel in seiner Stimme.

„Folgen Sie einfach dem silbernen Blut und Sie werden schon das Einhorn finden“, brummte Hagrid wieder und sah uns mit grimmiger Entschlossenheit an.

„Aber ich nehme Fang mit“, meinte Malfoy, wieder selbstbewusster, aber immer noch nicht überzeugt davon den Wald wirklich betreten zu müssen.

„Meinetwegen“, meinte Hagrid lachend „Aber du solltest wissen, dass er ein elendiger Feigling ist.“

Malfoy griff sich Fangs Halsband dennoch und nahm die Laterne entgegen, die Hagrid ihm hinhielt.

„Wir teilen uns in zwei Gruppen auf. Ich nehme Hermine und Ron mit und du, Harry, gehst mit Malfoy“, bestimmte er. Ich beugte mich, Augen rollend, meinem Schicksal mit gleich zwei Feiglingen unterwegs sein zu müssen.

„Wenn ihr etwas entdeckt, schießt ihr rote Funken in den Himmel. Genau so wenn ihr glaubt eine Gefahr kommt auf euch zu“, meinte er und ging dann voran in den Wald. „Los! Es ist schon spät“, brummte er wieder.

„Das ist alles deine Schuld Malfoy“, fauchte ich und betrat dann mit ihm den Wald. An der ersten Gabelung des Weges trennten wir uns von den anderen und gingen weiter in den Wald hinein.

„Ich werde das meinem Vater erzählen. Schüler dürfen nicht in den Wald“, meinte er selbstbewusster, als er eigentlich war. Ich schnaufte nur. Was fiel ihm ein? Als ob sein Vater irgendetwas ausrichten könnte. Er hatte Scheiße gebaut, das war nun die Bestrafung, es nicht wieder zu tun. Ende.

„Das kommt davon wenn man so selten dämlich ist wie du und glaubt uns in die Scheiße reiten zu können während selber ungeschoren davon zu kommen. Du selten-dämlicher Idiot. Such doch mal die Fehler bei dir und nicht bei allen anderen. Daddy kann dich nicht immer beschützen“, fuhr ich ihn an und stapfte zielstrebig den Weg entlang, den Zauberstab fest umklammert.

Ich hörte mir weiterhin an was Malfoy alles so sinnloses von sich gab und blieb dann an einer kleinen Lichtung stehen. „Psst“, meinte ich nur zu ihm und deutete auf das Geschehen dort unterhalb unseres Weges.

Die Lichtung bestand nur aus Erde und toten Bäumen. Dazwischen, in einer Mulde, ein totes Einhorn und davor eine Kreatur, die meine Narbe schmerzhaft zum kribbeln brachte, während es am Hals des armen Tieres hing. Silberne Flüssigkeit tropfte aus dessen Hals und eine kleine Lache davon bildete sich darunter.

Es war ein grausames Bild.

Als das Kribbeln schmerzhafter wurde, fasste ich mir an die Stirn und sah zu dem versteinerten Vollidioten neben mir, der einen Schritt rückwärts machte und dadurch, zweige unter seinem Fuß brechen ließ, was die Kreatur auf uns aufmerksam machte.

Sie drehte sich zu uns um. Ihr Gesicht war nicht sichtbar. Sie schwebte knapp über dem Boden, ähnlich wie ein Geist, aber es war keiner. Seine obere Hälfte wirkte nicht durchsichtig, aber seine Beine fehlten. Meine Narbe brannte nun wie Feuer und nun kam es auf uns zu geflogen. Fang nahm reiß aus und Malfoy drückte meine Hand.

Er drückte meine Hand? Was war hier los. Warum griff er überhaupt danach und warum war er nicht schon lange, wie sonst immer, verschwunden? Er hätte doch eigentlich schon geschrien, wenn, ein Eichhörnchen unseren Weg gekreuzt hätte. Aber hier war gar nichts. Man hörte kein Rauschen der Bäume, keine Eulen schreien oder gar eine Maus vorbei huschen. Hier war es einfach toten still und wenn man Hagrid glauben durfte, erwartete einen chlimmeres als der Tod, wenn man ein Einhorn verletzte.

Nun schien er bemerkt zu haben, dass er meine Hand festhielt und ließ mich auf der Stelle los als hätte er sich verbrannt. Allerdings konnte ich mir darum nun keine Gedanken machen, denn die Gestalt kam immer näher auf uns zu.

Malfoy war verschwunden.

Ich blieb wie angewurzelt stehen. Ich wusste, ich sollte auch besser verschwinden aber mein Körper gehorchte mir nicht mehr. Keines meiner Glieder zeigte auch nur annähernd, das Bedürfnis, sich regen zu wollen.

„Harry“, hörte ich Malfoys Stimme. „Harry, komm da sofort weg. Du weisst nicht was das ist. Was es mit dir macht“, hörte ich ihn wieder, fast flehend.

Was war das da in seiner Stimme? War er besorgt um mich? Warum war er überhaupt noch da? Das war so gar nicht Malfoyhaft.

Meine Narbe brannte wie flüssige Lava und es fühlte sich an, als würde mir der Schädel gespalten, je näher das Etwas auf mich zukam. Übelkeit machte sich in mir breit und je näher es rüber schwebte, desto näher war ich einer Ohnmacht.

Ich hörte Malfoy nach mir rufen, Hufgetrappel, laute Stimmen und als ein halb Mensch, halb Pferd auf mich zu galoppierte, rauschte diese Gestalt einfach über mich hinweg.

„Was war das?“ fragte ich verwirrt, als der Schmerz in meiner Stirn wieder nachließ.

„Mister Potter, Sie sollten nicht hier sein“, meinte das Pferd-Mann Wesen vor mir.

„Wer sind Sie und warum kennen Sie mich?“ fragte ich weiter.Dann drehte ich mich suchend um „Draco?“ rief ich, aber bekam weder eine Antwort, noch konnte ich ihn sehen.

Hatte ich mir das alles etwa eingebildet? War sein Rufen nach mir, nur die Ausgeburt meiner Fantasie und meiner Angst? Nein. Ich war mir sicher, dass er es war. Er ist nicht abgehauen, wie er es sonst getan hätte. „Draco!“ rief ich nochmals, aber wieder kam der Blonde nicht zum Vorschein.

Schliesslich drehte ich mich wieder zum Pferd-Mann Wesen und war auf seine Antwort gespannt.

„Ich bin Bane. Einer der Zentauren, die hier leben. Auch wenn Sie es nicht glauben, Mister Potter, bei uns sind Sie genauso berühmt. Was Sie aber nicht unbedingt beschützt, wie Sie erst kürzlich am eigenen Leibe erfahren mussten“ ,stellte er sich vor. Ich sah ihn weiterhin an, hörte aber dann in der Ferne, Hagrid, Hermine und Ron nach mir rufen und entschloss sie aber vorerst auszublenden. Ich brauchte Antworten.

„Was war das?“ fragte ich wieder.

„Etwas wirklich grauenhaftes. Wer so weit geht, etwas so reines wie ein Einhorn abzuschlachten und davon zu trinken, der ist dem Tode näher, als dem Leben“, erklärte er mir ruhig. Das war ja schön und gut aber dennoch wusste anscheinend niemand wer oder was dieses Wesen war. Verdammt. Mein Kopf war fast geplatzt deswegen.

„Harry? Geht es dir gut?“ hörte ich Hermines Stimme an meinem Ohr. Ich sah sie an und rieb mir über die Narbe.

„Ja, dank Bane geht es mir gut“, meinte ich dann etwas leise. „Habt ihr Malfoy gesehen?“ fragte ich sie und konnte die Sorge um ihn nicht ganz aus meiner Stimme verbannen.

„Danke Bane“, hörte ich Hagrids tief brummende Stimme und sah ihn an. „Lasst uns zum Schloss hoch gehen“, befahl er dann fast und ich bemerkte einen kleinen Zettel, der immer wieder an meinen Arm stieß. Ich öffnete ihn schnell.

„Um Mitternacht im Klassenzimmer für Verwandlung.“

Malfoy.

„Okay“, murmelte ich mir selber zu und folgte den Anderen aus dem Wald. Wohl wissend, dass ich den freiwillig nicht wieder betreten wollen würde.

Im Gemeinschaftsraum angekommen, wollten Hermine und Ron mich mit Fragen bombardieren, aber ich wehrte ab und stieg direkt die schmalen, ausgetretenen Stufen, die seit Jahrhunderten benutzt wurden, zu unserem Schlafsaal empor. Dort lies ich mich völlig erschöpft auf mein Bett sinken und wartete darauf, dass ich endlich los konnte, um Malfoy zu treffen. Ich war sogar ein wenig aufgeregt deswegen. Warum wusste ich aber nicht. Immerhin war er verschwunden. Ob versteckt oder weg, tat da nichts zur Sache, er war einfach nicht weg gewesen. Hatte er wirklich nach mir gerufen, damit ich mich in Bewegung setzte?

Unbewusst rieb ich mir über meine Narbe, sah auf Nevilles Uhr und versteckte mich unter meinem Tarnumhang. Wenn Hermine noch im Gemeinschaftsraum sitzen würde, war das die bessere Alternative nicht Rede und Antwort stehen zu müssen.

Leise kletterte ich aus dem Porträtloch und machte mich auf dem Weg zum Klassenzimmer für Verwandlung. Unterwegs wich ich Mrs Norris aus und begegnete Snape und Quirrel, die sich anscheinend zu verfolgen schienen. Wer von beiden wen konnte ich nicht erkennen. Darum würde ich mich auch ein anderes Mal kümmern, ich hatte schließlich eine Verabredung.

Langsam bog ich um die Ecke und öffnete leise die Tür zum Klassenzimmer und sah ihn dort schon stehen. Er lief nervös hin und her und seine Miene war besorgt. Lautlos zog ich den Umhang von meinem Körper und sah ihn an.

„Malfoy?“ machte ich mich unwirsch bemerkbar.

„Das wurde aber auch Zeit, Potter!“ spuckte er, wie eh und je, völlig abwertend aus.

„Jetzt bin ich ja da“, meinte ich nur und setzte mich auf einen der Tische.

„Bei Merlin, bist du eigentlich völlig lebensmüde? Wolltest du dich umbringen? Du wusstest nicht, was dieses Ding war und hast dich keinen Millimeter bewegt. Verdammter Übermut der Gryffindors. Was sollte das?“ fragte er mich aufgebracht und setzte sich mir gegenüber.

Ich sah ihn an. War da Sorge oder Verachtung in seinem Gesicht zu lesen?

„Nein, ich wollte mich nicht umbringen. Ich konnte mich nur nicht bewegen. Es war als wäre ich dort festgewachsen gewesen“ ,gab ich ehrlich zurück. „Und warum hast du vor Angst meine Hand gegriffen und bist dann doch abgehauen?“

Er sah mich getroffen an.

„Bin ich nicht. Ich habe mich nur versteckt und nach dir gerufen aber du hast dich nicht vom Fleck bewegt. Ich hab dich schon tot auf dem Boden gesehen und dann kamen, kaum zu glauben, dass ich das jemals sage, zu Merlins Glück, die Zentauren. Es war beängstigend, wie du geschrien hast, als das Etwas auf dich zugeschwebt kam. Was hätte ich denn machen sollen?“ fragte er mich aufgebracht und sprang wieder vom Tisch, tigerte vor mir auf und ab und fuhr sich durch seine blonde Mähne.

„Ich werde herausfinden, was das gewesen ist. Ich werde es herausfinden und dann werden unsere Lehrer es schon vernichten. Oder ich selber. Meine Narbe hat fürchterlich gebrannt und ich dachte es spaltet mir den Schädel“, meinte ich ernst und sah ihn an.

„Bist du verrückt geworden? Du dämlicher Gryffindor kannst doch nicht von mir erwarten, dass wir irgendwas darüber herausfinden könnten“, sagte er ernst. Moment, hatte er gerade wir gesagt? Meinte er wirklich, ich würde ihm trauen und ihn mit ins Boot holen?

„Wir?“ fragte ich darum verwirrt.

„Ich war auch da, falls du dich erinnerst“, brabbelte erweiter und sah mich fest an. „Wir haben keine Chance gegen was auch immer das war. Wir sind nur zwei kleine Schüler.“ Er wurde lauter und regte sich mächtig darüber auf, dass ich herausfinden wollte, was im verbotenen Wald sein Unwesen trieb.

„Malfoy, was glaubst du? Dass ich dir vertraue? Vertrauen in dich setze um herauszufinden, was das war? Träum weiter“, fuhr ich ihn an.

„Potter!“ keifte er und kam bedrohlich nahe auf mich zu. „Wir sitzen im gleichen Boot und wenn das, was da im Wald war, schwarzmagisch ist, dann sitze ich ja wohl an der Quelle und kann dir Infos zukommen lassen, oder? Vorausgesetzt, man weiß was es ist. Ansonsten kann ich dich aber damit versorgen, was gemunkelt wird. Ich war auch da und ob du willst oder nicht, mich geht es jetzt genau so etwas an. Und da ich nicht glaube dir dummen Gryffindor auch nur im Ansatz, dein Vorhaben ausreden zu können, tue ich eben mein Bestes, dich bei der Aufklärung zu unterstützen“, schnarrte er und sah mich durchdringend an. „Aber ich sage es noch mal. Wir haben keine Chance dagegen“, hauchte er.

„Wenn du meinst. Aber deine Ehrlichkeit, musst du erst unter Beweis stellen“, meinte ich ernst und sprang ebenfalls vom Tisch. Als ich auf derselben Höhe wie Malfoy war, wusste ich nicht was mich ritt. Aber ich griff einmal kurz nach seiner Hand und drückte sie, bevor ich wieder unter meinem Umhang verschwand und mich auf den Weg in meinen Schlafsaal machte.

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