Ties

vor 4 Mon.
Wer träumt nicht davon, seinem langweiligen Alltag zu entkommen und sich aufzumachen in eine Welt voller Magie und fantastischer Kreaturen? Aiko. Aiko träumt nicht davon. Zumindest nicht mehr, seit dies ihre Realität ist. Aber ob es ihr gefällt oder nicht, nun ist es ihre Aufgabe, eine Welt zu retten, die ihr nicht fremder sein könnte.
Fantasy - modern Abenteuer P16 Drama In Arbeit
Inhaltsverzeichnis
  • Prolog
Bemerkung des Authors: Hallo! Ich hoffe der ein oder andere hat Spaß mit dieser kleinen Geschichte. Für Kritik oder Anregungen bin ich immer offen. Ich werde versuchen, wöchentlich zu updaten, aber ich kann nichts versprechen. Die Geschichte wird voraussichtlich ziemlich lang werden, also lehnt euch zurück, schnappt euch einen Tee und genießt.

Prolog

Aiko war durchaus verblüfft, als sie das Zimmer betrat. Unscheinbar fiel das fahle Mondlicht durch das Fenster des Turmes. So, als würde er von außen nicht aussehen, wie eine Ruine.
Zugegeben, die Tarnung war gut, das konnte Aiko nicht abstreiten. Die Illusionsmagie leistete ganze Arbeit.
Ihr Blick wanderte von dem flauschigen, dunkelblauen Teppich, der den Boden bedeckte, zu dem Schrank, dessen Türen nur angelehnt waren, danach zu dem Schreibtisch, auf dem ungeordnet einige Bücher, Unterlagen und Schreibutensilien lagen. Einzig das große Bett im Zentrum des Raumes fiel ihr schwer anzusehen. Genau genommen war es die Person, die auf diesem saß, die Aiko mied. Sie wusste nicht, wie sie auf die andere reagieren sollte. Es gab zu vieles, über das sie reden mussten, aber der Gedanke, Antworten auf ihre vielen Fragen zu bekommen, schnürte ihr die Kehle zu. Gab es überhaupt genügend Worte, um diesen verwirrenden Knoten aus Emotionen und Ereignissen aufzulösen? Es schien einfach keinen geeigneten Punkt für einen Anfang zu geben – alles war gleichzeitig wichtig und dann wieder nicht.
Auch die Frau schien wie erstarrt. Langsam hatte sie sich aufgerichtet und die Jugendliche mit ihrem Blick geradezu durchlöchert. Sie schien nicht zu wissen, was sie sagen oder tun sollte - sicherlich, Letzteres war eingeschränkt, durch eine metallene Kette, welche an ihrem linken Fußknöchel angebracht war. Auch wenn ein kurzer Blick bereits erahnen ließ, dass die Gefangene zumindest im Moment problemlos Aiko erreichen können sollte. Gemischte Gefühle machten sich bei diesem Anblick in Aiko breit. Sie konnte ungefähr abschätzen, wie lange die Frau hier nun schon auf diese Art leben musste - zu lange.
„Du bist …“ Aiko riss ihren Blick von den Ketten los und sah zum ersten Mal der Frau direkt ins Gesicht, als sie diese Worte hörte. Weiche Gesichtszüge, Haut sogar noch blasser als ihre eigene und Lachfalten, deren Existenz in den Augen der Jüngeren ein Wunder darstellten. Um die vierzig Jahre alt musste sie sein, aber äußerlich wirkte sie mindestens zehn Jahre älter. Langsam wanderten die Mundwinkel der Gefangenen nach oben. „Du bist endlich hier …“, murmelte sie mit schwacher Stimme und einem Lächeln, während eine Träne über ihre Wange rollte.
Unwillkürlich zuckte Aiko leicht zurück, obwohl die Frau sich kaum gerührt hatte. „Ja…“ Unsicher wandte die Jüngere den Blick ab. Sie hatte diesen Gesichtsausdruck schon einmal gesehen. Zwar war es dieses Mal eine andere Situation, aber das änderte wenig daran, wie unwohl sie sich fühlte. Schließlich seufzte sie. Das war jetzt nicht wichtig. „Ich bin hier, um dich zu befreien.“ Ohne weitere Umschweife trat sie neben das Bett und hielt die Kette mit beiden Händen fest. Der rote Edelstein, welcher an ihrem enganliegenden Armreif angebracht war, leuchte kurz auf. Ohne weitere Verzögerungen zog sie die Kette schlichtweg auseinander. Das Metall zerbarst lautstark, während Teile einiger Glieder klackernd zu Boden fielen.
Ein wenig irritiert von der Schroffheit beobachtete die Frau den Vorgang. Blinzelnd erhob sie sich langsam. Schließlich seufzte sie und schlug die Augen nieder. „Natürlich.” Ein müdes Lächeln lag auf ihren Lippen. „Ich habe nicht sonderlich viel davon mitbekommen, was außerhalb dieses Zimmers geschehen ist.” Ihr Blick fiel auf die metallenen Armreifen, welche ihre Handgelenke umschlossen, genau genommen auf die rosa schimmernden Edelsteine, von denen sich je einer in den Fassungen der Schmuckstücke befand.
Kurz folgte Aiko ihrem Blick, ehe sie sich von ihr abwandte und die Arme vor der Brust verschränkte. „...Wie man die abnimmt weiß ich nicht. Darum kümmert sich jemand anderes.” Ihr Blick wanderte zum Fenster und schließlich zum Himmel hinauf. Sie hatten Zeit bis zum Sonnenaufgang, erst dann würde man bemerken, dass die Gefangene entkommen war. Frühestens. Kopfschüttelnd ging sie auf den Ausgang zu. „Ich erzähle dir alles auf dem Weg.”

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