Schattendieb

vor 4 Tagen
Amelia führt scheinbar ein normales Leben. Wäre da nicht die Kleinigkeit, dass Amelia ein Dieb ist, den bisher noch niemand fassen konnte. Doch nach einem missglückten Auftrag landet sie verletzt und weniger freiwillig bei den Whitebeard-Priraten. Was sie dort alles erlebt und was auf die zu kommt, erfahrt ihr hier.
One Piece P16 Romanze In Arbeit
Bemerkung des Authors: Hey Leute, hier ist eine One Piece FF von mir. Ich habe diese auch auf Wattpad und Fanfiktion.de oneline gestellt. Ich hoffe, dass euch meine FF gefällt. Updates gibt es regulär jeden Mittwoch. LG Juzo-chan

alte Erinnerung

Neugierig krabble ich unter dem Tisch entlang. Dabei weiche ich den vielen Beinpaaren aus. Von über dem Tisch selbst ist lautes Lachen zu hören und Stimmen, die sich munter unterhalten. Mein Blick geht nach vorne, unter dem Tisch hervor. Dort kann ich meine Geschwister sehen. Mein älterer Bruder sitzt auf dem Boden und spielt mit einem Becher. Meine jüngere Schwester sitzt dicht daneben und schaut sich interessiert im Raum um. Mein Bruder trägt eine Jeans-Latzhose und meine Schwester einen rosa ärmellosen Body mit hellgrauen Shirt darunter.
„Na, wenn haben wir denn da?“, kann ich plötzlich eine Stimme hören und werde im nächsten Moment auch schon unter den Armen hochgehoben. Verwirrt halte ich einen Moment still, verstehe erst nicht, was jetzt los ist. Dann bleibt mein Blick an einem Mann hängen. Er trägt ein breites Grinsen im Gesicht und hat rote Haare. Mehr kann ich aber nicht erkennen. Das Gesicht ist verschwommen und will auch nicht schärfer werden.
„Was hast du denn unter dem Tisch gemacht?“, fragt er weiter, noch immer breit grinsend. Ich schaue ihn weiterhin schweigend an.
„Warst du etwa auf Schatzsuche? Willst du mal deinem Papa nacheifern?“, fragt er weiter, nach wie vor grinsend. Nun endlich kehrt das Leben in mich zurück. Ich beginne ich aus seinem Griff zu wenden, was nicht wirklich klappen will. Schließlich bin ich um einiges kleiner als er.
„Da will wohl jemand nicht bei dir bleiben, Captain.“, kommt nun eine lachende Stimme von rechts.
„Dabei kann ich eigentlich gut mit Kindern.“, antwortet der Rothaarige nur und lässt mich schließlich wieder runter. Kaum stehe ich wieder auf meinen Beinen, laufe ich auch schon von der Sitzecke weg und auf die Bar zu. Dort sitzt jemand auf einem Barhocker, welcher nun auch laut loslacht. Entschlossen ziehe ich an seinem Hosenbein. Kurz darauf werde ich erneut hochgehoben, aber dieses Mal auf einem Schoß abgesetzt und mit einem Arm weiterhin festgehalten.
„Wir hatten dich gewarnt. Unsere kleine Amelia mag nun einmal keine Fremden.“, kommt es lachend von der Person. Dabei legt sich eine große Hand auf meinen Kopf und wuschelt durch mein Haar. Einige meiner dunkelbraunen Haarsträhnen fallen mir ins Gesicht. Sie sind sogar noch etwas lockig. Sofort macht sich das Gefühl von Geborgenheit in mir breit. Mein Blick geht nach oben. Wieder ist ein Grinsen zu sehen. Dieses Mal aber, weniger breit, dafür aber deutlich fürsorglicher. Aber auch sein Gesicht kann ich nur verschwommen sehen. Es wird ebenfalls nicht schärfer. Wieder ist lautes Lachen zu hören.
„Da kann man wohl nichts machen.“, sagt der Rothaarige dazu nur.
„Aber eines muss man sagen. Laufen kann die Kleine ja schon ziemlich gut.“, kommt es nun von einer anderen Person.
„Ja, dass konnte sie relativ schnell. Linus hat sich da mehr Zeit gelassen. Als Amelia geboren wurde, hatte er im einem Mal keine Lust mehr selbst laufen zu lernen.“, kommt es lachend von meinem Papa. Seine Stimme erkenne ich sofort. Doch nicht nur er lacht auch der Mann, bei welchem ich sitze, lacht auf.
Nun sehe ich mir auch das erste Mal den Raum genauer an. Er ist fast komplett mit Holz ausgestattet. Nur die Sitzecke ist aus Leder. Sogar die Wände sind mit Holz versehen. Es ist ein recht dunkles Holz. Durch die Fenster kommt viel Licht herein.
„So Jungs, hier ist etwas zu Essen für euch.“, sagt dann auf einmal eine weibliche Stimme. Mein Blick geht zum Ursprung dieser Stimme. Dort kommt eine Frau mit dunklen Haaren in den Raum herein. In beiden Händen hält sie große Platten. Darauf ist wahrscheinlich das Essen. Sie stellt die Platten auf dem Tisch ab.
„Was trinken denn die Süßen normalerweise? Saft, Milch,…?“, fragt die Frau an meinen Papa gewandt.
„Meistens trinken sie Tee. Aber Saft mögen die drei auch. Es muss nur ein milder Saft sein.“, antwortet mein Papa.
„Alles klar. Ich schaue mal, was ich da hab.“, kommt es von der Frau und kurz darauf ist sie auch schon wieder weg.
„Ansonsten ist bei euch alles in Ordnung?“, fragt der Rothaarige nun plötzlich meinen Papa.
„Ja. Es ist alles gut. Meine Frau weiß es natürlich. Aber die Kinder nicht. Wir sind uns auch noch nicht sicher, wann wir es ihnen sagen werden. Aber auf jeden Fall können sie dort in Sicherheit aufwachsen.“, erklärt mein Papa. Ehrlich gesagt, verstehe ich überhaupt nicht, wovon er da redet.
„Dann hat es also geklappt.“, kommt es wieder vom Rothaarigen.
„Ja.“, antwortet wieder mein Papa.

An dieser Stelle endet meine Erinnerung. Damals war ich ungefähr 2 Jahre alt. Es ist eine Erinnerung, die mir immer und immer wieder durch den Kopf geht. Regelmäßig träume ich von ihr, auch in meinen Tagträumen kommt sie immer wieder vor. Gleichzeitig kommt mir diese Erinnerung aber auch bei vielen anderen Gelegenheiten in den Sinn. Allerdings ist diese Erinnerung sehr verschwommen und nur noch schwach. Die einzige Person, die ich darin erkennen kann, ist mein Papa. Die anderen kenne ich nicht. Aber es müssen alte Freunde meines Papas gewesen sein. Leider kann ich ihn nicht mehr fragen. Mein Papa starb vor 13 Jahren, kurz nachdem ich 7 Jahre alt wurde. Ehrlich gesagt, habe ich kaum noch Erinnerungen an die Zeit, als er noch gelebt hat. Umso wichtiger sind mir die Erinnerungen, die ich noch an ihm habe. Gerade deshalb halte ich diese Erinnerung auch für einen wichtigen Schatz, den ich nicht verlieren will.
Aber dennoch wüsste ich nur zu gerne, wer diese Menschen waren. Vielleicht leben sie ja noch und könnten mir etwas über meinen Papa erzählen. Ich kann zwar jeder Zeit meine Mama fragen, wenn ich etwas wissen will, aber manchmal habe ich das Gefühl, dass ihr die Erinnerungen an Papa ihr selbst schmerzen. Natürlich war es auch für sie nicht leicht ihren Ehemann mit gerade einmal 29 Jahren zu verlieren. Meine Großeltern kann ich nicht fragen, die haben sich seit dem Tod meines Papas nicht mehr bei uns gemeldet. Meine Mama meidet dieses Thema strickt.
Trotz alledem kann ich nicht von einer schlechten Kindheit reden. Bis zum Tod meines Papas hin haben meine beiden Eltern ihr Bestes gegeben uns eine schöne Kindheit zu bieten. Danach hat meine Mama ihr Bestes gegeben, dass es so bleibt.

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