Lieb mich oder Hass mich

vor 5 Tagen
Du bist neu in der Stadt, neu in der Schule. Ganz auf dich allein gestellt. Und dir wird schon bald klar, dass du an diesem neuen Ort nicht erwünscht bist. Und dann ist dort dieser Typ, den du nicht einsortieren kannst. Nicht verstehen kannst, wie er tickt. Liebt er dich, oder hasst er dich...?
Killerpilze Drama P16 Romanze Beendet

Prolog

Ich stand vor meinem Spiegel, drehte mich zum X-ten Mal nach links und dann wieder nach rechts, begutachtete was ich so sah. Doch zufrieden war ich, mit dem was ich sah, nicht wirklich. Doch grösser als die Unzufriedenheit, war die Unsicherheit…

In genau diesem Moment fehlten mir Lisa und Jana, wie verrückt. Und mir fehlte Tom! ... Nein, eigentlich fehlte mir sogar die komplette Hamburger-Chaotengang. Meine Freunde! Wenn ich jetzt bei ihnen seien würde, wäre auch diese ganze Situation nicht so kompliziert. Ich hätte nur irgendwas aus meinem Schrank reißen können und es wäre völlig egal gewesen, was dieses ‚irgendwas‘ war. Denn sie, akzeptierten mich genau wie ich war. Völlig verrückt und ausgefallen oder ganz normal, spielte für sie keine Rolle. Sie liebten mich egal wie ich aussah. Das Aussehen spielte eigentlich überhaupt keine Rolle, denn für sie war es der Charakter der zählte und diesen hatten sie gern, sehr gern sogar. Und genau das, bot mir Sicherheit!
Aber, ich war nicht mehr in Hamburg. Lisa, Jana und Tom waren nicht mehr in meiner Nähe. Meine besten Freunde waren zich Kilometer von mir entfernt, am (gefühlten) anderen Ende der Welt. Jetzt war ich in Dillingen, einem Kaff an der Donau. Kannte keinen, wusste nicht was hier galt, überall wo ich hinging, war mir alles Fremd… Und ich fühlte mich ganz und gar nicht mehr sicher!

Warum musste das gerade mir passieren? Warum musste mein Dad befördert und dafür ans andere Ende Deutschlands geschickt werden? Und warum ließen mich meine Eltern nicht glücklich sein und bei Jana oder Lisa wohnen? Ich war doch schon ganze 17. Ein Jahr noch und ich war volljährig! Da hätten sie mich doch einfach in Hamburg bleiben lassen. Es hätte alles geklappt. Eine Zeit bei Jana, eine Zeit bei Lisa und eine Zeit bei Tom, hätte ich wohnen können. Aber nein, das sahen meine Eltern ja nicht ein und mussten mich somit aus meinem Alltag, meiner Heimat und meinem Glück reißen und mich in dieses Kaff stecken. Verstanden sie nicht, dass mich das alles hier nur unglücklich machte? Nein, verstanden sie nicht… „Wenn du dein Abi in der Tasche hast und eine sichere Einnahmensquelle besitzt, lassen wir dich hin, wo auch immer du willst. Aber bevor du nicht auf eigenen Beinen stehen kannst, musst du wohl oder übel mit uns kommen…“ So hatten sie das gesagt. Ah, ich könnte sie verfluchen… Nicht nur, weil sie mich hierhin, weg von allem was mir lieb war, geschleppt hatten und ich meine Freunde ewig nicht mehr sehen würde. Nein. Sondern auch, weil sie mich wie ein völlig inkompetentes, naives Kleinkind behandelten, dass nicht wusste, was richtig und falsch war und welches noch nicht wusste wie ‚grausam‘ die Welt seien konnte… Mein Gott, wie ich so an all das wieder dachte, steig mein Puls schon wieder und die Wut kochte in mir hoch… Aber dafür hatte ich jetzt keine Zeit, jetzt war es doch eh zu spät, es gab kein Zurück mehr. Ich musste durch diesen Horror durch, musste diese 2 Horrorjahre in der Schule durchstehen und mein Abi schaffen, damit ich so schnell wie möglich einen Job bekam und hier weg konnte…

Ich sah mich nochmal unsicher, im Spiegel, an. Drehte mich hin und her, um die schwarze Röhrenjeans und den blauschwarz karierten Pullover von allen möglichen Winkeln beobachten zu können und somit zu sehen, ob es auch wirklich ging, so gekleidet zu gehen… Und nach bestimmt der 30en Drehung, entschied ich, dass es nun einfach mal so gehen musste. Zum umziehen hatte ich eh keine Zeit mehr… Ich sah mir meine Haare nochmal an, die ich zu einem ordentlichen Zopf zusammengebunden hatte, damit sie mir nicht ins Gesicht fielen oder gar mit dem Pulli in Berührung kamen und somit elektrisiert wurden. Sie sahen noch einigermaßen in Ordnung aus. Ein Glück, dass ich sie gestern nochmal gewaschen hatte, sonst würden sie bestimmt ganz fettig ausgesehen haben…

Mein Blick wanderte zu meinem Gesicht. Ich sah so verdammt bleich und müde aus, so wie jeden Morgen eigentlich. Hm, sollte ich nicht vielleicht doch ein bisschen Schminke verwenden? Nur damit ich etwas erträglicher aussah? Vielleicht mit ein bisschen Mascara, Eyeliner, Puder und Abdeckstift würde alles ganz anders aussehen… Ich schielte zu meiner Schminktasche rüber. Überlegte. Nein, ach was, lass doch stecken! Was brachte es, wenn ich mich jetzt so extrem aufstylte? Das einzige, was dann geschehen würde wäre, dass alle mich nur mit Schminke kennen würden und sich dann nur ein Bild meines Aussehens wegen und nicht wegen dem Charakter bilden würden. Und dann würde ich mich selber gezwungen fühlen immer so gekleidet und immer geschminkt zu gehen, damit man mich noch immer so ansah wie zuvor. Und das, das wollte ich jetzt wirklich nicht. Ich wollte für meinen Charakter angesehen, gemocht und akzeptiert werden, wegen nichts anderem. Ich wollte nur ‚ich‘ sein und das mit wie auch ohne Make-up und besonderen Outfits…

Na gut, dann hatte ich mich ja endlich entscheiden können. Mein Outfit war somit klar… Und meine Attitüde, an der hatte ich auch schon gebastelt und sie besagte folgendes:

Hey Dillingen, pass auf, denn hier komme ich. Also nimm mich, wie ich bin oder lass es einfach nur sein!

Punkt.

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23. Jul 2013

es MUSSTE so kommen oder?

Woah, ich freu mich jetzt schon aufs nächste kapitel!

Easy-Cherie 10. Jul 2013

Schön dass die FF noch weiter geht :) Dachte schon, es wäre anders..:)
Ein sehr schönes Kapitel (:

25. Aug 2012

gehts irgendwann weiter oder nicht?
weil wenn nicht wäre das irgendwie schade...