Im Schatten der Zukunft

28.12.14 00:12
Die prophezeite Zukunft sagt, dass Lightning ihren Tod durch die Hand des Schattenjägers finden wird. Doch von Angesicht zu Angesicht, Einsamkeit und Trauer im Herzen tragend, scheint die Konfrontation anders, als vorhergesagt. Kann Noel sie in diesem Moment, dem sie sich doch völlig ähnlich sind... wirklich töten? [NoelxLightning]
Final Fantasy Drama P16 Allgemein In Arbeit
Bemerkung des Authors: Hallöchen~ diese FF greift den Kampf zwischen Noel und Lightning aus "Final Fantasy XIII: Lightning Returns" auf und wird ihn ein wenig anders erzählen. Denn wie wäre ihr Kampf wohl ausgegangen, wenn sie mehr als nur die Prophezeiung miteinander verband? Warning: Lime oder Lemon. Eins wird auf jeden Fall sein, noch kann ich es nicht genau spezifizieren. Über Reviews oder konstruktive Kritik freue ich mich selbstverständlich, doch am meisten wünsche ich euch einfach viel Spaß beim Lesen dieser FF. :) LG eure Ankh ~°~°~°~°~°~

Im Schatten der Zukunft I

Im Schatten der Zukunft I


Die Schatten, jene sich schleichend durch die Luft bewegten und sich auf dem Weg vor ihr immer mehr vermehrten, ließen sie erahnen, dass sie richtig war. Es nicht mehr lange dauern würde, sie der prophezeiten Zukunft, dem Ort und dem Zeitpunkt, der über das Schicksal ihrer Rolle in dieser sterbenden Welt entscheiden würde, ganz nah war.

Mit entschlossen Schritten begab sie sich immer weiter in die verlassenen und dunklen Gassen dieses Viertels, von den es in dieser, immer mehr dem Chaos und der Verzweiflung verfallenden Stadt, so unsagbar viele gab.

Doch nur hier würde er sein. Hier würde er auf sie warten, und wenn er hielt, was er versprach; sie zu ihrer letzten Stunde in dieser verlorenen Welt willkommen heißen. Doch es sollte ihr recht sein. Es gab nichts mehr, was sie noch zu verlieren hatte. Gar nichts. Und so schritt sie zielsicher voran und immer weiter geradeaus durch das, an den schmutzigen Wänden von verlassenen, heruntergekommen Gebäudefassaden wiederhallende Flüstern der Schatten einer unheilversprechenden Macht, folgte einer unterschriebenen Einladung zum eigenen Tod.

Und zugegeben, da war irgendwo noch ein schwach sprühender Funken, ein Gefühl, das sie kurz bei den Gedanken an einen Kampf mit ihm packte. Es war da, ja, aber es würde sie nicht aufhalten. Sie würde nicht zögern. Alle menschlichen Zweifel waren schon seit langem wie weggeblasen, da waren keine lästigen Skrupel mehr, welche ihr Herz umschließen würden. Sie wird nicht um ihr Leben betteln, doch genauso wenig wird sie es sich kampflos einfach so nehmen lassen. Erstrecht nicht von jemand, der eigentlich ihr Freund sein sollte, von jemand, mit dem sie vor so langer Zeit auf einer Seite kämpfte…

Sie kniff die Lider ihrer blauen Augen ein kleines bisschen zusammen, als sie durch die dunklen Schatten am Ende der Gasse das Erwachen eines Lichtscheins bemerkte. Sah, wie ein vorhersehendes Orakel lebendige Bilder, eintretende Ereignisse erschaffte, die bisher auch ihr unbekannt waren. Sie sah die Prophezeiung des Orakels zum ersten Mal, erlebte eine schreckliche Szenerie, sah ihren eigenen Tod voraus. Und vor dem Spielfilm der Zukunft, auf dem Boden und mit den Rücken zu ihr sitzend, Noel. Einen jungen Mann, den über fünfhundert Jahre nichts weiter als das Versprechen auf eine bessere Zukunft am Leben erhielt.

„Das ist also die probezeihte Zukunft. Indem du die Erlöserin tötest, wird eine neue Welt geboren“, sprach ihre Stimme sanft.

Doch was stellte diese Zukunft mit ihr an?

Die Finger ihrer rechten Hand legten sich zaghaft auf ihre Brust, berührten den schwarzen Stoff über ihrer leichten Schutzkleidung, die Stelle, gegen die sie ihren stätigen Herzschlag spüren konnte. Ihr Blick sank herab und unter dieser Bewegung fielen einige Strähnen ihres morganitfarbenden Haares in ihr ansehnliches Gesicht. Nichts. Keine Aufregung. Keine Angst. Sie wusste, sie würde wahrscheinlich sterben und sogar schon ziemlich bald. Doch es machte ihr nichts aus. Ihr Herz schlug ruhig.

Gefasst hob sie wieder ihren Kopf, bemerkte, wie die Illusionen der Zukunft sich änderten, wie sie die Erscheinung eines hübschen Mädchens hervorbrachten.

„Jul...? Ich verstehe. Du träumst von einer neuen Welt, in der du mit Jul wieder vereint bist.“

Die Aussicht auf ein glückliches Leben mit dem Mädchen, das einst in seinen Armen starb. Diese Bilder der hellen Hoffnung, die Erfüllung eines tiefen Wunsches, die zum Greifen nah erscheint… sie machten ihren einstigen Freund mit einem Mal zu ihren Feind.

„Das ist kein Traum, Lightning.“, erklang mit einem Mal die tiefe Stimme des, auf den schmutzigen Boden hockenden, jungen Mannes.

„Die Zukunft liegt in diesem Orakel.“

Vereinzelte braunblonde, kurze Haarsträhnen und die Kleidung des jungen Mannes wurden von dem sanften Windströmen, welche von dem Organismus des Orakel und seinen projektezierten Bilder einer besseren Welt erzeugt wurden, aufgewirbelt. Die zarten und unschuldigen Blütenblätter einer weißen Blume in seiner linken, ausgestreckten Hand, wippten sanft im Takt des Windes.

„Ich töte die Erlöserin und die Welt wird wiedergeboren.“, sprach er mit von Ruhe beherrschter Stimme weiter, während er die Blume an ihren dünnen und zerbrechlichen Blütenstängel zwischen seinen Fingern umher drehte.

„Und dieses Mal mache ich alles richtig. Es wird funktionieren.“

Lightning bemerkte, wie Noel leicht seinen Kopf hob. Dennoch zeigte er ihr immer noch nicht sein Gesicht, drehte sich weder um, noch warf er ihr auch nur einen kurzen Blick über die Schulter zu.
„Ich habe schon einmal versagt, wie du weißt. Ich bezwang einen Freund in dem Glauben, dadurch alle zu retten.“, ein schwacher Seufzer verließ seinen Mund und durch eine langsame Bewegung sank die Blume, und die sie haltende Hand herab.

„Aber es lief alles schief. Ja, ich gewann den Kampf, genau wie beabsichtigt. Und mein Gegner starb. Doch genau das entfesselte das Chaos, das nun diese Welt in Stücke reißt.“

Lightning schwieg, hörte dem zu, was der junge Mann ihr zu erzählen hatte. Ihr aufmerksamer, prüfender Blick lag konstant auf Noels Gestalt, und sie spürte all die Trauer, all den Wut, all den Hass, die er mit sich trug. Er versteckte seine Gefühle, verbarg sie unter trügerischer, falscher Ruhe. Und in dieser Sekunde fragte sie sich, wie viel Noel von sich selbst in all den vergangen Jahren an seinen Wunsch nach Rache verloren hatte. Ob sie damals wirklich alles versucht hatte, es nicht vielleicht damals eine Möglichkeit gegeben hatte, ihm und ihrer Schwester mehr zu helfen. Doch selbst wenn es sie gegeben hätte… sie hatte es nicht getan. Sie hatte ihren Kampf gegen das Chaos verloren. Letztlich hatte sie nicht nur Serah in den Tod getrieben, nein, sie hatte die ganze Menschheit einfach ihren Schicksal vorgeworfen und so zu der jetzigen Situation, zu Noels Hass gegen sie beigetragen.

„Noel.“, sagte sie, mit bedachter Vorsicht in ihrer Stimme.

„Es war nicht deine Schuld. Nie. Wenn jemand die Schuld an all dem, was passierte, trägt, dann ich.“

Zu sagen, dass es ihr leid tut, war das einzige, was sie tun konnte. Auch wenn sie wusste, dass das nicht genug war. Es niemals genug sein würde. Als sie sich dazu entschied, auf ewig im Kristallschlaf zu verweilen, hatte sie damit so viel Leid über ihn, über ihre Freunde, über die ganze Welt gebracht. Sie hatte sie ins Verderben gestürzt.

In seinen Augen war es eine unumstrittene Tatsache, dass sie sterben musste.

„Vielleicht hast du recht. Aber das ist mittlerweile egal.“, antworte ihr der junge Mann und mit ihren Augen verfolgte Lightning die Bewegung von Noels linken Arm, erkannte, wie er die weiße Blume aus seiner Hand bedacht auf den Boden legte.

„Ich bin nur daran interessiert, eine neue Zukunft zu erschaffen. Diese Prophezeiung ist der Schlüssel dazu. Meinen Traum, Jul wiederzusehen… ich werde ihn verwirklichen.“

Lightning blinzelte mehrmals mit den Augenlidern, als die Prophezeiung endete, die inszenierten Bilder der Zukunft schwanden und auch der sanfte Wind abebbte.

„Nimm es bitte nicht persönlich, Lightning. Ich wünschte wirklich, die Prophezeiung würde nicht deinen Tod zeigen.“

Genau in dem Moment stützte Noel sich auf die Hand seines linken Arms, um sich in mit einer mühelosen, dennoch langsamen Bewegung in die Höhe zu stemmen. Mit einem gekonnten Griff seiner rechten Hand, umfasste der junge Mann das lange, schwarze Heft seiner Waffe und zog sie elegant aus der Halterung an seinem Rücken.

„Doch sie zeigt ihn. So leid es mir tut, ich habe keine andere Wahl.“, erklärte sich Noel, während er sich ihr geruhsam zuwandte.

„Bereits vor fünfhundert Jahren begann ich die ultimative Sünde. Was zählt da ein Tod mehr oder weniger auf meinen Gewissen?“

Mit der Hand seines anderen, mit dünnen Lederbändern umschnürten Arms, fasste er ebenso nach der Waffe, jene der junge Jäger vertikal gerade und der Länge nach vor seinen Oberkörper hielt. Hell klirrend erklang ein Geräusch, das durch das Streifen von scharfem Stahl entstand, als er eine weitere, verborgene Schwertklinge aus seiner Waffe zog. Ein Tun, dass Lightning mit ihren eisblauen Augen wachsam verfolgte. Ihr Blick wanderte von den zwei Schwertern, welche Noel bedrohlich vor sich hielt, ein Stück hinauf und ließ sie ihn das Antlitz ihres Gegners sehen.

Einige Strähnen seines braunblondes Haares tanzten sacht in der Luft, fielen ihm immer wieder ins Gesicht und sie blickte den jungen Mann direkt in die meeresblauen Augen, wagte die Tiefe der Trauer und des Hasses, die in ihnen ruhten, nicht zu definieren.

„Doch es muss geschehen.“

Sie verengte ihre Augen, und als wäre dies ein Zeichen gewesen, stürzte Noel plötzlich nach vorne, beide Schwerter fest umgriffen. Die Eröffnung eines Kampfes, der unvermeidbar war und über ihre Rollen im Schicksal dieser verlorenen Welt entscheiden würde. Darüber entschied, ob sie heute sterben sollte…

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20. Sep 2014

Hab das neue Kapitel förmlich verschlugen und muss sagen, da knistert es aber gewaltig, meine Liebe.

Aber irgendwie stimmt es mich auch traurig, da du ja ankündigst, dass nur noch drei Kapitel folgen werden.
Schade, da mir die Story echt ans Herz gewachsen ist.
Aber alles hat einmal ein Ende und ich bin gespannt, wie das lauten wird. ^^

Liebe Grüße, deine Cantarella

15. Sep 2014

Hallo, meine Liebe!

Also echt, da hast du dir aber ein ganz, ganz böses Ende für dieses Kapitel ausgedacht.
Wie konntest du es nur so zu Ende gehen lassen?

Aber trotz allem finde ich deinen Schreibstil, deinen Satzbau sowie deine Wortwahl einfach herrlich und genieße diesen immer wieder aufs Neue. Final Fantasy vom Feinsten. Mach weiter so.^^

Ach, was mir noch aufgefallen ist. Du hast in den ersten 3 Kapitel immer Yul geschrieben. Aber dem 4.Kapitel bist du dann zu Jul übergegangen. Wäre vielleicht noch ratsam diesen Fehler auszumerzen und sich für eine Variante des Namens zu entscheiden. ;)

Ich freue mich aufs nächste Kapitel und lasse zum erneuten Male schöne Grüße da.

05. Sep 2014

Hallo, meine Gute,
erstmal möchte ich dir ein Kompliment zu deinem Schreibstil aussprechen.
Dieser begeisterte mich total und hat mich auch sofort in seinen Bann gezogen, da er nicht dem „normalen und typischen“ Schreibstil gleicht, sondern von der Norm abweicht.
Einige behaupten ja, dass mein Schreibstil ungewöhnlich sei, aber deiner weicht nochmal erheblich von meinem ab und dieses Detail stach mir sofort positiv ins Auge. Eine Gleichgesinnte, wie toll! :D

Aber nun zu deiner Geschichte…
Ehrlich gesagt, fesselt sie mich jetzt noch, obwohl ich bereits alle Kapitel gelesen habe und unbedingt wissen möchte, wie es weitergeht. „Fortsetzung folgt“… fand ich als Kind schon doof. Ist nicht böse gemeint, aber deine Story gefällt mir und somit möchte ich einfach wissen, wie es weitergeht. ;)

Dein Text ist fließend zu lesen, logisch aufgebaut und vor allem, so gut wie ohne Rechtschreib- oder Grammatikfehler. Der eine oder andere Fehler ist mir zwar aufgefallen, was jedoch überhaupt nicht störte oder gar den Lesefluss beeinträchtigte.

Was ich sehr toll fand, ist die Tatsache, dass ich mich in die Welt und die Charaktere sehr gut hineinversetzen konnte, obwohl ich Final Fantasy 13 noch nie gespielt habe, sondern nur von YouTube her kenne. Ich bin zwar ein großer Final Fantasy-Liebhaber, besitze aber keine PS3.

Lesezeichen ist auf jeden Fall gesetzt und wir werden uns bestimmt wieder lesen. ;)

Manchmal ist es wirklich traurig, dass nur selten Kommentare hinterlassen werden, da den meisten Lesern scheinbar ihr eigener Lesespaß wichtiger ist, als den Autor mal ein paar nette Worte zu hinterlassen.
Dein Text hätte auf jeden Fall mehr Rezensionen verdient.

Ganz liebe Grüße, Cantarella