What I´ve done

21.11.10 20:08
"Kannst du mir jemals verzeihen?"
Sergio Ramos Drama P16 Tragödie/Leid Beendet
Inhaltsverzeichnis
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What I´ve done

Ich sitze hier an meinem Fenster und sehe nach draußen. Der Himmel ist nicht wie so oft hier blau, sondern grau. Es kommt mir fast so vor, als würde heute die ganze Welt inne halten.

„Es tut mir so leid, wenn ich etwas für dich tun kann, dann sag Bescheid“, ich nickte nur, ich wollte alleine sein.
Ich dachte über all die Fehler nach, die ich in meinem Leben gemacht hatte, es waren nicht Wenige gewesen, aber der größte Fehler, denn ich je gemacht hatte, war dass ich so blind war.

§ Flashback §

„Na Sergio, wie war die Party? Wie man liest hast du mal wieder eine der vielen Schönheiten dieser Stadt beglückt“, lachte Cris.
Ich grinste nur vielsagend. Cris und ich waren in ganz Madrid als Casanovas und Partykönige verschrien, aber es machte mir nichts aus, im Gegenteil ich genoss die Vorzüge des Lebens als Profifußballer in vollen Zügen.

„Ich finde ihr solltet mal ein bisschen kürzer treten, am Ende bleibt ihr alleine, und das wollt ihr doch nicht, oder?“ Ich verdrehte die Augen, war ja klar, dass so ein Spruch nur von Kaká kommen konnte. Er war hier der Moralapostel, und er war nie sonderlich begeistert, wenn wir von unseren Partynächten erzählten.
§ Flashback Ende §

Ich dachte an diesen Tag zurück, damals konnte ich noch nicht ahnen, wie recht er damit hatte. Heute war ich der Meinung, dass ich mich nie wieder verlieben würde, dazu war in den letzten beiden Jahren einfach zu viel passiert. Ich hatte die Frau verloren, für die ich gestorben wäre. Sie ist nicht durch eine Krankheit oder durch einen Unfall gestorben, sie ist durch meine Dummheit und meinen falschen Stolz gestorben.

Es klopfte an der Tür, und Iker trat ein. Ich schaute nur kurz auf, um ihm zu signalisieren, dass ich sein Eintreten registriert hatte. Iker setzte sich zu mir, und schaute wie ich aus dem Fenster. Wenn sie jetzt hier wäre, würde sie wahrscheinlich laut lachen. Sie hatte immer gesagt, dass Iker und ich nicht ernst schauen konnten, das sah immer zum Schießen aus.
Ich dachte wieder an früher, und wünschte mir, dass ich die Zeit einfach zurückdrehen könnte. Heute wünschte ich mir nichts mehr als das.

§ Flashback §

„Hast du es schon gehört, heute kommt eine kleine Medizinstudentin, die unserem Doc zur Hand gehen wird“, begrüßte mich Cris.

„Woher weißt du das alles immer?“ Ich wusste wirklich nicht, woher der Kerl die ganzen Neuigkeiten immer hatte, das wurde normalerweise immer erst vom Trainer angekündigt, offenbar hielten die Herren vom Vorstand es dieses Mal nicht für nötig, uns zu informieren.

„Ich bin ganz zufällig am Zimmer vom Doc vorbeigekommen, da haben sie darüber gesprochen“, grinste Ronaldo breit.
Neugierig war der Kerl ja überhaupt nicht, was wunderte ich mich überhaupt, Ronaldo war ja immer der Erste, der in solchen Dingen Bescheid wusste.
„Ach ja, sie heißt übrigens Maja Gomez Sanz“, teilte mir Cris noch mit.

§ Flashback Ende §

„Sie war was Besonderes“, sagte Iker in die Stille. Ich fragte mich, warum Iker ausgerechnet jetzt was in der Art sagte.
Ich schaute ihn fragend an, und er hatte das wohl bemerkt, denn er fuhr mit seinem Monolog fort.

„Ganz ehrlich, ich hätte nie geglaubt, dass du dich gerade in sie verlieben würdest, und gerade zu dem Zeitpunkt, wo du ja mehr auf Affären aus warst. Das meine ich jetzt nicht böse oder so, aber zu der Zeit warst du wirklich nicht mehr der Sergio, den ich kennen gelernt habe, aber Maja hat in dir immer nur das Beste gesehen, und sie hat wirklich immer nur den Sergio aus Camas geliebt, das meinte ich, als ich gesagt habe, dass sie etwas Besonderes war“, endete Iker, und schaute mir in die Augen.

Ich nickte nur, da ich darauf nichts sagen konnte. Ich wusste nicht, was ich darauf noch antworten sollte.

§ Flashback §

Die kleine Studentin war jetzt schon über ein halbes Jahr bei uns, und ich zählte jeden Tag, bis sie wieder gehen würde, da sie mir einfach unheimlich auf die Nerven ging.
Sie wollte uns Spielern doch tatsächlich erklären, wie wir unseren Job zu machen hatten. Ich regte mich immer darüber auf, und sagte ihr immer, dass ich wusste, wie ich meinen Job zu machen hatte, aber sie hörte einfach nicht auf mir Vorschriften machen zu wollen.

„Sergio, du musst besser auf deinen Körper achten, wenn du nicht aufpasst ist der Zug an deinem dreißigsten Geburtstag abgefahren, und du kannst nur noch mit Schmerzen spielen, wenn überhaupt“. Ich verdrehte die Augen, diese Frau machte mich noch wahnsinnig. Das war echt zu viel.

„Du denkst also, dass du mir sagen kannst, wie ich mit meinem Körper umgehen soll, hast du schon jemals Fußball gespielt? Hast du schon mal Leistungssport gemacht? Du hast keine Ahnung, du bist nur irgendeine Studentin, die das Glück hat, hier bei uns zu sein, und deshalb glaubst du jetzt, dass du dir alles erlauben kannst“, Ich war mit jedem Wort lauter geworden. Maja war erschrocken zurückgewichen. Sie senkte ihren Blick und schaute auf den Boden.

„Das nächste Mal überleg dir genau, ob du mir Vorschriften machen willst“, mit dieser letzten Warnung verlies ich das Zimmer.

§ Flashback Ende §

Bei dieser Erinnerung legte sich ein dunkler Schatten auf mein Gesicht. Das war einer der Momente, an die ich nicht gerne zurück dachte. Wenn solche Erinnerungen hochkamen, wurde mir wieder bewusst, dass ich schuld war, dass sie nicht mehr hier war.

Immer wenn ich an einen solchen Moment dachte, kam auch die Erinnerung an den einen Tag wieder hoch.

§ Flashback §

Es war wieder ein Jahr vergangen und Maja war noch immer bei uns, ich hatte den Trainer schon mehrmals angefleht sie wieder auf die Uni zu schicken, dass sie mir nicht mehr auf die Nerven gehen konnte, aber der Trainer hatte jedes Mal abgelehnt.

Heute war das Training echt mies gelaufen, deshalb ging ich im Park spazieren, um auf andere Gedanken zu kommen.
Ich bog um eine Ecke, und wär am Liebsten wieder zurück gegangen, auf einer Bank saß unsere Studentin.
Sie schaute auf, und sah mich. //Shit, bleibt mir heute nichts erspart// fragte ich mich in Gedanken.

„Sergio, ich hab dich was gefragt.“ Maja wedelte mit einer Hand vor meinem Gesicht herum.
„Schon gut, was willst du“, fragte ich schroff.
„Ich wollte nur wissen, warum du so schroff zu mir bist, ich hab dir doch nichts getan“, meinte Maja mit leiser Stimme.
„Du nervst mich, und mir wäre es am Liebsten, wenn ich nie wieder etwas mit dir zu tun haben müsste. Geh einfach wieder auf die Uni, und lass mich in Frieden“, mit dieser Antwort schubste ich sie grob zur Seite.
Das geflüsterte „aber ich liebe dich“ hörte ich nicht mehr, dazu war ich schon zu weit weg.

Der Trainer hatte für diesen Nachmittag noch eine kurze Einheit angesetzt, allerdings fiel mir auf, dass Maja fehlte. Ich freute mich, aber eine leise Stimme in meinem Kopf sagte, dass ich mir nur etwas vormachen würde. Ich schüttelte diesen Gedanken schnell ab, da die erste Aufgabe angekündigt wurde.

Wir sollten zum Aufwärmen ein paar Platzrunden laufen. Während ich lief, dachte ich doch darüber nach, was die Stimme gemeint haben könnte.
„Hey Amigo, was ist los, du schaust so durch den Wind aus“, fragte Iker, der anscheinend schon eine Weile neben mir lief, und meine Grübelei offenbar mitbekommen hatte. Ich erzählte ihm alles, auch dass ich mich in Majas Nähe wohl fühlte. Das hatte ich noch nie zugegeben, aber jetzt musste ich mit jemandem darüber reden.

Als ich alles erzählt hatte grinste Iker breit. Ich fragte ihn, was daran so lustig sei, aber er hatte natürlich nichts Besseres zu tun, als seine Schlussfolgerungen der ganzen Mannschaft mitzuteilen.
„Jungs, hört mal her, unser guter Sergio hier hat sich in unsere Studentin verliebt“, lachte Iker. Dafür wollte ich ihn töten, und warf ihm einen vernichtenden Blick zu. Das würde er alles zurück bekommen.

„Ist doch nicht schlimm, wir freuen uns, dass du es offensichtlich auch geschnallt hast“, meinte Kaká und lächelte.
Ich war verwirrt, und konnte ihm nicht folgen. „Ich kann dir nicht ganz folgen, was willst du mir damit sagen“, fragte ich.

„Ich will damit nur sagen, dass unsere Maja auch in dich verliebt ist, das hat sie mir zumindest gestern gesagt“, grinste unser Spielmacher.
In diesem Moment breitete sich eine Welle des Glücks in meinem ganzen Körper aus, und ich wusste, dass ich mich wegen vorhin entschuldigen musste.
Die Jungs waren gerade dabei mich aufzuziehen, als die Tür aufging und unser Trainer eintrat. Wir drehten uns um, und schauten in das Gesicht von unserem Trainer.
Unser Trainer war blass und sah aus, als wäre er in der halben Stunde um Jahre gealtert. In seinen Augen schwammen Tränen.

„Ich muss euch etwas mitteilen, gerade war die Polizei bei mir. Ich weiß nicht, wie ich das erklären soll“, er knetete seine Hände, und suchte offenbar nach einer Möglichkeit das zu sagen, was ihm so schwer fiel.
„Ach kommen sie schon Trainer, wer ist gestorben, dass sie schauen wie ein Jahr Hagelsturm“, versuchte Cris die Situation witzig zu gestalten, aber der Trainer zuckte nicht einmal mit den Mundwinkeln, er war nur noch blasser geworden, falls das überhaupt möglich war.

„Klappe zu Ronaldo, das hier ist kein Spaß“, brüllte der Trainer. Augenblicklich war es still in der Kabine, man hätte selbst eine Stecknadel fallen gehört. „Die Polizei war bei mir, der Vater von Maja hat von ihr einen Anruf bekommen, sie war komisch am Telefon, sie hat sich so niedergeschlagen angehört, darum hat er die Polizei alarmiert.
Die Polizei hat sie in ihrer Wohnung gefunden, sie hatte sich die Pulsadern aufgeschnitten, sie haben sie sofort ins Krankenhaus gebracht.“ An dieser Stelle wurde es laut in der Kabine, alle riefen durcheinander.
„Wie geht es ihr? Können wir zu ihr?“ fragte Iker, der sich neben dem Trainer befand, und mit seinen Fragen für Ruhe sorgte.

„Es tut mir leid, aber ihr könnt nicht zu ihr. Die Ärzte haben alles getan, aber sie hat es nicht geschafft.“ Das war zu Viel für mich, ich flüchtete aus der Kabine. Meine ganze Welt stürzte um mich ein.

§ Flashback Ende §

Nun steh ich hier auf dem Friedhof, ich steh vor deinem Grab. Ich bin alleine hier. Ich kam jeden Tag hierher, hier war ich dir nahe.

„Ich wollte dich fragen, ob es eine Möglichkeit gibt, wie du mir meine Fehler verzeihen kannst. Ich weiß, dass ich es nicht verdient habe, dass man mir verzeiht. Das was ich dir angetan habe, kann ich nie wieder gut machen, aber ich will nicht, dass du mich hasst.“ Ich würde Maja immer so in Erinnerung behalten, wie sie war. Ein fröhlicher, offener Mensch.

„Ich hab nie die Chance bekommen dir zu sagen, was ich fühle, aber ich will es dir nicht verschweigen. Ich liebe dich Maja, du wirst immer in meinem Herzen sein.“

Ich verließ den Friedhof. Ich war heute ein letztes Mal gekommen, um ihr Leb wohl zu sagen. Iker hatte Recht, er hatte mir mal gesagt, dass ich mein Leben wieder in die Hand nehmen musste. Ich würde Maja nie vergessen, sie wird immer die Liebe meines Lebens sein.

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Carlitacorleone 25. Nov 2010

Also...wieso wurde mein kommi hier bitte nicht gespiechert? *böse bin*
dann hol ichs jetzt eben nach,,...aaalsooo...ich hätte fast geheult..ernsthaft!!
das ist ja nioch dramatischer als romeo und julia..*buhuuu*
:((
Aber du hast das echt verdammt gut geschreiben udn so...:)
also respekt ;9
Und er ist dir alle mal gelungen dieser one.shot!!!!
<3

22. Nov 2010

hallo!
mir hat dein one shot auch sehr gut gefallen, obwohl er sehr trauig ist. ich finde dass du die situation sehr gut beschrieben hast, und das in so wenigen worten - das muss man mal schaffen.
also gratuliere, deiner erster one shot ist dir gelungen! :-D

glg

Lia453 22. Nov 2010

toller one shot! anfangs ist er noch ein bisschen verwirrend mit den vielen flashbacks, aber dann wirds gut. und man kann sich richtig in sergio hineinversetzen. traurige geschichte, aber sehr schön geschrieben!