Das Leben ist zum Kotzen

10.08.11 21:09
Wie der Totel es schon verrät - das Leben findet Leon zum Kotzen. Es ist eine Kurzgeschichte - lest selber, warum Leon das Leben zum Lotzen findet und was passiert - viel Spaß da bei.
Leon Wessel Masannek Kevin Iannotta Drama P18 Tragödie/Leid Beendet
Inhaltsverzeichnis
  • Das Leben ist zum Kotzen

Das Leben ist zum Kotzen

Ich sitze hier. Auf der Bank. Irgendeine Bank. Irgendwo in München. Diesen Stadtteil kenn ich nicht. Er muss aber irgendwo am Stadtrand sein, denn hier ist gerade keine Menschenseele weit und breit zusehen. Ab gesehen von mir natürlich. Es ist sehr spät Abend. Es ist eine dunkle und finstere Nacht. Ich sehe nur dichte Wolken über mir. Ich schnaufe tief ein und wieder aus.
Das Leben ist schon irgendwo zum Kotzen. Alles deine Freunde sind für etwas zu gebrauchen. Nur du nicht. Ich fühle mich so nutzlos und alleine. Mein Bruder ist schon seit einem halben Jahr in Berlin und studiert. Ja, ich weiß, dass ich achtzehn Jahre alt bin, aber er fehlt mir schon ziemlich sehr. Die alten Zeiten. Früher waren wir immer füreinander da. Sicher hatten wir Streit, aber das ist doch normal bei Brüdern. Aber jetzt sehe ich ihn gar nicht mehr. Und telefonieren können wir maximal einmal pro Woche. Er hat sehr viel zu tun. Das kann ich ja auch sehr gut verstehen. Er will eben ein guter Student sein.
Mein Vater ist jetzt auch nicht mehr da. Besser gesagt, er sorgt sich nicht mehr um mich. Warum sollte er denn auch? Ich bin jetzt `groß´. Und außerdem hat er jetzt seine kleine neugeborene Tochter. Er ist jetzt glücklich mit ihr und seiner markenlosen und atemberaubenden Freundin. Für was soll er mich denn noch brauchen? Ich nur der mittlere Sohn, der nicht besonders der Schwarm aller Mädchen ist. Der Sohn, der jetzt irgendwie sein Abitur gemacht hat. Der Sohn, der nichts zustande bekommt.
Mein einer eigentlicher bester Freund ist jetzt auch glücklich. Er hat eine tolle und bezaubernde Freundin und will jetzt mit ihr wegziehen. Den Ort habe ich aber gerade vergessen. Aber ich weiß, dass beide dort studieren werden.
Mein anderer eigentlicher bester Freund hat vielleicht zurzeit wie ich keine Freundin, aber er hat dafür viele andere tolle Sachen. Er hat eine große und gute Familie, die immer zusammen hält. Neue, andere Freunde, die tausendmal cooler sind als ich. Das ist die coolste Clique von München. Er ist jetzt genauso wie die. Immer cool. Jetzt hat er keine Zeit mehr für mich.
Alle haben mich im Stich gelassen. Mein Familie und Freunde. Niemand ist mehr für mich da. Niemand kümmert sich um mich. Ich bin für alle egal. Das spüre ich jeden Tag mehr. Immer mehr ignorieren sie mich. Wenn ich ins Wohnzimmer komme, beachtet mich keiner. Wenn ich meinen Bruder anrufe, hat er schon immer was bessere zutun und muss so schnell wie möglich auflegen. Wenn ich meinem einen Freund begegne, klebt seine Freundin an ihm dran. Und wenn ich meinen anderen eigentlichen besten Freund treffe, tut er auf cool und erkennt mich nicht mehr.
Deswegen finde ich das Leben zum Kotzen. Ich kann mehr als gut verstehen, dass viele Menschen heutzutage Drogen und Alkohol abhängig sind. Weil sie versuchen, bestimmten beschießende Dinge zu verdrängen. Nein, ihr müsst jetzt keine Angst haben, dass ich zum Junkie oder Alkoholiker werde. So dumm bin ich nicht. Ich finde, dass verdrängen eine schlechte Möglichkeit ist. Wenn man verdrängt, sprich Drogen nimmt oder sich die Birne voll säuft, dass danach die Probleme noch schlimmer sind. Deswegen werde ich nie im Leben mir so etwas antun. Wenn man von Problemen wegrennen will, dann sollte man es einmal tun und dann richtig. So, wie ich es jetzt vorhabe. Einmal richtig.
Deswegen halte ich ein scharfes Küchenmesser in der Hand, Ja, ich weiß, der Tod ist auch keine Lösung. Aber ich sehe gerade keine andere Möglichkeit mehr. Ich bin doch ganz alleine. Niemand braucht mich. Niemand vermisst mich. Niemand wird nach mir suchen. Das weiß ich. Die Welt braucht mich nicht. Mein Vater, Bruder und Freunde brauchen mich nicht. Sie sind alles zufrieden und glücklich. Ohne mich! Ich bin nur ein Klotz am Bein. Sie müssen sich immer wieder mit mir abgeben. Sie wollen aber eigentlich nicht. Mein Vater frühstückt nur mit mir, weil ich sein peinlicher Sohn bin. Mein Bruder telefoniert manchmal mit mir, weil er eben Mitleid mit mir hat, weil ich so ein Loser bin. Und mein einer Freund sagt zu mir Hallo, weil er genau weiß, dass ich früher immer für ihn da war. Mit anderen Worten, sie geben sich mit mir ab, weil sie es aus Höflichkeitsgründen machen. Nicht, weil sie mich mögen. Nein, ich bin nur eine Schande. Mehr nicht.
Deswegen nehme ich mir jetzt das Leben. Dann habe sie mich alle los. Für immer und ewig. Nie wieder müssen sie mit mir ihre Zeit Vergeuden. Nein, sie können dann in Ruhe ihr Leben leben. So, wie sie es wollen. Und nicht, wie es sich gehört. Ich werde sie von mir befreien.
Die Messer spitzte setzte ich auf meine Brust. Jetzt werde ich mich umbringen und immer von dieser Welt verschwinden. Für immer. Meine Leiche wir man vielleicht, (wenn sich jemand auf die Suche gemacht hat), und dann begraben. Dann sind alle Spuren weg von mir. Nie wieder wird einer an mich denken oder abgeben. Ich werde für die Welt nichts mehr sein. Deswegen sage ich jetzt Tschau.
Ich schnaufe tief ein und wieder aus. Auf drei. Eins, zwei und…. – NEIN. Ich kann es nicht! Ich kann mich nicht umbringen! Es geht nicht! Ich kann mich nicht töten. Ich bin zu schwach dafür. Zu unmutig. Ich bin ein mega Loser. Ich kann mich nicht einmal selber töten. Wütend schmeiße ich das Messer weg und renne in die dunkle Nacht hinein. Dort, wo mich die Welt weiter erleiden muss….

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TeddyundSnoopy 08. Aug 2013

Ich finde auch das dass eine total traurige Geschichte ist, aber zum Glück hatte sich Leon nicht umgebracht

11. Aug 2011

Armes Leon :o
Warum mag ihn niemand also dumme Leute gibt es *tz tz tz *
Und ich denke er bildet sich das alles nur ein....ich meine Marlon hat ihn doch bstimmt ganz arg lieb und joachim auch und seine schwester auch.....und ich auch xDDD

Drarry4ever 11. Mar 2018
Genau den gleichen Gedanken hatte ich auch