Meeresflüstern

24.04.18 16:43
They are playing a game, and you are a part of it. In den 70. Hungerspielen muss die 18-jährige Annie Cresta in die Arena, denn es gibt keine Freiwilligen an ihrer Stelle. Unterstützung erfährt sie durch ihre Mentoren, allen voran Finnick Odair, den wunderhübschen Sieger der 65. Spiele, der auf eine merkwürdige Art und Weise von ihr zu..
Die Tribute von Panem Drama P16 Action Beendet

Farben des Giftes

Die Trainingshalle ist ein unangenehmer Ort.
Es braucht nicht einmal zehn Minuten, bis ich das herausgefunden habe. Da wir uns hier im Keller befinden merkt man, dass es kälter ist, als noch in unserem Stockwerk. Die Wände reichen weit hoch und sind mit einer Art Metall verkleidet, was das unangenehme Gefühl, dass sich in meiner Brust breit gemacht hat, noch unterstützt. Bis unter die Decke reicht ein grobmaschiges Kletternetz und über die gesamte Halle, die zudem noch gigantische Ausmaße hat, sind die verschiedensten Trainingsstationen verteilt. Ständer mit Schwertern und bedrohlich funkelnden Messern warten nur auf uns.
Kaum, dass wir die Halle betreten hatten waren alle Blicke auf uns gerichtet gewesen. Die Tribute aus eins und zwei hatten bereits zusammengefunden und hatten uns mit abschätzigen Blicken gemustert, während die anderen aus den ärmlicheren Distrikten uns eher schüchtern musterten. Der Ruf von Distrikt vier eilte uns wohl voraus, obwohl wir selber uns noch gar nicht bewiesen hatten. Unschlüssig standen wir einen Moment in der Tür, bis schließlich das blonde Mädchen namens Shine, wie ich mich dank der Fernsehsendung erinnere, sich unserer erbarmte und zu uns rüber kam. Völlig locker stellte sie sich uns vor.
Sie hat wirklich ein verdammt hübsches Gesicht, blonde Locken rahmen es, und obwohl sie, genau wie ich, achtzehn ist, sieht sie durch ihr niedliches Gesicht jünger und vor allem niedlicher aus.
„Wenn ihr bei uns mitmachen wollt, dann zeigt heute lieber mal, was ihr drauf habt.“, hatte sie gesagt, ehe sie sich wieder umdrehte. Achselzuckend folgten Pon und ich ihr in die große Halle.
Jetzt sitze ich auf einer Kiste, deren Inhalt mir unbekannt ist und lausche den Instruktionen der obersten Wächterin. Wie alle Friedenswächter ist auch sie in grelles weiß gehüllt, dass einen eindrucksvollen Kontrast zu ihrer dunklen Haut bildet. Im Gegensatz zu den Bewohnern des Kapitols trägt sie keinerlei Make-Up und scheint auch sonst keinerlei Schönheitsoperationen gehabt zu haben. Was sich jedoch vermutlich damit erklären lässt, dass das überwiegende Gros der Friedenswächter aus Distrikt zwei stammt und dort auch ausgebildet wird. Vermutlich begleitet sie also jedes Jahr Leute aus ihrer eigenen Heimat in den Tod.
„In weniger als drei Wochen wird dir Hälfte von euch tot sein. Ihr müsst nicht nur Kampfstrategien üben, um es bis dahin zu schaffen, sondern auch in aller erster Linie Überlebenstaktiken. Ein Großteil von euch wird aufgrund von natürlichen Ursachen sterben.“, erklärt sie kühl, ohne jegliche Regung. Mir läuft ein Schauer den Rücken hinunter, da sie mit keiner Silbe durchklingen lässt, dass es ihr Leid tut.
„Es ist euch ausdrücklich verboten mit anderen Tributen zu kämpfen. Wir verstehen, wenn ihr darauf brennt, doch dazu ist die Arena gedacht. An jeder Station warten bereits erfahrene Trainer auf euch, die euch helfen werden euch weiter zu entwickeln. Hoffen wir auf eine ertragreiche Trainingswoche. Möge das Glück stets mit uns sein.“, endet sie ihren Vortrag.
Unschlüssig bleibe ich noch sitzen. Ich habe keinerlei bestehende Kampftalente. Rein theoretisch könnte ich alles machen. Aber alles in mir sträubt sich dagegen, eine der Waffen zu erheben. Mir ist egal, was die Karrieromeute, die sich bereits Richtung Schwertkampfstation verzieht, von mir denkt. Pon geht ebenfalls mit ihnen. Ich habe garantiert nicht vor, mich in der Arena mit ihnen zu verbünden, nur um eines Morgens mit einem Schwert in der Brust aufzuwachen. Ganz am Ende der Halle gibt es jedoch eine unscheinbare, kleine Station. Da sich in der Ecke noch weitere überlebenstaktische Stationen befinden, beschließe ich, dort anzufangen. Denn wie unsere Betreuerin schon sagte, man sollte diese Taktiken nicht vernachlässigen.
Beim Näherkommen zeigt sich, dass es sich bei der von mir auserkorenen Station um eine handelt, die über mögliche Giftpflanzen in der Arena informiert.
Scheinbar erfreut, dass sich jemand seiner Station nähert begrüßt mich der Trainer.
„Schön, dass ich mal Besuch von einem von euch Karrieros erhalte. Ich hoffe für dich, dass du weise genug bist, diese Station ernst zu nehmen.“
„Hmm…“, antworte ich bloß. Mir ist wirklich nicht nach großartigen Konversationen mit einem Wächter. Dieser macht sich jetzt voller Elan daran, einzelne Schüsseln mit den unterschiedlichsten Arten an Pflanzen zu präparieren.
„Also“, hebt er an.
Die kommende Zeit widme ich mich ganz den giftigen Pflanzen der Arena. Ich lerne anhand der Blätter auf ihre Genießbarkeit zu schließen und wie man Vergiftungen behandeln kann. Und dann gibt es noch die Beeren, bei denen jede Hilfe zu spät kommt.
Konzentriert sortiere ich gerade ein paar vorbereitete Pflanzen den Kategorien „sofort tödlich“, „unbedenklich“ und „schleichend tödlich“ zu. Einen Moment betrachte ich die pinken Blütenblätter der Pflanze, die ich gerade zu zuordnen versuche. Sie weist keines der typischen Merkmale auf, die ich in der vergangenen Stunde gelernt habe. Nach reifer Überlegung stelle ich auch diese Pflanze zu den ungefährlichen.
„Digitalis purpurea – höchst giftig“, erschallt es in diesem Moment hinter mir. Erschrocken drehe ich mich um. Hinter mir steht der Junge aus Distrikt fünf. Mit wachsamen Augen mustert er meine Pflanzenanordnung.
„Zwei Fehler hast du gemacht. Ein Glück, dass du nicht in der Arena bist“, bemerkt er in leicht belehrendem Tonfall. Erstaunt drehe ich mich meiner Anordnung zu, die ich eigentlich ziemlich gelungen fand. Erstaunt nickt auch der Trainer.
„In der Tat, da haben wir wohl einen Pflanzenkenner!“, bemerkt er.
Ich erinnere mich, ihn heute Morgen in der Wiederholung der Parade gesehen zu haben. Nora und Circe, das überraschende Paar aus Distrikt fünf?
Circe nimmt die Schale mit der pinken Pflanze, die ich eben den Unbedenklichen zugeordnet habe.
„Digitalis purpurea. Jeder Teil dieser Pflanze ist höchst giftig, bereits eine kleine Menge reicht aus, um einen erwachsenen Menschen zu töten. Im Volksmund auch roter Fingerhut genannt. Allerdings wurde diese Pflanze gentechnisch verändert, sodass sogar eine Berührung mit ihren Pollen ausreicht, um eine Vergiftung zu verursachen. Sofort tödlich also. Du erkennst diese Pflanze jederzeit an ihren schlauchförmigen, rot bis rosafarbenen Blütenblättern, die an Stielen von dem großen Hauptstiel herabhängen.“, erklärt er.
Nach seiner Erklärung wische ich mir unauffällig die Hände an meiner Hose ab. Ich hoffe, dass ich keine der Pollen ausversehen berührt habe.
„Danke für die Warnung“, bringe ich nur heraus.
Er lacht, als er sieht, wie ich mir die Hände abwische. Wohl doch nicht so unauffällig.
„Ich glaube, dass dieser Pflanze die Pollen entfernt wurden. Nicht?“, er wendet sich an den Trainer. Dieser nickt bekräftigend.
„In der Tat. Den meisten Pflanzen hier wird ihr giftiger Wirkstoff entzogen, damit kein Tribut… auf dumme Gedanken kommt.“ Er lächelt und widmet sich jetzt völlig Circe, um ihn über seine Kenntnisse auszufragen. Staunend beobachte ich, wie er spielend leicht die Pflanzen kategorisiert, auch die schwierigen Fälle.
„Woher kommt es, dass du so viel über Pflanzen weißt?“, frage ich ihn.
„Eine geheime Leidenschaft“, erwidert er, während er gleichzeitig dem Trainer lauscht, der ihm eine seltene Züchtung des Kapitols erläutert.
Ich beobachte Circe noch eine Weile und versuche mir ebenfalls so viel wie möglich zu merken, doch irgendwann merke ich, dass ich mir all die gentechnischen Versuche des Kapitols wohl nie merken kann. Also sehe ich mich im Bereich der Überlebensstationen ein wenig um. Ein Großteil der Tribute ist an den Kampfstationen verteilt. So demonstriert Shine gerade eindrucksvoll an ein paar Dummys ihre Schwertkampfkünste. Einen nach dem Anderen schlägt sie mit gezielten Schwerthieben in zwei Teile. Schon jetzt zeigt sich deutlich ihre Favoritenrolle. Ich suche nach Pon und erspähe ihn schließlich, wie er mehrere Meter über dem Hallenboden in dem grobmaschigen Netz hängt. Augenscheinlich verbessert er gerade seine Kletterfähigkeiten, oder besser, er versucht es. Ich wende mich wieder mir zu und beschließe schließlich, der Station zum Thema Tarnung einen Besuch abzustatten. Eine gelangweilte Frau sitzt neben einer Reihe an Farbtöpfen und blättert antriebslos in einem Hochglanzmagazin. Erstaunt sieht sie auf, als ich vor sie trete.
„Möchtest du deine Tarnfähigkeiten verbessern?“, fragt sie, als könne sie es nicht glauben, dass jemand ihrer Station einen Besuch abstattet. Ich nicke und bemühe mich um ein freundliches Lächeln.
„Ja“, erwidere ich. Anerkennend zieht sie die Augenbrauen hoch.
„Von Karrieros kriege ich ja nicht oft Besuch“, murmelt sie, während sie die Zeitschrift wegsteckt. „Ich bin ja auch kein Karriero.“
Aus dem Augenwinkel betrachtet sie mich, während sie eine der Farbdosen öffnet und in der darin enthaltenen Farbe umherrührt.
„Distrikt vier. Ihr seid doch so ein Karrierodistrikt. Finnick Odair und so“, grummelt sie. Ich schüttle als Antwort den Kopf.
„Nun, dann bin ich die Erste, die mit der Tradition bricht.“
Die Frau lächelt.
„Gefällt mir.“ Sie reicht mir ihre Hand über die Farbdosen hinweg.
„Ally.“, stellt sie sich vor.
„Annie“, stelle ich mich vor. Wissend lächelt Ally.
„Die Meerjungfrau. Bist momentan ja relativ beliebt, mit deinem kleinen Partner und so…“
„Wirklich?“, frage ich, erstaunt. Ich hätte nie gedacht, dass ich je beliebt sein würde. Nicht in Distrikt vier und erst recht nicht im Kapitol. Ally nickt grinsend.
„Glaub mir, es war das Outfit. Ist es immer.“
Ich sage nichts weiter dazu, sondern wende mich den vielen Farbdöschen zu.
„Wie kommt man in der Arena denn an solche Farben? Kann man sie von den Sponsoren bekommen?“
Zur Antwort bekomme ich bloß ein trockenes Lachen.
„Annie, meine Süße, dies sind nur Übungsfarben. In der Arena musst du schon selber zusehen, wie du an Farben kommst. Wenn schon, dann kannst du Erde oder Kalk verwenden. Je nachdem, wie die Arena halt aussieht. Gib mal deinen Arm!“
Gehorsam reiche ich ihr meinen Arm. Mit der linken greift sie sich einen Pinsel und tunkt ihn in hellblaue Farbe. Die Farbe ist so hell wie das Meer auf einem schlechten Gemälde und ich frage mich, wie so eine Farbe jemals zur Tarnung beitragen könnte. Dennoch malt Ally mit fließenden Pinselstrichen kleine Wirbel auf meinen Unterarm.
„Warum bringen sie uns das Tarnen dann mit Farben bei, anstatt gleich mit dem… Dreck aus den Arenen?“, frage ich sie, während ich ihre Handbewegungen beobachte.
Mit einem kleinen Lächeln auf den Lippen antwortet sie: „Fragen, Annie. Zu viele. Lernt lieber nicht zu viel. Dann wird es langweilig. Fang klein an.“ Sprachlos blicke ich sie an. War das ein Affront gegen das Kapitol, gegen die Spiele an sich? Aber wer könnte es ihr auch verdenken? Ich will mir nicht ausmalen, wie viele Kinder und Jugendliche sie schon in den Tod begleitet hat. Dennoch antworte ich lieber nicht, da ich nicht weiß, wo das Kapitol uns überall lauscht. Vermutlich sind sie auch hier. Um uns zu überwachen. Nicht einmal im hintersten Winkel darf man Schwäche zeigen.
Mittlerweile hat Ally eine dritte Farbendose angebrochen und malt kleinere Muster auf meine Hand. Leicht kitzelt ihr Pinsel über den Arm, ich beobachte, wie sie sich vollkommen in ihre Arbeit verliert. Hochkonzentriert zieht sie Linie um Linie. Für einen kurzen Moment gestatte ich es mir, erneut die anderen Tribute zu begutachten.
Die Karrierotruppe ist mittlerweile weiter gezogen, zur Station mit den Messern. Mit schnellen, zielsicheren Bewegungen schleudert der Junge aus Distrikt zwei gerade drei Messer nacheinander in die Trainingspuppen. Genau in der schwarzen kleinen Fläche, direkt an der Stelle des Herzens bleiben sie stecken.
Der Rest befindet sich ebenfalls im anderen Teil der Halle und übt sich an den diversen Stationen, mit Ausnahme von den Tributen aus fünf. Circe steht immer noch an der Station mit den giftigen Pflanzen, mittlerweile ist jedoch auch seine Partnerin, ich erinnere mich dunkel, dass sie Nora heißt, zu ihm gestoßen. Interessiert beugt sie sich über seine Schulter und betrachtet etwas. Als hätte sie gespürt, dass mein Blick auf ihr lag, wendet sie sich mir zu. Einen Moment lang betrachtet sie mich stumm, dann kommt sie locker auf mich zu. Mit einem strahlenden Lächeln begrüßt sie mich.
„Hey, ich bin Nora. Du bist Annie, nicht?“ Aus der Nähe betrachtet ist sie wirklich hübsch, ich kann verstehen, warum die Kameras gestern so lange auf sie gerichtet waren. Sie hat einfach eine unglaublich freundliche Ausstrahlung.
„Ja“, erwidere ich mit schwacher Stimme, eingeschüchtert von ihrer Selbstsicherheit. Wer weiß, was sich hinter dieser Fassade verbirgt…
So interessiert wie eben noch bei Circe, beugt sie sich nun über meine Schulter und mustert die entstehende Tarnung.
„Wow, wirklich beeindruckend!“, haucht sie. Ich wende den Blick zurück auf meinen Arm, und erkenne, was Ally aus ihm gemacht hat.
Mein ganzer Unterarm sieht aus, als wäre er von feinen Fischschuppen bedeckt. Wenn ich den Arm drehe scheinen sie sogar zu schimmern. Beeindruckt blicke ich Ally an.
„Das ist wirklich beeindruckend…“
Erfreut lächelt Ally.
„Meerjungfrau… verbringe deine Zeit lieber nicht hier. Geh trainieren.“
Entschlossen schüttele ich den Kopf.
„Nein Ally, die Mordsgeräte können warten. Ich möchte lieber lernen, wie ich mich wenigstens annähernd tarnen kann. Vielleicht wird das eines Tages meine letzte Rettung sein“, gebe ich zu bedenken.
„Wenn es dir nichts ausmacht, ich würde es ebenfalls gerne lernen“, mischt sich jetzt auch wieder Nora ein. Mit einem Nicken deute ich auf den zweiten Klappstuhl, der an der Station aufgebaut ist. „Klar, da habe ich doch nichts gegen“, sage ich und lächle sie jetzt ebenfalls an. Mit einem erleichterten Grinsen lässt Nora sich fallen.
„Und ich dachte schon, du würdest lieber alleine bleiben.“
„Nein, ich habe keinerlei versteckte Talente.“, gebe ich offen zu. Erstaunt guckt Nora mich an.
„Jeder hat besondere Talente. Vielleicht weißt du es nur noch nicht.“
Ich blicke zu Boden.
„Nein, ich glaube, dass ich mich kenne.“
„Na, wenn du meinst. Lass den Kopf lieber nicht hängen!“, meint Nora aufmunternd.
Ally mischt uns ein paar Farben zu Recht, die denen in den Arenen am ehesten entsprechen und erklärt uns, bei welcher Umgebung welche Tarnung am besten wirkt. Manchmal, meint sie, kann es schon helfen, seine Jacke zu wenden. Nachdem Nora und ich uns in ein paar Versuchen lächerlich mit Farbe eingepinselt haben und wir aussehen wie zwei schlecht bemalte Stammeskrieger aus den alten Büchern, krönt sie ihre Lehrstunde mit einem Haufen an Zweigen, die sie uns zu „lebensrettender Deko“ formen lässt, wie sie so schön sagte. Am Ende stehen wir wie zwei schlechte, lebende Bäume da, und ich bin echt froh, dass die Karrieromeute im anderen Teil der Trainingshalle beschäftigt ist. Nichtsdestotrotz scheint Ally stolz auf ihr Werk zu sein und lobt uns.
Nora blickt mich an und ich sehe, wie sich ihr Mund wieder mal zu einem Lächeln verzieht.
„Schau uns nur an…“, murmelt sie, „ich fühle mich fast schon dazu geboren, ein Baum zu sein.“ Ich muss lächeln. Wenigstens Nora scheint nichts das Lächeln vertreiben zu können.
„Ich bin ja schon froh, wenn ihr einen kleinen Teil der Tipps mit in die Arena nehmt. Dort werdet ihr sicher nicht die Zeit haben, euch in einen Baum zu verwandeln…“, mahnt uns Ally.
Dann ist die erste Hälfte unserer Trainingszeit auch schon vorüber und wir werden per Lautsprecherdurchsage dazu aufgefordert der Betreuerin von vorhin in den Essenssaal zu folgen. Gemeinsam mit Nora mache ich mich auf den Weg, die Halle zu durchqueren.
Interessiert begutachtet diese die verschiedenen Waffen in ihren Halterungen.
„Ich glaube, dass ich nach dem Essen auch mal das Messerwerfen ausprobieren sollte. Schließlich kann das Baum-Sein nicht immer mein Leben retten. Was glaubst du, machst du nach dem Essen?“, fragt sie mich.
Verwundert blicke ich sie an. Von dem, was ich so gehört habe, verrät normalerweise kein Tribut seine Trainingsstrategie oder dergleichen. Die Karrieros demonstrieren zwar einen Teil ihrer Fähigkeiten, doch erst in der Einzelstunde vor den Spielmachern zeigen sie ihre wahren Fähigkeiten. Nora scheint in dieses Umfeld kein Stück weit hinein zu passen. Viel zu ungezwungen ist sie, viel zu offen. Statt ihr zu antworten frage ich sie darum:
„Glaubst du nicht, dass du deine Trainingsstrategien… geheimer halten solltest?“
In diesem Moment ist mir, als ob ein Schatten über Noras Gesicht gehuscht wäre.
„Ob nun jemand meine Strategien kennt oder nicht, glaubst du, dass das etwas verändert? Ich bin doch bloß das Mädchen aus fünf.“
Und obwohl sie nach den letzten Worten wieder lächelt ist mir, als ob ich einen wunden Punkt getroffen hätte.
„Du hast doch sicher auch besondere Stärken“, erwidere ich, in Anlehnung an das, was sie vorhin gesagt hat.
„Sicher“, murmelt Nora nur.
Den Rest des Weges legen wir stumm zurück und ich kann bereits spüren, wie das bleierne Gefühl auf der Brust wieder zurückkehrt.
Im Essenssaal ist bereits überall der Geruch nach Essen verbreitet und ich merke, wie mein Magen knurrt. An einer Theke teilt eine Wächterin das Essen an alle Tribute aus. Jeder bekommt das Gleiche, einen feinen, reinweißen Reis mit Hühnchen in Stücken und viel Gemüse. Dazu gibt es noch eine kräftige Portion Soße.
Mit meinem Tablett, auf dem sich zudem noch eine kleine Portion Beerensorbet zum Nachtisch und etwas zu trinken stapeln bahne ich mir meinen Weg durch die Tische, die bereits von Tributen besetzt worden sind. In der Mitte des Raumes hat sich die Karrieromeute versammelt, unter ihnen Pon. Als er mich erspäht winkt er mich zu sich. Einen Moment lang zögere ich, denn ich bin nicht gerade erpicht darauf, mein Essen mit den Karrieros zu verbringen. Doch da ich bei Pon sein will entscheide ich mich schließlich, mich zu ihnen zu gesellen. Ein wirklicher Nachteil kann mir davon ja nicht entstehen. ‚Vielleicht bekomme ich ja doch noch einen Ruf als Karriero‘, sage ich ironisch zu mir selbst.
Shine zieht ihre Augenbrauen hoch, als ich mich neben Pon auf einen freien Stuhl gleiten lasse. „Annie, wie schön, dass du dich zu uns gesellst“, begrüßt sie mich spitz. Auch den Anderen entgeht Shines vorwurfsvoller Unterton nicht. Ihr Partner, der eindrucksvolle Muskeln hat, gepaart mit einem arroganten Lächeln mustert mich.
„Wir haben uns alle schon so gefreut, deine Fähigkeiten bewundern zu dürfen. Stattdessen hast du… Beeren gegessen?“, trägt er zum Gespräch bei.
Ich merke, wie ich leicht erröte. Hastig erwidere ich:
„Ich habe lediglich ein bisschen was Neues ausprobiert. Sollte man ja machen.“
Immer noch arrogant grinsend lässt der Karriero sich in seinen Stuhl zurückfallen und wirft Shine einen Blick zu. Wahrscheinlich wägt er gerade schon ab, wann er mich am besten töten kann, in der Arena. Bevor meine Gedanken mir noch den Appetit verderben können wende ich mich lieber meinem Essen zu und versuche dir Karrieromeute auszublenden. Pon jedoch lächelt und sagt stolz:
„Mit Annies Hilfe können wir uns dann in der Arena tarnen und essbare Pflanzen finden. Das ist doch toll.“
Seine Naivität treibt mir ein trauriges Lächeln auf das Gesicht. Glaubt er wirklich, dass ich mich den Karrieros anschließen werde? Und glaubt er, dass sie irgendein Interesse in meine neu erworbenen Fähigkeiten haben?
Das androgyne Mädchen aus Distrikt zwei geht zu meiner Überraschung sogar auf ihn ein.
„Schlecht wärs ja nicht“, meint sie nachdenklich.
„Schließlich ist die Arena… ein unberechenbarer Ort.“
Damit schafft sie es, dass es mir eiskalt den Rücken runterläuft. Mich beschleicht das Gefühl, dass dieses Trainingscenter mehr einem Raubkatzenkäfig gleicht. Und ich bin der Fraß.
Die meisten sitzen alleine an einem Tisch, ein paar sitzen stumm ihren Distriktpartnern gegenüber und stochern lustlos im Essen. Ich spüre die geweiteten Augen aus Distrikt zwölf auf uns, die Angst und das Misstrauen, dass sie uns entgegenbringen. Indem ich bei den Karrieros sitze werde auch ich gefürchtet. Ich seufze. Niemals kann ich mit allen hier meinen Frieden schließen.
Obwohl mein Magen eben noch laut nach Essen verlangt hat, ist mir der Appetit jetzt vergangen. Ich schiebe meinen Nachtisch zu Pon rüber und stehe auf, um mein Tablett zurück zu bringen. Ich schlängle mich zwischen den eng beieinanderstehenden Tischen durch, als ich spüre, wie jemand gegen mich stolpert und mich fast aus dem Gleichgewicht bringt. Gerade noch kann ich mich fangen. Als ich mich umdrehe sehe ich das Mädchen aus Distrikt drei, dessen Augen weit aufgerissen sind. Sie öffnet den Mund, um etwas zu sagen, doch sie bringt nur ein Piepsen heraus. Mitleidig lächle ich sie an.
„Alles gut“, sage ich, um die peinliche Situation zu beenden.
Mit hochrotem Kopf bringt das Mädchen ein „Entschuldigung, das war mein Fehler“, heraus, dann dreht sie sich um und flitzt eilig von dannen. Das ist das erste Mal in meinem Leben, dass man Angst vor mir hat. Ich schüttle meinen Kopf und setze meinen Weg fort.
Als ich nach der Mittagspause gemeinsam mit Pon und dem Rest der Karrieros wieder die Halle betrete hat sich etwas verändert – in einem kleinen Raum, rund zwei Meter über dem Hallenboden, sitzen plötzlich Männer, die augenscheinlich aus dem Kapitol kommen. Entspannt sitzen sie in ihren Sesseln und betrachten uns, wie man einen Haufen lästiger Ameisen beobachtet. Unwohl mustere ich sie. Einer hebt sich von den Anderen ab, durch seine komplett schwarz rote Kleidung, die einer Uniform gleicht. Er sitzt in der Mitte der Ansammlung und beteiligt sich nicht an den Gesprächen um ihn rum. Seine Augen sind höchstkonzentriert auf uns gerichtet. Mir ist, als ob er jeden Einzelnen mit seinem Blick zu erfassen versucht. Die eisblauen Augen, in seinem von unzähligen Operationen geschädigtem Gesicht, blicken eiskalt auf uns herab. Man sieht ihm an, dass er bereits älter ist, ähnlich wie Präsident Snow. Und auf einmal weiß ich auch, wo ich ihn bereits zuvor gesehen habe. Im Fernsehen – als Spielmacher. Victorius Savage.
Wir werden direkt unter dem Balkon mit den Spielmachern versammelt. Unsere Betreuerin stellt uns die Spielemacher vor. Ganz zum Schluss erhebt sich Savage persönlich.
„Meine lieben Tribute, die kommende Woche werden sie ganz unter unserer persönlichen Beobachtung stehen. Ihre Zeit zum Aufwärmen ist damit beendet. Beeindrucken sie uns – bekommen sie eine gute Punktzahl. Möge das Glück immer mit ihnen sein.“
Dann sind wir entlassen. Ich spiele bereits mit dem Gedanken, mich wieder in die Ecke mit den Überlebensstationen zu verziehen, als Pon mich am Arm packt.
„Annie, wir wollen Speerwerfen machen… komm mit.“
Es ist keine Frage, sondern eine Aufforderung. Also füge ich mich, und folge Pon und den Karrieros, zu der Station, die gut sichtbar an der Stirnseite der Halle aufgebaut ist. Von dem Punkt der Spielemacher aus hat man einen exzellenten Blick.
Das Mädchen aus zwei macht den Anfang. Locker greift sie sich einen der dünnen Metallspeere und wiegt ihn kurz in der Hand. Einmal noch streckt sie sich, dehnt ihre Muskeln ein wenig, dann hebt sie den Speer auf Schulterhöhe.
„Maylin, du schaffst das!“, feuert Shine sie zu meiner Überraschung an. Im Training halten die Karrieros wohl noch zusammen.
Zwei, drei Schritte nimmt sie Anlauf. Dann schleudert sie den Speer los. Wir beobachten, wie der Speer die Luft durchschneidet und anschließend mit einem feinen ‘Pling‘ im schwarz der Scheibe stecken bleibt. Nicht wirklich gut, aber immerhin hat sie die Platte getroffen. Als nächstes versucht Shine ihr Glück. Fast schon gespannt beobachte ich, wie jetzt sie ein Speer ergreift, hinter die Markierung geht und es von sich stößt. Das Speer fliegt und bleibt ebenfalls im schwarz stecken, nahe Maylins Speer.
„Annie, du bist dran.“
Der männliche Tribut aus eins deutet auf die Speere. Ich weiß, dass Widerspruch zwecklos ist, also begebe ich mich zu den Speeren. Das Metall ist eiskalt in meiner Hand, droht jedoch zu verrutschen, so verschwitzt ist meine Hand. Erstaunlicherweise ist der Speer ziemlich leicht, ganz anders als die Speere, mit denen bei uns in Distrikt vier manchmal gefischt wird. Mein Vorteil ist vermutlich nur verschwindend gering, aber zu Hause habe ich tatsächlich von meinem Vater gelernt, wie man mit dem Speer fischt. Ich habe ihn zwar nie auf Zielscheiben, geschweige denn Menschen geworfen, aber ich werde es wohl versuchen müssen. Ich merke, dass die Karrieromeute mich bereits wieder voller Interesse beobachtet.
Einatmen, ausatmen. Ich hebe den Speer auf Schulterhöhe. Schließe die Augen. Stelle mir vor, dass ich einen wahnsinnig dicken Fisch erlegen will. Ein Lächeln huscht über meine Lippen. In meinen Gedanken sind immer noch genug positive Erinnerungen. Wie in Trance nehme ich Anlauf. Drehe meinen Oberkörper, mein Arm schnellt nach vorne. Der Speer verlässt meine Hand. Ich spüre den kalten Lufthauch, als er an meinem Ohr vorbeizischt. Ich öffne meine Augen erst wieder, als der Speer weg ist.
Wie eine eins steckt er nicht unweit des schwarzen in der Scheibe. Näher, als Maylin und Shine gekommen sind. Ich bin erstaunt über mich selbst und gleichzeitig erleichtert, dass ich augenscheinlich doch etwas kann. Und es ist mir gelungen, die Karrieros ein wenig zu beeindrucken. Zumindest entnehme ich das ihren Gesichtsausdrücken, allen voran Shines Partner, dessen Namen ich immer noch nicht weiß. Auch in Pons Gesicht sehe ich Überraschung, gleichzeitig mit Freude, dass ich es ihnen wohl gezeigt habe. Dennoch ist es eigentlich kein Grund stolz zu sein. Aus dem, was mich einst am Leben erhalten hat etwas zu machen, womit man unschuldige Leben nehmen kann…
Die männlichen Tribute aus eins und zwei werfen zwar nicht so genau wie ich, doch anhand der Wucht, mit der sie den Speer in die Zielscheibe treiben, ist das fast schon unwichtig. So oder so hätten sie jetzt lebenswichtige Organe verletzt. Ganz zum Schluss ist Pon dran. Völlig entspannt hält er einen Speer in der Hand. Im Gegensatz zu mir hält er die Augen offen und nimmt sich keinen Moment zum Durchatmen. Er hebt die Hand und schleudert den Speer los. Mit einem Knacken durchschlägt der Speer die Zielscheibe genau mittig im Roten. Von dort ausgehend, wo sein Speer eingedrungen ist, zieht sich ein feiner Riss durch die Zielscheibe. Voller Begeisterung umringen die Karrieros Pon und gratulieren ihm. Ja, er ist definitiv dazu auserkoren, ein Karriero zu sein.
Ich blicke über die Schulter zurück zu den Spielmachern. Aufmerksam ruht der Blick von Savage auf unserer Gruppe. Ich wende mich wieder ab und entferne mich leise von der Gruppe der Karrieros. An der Station, an der man das Feuermachen lernen kann sehe ich Nora, und ich beschließe, mich zu ihr zu gesellen.
Erstaunt blickt sie auf, als ich mich neben sie in das simulierte Waldstück setze.
„Genug mit den Karrieros gespielt?“, fragt sie mich und ich frage mich, ob nur ich den Vorwurf in ihrer Stimme höre.
Ich schüttle den Kopf. „Ich tue es wegen meinem Distriktpartner. Er ist doch erst zwölf…“ Nora zieht die Augenbrauen hoch.
„Und er will sich den Karrieros anschließen?“
Mir wird klar, dass ich eigentlich gar nichts über Pons Beweggründe weiß, also zucke ich nur mit den Schultern.
„Wir haben nicht drüber geredet, aber naheliegend wäre es. Zumindest wollen sie ihn dabei haben.“
Sie beobachtet meinen Gesichtsausdruck, ehe sie fragt:
„Und du? Was willst du?“
„Ihn beschützen.“
Ich brauche nicht darüber nachzudenken, diese Antwort ist die einzig mögliche für mich. Es steht alles schon fest.
„Verstehe“, murmelt Nora und blickt in den auf schwelenden Rauch aus dem kleinen Haufen aus Blättern und Ästen zu ihren Füßen. Sie pustet hinein und mehr Qualm steigt aus dem Haufen auf.
„Weißt du… ich kann nicht mir Karrieros gemeinsame Sache machen. Tut mir Leid.“ Sie steht auf, ohne sich noch einmal umzublicken.
„Ich habe auch jemanden zu beschützen.“
Mit diesen letzten Worten geht sie. Ich blicke dem Mädchen mit der großen Fünf auf dem Rücken nach. Wenn ich alleine gewesen wäre, hätte ich ein Bündnis mit ihr bilden wollen. Auch wenn wir nicht mal zusammen eine Chance gehabt hätten. Zu zweit ist man weniger alleine.
Stattdessen wende ich mich dem schwelenden Feuer zu und versuche, es zum Brennen zu bekommen. Nachdem ich viel zu viel Rauch eingeatmet habe, und meine Lungen schmerzen habe ich es dann tatsächlich geschafft, das Feuer zum Brennen zu bekommen. Fast schon stolz mustere ich den kleinen Haufen, der lichterloh brennt.
„So so, ein Feuer machen kannst du also auch.“
Aufgeschreckt wirble ich herum. Hinter mir steht der Partner von Shine. Ich habe nicht einmal gemerkt, wie er sich angeschlichen hat. Aber vermutlich hat er sich nicht einmal angeschlichen, sondern ich war nur zu sehr in meine Gedanken versunken, wie immer.
„Wirklich beeindruckend. Ich muss gestehen – ich könnte wohl kein Feuer aus Blättern machen.“ „Ach, das ist nicht mein Verdienst.“ Gerade will ich erwähnen, dass Nora das Feuer gemacht hat, doch dann schweige ich lieber. Ich sollte die Stärken der Anderen lieber nicht ausgerechnet den Karrieros zu spielen. Also schweige ich.
„Wessen denn dann?“, fragt er mich natürlich, mit hochgezogenen Augenbrauen.
Fast schon mutig antworte ich:
„Finde es doch heraus.“
Da muss er grinsen.
„Gefällt mir. Ich bin Slay.“
Am liebsten würde ich ihm sein ekelhaft arrogantes Lächeln aus dem Gesicht wischen. Jetzt begreife ich, warum alle Welt Finnick so sehr liebt – er hat wenigstens noch Herz. Slay dagegen ist einfach nur von sich selbst eingenommen.
„Annie.“
„Auf gute Zusammenarbeit?“, fragt er mich.
Jetzt bin ich dran, die Augenbrauen hochzuziehen. Warum möchte ausgerechnet dieser Karriero mich in seinem Team haben?
Argwöhnisch erwidere ich:
„Mal sehen…“
Glücklicherweise ertönt jetzt erneut eine Lautsprecherdurchsage, die verkündet, dass wir jetzt Schluss machen. In der Reihenfolge der Distrikte dürfen wir zurück in unsere Etagen fahren, was bedeutet, dass Pon und ich nicht lange warten müssen. Auf dem Weg zum Fahrstuhl holt Shine mich ein und packt mich am Arm. Ihre Stimme klingt scharf, als sie mir zu zischt:
„Noch bist du nicht im Team. Bilde dir ja nichts auf Slay ein. Er ist schwach.“
Ihre pinken Lippen verziehen sich zu einem grausamen Lächeln, als sie das sagt. Ich nicke nur und will mich schon wieder abwenden, doch sie lässt meinen Arm nicht los, sondern umklammert ihn noch fester.
„Bist du auch schwach?“, fragt sie mich boshaft. Dann lässt sie mich los und stolziert an mir vorbei. Zum Abschied schenkt sie mir noch ein honigsüßes Lächeln, dann schließen sich die Türen des Fahrstuhls und sie verschwindet.
Erleichtert lasse ich mich gegen das kühle Glas des Fahrstuhls sinken, als wir an der Reihe sind. In unserer Etage angekommen fühle ich, wie so etwas wie Ruhe in mir aufkommt. Ich weiß, dass dieses Gefühl nur trügt, doch der harmlose Blick über die Stadt, der gerade jetzt atemberaubend ist, da die Sonne sich hinter die Häuser senkt, lässt einen nichts Böses ahnen. Goldenes Licht fällt durch die Fenster ein und ich genieße für einen Moment die Ruhe, die in unserer Etage herrscht. Niemand hat uns erwartet, niemand ist laut. Nur ich und Pon.
„Zeit für eine Dusche“, bekunde ich mein Bedürfnis nach kühlem Wasser. Pon grinst sein typisches Lächeln.
„Ja, und dann ein schönes Abendessen. Heute auch mit Nachtisch.“
Ich muss lachen und nehme ihn in den Arm.
„Ja…“, flüstere ich.
In meinem Zimmer werde ich zuerst die widerlichen Trainingsklamotten los, dann begebe ich mich unter die kalte Dusche. Ich lege meinen Kopf in den Nacken, schließe die Augen, und versuche mir vorzustellen, dass ich in einem der berüchtigten Sommerregen stehe, die es in Distrikt vier häufiger gibt. Doch immer wieder werden meine Gedanken von Shine durchbrochen. Ihre Mund, wie er sich zu dem bösartigen Lächeln verzog. Einem blutigen Lächeln, in der Farbe der giftigen Purpurea. Ihre Lippen haben wirklich dieselbe Farbe wie die giftige Purpurea. Genauso wie sie selber – tödlich.
Mit einem Mal ist mir das Wasser viel zu kalt und ein Schauer rinnt mir über den Rücken. Eilig drehe ich das Thermostat höher, doch die Kälte kommt von meinem Inneren.
Sie wird mich nie mehr loslassen, begreife ich. Die Angst ist ein Teil von mir. Ich kann sie verdrängen, nicht aber besiegen.

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09. Dec 2013

Hallo,
ich liebe deine ff! Ich war schon immer ein fan von Annie und Finnick!
Ich möchte so gerne wissen wie es ausgeht...... bitte!

Bitte schreibe doch schnell weiter!!!!
Sonst sterbe ich noch vor Neugier..... ich weiß nicht ob du das riskieren willst xD

glg
Nanni001

19. Mar 2013

Hi,
mal wieder ein tolles Kapitel.
Bald ist es vorbei, oder? Wirklich schade.
Das ist die beste Annie FF, die ich jemals gelesen habe oder werde. (;
lg, Sophie

himbeere5698 17. Mar 2013

wieder ein tolle Kapitel
jetzt gehts aufs ende zu und ich binn super gespann wies jetzt weiter geht
mach schnell weiter
lg himbeere5698