Lilly Evans

vor 13 Tagen
Lilly Evans (nicht Harrys Mutter) wird im selben Jahr wie Harry in Hogwarts eingeschult, kommt jedoch nach Slytherin. Im Laufe der Jahre erkennt sie, dass sie sich längst nicht so von der dunklen Macht angezogen fühlt, wie sie es von ihrer Mutter eingetrichtert bekommen hat. So muss sie versuchen, ihre Schulkarriere auf ihre ganz eigene Art zu..
Harry Potter Allgemein P12 Slash In Arbeit
Inhaltsverzeichnis

Der silberne Zeitumkehrer

Es war kurz vor Mitternacht. Kein Laut ging durch die nassen und laubbedeckten Straßen von Ottery St. Catchpole. Kein Leben rührte sich.
Doch da! Eine Frau schlich lautlos und langsam über einen versteck-ten und von Büschen umgebenen uralten Friedhof. Ständig strich sie sich ihre vom leichten Nieselregen nassen Haare aus dem Gesicht. Ihr weiter schwarzer Umhang wehte um sie herum. Plötzlich wurde sie von einer knochigen schwarzen Hand ins Gebüsch gezogen.
„Na endlich“, sagte eine Frau mit einem kalten Tonfall. „Hast du schon gehört, was heute Abend in Godric’s Hollow geschehen ist?“
„Wenn du meinst, der Dunkle Lord ist verschwunden und die Potters umgebracht, dann weiß ich, was du meinst, Bellatrix“, sagte die Frau und wollte wieder aus dem Gebüsch heraus, doch Bellatrix hielt sie zurück.
„Warte“, sagte sie und hielt die Frau am Arm fest. „Du hast nicht zufällig eine Ahnung, was jetzt mit dem Dunklen Lord geschieht, Katie?“
„Doch. Die grünen Säulen.“
„Die was?“
„Die grünen Säulen“, erklärte Katie und fuhr fort: „Sie wurden in der Schule aufgestellt, im Jahre 1972.“
„Und was passiert dann mit dem Dunklen Lord?“, fragte Bellatrix ungeduldig.
„Also, hör zu. Der Dunkle Lord wird darin ‚aufbewahrt’ sag ich jetzt mal, bis jemand die Gelegenheit nutzt, ihn dort heraus zu holen.“
„Ach ja.“
Bellatrix verließ jetzt das Gebüsch und machte sich auf die Suche, nach einem bestimmten Grabstein. Den Grabstein eines ihrer Vorfah-ren.
„Weißt du zufällig, wo unsere Vorfahren liegen?“, fragte sie Katie.
„Unsere Ahnen? Vorhin hab ich sie gesehen. Irgendwo da drüben. In der Nähe des großen Wallnussbaumes. Übrigens, mein Zauberstab ist auch aus Walnuss. Und deiner?“
Bellatrix überlegte kurz und sagte dann:
„Meiner ist glaub’ ich ein Zwetschgenstab. Mit Drachenherzfasern.“
„Was meiner für einen Kern hat, weiß ich gerade nicht aus dem Kopf.“
Die beiden Frauen schlenderten weiter die Grabsteinreihen entlang, ohne dass sie den Grabstein von ihren Eltern fanden.
Dann fiel Katie ein, dass die Gräber ja angeblich dauernd ihre Plätze wechselten und das Grab von ihren Eltern bestimmt nicht mehr da war, wo Katie es gesehen hat.
Sie waren so damit beschäftigt, das Grab zu finden, dass keiner von beiden die riesigen bleichen Gestalten hinter ihnen bemerkte.
Mit einem Mal erschien ein schauriges Ächzen und Stöhnen, welches Bellatrix und Katie beiden einen Schrecken einjagte.
„Warum ist denn hier so ein komisches Geräusch? Das ist doch sonst nicht da“, meinte Bellatrix und ein Hauch von Panik war in ihrer Stimme zu hören.
„Hast du das etwa schon vergessen? Was ist heute für ein Tag?“, fragte Katie.
„Heute ist Freitag, der 31. Oktober 1981, wieso?“
„Ja, und was ist an diesem Tag?“, fragte Katie wieder.
„Ähm, keine Ahnung. Was soll da schon sein?“
„Du hast ein Hirn wie ein Sieb. Was ist normalerweise am 31. Okto-ber?“
Bellatrix dachte nach.
„Ach ja! Heute ist ja Halloween. Deswegen sind hier auch so viele Vampire.“
„Du hast ja Recht. Also bringen wir uns besser in Sicherheit. Komm!“
Bellatrix und Katie machten sich schnurstracks auf den Weg zum Ausgang.

Eine Stunde weiter südlich bahnte sich laut fluchend eine schwarzhaarige Frau und ein Mann mit einem kleinen Schnurrbart durch ein langes Gewirr von Gängen und Höhlen.
Die Frau war Bellatrix und der Mann hieß Johnny Depp.
Johnny Depp warf andauernd seine brennende Fackel, die er in der Hand hielt, gegen die Wände, doch komischerweise fingen sie nicht an zu brennen. Nicht mal eine Andeutung der Fackel war an den Wänden zu sehen. Johnny fing die Fackel jedes Mal geschickt wieder auf.
Nach ein paar Metern begannen sich die Gänge zu kreuzen und Johnny Depp und Bellatrix verloren die Orientierung.
„Wir müssen rechts abbiegen“, bestimmte Bellatrix und Johnny meinte:
„Na, wie du willst. Schließlich will ich ja nicht zu diesem Haus, wo Katie Evans wohnt.“
„Ich soll Pate von dem kleinen Kind von Katie werden. Lilly heißt es glaub ich.“
„Warum eigentlich du? Warum kann ich nicht Pate werden?“, fragte Johnny.
„Weil Katie mich bestimmt hat. Schließlich ist sie ja auch Pate von meiner Eileen.“
„Und von deinen anderen Adoptivkindern? Wer ist da der Pate? Ist da noch irgendjemand, der keinen Paten hat?“
„Oh ja, Tom und Jerry zum Beispiel. Von einem von denen könntest du ja der Pate werden.“
„Gerne. Würden die mir das denn auch erlauben?“
„Ich glaub’ denen wäre das so ziemlich egal. Die sind doch erst zwei Jahre alt.“
„Na gut. Gleich morgen komm ich zu euch und werde Pate von Tom und Jerry. Was ist eigentlich mit Amy? Wer ist der Pate von ihr?“
„Amy ist tot“, sagte Bellatrix und ein Hauch von Verzweiflung war in ihrer Stimme zu vernehmen.
„Tot?“, fragte Johnny, als hätte er sich verhört.
„Ja, Louis Port. Sagt dir der Name etwas?“
„Und ob. Ich hab schon viel von dem gehört. Und warum hat der sich gerade Amy ausgesucht und nicht irgendeinen von den anderen?“
„Tja, wenn wir das nur wüssten. Wir sind da.“
Bellatrix und Johnny traten durch einen Mistelverhangenen Ausgang ins Freie. Das Haus von Katie Evans lag vor ihnen.
„Pass bloß auf. Die haben nämlich ein blutsaugendes Gespenst“, wusste Bellatrix. „Also schau lieber nach, ob irgendetwas hinter dir ist“, warnte sie Johnny.
Doch das blutsaugende Gespenst ließ sich nicht blicken, während die beiden Leute zum Haus von Katie Evans hinübergingen.
Sie klopften an die Tür und Katie öffnete.
„Ah, da seid ihr ja. Ich hab schon auf euch gewartet.“
Bellatrix und Johnny traten ein und folgten Katie ins Wohnzimmer, wo sie sich sogleich auf das uralte Sofa setzten.
„Also, ihr seid hier, damit Bellatrix Lillys Pate werden kann. Willst du das auch wirklich? Hast du dir das auch gut überlegt?“
„Klar hab ich mir das überlegt.“
„Okay, da Lilly schon schläft, müssen wir das ohne sie machen. Heute, am 31. Oktober –“
„Wir haben bereits den ersten November, Katie.“
„Okay, heute, am ersten November 1981 wird Bellatrix Lestrange Lillys Pate. Das war alles.“
„Dann sind wir also wieder entlassen“, sagte Bellatrix.
„Ja, wenn ihr wollt.“
Bellatrix und Johnny gingen also wieder nach draußen.
„Wenn wir, oder besser wenn ich irgendwann mal wieder kommen soll, dann musst du mir nur Bescheid sagen.“
Einen Moment später waren Bellatrix und Johnny auch schon wieder verschwunden.
Katie ging zurück ins Haus.
Am nächsten Morgen weckte Katie ihre anderthalbjährige Tochter Lilly um mit ihr gemeinsam zu frühstücken. Katies Mann, Berent Evans, hatte Urlaub bekommen und ist deshalb für einige Zeit zu Freunden und so hatten Katie und Lilly das ganze Haus für sich.
Nach dem Frühstück wurde Lilly zu ihrer Tante, Chrissin Puma gebracht, weil Katie etwas zu erledigen hatte, wo Lilly sie nicht bei be-lästigen sollte. Sie machte sich auf den Weg zu ihrer anderen Schwester Bellatrix Lestrange. Als sie dort angekommen war öffnete Bellatrix auch gleich die Tür.
„Ah, gut, dass du kommst. Ich habe etwas Wichtiges mit dir zu besprechen.“
Katie und Bellatrix gingen ins Haus und machten die Tür hinter sich zu.
„Also, was hast du mir zu sagen? Schieß los.“
„Du weißt doch, Amy, dein Patenkind, wurde in der Nacht vom 30. auf den 31. Oktober von Louis Port, na ja, umgebracht.“
„Umgebracht??? Das ist nicht dein Ernst.“
Katie konnte es einfach nicht glauben. Amy Prince tot.
„Doch, es ist wirklich wahr“, flüsterte Bellatrix.
Kurz darauf kamen zwei Gestalten in rosa karierten Pyjamas in das Wohnzimmer und riefen:
„Mum, wir wollen jetzt endlich was essen!!!“
„Gleich, Tom und Jerry. Ihr müsst noch einen Augenblick gedulden.“
„Wir wollen aber keinen Augenblick gedulden!!!“
„Ihr werdet es aber wohl müssen.“
Lilly Evans war unterdessen im Hause von ihrer Tante Puma beim Mittagessen. Sie war wütend, weil sie eigentlich noch mehr Hunger hatte, das Essen aber leer war. Sie rannte in der kleinen Wohnung umher und suchte nach ihren Eltern.
„Deine Eltern sind doch nicht da, das weißt du doch“, versuchte Chrissin sie zu beruhigen.
Daraufhin begann Lilly nur noch mehr zu heulen.
Irgendwann hatte sich Lilly dann aber doch wieder beruhigt und schlief auf der Couch im Wohnzimmer ein.
Sie wachte erst wieder auf, als Katie kam, um sie abzuholen.
Zu Hause holte Katie ein kleines silbernes Teil aus einer Schublade und betrachtete es. Es war kaum größer als drei Zentimeter und wog vielleicht hundert Gramm. Es war oval und in der Mitte konnte man es drehen.
Katie hängte sich den Anhänger um den Hals und drehte ihn vorsichtig. Einen Augenblick später lag ein Zettel auf dem Tisch neben ihr. Auf dem Zettel stand:
„Ihr Zeitumkehrer kann Lord Voldemort, auch bekannt als der Dunk-le Lord, nicht finden“
Katie legte ihren Zeitumkehrer wieder zurück in die Schublade und murmelte:
„Anscheinend ist er wirklich verschwunden. Mir wär’s lieber, wenn Port mal verschwinden würde. Der macht doch eh nur Mist. Ehrlichgesagt ist er nur ein unwichtiges Stück Scheiß, das die Welt ver-schandet. Und ich wette, ich bin nicht die Einzige, die das so findet. Bellatrix zum Beispiel hat er eine Tochter getötet. Dabei hat Amy Port doch gar nichts getan. Der soll sich mal lieber selbst umbringen, als unschuldige kleine Mädchen.“
Katie schimpfte noch lange so weiter, aber irgendwann merkte sie, dass es keinen Zweck hatte, so zu schimpfen.

Auch nach fünf Jahren war sie immer noch wütend auf Port.
Lilly war jetzt genau sechs Jahre alt und spielte gerade mit Eileen und ein paar anderen Kindern auf einem kleinen Spielplatz in der Nähe. Gerade hatten sich Lilly und Eileen die Schaukeln ergattert, als Eileen sagte:
„Guck mal, Lilly, was ich kann.“
Eileen begann zu schaukeln und als sie schon ziemlich hoch war, sprang sie plötzlich ab.
„Eileen, das darfst du nicht. Deine Mutter hat es dir verboten.“
„Aber guck, es geht mir gut“, sagte Eileen und stand auf.
„Trotzdem. Ich mach das doch auch nicht.“
„Du kannst es ja auch machen“, erwiderte Eileen
Lilly stieg von der Schaukel und hob etwas Silbernes aus dem Gras, verabschiedete sich von Eileen und ging mit dem Teil nach Hause, wo sie es ihrer Mutter zeigte.
Diese riss es Lilly sofort aus der Hand und fragte ganz aufgeregt, wie ihre Tochter denn dieses Teil in die Finger bekommen hatte.
„Es lag auf dem Spielplatz“, meinte Lilly. „Ich dachte, es wäre wohl besser, ich zeige es dir.“
„Ist wohl wirklich besser. Das Ding gehört nämlich mir“, sagte Mrs. Evans und stand auf.
Sie legte das Teil in eine Schublade und sagte:
„Das war ein Zeitumkehrer. Wenn man ihn in die entsprechende Richtung dreht kann man je nach dem in die Vergangenheit oder in die Zukunft reisen. Aber im Moment funktioniert dieser Zeitumkehrer gerade nicht.“
Der Zeitumkehrer blieb noch weitere fünf Jahre in der Schublade.

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05. Nov 2016