Teil 1: Green Eyes

25.08.15 10:37
»Ihr Herz schlug schneller. Diese Augen die sie dort anstarrten, etwas in ihnen weckte ihre Aufmerksamkeit und sie konnte nicht anders als ihn durch große, blau schimmernde Augen anzustarren. Etwas an ihm war anders auch wenn sie nicht genau sagen konnte was, doch eins war sicher er hatte etwas in ihr geweckt und sie würde alles daran geben ..
Batman Drama P16 Humor Beendet

Old MacDonald had a farm

Willkommen bei Suppengruen,
hierbei handelt es sich um einen Gemeinschaftsacount, bestehend aus zwei Autoren.
Die Hauptcharakter Harley & Joker ,wird dem zufolge, jeweils einer von uns schreiben. Nebencharakter die noch folgen werden, teilen wir uns.

Thema: Batman
Genre: Drama, Humor, Hetero, Darkfic
Rating: ab 16 Jahre
Hauptcharaktere: Der Joker, Dr. Harleen Quinzel/Harley Quinn
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Psychisch labil, unzurechnungsfähig und weiß Gott noch alles zitierte der Idiot im weißen Kittel dem Richter vor. Schließlich konnte das Urteil doch nicht anders ausfallen. Joker musste in die Nervenheilanstalt Arkham.
Das Publikum tobte, als der Richterhammer aufschlug. Geliebte Menschen wurden ermordet und nun sollte der Horrorclown in die Klapse?
Und damit hatten sie vollkommen Recht. Er gehörte nicht in eine verdammte Anstalt, er war verdammt noch mal nicht verrückt.

Tagelang hatte Joker versucht diesem schmierigen Quacksalber mehr oder weniger, klar zu machen, warum er das tat was er nun mal tat.
Nur hatte das nervenaufreibende Kritzeln dieses überteuerten Kugelschreibers den Faden dann doch zum reißen gebracht, dass er dem Quacksalber schließlich den Arm an drei Stellen brach.

Zugegeben, etwas überreagiert war diese Aktion ja schon, aber wenn man stundelang gegen eine Wand reden musste, da konnte das durchaus mal vorkommen.
Das rechtfertigte noch immer nicht die Einweisung nach Arkham!

Er war nicht verrückt, im Gegenteil, er war doch der Einzige, welcher wirklich bei klarem Vertand war, der die Stadt so sah, wie sie wirklich ist. Und Irgendjemand musste es den Bürgern von Gotham zeigen, zwar mit Maßnahmen die nicht jedem zusprachen, doch hätte jemand aufgehorcht wenn er mit einem Schild durch die Straßen gesprungen wäre?
Nein, natürlich nicht. Die Menschen zeigten doch erst Interesse wenn schlimme Dinge passierten. Das ist ihre Natur und auch nur so kann man diese verkommene Welt wach rütteln. Warum sonst wurden schon damals Verbrecher in der Öffentlichkeit gehängt und gedemütigt, Hexen verbrannt? Doch nur um Anderen eine Lehre zu erteilen. Zu zeigen wie verdorben die Menschen sein können.
Aber er war verrückt.
Ein Mann im Fledermauskostüm schlägt sich durch die Nächte, aber er war verrückt.

Batman. Bei dem Gedanken an den selbsternannten „Retter“ von Gotham verdrehten sich seine Eingeweide, weshalb er ihn zunächst aus seinen Gedanken verdrängte. Schlimm genug das er hier zwischen zwei bewaffneten SWAT-Männern sitzen musste, eingeschnürt in einer hab-mich-lieb-Jacke.
Das grüne Haar, welches einen ordentlichen Schnitt wieder nötig hatte, fiel ihm nach jedem Schlagloch erneut ins Gesicht, woraufhin er versuchte sie zurück zu blasen. Seine Augenringe nahmen nach den unruhigen Nächten eine dunkelrote bis schwarze Farbe an. Die roten Lippen, welche sich steht’s über das halbe Gesicht streckten, wirkten blass und spröde. Mit einem Wort, er sah ziemlich beschissen aus.

Eine halbe Ewigkeit schien die Fahrt zu dauern, ein oder zweimal spielte er mit dem Gedanken ein paar Worte mit den Männern zu wechseln, verwarf es jedoch wieder. Ihm war nicht nach reden, ihm war nach überhaupt gar nichts zu mute.
Sein Blick verharrte auf der Neonröhre welche dem Innenraum des Vans Licht spendete. Nach einiger Zeit fiel ihm auf, das sie nach fünf Mississippi kurz flackerte und genau damit vertrieb er sich die verbleibende Zeit.
Ein Mississippi, zwei Mississippi……

Endlich kamen sie zum stehen und die schweren Türen wurden geöffnet. Das grelle Licht versetze ihm einen schweren Schlag in Gesicht, weshalb er einen Moment braucht um auf die Aufforderung zu reagieren, dass er aufstehen solle.
Die dunkel unterlaufenen Augen verzogen sich zu dünnen Schlitzen, bis er allmählich die Umrisse von Personen wahrnahm. Seine Arme wurden grob gepackt und nach oben gezogen. „Ganz langsam Mädels“, kam es mit schwacher Stimme, bevor er zu einem Sprung aus dem Wagen gezwungen wurde.

Um ihn herum präsentierten sich die Gaffer in weißen Kitteln. Darunter auch der Anstaltsleiter, dem nichts Besseres einfiel, als ihm mit einer Taschenlampe ins Gesicht zu strahlen.
Verdammte Ärzte.
Schlagartig erlosch das Licht jedoch wieder, als der Leiter eine Ladung von Speichel in die Visage gefeuert bekam und der Mann, welcher nun mit „Mr. Joker“ angesprochen wurde, -wie klang das bitteschön-, laut loslachte. Das Gesicht von diesem Idioten war einfach unbezahlbar und er nahm nun auch die anderen Gestalten unter Augenschein.
Eine Frau mit Aschblondem und zu einem strengen Dutt zusammengeknotetem Haar starrte ihn an. Auf ihrer kleinen Stupsnase saß eine ausgesprochen hässliche Brille, die sie höchstwahrscheinlich einfach nur professionell aussehen lassen sollte. Durch diese leuchtete das strahlende Blau ihrer Augen. „Gefällt dir was du hier siehst Püppchen?“, sprach er mit schwacher Stimme und bekam einen harten Stoß mit dem Schlagstock in die Seite, wodurch sein leises Kichern glucksend verstummte.
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Leise pfiff der Wind um das düster und bedrückend wirkende Gebäude der Anstallt, in dem Dr. Harleen Quinzel noch immer an ihrem Schreibtisch saß und über den letzten Berichten der Woche arbeitete. Eine Schreibtischlampe spendete ihr dabei künstliches Licht, welches ihr mit zunehmender Stunde immer mehr in den Augen schmerzte.
Harleen saß leicht nach vorne gebeugt über den letzten, zu erledigenden Akten, welche bis morgen früh auf dem Schreibtisch ihrer Vorgesetzten liegen mussten, andernfalls würde es sie einige ihrer, zugegeben doch eher langweiligen, Klienten kosten und dies wollte sie auf keinen Fall riskieren. Es wurde von ihr Professionalität und Pünktlichkeit erwartet und diesen Erwartungen wollte sie auch gerecht werden.

Mit einem Seufzen stützte sie ihren Kopf auf eine Hand auf und rieb sich die vom Licht strapazierten Augen, ehe sie ihre Brille wieder zurück auf das Nasenbein schob und sich erneut über die restlichen Berichte beugte. Zaghaft, jedoch dann immer heftiger werdend, schlug nun der Wind gegen die Fensterscheiben ihres Büros, so als würde er die Ankunft etwas unheilvollem ankündigen.

Eher beiläufig füllte sie die fehlenden Spalten aus, waren es doch alles mehr oder weniger langweilige Fälle, welche ihr zugeteilt wurden. Lediglich Jonathan Crane erweckte zunehmenst ihre Aufmerksamkeit. Dieser Bursche war mehr das was sie sich unter einem Patienten vorstellte. Seine Art war fesselnd aber auch erschreckend zu gleich und das war es, was ihr lag und sie wollte mehr von seiner Art haben. Doch um dies zu erreichen musste sie erst beweisen, dass ihre Arbeit dem entsprach.

Mit einer lässigen Handbewegung schlug sie die Akten zu und warf diese zu den anderen auf einen Stapel. Langsam streckte Harleen sich um ihrer strapazierten Gelenke etwas Entspannung zu verschaffen.
Langsam erhob sie sich, schritt zum Fenster und blickte hinunter auf den Vorhof, auf dem das eiserne Eingangstor zur Anstallt stand, über dem die verrotteten Überreste des Schriftzuges Arkham Asylum prangten.

In der Ferne vernahm sie einige tanzende Lichter von Autoscheinwerfern, welche in rasantem Tempo der Anstallt näherten. Etwas verwirrt ließ sie ihre Augen auf ihr Handgelenk sinken, um das sich eine schlanke, silbern schimmernde Armbanduhr schloss. Die Zeiger zeigten bereits auf halb Elf. Ungläubig starrte sie auf das Ziffernblatt. War wirklich schon so viel Zeit verstrichen?
Erneut blickte sie aus dem von Zeit gezeichnetem Fenster hinab auf den Vorhof, auf dem sich nun einige Fahrzeuge versammelt hatten. Unter ihnen befand sich auch ein Transporter, welcher von den restlichen umzingelt wurde. Was hatte dies zu bedeuten? Wurde etwa ein neuer Patient gebracht? Nein das konnte nicht sein, für heute waren doch keine neuen Insassen gemeldet worden.

Stirnrunzelnd wandte sie sich ab und durchsuchte mit einem Blick ihr Büro nach der kleinen schwarzen Tasche, welche ihre persönlichen Sachen beherbergte.

Plötzlich vernahm sie schnelle Schritte auf dem Flur, welche vor ihrer Tür stoppten. Stürmisch wurde die Tür zu ihrem Büro geöffnet und einen jungen Mann in weißer Kleidung erschien in ihrem Blickfeld. Einer ihrer Kollegen starrte sie atemlos an, rang nach Luft, um darauf hin keuchend die Worte: "Sie bringen den Joker hier her!" auszustoßen. Er machte anscheinend keine anstallten weiteres zu erklären, drehte sich auf dem Absatz um und rannte weiter den dunklen Korridor entlang.
Harleen war hellwach und ihr Gehirn arbeitete auf Hochtouren. Dieser Name kam ihr bekannt und gleichzeitig so absurd vor, dennoch konnte sie ihn aber einfach nicht einordnen. Ohne eine weitere Minute zu verschwenden eilte sie ihrem Kollegen nach, hinunter in die Eingangshalle. Hektisch versuchte sie ihr Haar zurück in einen Dutt zu pressen, wollte sie doch auf keinen Fall unprofessionell wirken. Ihr Herz schlug ihr bis zur Kehle und ein Gefühl von Vorfreude machte sich in ihrem Körper breit. Unten angelangt, reihte sie sich in die Gruppe der Umstehenden ein und starrte gebannt auf die Türen desTransporters.
Selbst der Anstaltsleiter hatte sich hier unten eingefunden und das passierte nun wirklich nicht oft. Wer erregte bitte so viel Interesse, dass alle Mitarbeiter und selbst der Anstaltsleiter so außer sich waren?

Die Türen wurden aufgerissen und zwei SWAT-Männer stiegen aus. Eine Gestallt wurde grob aus dem Inneren des Wagens gerissen und vom Anstaltsleiter in Empfang genommen. Neugierig schob sie ihre Brille etwas höher und versuchte einen Blick auf den Unbekannten zu erhaschen. Es war eindeutig ein Mann, etwas hager und ziemlich mitgenommen von der ganzen Aktion, welcher dort stand und etwas benommen von dem Schein den auf ihn gerichteten Taschenlampe blinzelte.

Sie traute ihren Augen nicht als diese Gestallt dem Leiter einen Schwall Speichel ins Gesicht spuckte. Ihr Herz schlug schneller als sich de,r mit Mr. Joker vorgestellte, Patient umsah und sein Blick auf ihr haften blieb. Diese Augen die sie dort anstarrten. Etwas in ihnen weckte ihre Aufmerksamkeit und sie konnte nicht anders als ihn durch große, blau schimmernde Augen anzustarren. Etwas an ihm war anders auch wenn sie nicht genau sagen konnte was es war, doch eins war sicher, er hatte ihr Interesse geweckt und sie würde alles daran geben ihn als Klienten zu gewinnen.

Sie erstarrte plötzlich als sie die Worte des Jokers vernahm. Hatte er etwa sie gemeint? Hastig schaute sie sich um. Nein neben ihr standen nur einige ihrer Kollegen. Frauen waren eher eine Seltenheit in dieser Anstalt und wenn, dann saßen sie meist auf der anderen Seite der Gitter. Schnell versuchte Harleen sich wieder zu fassen, als die Gestallt auch schon von den SWAT-Männern durch einen beherzten Schlag in die Seite niedergestreckt wurde und sie ihn in das Innere der Anstallt zerrten. Harleen widerstand dem Drang den Umstehenden es gleichzutun und ihnen zu folgen, auch wenn ihr Körper etwas anderes wollte. Sie würde schon früh genug mehr über diesen Joker erfahren.

Schnell schritt sie über den Parkplatz hin zu ihrem Auto, öffnete die Tür und schwang sich auf den Fahrersitz.

Die Tür ihres Apartments viel schwer ins Schloss als Harleen sie hinter sich zufallen ließ.
Mit einem Seufzer ließ sie sich ins Bett fallen und dachte über das Geschehene nach. Sie konnte einfach keinen Schlaf finden. Dieser Joker beschäftigte sie noch immer. Warum hatte man ihn so spät einliefern lassen und warum wusste niemand darüber bescheid?
Hastig stand sie auf und war froh eine Ausrede gefunden zu haben wieder zurück zur Anstalt fahren zu müssen, hatte sie doch vor lauter Aufregung ihre Tasche stehen gelassen. Schnell schwang sie sich erneut ins Auto und raste zurück zur Anstalt.

Ihr Herz schlug ihr bis zur Kehle, welche sich merkwürdig trocken anfühlte. Die Zeiger ihrer Uhr zeigten bereits Drei Uhr in der Frühe an. Bald würde die Sonne aufgehen. Hastig betrat sie das Innere. Es herrschte Stille in der Eingangshalle. Leise schlich sie die Korridore entlang. So wie alle sich aufgespielt hatten musste sich der neue in den unteren Trakten der Anstalt befinden, in denen die Sicherheit verschärft wurde. Harleen wollte nur einen kurzen Blick auf diesen Joker herhaschen, dann würde sie wieder gehen, zumindest redete sie sich dies ein.

Auf leisen Sohlen schlich sie hinunter vorbei an ein paar Wachmännern, welche sie jedoch nicht registrierten, war sie wohl nicht sie einzige gewesen, welche einen Blick auf diesen Insassen werfen wollte.
Ihr Herz schlug immer heftiger, je näher sie der vermeintlichen Zelle kam und sie befürchtete schon fast, dass es sie verraten würde. Der Gang wurde nur leicht von ein paar flackernden Neonröhren beleuchtet. Immer näher trat sie an die Zelle heran, darauf vorbereitet plötzlich kehrt zu machen, wollte sie nicht wie all die anderen wirken. Sie war professionell. Aber war das was sie hier gerade tat nicht unglaublich unprofessionell?
Sie wischte die Gedanken weg und versuchte den Joker im Inneren der Zelle ausfindig zu machen. Hatte sich da gerade etwas im Schatten bewegt? Sie hielt gespannt den Atem an und lauschte auf ein Geräusch in der Dunkelheit.
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Das Lachen ertönte von neuem, als er zusehen musste, wie sich die Blondine mit der hässlichen Brille hektische umblickte, ob er nicht jemand Anderen meinte. Doch bevor der Lachende ein weiteres Kommentar von sich geben konnte, wurde er von neuem gepackt und in die Anstalt gezerrt.

Irgendjemand sprach mit ihm, doch er hörte nicht zu. Es interessierte ihn einen feuchten Dreck was der Leiter von ihm wollte und was nicht. Sollten sie ihn doch einfach in die Zelle bringen und gut war, ihn einfach in Ruhe lassen. Doch erst nach einer weiteren gefühlten Ewigkeit konnte er diesem Wunsch nachkommen. Zunächst hieß es erneut kalt duschen und die Arkhamtracht anziehen, bei welchem es sich um einen abgrundtief hässlichen, orangfarbenen Overall handelte. Dieses schmutzige Orange löste in einem schier die Übelkeit aus. Diese Knalltüten hatten entweder absolut keinen Geschmack, oder machten sich einen Spaß daraus, die Insassen zu demütigen. Nichts desto trotz musste er ihn anziehen, wobei er mit allen Mitteln versuchte sich dagegen zu währen. Einem Mann brach er die Nase, einem Anderen bestimmt einige Rippen und den verdammten Dritten erwischte er nicht. Kurz gesagt, er hatte keine Chance den die Verwundeten wurden wie in einem billigen Videospiel sofort mit neuen ausgetauscht.

Schließlich brachte man Joker endlich in seine Einzelzelle, zu Essen gäbe es für ihn heute nichts, dank seiner Aktion. Aber wenn es hier so schmeckte wie es aussah, störte es ihn nicht wirklich:
Ein altes Bettgestell mit nackter Matratze, ein winziges WC bei dem er sich fragte, wer in Gottes Namen darauf sitzen könne und ein kleines Waschbecken dekorierten die miefende Zelle.
Sollte das ein Witz sein? Hier sollte er nun seine Zeit absitzen?

Stumm schlurfte er in den zwei Nummern zu großen Schlappen auf die Pritsche zu und ließ sich darauf sinken, langsam, aus Angst sie würde einem zu schweren Aufprall nicht standhalten.
Jokers Arme kreuzten sich über die Beine und seine grünen Augen starrten auf die kahle, graue Wand ihm gegenüber. Wenn er hier sterben würde, dann eindeutig vor Langeweile. Mit was sollte er sich bitte hier die Zeit vertreiben? Irgendwie musste er sich von der ganzen Scheiße ablenken, irgendwas tun. Notgedrungen begann er ein altes Kinderlied zu singen, wobei es eher nach einem Krächzen klang, das nach der passenden Melodie suchte.

„Old MacDonald had a farm, Ee a ee a oh! And on that farm he had some chicks, Ee a ee a oh!...”. Man hörte es im ganzen Zellenblock wie nach und nach weitere Insassen dem Lied beistimmten. Es klang furchtbar. Verzweifelt versuchten die Wärter wieder Ruhe einzubringen, doch vergebens. Immer und immer wieder begannen Alle die Strophen von neuem. „With a quack-quack here and a quack-quack there...." Über eine Stunde hielt der ohrenbetäubende Lärm an, bis die Wärter mit ihren drohenden Schlagstöcken es schließlich schafften die Meute zum schweigen zu bringen. Für Joker hieß es auch am nächsten Tag: kein Essen.
Aber das war es wert.

Von neuem begann die Langeweile. Mit geschlossenen Augen lag der bleiche Mann auf der harten Matratze und versuchte vergebens Schlaf zu finden. Der Geruch, das Schnarchen der Anderen, diese ganze beschissene Anstalt verhinderte jegliche ruhige Minute.
Seufzend setzte er sich auf und starrte erneut an die kahle Wand. Erst jetzt bemerkte Joker, welche Finsternis in dem Korridor herrschte. Ein paar flackernde Neonröhren, die einen nach ein paar Wochen wahrscheinlich wahnsinnig machen würden, waren der einzige Lichtspender. Wie spät es wohl war? Fragte er sich beiläufig, und begann langsam durch die Zelle zu trotten. Wie eine Raubkatze im Käfig schlurfte er die Wände entlang, fuhr mit dem Finger über die dicke Glasscheibe, dann wieder die Wand. Wenn hier nicht bald was passierte…
Leise, dumpfe Schritte zerrten Joker aus den Gedanken.
Mit neugierigem Blick verharrte er in der Dunkelheit und lauschte der sich nähernden Person. Sollte jetzt schon einer dieser nervigen Götter in Weiß ihm einen Besuch abstatten? Konnte dieser Tag eigentlich noch schlimmer werden?

Schließlich präsentierte sich jemand vor der Scheibe. Mit verengten Augen versuchte er zu erkennen um wen es sich handelte.
Eine Frau.
Er kam einen Schritt näher. Die Blondine mit der hässlichen Brille lugte wie ein kleines Kind zu ihm rein, als wäre sie auf der Suche nach dem Tier das auf dem Schild beschrieben wurde.
Ein breites Grinsen weitete sich auf dem Gesicht des Mannes aus und er beschloss mit einem Sprung vor ihr zu landen. „Buh“, ertönte es leise, jedoch deutlich. „Wer kommt mich denn da zu solch später Stunde besuchen?“. Seine grünen Brauen hoben sich an, während er sie begutachtete. Er wusste nicht ob es an der Langeweile lag oder an etwas anderem, aber der Besuch von dem Püppchen war definitiv ein angenehmer Moment. „Verblüffend den Joker in Natur zu sehen nicht wahr? Was fühlst du dabei? Angst? Hass? Oder was ich deinem Blick noch eher zuordnen würde…wahres Interesse?“. Seitlich lehnte sich sein Kopf an die Scheibe, während er mit eindringlicher Stimme seine Fragen stellte.
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Leicht kniff sie ihre Augen zusammen um im Dunkeln der Zelle etwas ausmachen zu können, jedoch mit wenig Erfolg. Langsam trat sie näher an die Scheibe der Zelle heran, völlig außer acht lassend, dass man sie so sehen konnte. Ihre Neugier siegte über die Vernunft und so fand sie sich plötzlich direkt vor der Scheibe stehend wieder.
Noch immer war es schwer zu sagen wo sich der Joker darin befand. Oder war dies womöglich gar nicht die richtige Zelle? Hatte sie sich einfach geirrt und stand nun dumm vor einer leeren Zelle? Noch einmal spähte sie in das Halbdunkel hinein. Nein da war nichts, nicht eine Bewegung war zu erkennen.

Sie wollte sich gerade abwenden als plötzlich wie aus dem Nichts etwas vor sie sprang. Heftig zuckte sie zusammen und ihr Herz begann zu rasen. Das hatte sie nicht erwartet. Vor ihr stand er nun, der Mann um den alle so einen Aufruhr veranstaltet hatten.
Peinlich berührt wandte sie den Blick ab. Wie konnte sie nur so unprofessionell handeln? Das war nun wirklich nicht ihre Art. Gänsehaut bildete sich unter ihrer Kleidung, als sie erneut diese furchterregende aber auch gleichzeitig fesselnde Stimme vernahm. Langsam wanderte ihre Blick wieder hin zu der Gestallt, die nun an der Scheibe lehnte. Sein grünes wirres Haar umrahmte das etwas eingefallene Gesicht, welches sie bleich anstarrte. Das Schlimmste jedoch, waren diese stechend grünen Augen, welche Harleen in ihren Bann zogen. Unfähig sich zu rühren verharrte sie in der Position.

Es dauerte einige Augenblicke ehe sie sich wieder gefasst hatte. Was war das nur dass sie so aus der Fassung brachte? Diese Faszination hatte sie noch bei keiner ihrer Patienten verspürt.
Ob sie verblüfft war ihn in Natura zu sehen? Das wusste sie selber nicht, da sie so gut wie nichts über ihn wusste. Er war wohl psychisch labil, so viel stand fest, aber mehr konnte sie momentan auch nicht sagen. Harleen wusste, dass es unprofessionell wäre ihm auf diese Frage eine Antwort zu geben und doch reizte sie es mehr über ihn zu erfahren.

Würde ihr Boss ihr die Chance geben ihn zu therapieren? Wohl eher unwahrscheinlich und sollte sie nicht genau aus diesem Grund versuchen mehr über ihn zu erfahren? Hin und her gerissen stand sie nun dort, noch immer in die grüne Hölle starrend. Kurz schüttelte sie den Kopf um ihre Gedanken zu ordnen, ehe sie eine Antwort gab: "Interesse trifft es wohl sehr gut. Oder besser noch, Neugierde auf den Mann, der die Dummheit besitzt den Anstaltsleiter vor versammelter Mannschaft zu beleidigen und bloßzustellen. Aber auch Neugierde auf den Mann, der es schafft, das Personal so aus der Fassung zu bringen."

Ein süffisantes Lächeln umspielte ihre tiefroten Lippen. Das Licht flackerte leicht und ließ die Visage des Jokers zugleich irre, als auch unglaublich komisch erscheinen. Sie konnte seinen Gesichtsausdruck nicht ganz einschätzen und genau das machte ihn mit so interessant für sie.

Es gab nichts Schlimmeres für sie, als ihre Patienten direkt lesen zu können. Harleen brauchte die Herausforderung, welche sie bei Crane in Ansätzen bereits gefunden zu haben glaubte. Aber dieses Individuum hier, schien ihre Grenzen zu sprengen und sie mehr und mehr herauszufordern.
Langsam trat sie näher an die Glasscheibe, welche sie beide trennte und ihr eine gewisse Sicherheit verlieh. Was mochte er wohl angestellt haben um in eine solche Einrichtung eingewiesen zu werden und zumal mit solch einer hohen Sicherheitsstufe? Noch immer mit einem leichten Lächeln auf den Lippen musterte sie den Joker eindringlich.

Ihr Herz hatte sich wieder beruhigt und schlug nun in einem gleichmäßigen und ruhigem Takt und auch das Adrenalin hatte sich weitestgehend verflüchtigt, doch ihre Neugierde war geblieben. Erneut erhob sie die Stimme und nahm dabei ihre Brille von der Nase, um ihn eindringlich anzusehen: "Was mich interessiert ist was du angestellt haben musst um in eine solche Sicherheitsstufe zu gelangen und so großes Aufsehen zu verursachen. Dieser Name "Joker" kommt mir bekannt vor aber dennoch kann ich ihn einfach nicht zuordnen." Sie legte ihre Stirn in Falten um über das Gesagte noch einmal nachzudenken. Sie hatte ihn noch nie gesehen aber dieser Name kitzelte etwas in ihrem Gedächtnis wach, sie konnte es einfach nur noch nicht greifen.
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Mit einem festen Biss auf die Zunge, verkniff er sich ein lautes Auflachen, als die Frau zusammenfuhr. Kurz wandte sie ihren Blick ab und er konnte schwören auch eine leichte Röte auf ihren Wangen erkannt zu haben, was sich in diesem schlechten Licht jedoch nur schwer beurteilen ließ.

Als das Blau wieder ins Grün fand, spürte Joker wie sie seine Augen ergründen wollte. Doch sie verrieten nichts, nicht einmal das ewige Grinsen spiegelte sich in seinem Blick wieder. Als starre er ins Leere, umgeben von nichts als Dunkelheit und doch war da was oder nicht?

Schließlich erklang ihre Stimme. Die Antwort klang gut überlegt, so wie man es von einer Ärztin erwarten würde. Und doch trafen ihn die Worte wie ein schmeichelndes Kompliment. Kurz leckte der Bleiche sich über die Unterlippe, drehte sich so, dass seine Stirn nun auf dem kühlen Glas lag und stützte seine Hände neben dem Kopf ab. Er wusste natürlich, dass es alles andere als ein Kompliment gewesen war, trotzdem spürte er diesen kleinen Freudenschrei in der Magengrube. Die Bereitschaft und der Leiter waren sicherlich empört über sein Verhalten und genau das sollten sie auch. Sie sollten schon am ersten Tag erfahren wen genau sie hinter ihre Mauern ließen, ein Erlebnis dass sie niemals vergessen würden.

Ein Lächeln spielte sich auf ihre dunklen Lippen.
Joker konnte sich nicht erinnern wann ihn zum letzten Mal jemand anlächelte, abgesehen von den enstellten Gesichtern seiner Opfer, und er konnte es nur unweigerlich zurückgeben. Es verblüffte den Grünschopf ungemein, dass sie noch näher an die Scheibe schritt. Keine Angst? Sie war nervös, das konnte er erkennen, aber Angst schien nicht im geringsten vorhanden zu sein.
Aufmerksam beobachtete Joker wie sie ihre Brille abnahm und dadurch eine ganz neue Person schaffte.
Sie sollte die Brille ganz weg lassen.

Anschließend erklang erneut ihre hohe Stimme. Die weiße Stirn legte sich in Falten, als er die Worte der Ärztin vernahm. Sie wusste nicht warum er hier war? Der Bleiche wusste sogleich nicht, ob er lachen oder schreien sollte. So ein großes Interesse und keine Ahnung wer er überhaupt war? Ein schon fast empörter Laut entrann seinen spröden Lippen.
„Du willst mich wohl verscheißern Süße?“, züngelte er dann mit einem breiten Grinsen und hob den Kopf leicht an. Für einen Moment verweilte sein Blick auf der Decke, bevor er sich wieder ihren Augen zuwandte und er sich nun über die Oberlippe leckte. „Ich bin der Jenige, der dieser Stadt ihr wahres Gesicht entgegen gehalten hat“, erklärte er wie selbstverständlich, als lernte man dies schon in der Grundschule. „Der Jenige der sich endlich traute Gotham zu zeigen wie sehr es das Chaos brauchte“, seine Augen brannten vor Euphorie bei den Erinnerungen, "und du willst mir weismachen…“, ein langsames Kopfschütteln unterbrach seine Worte, „...du willst mir weismachen mich nicht zu kennen?“

Er spürte eine deutliche Enttäuschung in sich, er dachte dass seine Taten jeder in dieser Stadt mitbekam und so schnell nicht mehr vergessen würde. Das war doch der Sinn und Zweck und jetzt kommt dieses blonde Püppchen und weiß nicht wer er ist?
Langsam schlug die Enttäuschung auf Wut um und seine Brauen verengten sich.
„Weißt du Püppchen, jetzt weiß ich warum du hier bist. Willst dich beweisen unter denen, die wirklich was drauf haben. Nicht wahr? Deshalb der strenge Dutt, die Brille die du gar nicht brauchst. Sag mir Kleines, wie viele Schwänze musstest du lutschen um hier her zu kommen? Das interessiert mich brennend“. Die Freude die Joker noch eben empfand war nun wie weg gefegt, er war sauer. Er hasste es hier zu sein, er hasste diese verdammte Zelle und er hasste dieses dumme Ding, welche sich mitten in der Nacht zu seiner Zelle schlich. Als könnte sie so irgendetwas von ihm erfahren, als wäre es so einfach. Als ob er nicht lache.
Von oben herab grinste er sie an. „Vielleicht erfährst du ja auf die gleiche Art was bei mir…wie wäre es Schätzchen, nen kleinen Quickie auf der Pritsche? Macht sich bestimmt super in deiner Karriere“, redete er sich in Fad und blickte immer finsterer in ihre Augen.
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Gebannt starrte sie ihm noch immer in die tiefgrünen Augen und lauschte dabei seinen Worten. So einer war er also! Einer, der das Chaos suchte um diese Stadt in seinen Augen zu verbessern. Ein leichtes Schmunzeln legte sich auf ihr hübsches Gesicht. Sie dachte darüber nach, ließ ihn jedoch dabei nicht aus den Augen. Seine Emotionen waren stark, jedoch nicht immer ganz klar zu deuten, selbst für sie waren sie neu und irgendwie anders. Dieser Joker sprang so schnell zwischen ihnen hin und her, dass es schwer viel, ihnen zu folgen. Da war dieses irre Lachen, was kurz daraufhin von Wut übermannt wurde, ehe dieses über in Rage ging und sich immer weiter steigerte. Sie war fasziniert von diesem Mann. Diese Leidenschaft, dieser Wahnsinn und diese Schärfe in seiner Stimme fesselten sie einfach ungemein.

Sie konnte sich noch immer nicht entsinnen schon mal etwas von ihm gehört zu haben...oder vielleicht doch... Die Erkenntnis versetzte ihn zunehmend in Rage, welches seine beleidigenden Worte nur noch mehr unterstrichen.

Harleen setzte ihre Brille zurück auf den Nasenrücken und richtete sich auf. Selbst jetzt war sie kleiner als er, jedoch gab es ihr etwas Sicherheit in ihrer Rolle.

Sie rollte ihre Augen als der Joker das altbekannte Klischee aufbereitete, kreuzte die Arme vor der Brust und warf ihm einen gerade zu mitleidigen Blick zu. In Wahrheit waren die Männer ja nur neidisch darauf, dass Frau auch anders Kariere machen konnte, auf die eine oder aber auch die andere Art. Anscheinend steckte bei ihm noch etwas anderes dahinter, wollte er anscheinend persönliche Informationen über sie herausfinden. Ein triumphierendes Lächeln über ihre Erkenntnis entglitt ihr und sie versuchte sich schnell wieder zu fassen und ihre Professionalität zu wahren.

Ein paar der vorherigen Worte hatten sie schon irgendwie getroffen, aber sie wusste auch, dass sie es mit einem Patienten zu tun hatte und auf sowas vorbereitet sein musste. Tapfer hielt sie dem immer finsterer werdenden Blick des Jokers stand und holte zu einer Antwort aus: "Danke für das Angebot aber ich lehne ab. Ich bevorzuge es professionell zu bleiben und mich durch meine Arbeit auszuzeichnen und nicht durch andere Tätigkeiten. So etwas ist unprofessionell und hat nichts am Arbeitsplatz verloren." Zufrieden mit ihrer Antwort warf sie beiläufig einen Blick auf ihre Uhr.
Ungläubige starrte sie darauf. Es war bereits halb Sechs und in einer halben Stunde musste sie in ihrem Büro sein. Das mit dem Schlaf konnte sie sich getrost abschminken für heute. "Und da ich eine gute Angestellte bin werde ich jetzt auch meiner Arbeit nachgehen, sonst fühlt sich der arme Crane so vernachlässigt" und mit einem süffisanten Lächeln drehte sie sich zum Gehen um.

Sie musste ihn für sich gewinnen. Dieser Patient würde ihr helfen ganz nach oben in ihrer Karriere zu gelangen, soviel stand schon mal fest.
Gemächlich schritt sie den dunklen Korridor entlang, zurück zu ihrem Büro um die heutige Schicht anzufangen.
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Die Brauen von Joker hoben sich leicht an, als sie ohne viel nachzudenken ihre Worte dazu beitrug und ihn anlächelte. Selten bekam er so etwas zusehen und sein, sagen wir mal Erstaunen, ließ die Wut etwas abklingen. Mit Tränen hatte er gerechnet, mit weibischem Gezicke oder einem beleidigtem Abdackeln, aber damit...damit hatte er nicht gerechnet.
Eine Sache die ebenfalls selten vorkam, dabei nannte er sich in Dingen wie Menschenkenntnis einen Experten. Versucht dem zornigen Blick stand zu halten verharrte er auf der Stelle. Widerstand jedoch ihre Aussage zu kommentieren.
Etwas erschrocken blickte die Blondine auf ihre Uhr und zog mit ein paar letzten Worten, die er nicht so recht wahrnahm von dannen.
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Die Tage flogen nur so dahin und bildeten sich zu Wochen aus. Ihre Gedanken kreisten zunehmend um diesen neuen Insassen. Was war hinter seiner Fassade? Wieso war er genau hier und was trieb ihn an?

Wochenlang bearbeitete Harleen ihren Boss ihr diesen Patienten zuzuweisen. Sie schob Überstunden und arbeitete härter als je zuvor, was nicht unbemerkt blieb. Nach einigen Zwischenfällen mit dem Patienten entschloss ihr Vorgesetzter sich dazu der jungen Psychologin doch eine Chance zu geben.

Seid nun über einem Monat hatte sie den Joker nicht mehr besucht und doch konnte sie sich noch sehr gut an ihr erstes Treffen erinnern. Vorfreude breitete sich in ihrem Körper aus als die Therapie immer näher rückte. Die Warnungen ihrer Kollegen ignorierte sie dabei völlig. Die Sitzungen mit Crane waren gut aber würden nichts im Vergleich zu denen die ihr bevorstanden werden. Sie würde es allen zeigen, dass sie die Richtige für diese Aufgabe war und dann würde sie endlich durchstarten.

Der Tag der ersten Therapiesitzung war gekommen, alles stand bereit. Sie hatte kaum die Nacht geschlafen und war dennoch hellwach. Adrenalin strömte durch ihren Körper und sie versuchte sich selbst zu beruhigen. Harleen musste unbedingt professionell bleiben und durfte sich keine Fehler erlauben, dies könnte sie ihren Patienten kosten, den sie sich so hart erarbeitet hatte.
Sie legte ihren Notizblock vor sich auf den Schreibtisch, zurrte die Haare zu Recht und rückte ihre Brille gerade. Eine kleine Kamera trohnte neben ihr auf einem Stativ, bereit eingesetzt zu werden. Harleen bevorzugte es ihre Sitzungen aufzuzeichnen um sich diese später erneut ansehen zu können und ihre Patienten besser kennen zu lernen. Gebannt starrte sie auf die Tür, welche gegenüber von ihr in den kleinen Raum hineinführte.
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Wochen vergingen in denen er sie nicht mehr zu Gesicht bekam. Hatte er sie zum Schluss doch verschreckt und ihr taffes Auftreten war nur Schauspiel? Wenn ja, beherrschte sie dieses verdammt gut.
In den Wochen begann der unangenehme Teil des Aufenthalts. Ärzte. Von morgens bis abends nur Ärzte. Alle wollten ihr eigenes Urteil über den Grünhaarigen fällen, wollten der Erste sein, welcher etwas herausfand. Doch alle blieben zurück mit einem jeweilig anderem Lebenslauf und ratlosem Gesicht. Zugegeben war dieser Teil eine recht amüsante Unterhaltung. Diese arschkriechenden Schleimbeutel glaubten wirklich alles. Selbst das noch so sarkastisch klingenste Kommentar notierten sie sich in ihre Blöcke. Jedes Mal entfuhr ihm ein Grinsen über ihre Dummheit.

Eine Ärztin, der Name war ihm entfallen, versuchte es sogar mit einer Therapie, in der ein Patient durch Zuneigung beginnen sollte zu reden. Eine Umarmung, erreichte er schließlich durch eine Trauergeschichte der herzergreifensten Sorte, welche ihre letzte sein sollte, hätte die Wache nicht eingegriffen. Schwer verletzt wurde sie ins Krankenhaus verfrachtet und überlebte gerade so.
Wie es wohl ist den Rest seines Lebens in einem Rollstuhl zu verbringen?

Es verging noch einige Zeit, bis Joker einer neuen Ärztin zugeteilt wurde. Dr. Harleen Quinzel, ein ausgesprochen interessanter Name wie er fand. Sie soll Gerüchten zufolge gerade zu gebettelt haben ihn als Patient zu bekommen. Man konnte zwar nicht allem Glauben schenken was die Wärter in ihren nächtlichen Kaffeekränzchen so erzählten, aber er, Joker, konnte nicht leugnen, dass diese Information sein Ego ziemlich schmeichelte. Allein die Vorstellung wie jemand darum bettelt mit ihm sprechen zu dürfen, sagte ihm doch sehr zu. Auch wenn sie wie ihre Vorgängerin, schwer verletzt oder sogar tot, den Raum verlassen würde.

Der Tag zur ersten Sitzung mit Dr. Quinzel brach an und der Blasshäutige strich sich das Haar zurück, als die Zellentür sich öffnete.
„Hoffentlich ist sie hübscher als die Letzte“, säuselte er in sing und sang Laune, während die Wärter ihm eine Zwangjacke anlegten. Höhere Sicherheitsmaßnahme. „Ach kommt schon Jungs, seit doch nicht so eingefahren“, trällerte er weiter, jedoch ohne Erfolg auf jegliche Reaktion.
Seufzend ließ er sich zum stehen hochreißen und aus der Zelle führen, doch auf dem Weg zum Therapiezimmer zog sich dann doch wieder sein Grinsen in die Breite.
„Ich hoffe ihr gefallen meine Haare, hab sie Gestern extra für sie schneiden lassen“, meinte er mit einem folgenden Kichern und betrat schließlich den kleinen Raum. Sofort fielen seine Augen auf den großen Schreibtisch, der das Zimmer deutlich verkleinern ließ, dann auf die Person welche dahinter saß. Breiter als jemals zuvor zogen sich seine Mundwinkel nach oben. „Püppchen“, hauchte er der Ärztin amüsiert entgegen und ließ sich auf den Stuhl vor ihr fallen. „Na was für eine Überraschung, ich dachte schon du hättest das weite gesucht, nach unserem nächtlichen Plausch...du erinnerst dich doch noch?“. Ein auffälliges Zwinkern folgte seinen Worten, woraufhin die Beiden Männer die Ärztin missmutig anblickten und Joker sich freudestrahlend über die Lippen leckte und ein Bein über das Andere schwang

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Armara 19. Mar 2015

Es ist einfach genial geschrieben! Ich muss unbedingt wissen wie es weiter geht!
Lg Mara

LunaWalker 16. Mar 2015

Ich muss sagen: die Story ist spannend und der Schreibstil wirklich klasse. Immer wenn ich anfange zu lesen, kann ich gar nicht mehr aufhören und bin deswegen deprimiert, wenn das Kapitel zu Ende ist.
LG Luna

-Suppengruen- 16. Mar 2015
Danke für dein nettes Kommentar! Es freut uns sehr das unser FF gefallen findet. Kapitelnachschub wird es schnell geben, denn wir sind nun schon beim 4. Teil und haben noch lange kein Ende gefunden. ;) LG von Suppengruen